Beschreibung des Vorschlags
Ziel ist es durchgehende Züge zwischen Stendal und Genthin mit einer attraktiven Verbindung zu ermöglichen und die momentan nur als Stichstrecke betriebene Bahn Stendal – Tangermünde langfristig sichern. Gleichzeitig könnte eine neue Möglichkeit für Fernzüge entstehen, die Städte Brandenburg und Potsdam mit nur moderatem Fahrzeitverlust nach Westen anzubinden. Dazu soll die Strecke zwischen Genthin und Tangermünde reaktiviert und (da ursprünglich als Nebenbahn betrieben) ausgebaut werden. Dies soll dabei in zwei Schritten erfolgen.
Zunächst wird eine durchgehende Gleisverbindung eingleisig mit zweigleisigen Ausweichstellen (evt. auch mit längeren zweigleisigen Abschnitten) wiederhergestellt, Richtgeschwindigkeit ist 100 km/h. Es verkehren als RB zweiteilige Dieseltriebwagen im Stundentakt, zur NVZ auch ausgedünnt. Die zweite Ausbaustufe wird jedoch schon infrastruktuell (Gleislängen, Kurvenradien etc.) berücksichtigt.
Der zweite Schritt erfolgt, wenn nachgewiesen werden konnte, dass eine ausreichende Nachfrage im Regionalverkehr und eine erwartbare Auslastung im Fernverkehr erreicht werden kann. Hierfür wird die Strecke elektrifiziert und für höhere Geschwindigkeiten (auf graden Abschnitten 140/160 km/h) freigegeben und eine Verbindungskurve im Osten von Genthin errichtet. Nun sollen zusätzlich zu den RBs durchgehende REs aus Berlin verkehren, anbieten würden sich verlängerte Züge aus Brandenburg (Havel). Im Fernverkehr wäre auch eine Verlagerung der IRE Berlin – Hamburg oder durchgehender IC-Züge Hannover – Berlin denkbar, die somit Brandenburg und Potsdam wieder an den Fernverkehr anbinden und gleichzeitig den Bahnhof Spandau entlasten. Der Effekt würde sich mit einem Ausbau der Strecke (Magdeburg -) Genthin – Berlin nochmals erhöhen.

Dieser Vorschlag gefällt mir richtig gut. Die Infrastruktur ist größtensteil auch noch vorhanden. In Tangermünde würde ich dich aber bitten einzuzeichnen ob es sich um eine Brücke oder einen Tunnel zur Elbquerung handeln soll. Das wäre das einzige etwas aufwendigere Ding an dieser Strecke.
Vor allem die Idee für die Stufe 2 finde ich sehr gut, da die Städte Brandenburg und Potsdam nur sehr unzureichend in das Fernverkehrsnetz der DB eingebunden sind!
Oh ja, das habe ich wohl vergessen. Östlich von Tangermünde soll natürlich eine Brücke hin, so wie sie auch ursprünglich mal bestanden hat.
Okay, danke fürs nachtragen.
Die Idee gefällt mir gut. Ich möchte nur darauf hinweisen, dass es sich zwischen Fischkeck und Tangermünde nicht um eine Reaktivierung handelt, dort hat es nie eine Strecke gegeben. Du folgst dort der Trasse der alten Bundesstraße, die man gerade renaturiert hat. Ansonsten wäre aber die Nutzung der alten Hafenbahn in Tangermünde und die Bahntrassen um Jerochow und Genthin sicher machbar. Es ist schon ein Jammer, wie sich die Bahn aus der Fläche zurückgezogen hat, und es grenzt an ein Wunder, dass die Strecke nach Tangermünde noch existiert. Ich bin froh, dass ich am 10. April 1999 noch die Strecken Genthin – Jerichow, Jerichow – Güsen und Güsen – Zieser abfahren konnte, kurz bevor sie stillgelegt wurden. 🙂
> zwischen Fischkeck und Tangermünde […] hat es nie eine Strecke gegeben
Doch, hat es. Mehr so mit strategischem Charakter. Ob da jemals ein Reisezug drüber ist, weiß ich nicht.
Von Tangermünde aus dürfte die Reise nach Berlin schneller über Stendal und die SFS gehen. Und die anderen Dörfer? Die Gegend hat nen herben, ursprünglichen Charme (und das mein ich positiv), ist aber halt saudünn besiedelt.
Okay, da habe ich wohl etwas übersehen. Die Strecke war aber wohl eher ein Kriegsprovisorium, dass nie planmäßig befahren wurde.
Ja, das ist es. Nur muss man auch einsehen, dass die Bahn in strukturschwachen Regionen mit Bevölkerungsrückgang und weitab von Ballungszentren kaum eine Perspektive hat, da das Auto für die verbleibenden Anwohner hier einen klaren Systemvorteil hat und man hier ohne Auto quasi nicht leben kann. Um dennoch ausreichend Fahrgäste zu akquirieren, muss man eine attraktive und halbwegs schnelle Verbindung in die Oberzentren anbieten, was ich mit dieser Verbindung versuche. Zusätzlich sollten überregionale Verbindungen eine ausreichende Auslastung der Strecke schaffen, die eine Reaktivierung und den Betrieb lohnenswert machen.
Ich weiß, dass dieser Vorschlag trotzdem keine allzugroße Chance auf Realisierung hat, ein paar mutige Lokalpolitiker könnten aber evt. die erste Stufe anstoßen und dann kommt vllt. irgendwann auch Stufe zwei, wenn sich der Erfolg zeigt.
Die Strecke hat meines Erachtens mehr Potenzial als Verlängerung des RV aus Magdeburg über Burg hinaus nach Stendal. Stichwort S-Bahn Mittelelbe: Sie würde dann von Stendal über Tangermünde und Genthin nach Magdeburg verkehren und dort zb verlängert werden nach Oschersleben oder Schönebeck.
Eine Durchbindung der RB nach der Elektrifizierung nach Magdeburg und ggf. Einbindung in das S-Bahn-Netz ist auf jeden Fall sinnvoll. Vorher kann man ja Anschluss in Genthin nach Magdeburg bieten.
Meinst du ab Burg über die ehem. Strecke Güsen – Jerichow? Das würde zweifellos eine schnellere Anbindung an die Landeshauptstadt mit sich bringen, aber Genthin außen vor lassen. Da aber Genthin schon über de RE1 mit Magedeburg verbunden ist, könnte man darüber vielleicht hinweg sehen. Die Verbindung nach Berlin dürfte für das Land Sachsen-Anhalt jedoch von geringerer Bedeutung sein, sodass ich eine Reaktivierung der Strecke ab Güsen mit Integration ins Magdeburger S-Bahnnetz für ähnlich denkbar halte.
Dem kann ich auch etwas abgewinnen. Allerdings sollte man bedenken, dass es dann kein Durchreiseverkehr mehr gäbe, die Strecke hätte eine rein erschließende Funktion. Dafür würde wohl eine einfache RB/S-Bahn-Linie ausreichen und auch von Stendal nach Magdeburg ginge es über die bestehende Strecke schneller.
Für etwas Überregionales bietet sich nur die Strecke nach Genthin an.