Beschreibung des Vorschlags
Das Saale- und Elstertal ist zwar recht gut mit Bahnstrecken erschlossen, allerdings fehlt es an einer direkten Verbindung der beiden Städte Halle und Hof und somit zwischen dem bayerischen Vogtland und dem südlichen Anhalt. Momentan muss immer der Umweg über Jena oder Werdau und Leizpzig genommen werden, was sowohl einen Zeitverlust bedeutet als auch ein relativ großes Gebiet teils weiträumig umfährt. Die bestehende RB ist da keine Alternative, da man in jedem Fall mindestens 2x umsteigen muss, was die Attraktivität deutlich reduziert. Ausgehend von danielmantzkes Vorschlag für eine S-Bahn Halle-Zeitz-Gera dient diese Linie daher als Verstärker für den Abschnitt Halle-Gera unter Einbeziehung von Weißenfels und ist in der Anordnung der Haltepunkte ähnlich dem RE Leipzig-Nürnberg angelegt.
Zwischen Halle und Weißenfels wird nur in Ammendorf und Merseburg gehalten, da hier wichtige Umsteigebeziehungen ins Umland bestehen und die übrigen Orte durch das bestehende Angebot gut abgedeckt sind. Ab Weißenfels geht es dann über Teuchern (optional, der Bahnhof sollte entweder süd-östlich an die Stadt verschoben werden oder eine bessere Busanbindung erhalten) nach Zeitz, welches so neben der erwähnten S-Bahn auch eine schnelle Anbindung an Halle erhält. In Gera kreuzt die Mitte-Deutschland-Verbindung, hier besteht also zukünftig die Chance, an das IC-Netz Anschluss zu finden. Die Halte Triebes und Pausa-Ebersgrün sind optional, letzterer müsste ebenso wie der Halt in Hof-Neuhof an der Franken-Sachsen-Magistrale komplett neu errichtet werden. Mehltheuer dient wie Weida als Umsteigepunkt und ist daher gesetzt.
Laut Trassenfinder schafft man die Strecke im besten Fall in knapp 2:45 (inkl. 1min Halt in Neuhof), selbst im Bestand bleibt man also relativ locker unter 3h Fahrtzeit. Bei entsprechenden Ausbaumaßnahmen könnte das möglicherweise auf 2:30h oder gar 2:15h gedrückt werden, wodurch die Konkurrenzfähigkeit zum MIV auf jeden Fall gegeben ist. Da aktuell nur Teile der Strecke unter Strom stehen, muss zwangsläufig gedieselt werden oder man wählt eine der sich etablierenden Alternativen. Möglich wären beispielsweise Hybridzüge, welche die Oberleitung nutzen können oder, da die Endpunkte unter Strom stehen, akkubetriebene Modelle, die in Halle bzw. Hof geladen werden.
Nachtrag: Auf Anregung von Intertrain um eine durchlaufende RB ergänzt (Haltepunkte mit * markiert).

Wahrscheinlich wäre es zwischen Halle und Hof mittelfristig auch immer noch über Leipzig und Plauen schneller. Auf der hier dargestellten Relation sind einfach zu viele Strecken mit langsamstem Nebenbahncharakter enthalten. Und das hat nichts mit mangelnder Instandhaltung zu tun, sondern war schon immer so.
Daher: Gegen passende Durchbindungen für neue Direktverbindungen habe ich nichts, für einen schnellen RE oder gar Streckenausbauten sehe ich jedoch schwarz.
Der Einwand ist durchaus berechtigt, daher habe ich das mal verglichen. Die Route über Leipzig und Plauen ist, wenn man unterwegs ausschließlich in Leipzig und Plauen hält, laut Trassenfinder in 2:06h zu schaffen. Insofern wäre ein IC, der diese Relation bedient, sicher eine Überlegung wert.
Nimmt man aber noch eine vergleichbare Zahl an Unterwegshalten an den wichtigsten Punkten mit rein (Flughafen, Messe, Citytunnel, M-Berg, Neukieritzsch, Altenburg, Gößnitz, Werdau und Mehltheuer), landet man mit kürzestmöglichen Haltezeiten bei 2:34h, also einer Zeit, die auch auf dem direkten Weg mit den notwendigen Ausbauten erreichbar ist. Die Variante über Schönefeld und Stötteritz liegt bei 2:44h (plus 1-2 Minuten für einen Halt in Thekla), was also auch vergleichbar mit der direkten Verbindung ist.
