Beschreibung des Vorschlags
Nach jahrzehntelanger Diskussion ist der Reaktivierung der Kremmener Bahn in Berlin für Regionalbahn abschlägig beschieden worden. Stattdessen will man nun die S-Bahn nach Velten verlängern, und die Regionalzüge vor Hennigsdorf auf den Außenring ableiten. Doch die Veltener wollen die S-Bahn gar nicht. Die S25 ist mit ihrer umwegigen Route unattraktiv langsam, die geradlinigeren Konkurrenten U6 und U8 sind deutlich beliebter. Und die Regionalzüge aus Neuruppin nach Berlin müssten weiterhin umwegig fahren und verpassten Hennigsdorf und die RB20 (Oranienburg – Potsdam). Stattdessen empfehle ich diese Lösung:
– Einstellung des S-Bahnverkehrs auf Kremmener Bahn, Umbau für Regionalbahn, Erweiterung zur Zweigleisigkeit oder Einbau einzelner Begegnungsabschnitte.
– Verlängerung der Regionalbahn von Hennigsdorf bis Berlin-Gesundbrunnen. Halte in Schulzendorf, Tegel, Eichborndamm und an einem neuen Bahnhof Schönholz, gemeinsam mit der reaktivierten Heidekrautbahn.
– Die Halte Heiligensee, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Alt-Reinickendorf werden wegen Mindernutzung stillgelegt. Der Bahnhof Tegel wird nicht verlegt, der Bahnübergang nicht beseitigt. Der geplante neue Haltepunkt Borsigwalde wird nicht gebaut. Verlängerung der kurzen Bahnsteige in Brandenburg.
– 60′-Takt bis Wittenberge, 20/40′-Takt bis Neuruppin West, 20′-Takt bis Velten. Schwächung der Züge in Neuruppin West.
– Langfristig ist bei einer Reaktivierung der Strecke Neuruppin – Neustadt(Dosse) eine Flügelung möglich.
Der Vorschlag bietet eine kostengünstige aufwandsarme Kompromisslösung, die für beide Bundesländer attraktiv ist. Die Direktverbindung aus dem Umland nach Berlin wird deutlich beschleunigt. Die innerstädtische Funktion der S25 bleibt weitgehend erhalten. Der wichtige Umstieg RE6 – RB20 bleibt erhalten.

Die S25 ist mit ihrer umwegigen Route unattraktiv langsam, die geradlinigeren Konkurrenten U6 und U8 sind deutlich beliebter. Und die Regionalzüge aus Neuruppin nach Berlin müssten weiterhin umwegig fahren und verpassten Hennigsdorf und die RB20 (Oranienburg – Potsdam).
So groß ist der Umweg der S25 nun auch nicht. Klar, die S-Bahn fährt über Schönholz, die U-Bahnen fahren dagegen direkter über Wedding oder Reinickendorf, jedoch denke ich nicht, dass die Konkurrenz sonderlich groß ist.
Bei den Regios stimmt das wohl, weil in Hennigsdorf Kopf gemacht werden muss.
Einstellung des S-Bahnverkehrs auf Kremmener Bahn, Umbau für Regionalbahn, Erweiterung zur Zweigleisigkeit oder Einbau einzelner Begegnungsabschnitte.
Das ist eindeutig eine Verschlechterung, weil die S-Bahn weiter in die Stadt reinfährt
– Verlängerung der Regionalbahn von Hennigsdorf bis Berlin-Gesundbrunnen. Halte in Schulzendorf, Tegel, Eichborndamm und an einem neuen Bahnhof Schönholz, gemeinsam mit der reaktivierten Heidekrautbahn.
Ich würde nur in Tegel (und evtl. Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik) gehalten. Die S-Bahn soll mMn auf jeden Fall bestehen bleiben, der Regio kann die Expressverbindung herstellen.
– Die Halte Heiligensee, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Alt-Reinickendorf werden wegen Mindernutzung stillgelegt.
Finde ich auch nicht so sinnvoll, da dies die Erschließungsfunktion der Bahn stark beeinträchtigen würde.
Fazit: Der Vorschlag hat Potenzial, jedoch sollte dies die S-Bahn nicht beeinträchtigen. Mit dem RE6 hätte man dafür einen schnelleren Regionalexpress nach Berlin.
