Beschreibung des Vorschlags
Legende zur Karte:
Braun: Neue Infrastruktur für diesen Vorschlag
Grau: Neue Infrastruktur für den zukünftigen 14. Bauabschnitt der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main (Realisierung nicht absehbar)
Motivation
Mit dem geplanten Ausbau der S-Bahn Köln wird es zwischen Troisdorf und Porz-Wahn eng: Hier sind die S-Bahn-Linien jeweils im 20-Minuten Takt sowie die Regionalverkehrslinien RE8, RE9 und RB27 jeweils im 60-Minuten-Takt unterwegs. 12 Züge pro Stunde und Richtung wären eigentlich kein Problem, gäbe es unterwegs nicht noch die Halte Porz-Wahn und Spich, an denen nur die S-Bahnen halten. Das Problem verschärft sich, sobald die Strecke auch noch durch Fernverkehrs-Umleiter benutzt wird, wenn auf der linken Rheinstrecke mal wieder eine Baustelle oder Störung ist.
Einen weiteren Flaschenhals gibt es am Bahnhof Troisdorf: Hier treffen die Siegstrecke (S12, S19, RE9), die S13-Strecke aus Bonn, sowie die rechte Rheinstrecke (Güterverkehr und RE8, RB27, FV-Umleiter) aufeinander. Die S13, RE8 und RB27 wechseln hier auf die Siegstrecke, während nur der Güterverkehr auf der rechten Rheinstrecke verbleibt. Das Problem ist, dass alle Kreuzungen hier höhengleich erfolgen. Etwas Abhilfe wird hier in einigen Jahren ein zusätzliches Überwerfungsbauwerk verschaffen, das wird aber wohl nur die Einfädelung in die Siegstrecke lösen. Die Ausfädelung der RE8 und RB27 aus der rechten Rheinstrecke sowie die Einfädelung dieser Züge nach Gleis 5/6 in Troisdorf (zur S13) bleiben weiterhin höhengleich.
Lösungsvorschlag
Die zentrale Idee für diesen Vorschlag ist es, dass alle Personenverkehrszüge, die die rechte Rheinstrecke nutzen (RE8, RB27, FV-Umleiter), nicht mehr in Troisdorf auf die Siegstrecke wechseln, sondern gemeinsam mit den Güterzügen auf der rechten Rheinstrecke bleiben. Erst auf Höhe der S-Bahn-Station Steinstraße, ab der die S-Bahn und die Siegstrecke jeweils eigene Gleise haben, fädeln die Personenverkehrszüge von der rechten Rheinstrecke über ein Überwerfungsbauwerk höhenfrei in die Siegstrecke ein.
Die rechte Rheinstrecke ist zwar durch Güterverkehr hoch belastet, aber wenn eine Personenverkehrstrasse zwischen Troisdorf und Koblenz zur Verfügung steht, sollte es kein Problem sein, auch bis zur Steinstraße zwischen den Güterzügen zu bleiben. Die Güterzüge haben zwar eine langsamere Höchstgeschwindigkeit, dafür halten die Personenzüge aber zwei Mal (Troisdorf und Porz). Sollte es doch zu einem leichten Kapazitätsverlust kommen, wird dieser durch die neue höhenfreie Ausfädelung an der Steinstraße wieder ausgeglichen.
Für meinen Vorschlag sind folgende Baumaßnahmen nötig:
- Überwerfunsbauwerk Steinstraße: Hier wird an ein bestehendes Überwerfungsbauwerk angeknüpft. Um die Siegstrecke zu erreichen, müssen auch die zukünftigen Gleise des Bauabschnitts 14 der Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main überquert werden. Diese sind grau eingezeichnet, ihre Realisierung ist allerdings noch nicht absehbar. Leider ist der Eingriff in eine Sportanlage nicht vermeidbar.
- Bahnhof Porz: Hier ist ein zusätzlicher Bahnsteig an der rechten Rheinstrecke nötig. Der erforderliche Platz ist hier glücklicherweise vorhanden.
- Bahnhof Troisdorf: Hier entsteht ein neuer Bahnsteig am bisher bahnsteiglosen Gleis 7. Dort sollen die Züge der RE8/RB27 in Richtung Köln halten. Die Züge in Richtung Koblenz halten am bestehenden Bahnsteig an Gleis 9, welcher aktuell nicht fahrplanmäßig benutzt wird. Zwei neue Weichenverbindungen ermöglichen es, das weiterhin bahnsteiglose Gleis 8 in beide Richtungen für Überholungen zu verwenden.
- Geschwindigkeitserhöhung: Aktuell sind die Gleise der rechten Rheinstrecke nördlich von Troisdorf nur für 120 km/h freigegeben. Für die Güterzüge ist bisher nicht nötig, aber für die Nutzung durch Personenzüge sollte die Geschwindigkeit möglichst auf 160 km/h erhöht werden. Das sollte trassierungsmäßig kein Problem sein, da die Nachbargleise mindestens 160 km/h zulassen, bei teilweise engeren Kurvenradien. Ich rechne trotzdem mit kleineren Baumaßnahmen, z.B. bezüglich der Signalisierung.
Betriebskonzept
Um die neue Infrastruktur optimal zu nutzen, schlage ich vor die Linie RB27 analog zur RE8 ebenfalls über Porz statt über den Flughafen zu führen. Idealerweise würden beide Linien einen sauberen 30-Minuten-Takt auf der Relation Geldern ↔ Krefeld ↔ Neuss ↔ Köln ↔ Porz ↔ Bonn-Beuel ↔ Unkel bilden. Zwischen Unkel und Koblenz lässt der RE8 einige Halte aus und hat den kürzeren Weg über Koblenz-Lützel, sodass er etwas früher in Koblenz Hbf wäre. Bonn bleibt über die S13 weiterhin hervorragend an den Flughafen angebunden.
Der RE9 würde dann statt der RB27 über den Flughafen und statt dem RE8 weiter nach Mönchengladbach/Venlo fahren. Damit erhält die Siegstrecke eine verbesserte Anbindung an den Flughafen und die Strecke nach Mönchengladbach behält die Anbindung an den Flughafen, die sie heute hat aber im offiziellen Zielnetz 2040 verlieren würde.
So können S12, S13, S19 und RE9 auf der einen Seite und RE8, RB27, Güterverkehr und FV-Umleiter auf der anderen Seite unabhängig voneinander betrieben werden.
Verwandte Vorschläge:
- alex8055 hat in seinem Vorschlag das gleiche Problem identifiziert, er löst es aber mit einem 8-gleisigen Ausbau der Strecke. Das gibt deutlich mehr Kapazität als bei mir, ist aber auch um ein vielfaches aufwendiger.
- Hier schlage ich eine weitere kleine Maßnahme vor, die eine Kapazitätsauweitung nördlich der Flughafenschleife bringt.