Kurz, wenn man die Langsamfahrstellen zwischen Weißenfels und Mehltheuer so weit wie möglich beseitigt und diese Strecke als relevante Umleitungsroute für Hof-Leipzig-Halle erkennt, dann sollte das mittelfristig eine sehr attraktive Verbindung werden. Da auch ca. 30Km Umweg gespart wird, sind auch die niedrigeren Trassenentgelte kein zu verachtendes Argument.
Insofern würde ich, da die Fahrtzeiten bei einer vergleichbaren Anzahl von Unterwegshalten nicht enorm voneinander abweichen, den Umstand der Erschließung weiterer Gebiete abseits der Hauptstrecken als gewichtigen Faktor ansehen, der für die Einrichtung dieser Linie, versuchsweise gerne erstmal im 2h-Takt, spricht.
Ich sehe den überregionalen Verkehr hier aber gar nicht als so bedeutend an. Von Hof bis Halle werden maximal 10%, eher 5% aller Fahrgäste fahren, die meisten dagegen an den Zwischenhalten aussteigen. Wichtig ist daher vor allem, welche Zwischenhalte bedient werden und da wird eben deutlich mehr Potential erreicht, wenn man neben Halle eben auch Leipzig mitnehmen kann. Außerdem geht das auch gut rein elektrisch, ohne Elektrifizierungsmaßnahmen oder Hybridfahrzeuge. Nicht ohne Grund gibt es deutschlandweit nur sehr wenige Nebenbahnen, auf der Expresszüge verkehren.
Also man kann darüber nachdenken, die bisher in Weißenfels und Mehltheuer endenden RBs (vielleicht anfangs nur in der HVZ) nach Halle bzw. Hof zu verlängern, um den Umsteigezwang für die Anwohner (und zwar aller!) entlang der Strecken in die Oberzentren entfallen zu lassen, aber die Nachfrage von Hof nach Halle bzw. umgekehrt rechtfertigt keine beschleunigte Zuglinie oder gar Ausbauten.
Man könnte das natürlich auch als Linienpaar einrichten, also mit dem dargestellten RE und einer RB, welche auch die nicht durch bestehende oder zukünftige S-Bahnen bedienten Haltepunkte mit einbezieht. Deren Fahrtzeit wäre dann natürlich erheblich länger, sodass man Überholpunkte mit einplanen muss.
Wobei der eine Zeitlang als einer der letzten Heckeneilzug-Mohikanner verkehrende „Vier-Länder-Express“ Leipzig – Hof – Regensburg – München (nicht mit dem „vlexx“ zu verwechseln) tatsächlich hier entlang via Gera und Zeulenroda, und nicht die nominelle Hauptstrecke Altenburg – Gößnitz – Plauen verkehrte.
Es gab sogar mal in Form eines IRs planmäßig Fernverkehr auf der Strecke Mehlteuer – Gera. Größter Vorteil ist halt, dass mit Gera noch eine größere Stadt mitgenommen werden kann und es sogar ein wenig kürzer ist als über Werdau. Daher ist gegen diesen Streckenabschnitt tatsächlich eher weniger etwas zu sagen, aber die Durchbindung nach Halle im Norden verspricht eben nur wenig durchgängiges Potential.
Wenn schon mal ein IR auf dieser Relation vorhanden war, spricht eigentlich nicht viel dagegen, den unter modernen Bedingungen wieder aufleben zu lassen, oder? Zumal Halle selbst als Arbeits- und Reiseziel nicht zu unterschätzen ist – nicht ohne Grund sind die S-Bahnen nach Leipzig auch zum Schichtbeginn in Richtung Halle regelmäßig absolut überfüllt und die Martin-Luther-Universität sollte man auch nicht vergessen. Alles in allem denke ich daher schon, dass entgegen eurer Befürchtungen Potential für eine direkte Verbindung des bayerischen Vogtlands sowohl an Leipzig als auch an Halle durchaus vorhanden ist. Erst recht, wenn man mindestens so schnell ist wie mit dem MIV – der ausgesprochen gerne auf der A9 im Stau steht.