Ein Mischbetrieb von S- und Regionalbahn wurde ja offiziell untersucht und abgelehnt. Zitat:
Als Gründe für die geschätzten sehr hohen Investitionskosten auf dem gesamten Abschnitt zwischen Berlin-Schönholz und Velten sind folgende Faktoren zu benennen: Der erforderliche dreigleisige Ausbau des Bahndamms (zwei S-Bahn-Gleise und ein zusätzliches Regionalverkehrsgleis) zwischen Abzweig Schönholz und Tegel mit entsprechenden Betroffenheiten des Umfelds, der komplexe Umbau der Bahnhöfe Tegel und Hennigsdorf sowie die voraussichtlich notwendige technisch komplexe Veränderung des Bahnübergangs Gorkistraße mit angrenzender Bebauung und Autobahntunnel im direkten Umfeld.Neben diesen erheblichen Eingriffen im innerstädtischen Bereich haben letztlich auch betriebliche Gründe dazu geführt, die Durchbindung des Regionalverkehrs nicht weiter zu verfolgen. So hätte der für den Abschnitt zwischen Tegel, Hennigsdorf und Velten ursprünglich vorgesehene Mischbetrieb von S-Bahn und Regionalverkehr auf den gleichen Gleisen für erhebliche Schwierigkeiten in Bezug auf die Fahrplanstabilität und die Fahrplanrobustheit sowohl für den 30-Minuten-Takt des Regionalverkehrs als auch für 10-Minuten-Takt auf der S25 bis Hennigsdorf gesorgt. Die DB AG hat darüber hinaus erhebliche Bedenken in Bezug auf die hohe Komplexität der Leit- und Sicherungstechnik für einen Mischbetrieb geäußert. Darüber hinaus wäre eine Elektrifizierung der Regionalverkehrsstrecke aufgrund der Mischnutzung mit der mit Gleichstrom betriebenen S-Bahn ausgeschlossen gewesen.
Bei meinem Vorschlag bleibt die Elektrifizierung der Regionalbahn möglich, und damit auch eine Verlängerung über Gesundbrunnen hinaus.
„Die Halte Heiligensee, Karl-Bonhoeffer-Nervenklinik, Alt-Reinickendorf werden wegen Mindernutzung stillgelegt.“
Ausgerechnet die Station, an der man zur U8 umsteigen kann stillzulegen, erscheint mir alles andere als sinnvoll.
Nein, von diesem Vorschlag halte ich gar nichts.
Der Umstieg zur U8 wird ja kaum genutzt, da der Weg über 350m beträgt. Zudem kann man von der südlichen U8 in Gesundbrunnen umsteigen. Aus dem Märkischen Viertel ist man mit 124 über Tegel schneller ins Umland gefahren. Vom Bereich weiter südlich entlang der U6 steigt man ebenfalls in Tegel um, oder nutzt den 221 bis Eichborndamm.
Den S-Bahnhof kann man auch verlegen
Das ist auch geplant, das weiß Krake auch.
Die U6 hat bis auf die letzten paar Halte nichts mit der S25 zu tun, ud die U8 fährt in die City Ost, während die S25 Mitte anbindet
Nein, von diesem Vorschlag halte ich gar nichts.
Ich bin völlig deiner Meinung. Die S-Bahn gehört ausgebaut, nicht eingestellt.
Richtig. Sie muss endlich zweigleisig ausgebaut werden, mindestens bis Tegel, für einen 10-min-Takt. Wenn man dann noch ein drittes Gleis für den Regionalverkehr legen würde, wäre es ideal.
Auch eine Taktverdichtung erhöht die Fahrgastzahlen der S25 nicht, weil U6 und U8 immer noch häufiger verkehren (5′, geplant ist sogar ein 3/3/4′-Takt). Zwischen Heiligensee und Tegel gibt es noch Buslinie 124 im 10′-Takt. Viele Bahnhöfe liegen abseits, weite Zuwege erhöhen die Reisezeiten. Auch die parallele Autobahn ist ein starker Konkurrent. Daher muss eine Beschleunigung erfolgen.
Die U8 verkehrt tagsüber noch einmal wie häufig?
Die Autobahn ist wohl kaum eine Konkurrenz zur S25, da sie ganz woanders hinführt. Sie führt nicht in die Innenstadt! Das Auto ist aber durchaus eine Konkurrenz, und um dagegen konkurrenzfähig zu sein ist ein gewisser Komfort nötig. Dazu gehören kurze Wartezeiten, möglichst kurze Wege zu den Stationen und Sitzplätze. Ein selten fahrender Zug mit wenig Zugangsmöglichkeiten und aus dem Umland kommenden überfüllten Zügen wäre da innerhalb Berlins kaum attraktiv.
Die Fahrzeit ist weniger relevant, da man gegenüber der Fahrt mit dem Auto auch die unberechenbare Zeit der Parkplatzsuche einsparen kann. Von daher schafft es in der Regel auch die S-Bahn bei Fahrten in die Innenstadt schneller zu sein als das Auto.
Warum sollte Berlin seine Erschließung verschlechtern, nur damit ein paar Veltener ihren Willen durchsetzen? Das Problem hat Brandenburg zu lösen, nicht die Bundeshauptstadt.
Wohin diese falsche Denkweise führt, kann man im Ruhrgebiet sehen, wo jede Kommune nur bis zur Stadtgrenze plant, oft unabgestimmt mit dem Nachbarn. So einen Flickenteppich unterschiedlicher Verkehrsträger und Taktungen will hier keiner haben.
Auch im Ruhrgebiet hat keine Millionenstadt (die gibt es dort auch nicht) eine Schnellbahn zulasten einer langsamen Regionalbahn eingestellt, nur weil es es eine Kleinstadt so will. Das ist völlig abwegig.
Die S-Bahn Rhein-Ruhr ist aber auch -wenn überhaupt- mit Oberleitung elektrifiziert und an diversen Stellen verkehren Regios über die S-Bahngleise.
Und deine Bezeichnungen „langsame Regionalbahn“ gegenüber „Schnellbahn“ sind auch irreführend: Regionalbahnen haben höhere Durchschnittsgeschwindigkeiten als S-Bahnen.
Deine Formulierung suggeriert, dass die S-Bahn schneller als die Regionalbahn sei, dabei ist das genaue Gegenteil der Fall.
Aufgrund der 5 stillzulegenen Bahnhöfen (was ich übrigens sehr kritisiere!) wäre die RB deutlich schneller als die S25.
Deine Formulierung suggeriert, dass die S-Bahn schneller als die Regionalbahn sei, dabei ist das genaue Gegenteil der Fall.
Erklärst du mir bitte, wie eine langsam beschleunigende Bahn ohne Entfall von Halten schneller sein soll?
Aufgrund der 5 stillzulegenen Bahnhöfen (was ich übrigens sehr kritisiere!) wäre die RB deutlich schneller als die S25.
Du solltest dir die Strecke mal anschauen. Sie ist teilweise eingleisig und daher kann die Regionalbahn im gleichen Takt überhaupt nicht schneller sein. Gerade zwischen Tegel und Hennigsdorf kann man sie auch nicht mal eben ausbauen. Die wegfallenden Bahnhöfe kompensieren nur die geringere Beschleunigung.
„Die Strecke … ist teilweise eingleisig. Gerade zwischen Tegel und Hennigsdorf kann man sie auch nicht mal eben ausbauen. „
Dann ist ein stabiler 10′-Takt bis Hennigsdorf wie offiziell geplant aber auch nicht möglich. Schließlich hat die S25 bereits zwei eingleisige Stellen (Lankwitz und Teltow). Von einem dreigleisigen Mischbetrieb ganz zu schweigen.
„Aufgrund der 5 stillzulegenen Bahnhöfen“
Es sind 3. Wollankstr. und Bornholmer Str. werden von anderen Linien bedient.
Ist die S1 nicht bereits überlastet?
Das ist keine falsche Denkweise, sondern eine Tatsache. Wären Berlin und Brandenburg ein einziges Bundesland wäre es etwas anderes, aber das wollten ja die Brandenburger nicht. Da der Nahverkehr Ländersache ist, muss sich jetzt Brandenburg um die Anbindung Veltens kümmern, es ist nicht Sache Berlins.
Das hat damit nichts zu tun. Auch mit erfolgreicher Länderfusion, würden Politiker in Berlin anderes fordern, als Politiker in den Landkreisen. Außerdem wurde die Fusion in den Randgebieten Brandenburg abgelehnt.
Da Berlin auf die Arbeitsleistung der Pendler existentiell angewiesen ist, muss es auch aus eigenem Interesse für den Verkehr ins Umland mitsorgen.
Da Berlin auf die Arbeitsleistung der Pendler existentiell angewiesen ist, muss es auch aus eigenem Interesse für den Verkehr ins Umland mitsorgen.
Und dafür als Preis eines massive Verschlechterung der Erschließung des eigenen Gebietes hinnehmen?
Für Pendler, die ihre Steuern in Brandenburg zahlen, muss Berlin keineswegs sorgen. Nahverkehr ist und bleibt Ländersache. Es wäre eher Aufgabe Berlins für ausreichend Wohnraum in der Stadt zu sorgen, aber das ist ein anderes Thema, auf das ich hier nicht näher eingehen werde.
Es spielt auch keine Rolle, ob die Länderfusion in den Randgebieten Brandenburg abgelehnt wurde, sie wurde in Brandenburg abgelehnt, in Berlin nicht.