Beschreibung des Vorschlags
Um den Nahverkehr in der Oberlausitz und der Sächsischen Schweiz zu stärken, möchte ich die Relation Bautzen-Neustadt wieder für den Linienverkehr reaktivieren und diese nach Norden und Süden verlängern. Der neue Südpunkt ist Pirna, wodurch einerseits das Kopfmachen in Neustadt gespart wird und andererseits die beiden Kreisstädte eine Direktverbindung erhalten. Um dies zu erreichen wird der Abschnitt Neustadt-Oberottendorf wieder aufgebaut, die Zweigleisigkeit zwischen Neukirch, West und Wilthen wieder hergestellt und der Abschnitt Wilthen-Bautzen reaktiviert.
Nördlich von Bautzen geht es weiter nach Hoyerswerda, allerdings nicht auf der alten Route sondern in teils veränderter Streckenführung, um einen Halt in Stiebitz möglich zu machen und Wittichenau mit einzubeziehen. Dadurch erhält Bautzen einen zweiten, westlichen Halt, an welchem auf ein kleiner P+R-Platz denkbar ist. Gleiches gilt für den Haltepunkt Bautzen-Süd auf der Brücke über die B96. Auch bekommen die Orte südlich von Hoyerswerda so wieder eine direkte Verbindung zu den beiden Oberzentren sowie in das Elbtal. Um attraktive Fahrtzeiten zu ermöglichen, sollte eine Vmax von 100-120Km/h angestrebt werden, die Strecke ist entsprechend zu ertüchtigen bzw. neu zu bauen.
Die RB würde alle Halte bedienen, teils mit Bedarfsschaltung, der RE hält nur in Hoyerswerda, Wittichenau, Königswartha, Neschwitz, Bautzen, Großpostwitz, Wilthen, Neukirch-Ost, Neustadt, Stolpen, Lohmen und Pirna. Da es sich in weiten Teilen um einen Neu-/Wiederaufbau handelt und auch sensible Naturräume durchfahren werden, sollte direkt über eine Elektrifizierung nachgedacht werden, um die Emissionen möglichst gering zu halten.
Bestandteil des Regio-Netzes Oberlausitz-Nordböhmen.
Nachtrag: Optionale Flügelung in Neustadt eingefügt, um wieder eine Direktverbindung Bautzen-Sebnitz-Bad Schandau zu erhalten. Sebnitz erhält auf Höhe der Klinik einen weiteren Haltepunkt. Demnach wäre ein Stundentakt Neustadt-Hoyerswerda am sinnvollsten, jeweils abwechselnd dann weiter nach Pirna bzw. Bad Schandau.

Nachtrag: Linienführung in Obergurig leicht geändert, um das Planum der Altstrecke nutzen zu können. Ebenso wurde ein Haltepunkt für Obergurig im Bereich Kleindöbschütz eingefügt.
Laut dem Geschäftsführer des ZVON steht es für die Reaktivierung gar nicht schlecht, da die Strecke nach diesem Artikel zum Neubau angemeldet wurde – allerdings mit einem Umsetzungszeitraum von mindestens 10 Jahren.
1) Diese Streckenreaktivierung wäre die wichtigste in der Region weil eine Nord-Süd-Verbindung in der zentralen Oberlausitz fehlt.
2)Wäre eine wichtige Bahnverbindung für Radmitnahme zwischen Elbe- und Spreeradweg denn Radweg ist dort kaum realisierbar.
3) Busverbindungen müssten überflüssig werden
4) Vmax zwischen 100-120 wäre sicher optimal aber realisierbar? Denn soweit ich weiß waren die Strecken BZ-Wilthen und Neukirch-Neustadt für 60 saniert, Vmax 80-100 würde notfalls vielleicht auch reichen wenn sonst zu aufwendig, Für wieviel war BZ-HY ausgelegt?
5) Optimal ist es für Bahnstrecke wenn über gewisse Länge verfügt und in einer größeren Stadt endet, also müsste der Zug in HY wenden weiter in Richtung Spremberg bis zum Hauptknoten Cottbus (entsprechend Vorschlag HY, Spremberg, Cottbus)
6) Wichtig wäre auch Knoten Wilthen, wenn Zug aus Zittau kommt müsste sowohl in Richtung Neustadt und BZ gute Umsteigemöglichkeit sein, mit Bahnhof Wilthen und meist eingleisiger Strecke realisierbar? Knoten BZ sollte keine Problem sein weil dort hoher Takt
7) Weiviel Kilometer müssten umverlegt werden?
1) Sehe ich genauso, wobei ich den Lückenschluss Varnsdorf-Ebersbach-Löbau fast als gleichwertig in seiner Bedeutung für die Region ansehe.
2) Das war früher auch so. Ich kann mich noch an meine Schulzeit erinnern, als wir über diese Route von Wilthen aus direkt in die Sächsische Schweiz gefahren sind und nicht erst den ewig langen Weg über Dresden nehmen mussten. Und genau hier sehe ich auch das größte Potential – neben den alltäglichen Wegen ist das eine zentrale Linie für den regionalen Tourismus.
3) Welche Busverbindung schwebt dir da vor? Denn die vorhandenen Linien befahren immer nur Teile dieser Strecke und schließen auch abseitige Orte mit an, die ansonsten vom ÖPNV abgekoppelt würden.
4) Zwischen Pirna/Bad Schandau und Neustadt sind 120 sicher optimistisch, da hier die Bestandsstrecke durch den Nationalpark verläuft und so sehr hohe Hürden für einen Ausbau überwunden werden müssen. Ab Neustadt sehe ich da auf den ersten Blick keine Probleme für einen Ausbau auf 120 Km/h, zumindest soweit ich das einschätzen kann. Die Nebenstrecken waren, soweit ich weis, alle für max. 80Km/h ausgelegt, wenn überhaupt.
5) Hoyerswerda ist als dritter Teil des Oberzentrums Bautzen-Görlitz-Hoyerswerda schon ein sehr logischer, nördlicher Endpunkt. Cottbus ist da, denke ich zu weit und auch über andere Linien in dem Netz angebunden. Auch bin ich kein großer Freund von Wenden im Regionalverkehr, da diese die Haltezeiten doch deutlich verlängern.
6) Wilthen war früher DER Knotenbahnhof im Oberland und ist in seiner Infrastruktur auch noch fast komplett vorhanden. Es müssten nur die alten Bahnsteige wieder aufgebaut werden, zumal auch mit Blick auf die übrigen hier laufenden Linien der Abschnitt Neukirch, West – Wilthen grundsätzlich wieder sein zweites Gleis zurückerhalten müsste, um keinen Engpass zu erhalten.
7) Oberottendorf-Bautzen liegt noch komplett, da hier abschnittsweise auch Werksverkehre und Museumszügefahren. Dieser Abschnitt müsste ’nur‘ streckenweise freigeschnitten und ertüchtigt werden. Bautzen-Hoyerswerda wäre de facto ein kompletter Neubau (siehe Pressemeldung des aktuellen ZVON-Vorstands), da das alte Planum in Teilen überbaut ist und nicht mehr verwendet werden kann. Neustadt – Neukirch, West liegt in Teilen noch, allerdings wurden zwischen Berthelsdorf und Oberottendorf Teilstücke der Strecke im Zuge der zukünftigen B98 überbaut, hier müsste also auch ein Neubau erfolgen. Ich schätze den Bedarf an Umverlegung daher auf etwa 40Km, vielleicht etwas weniger.
Ich kann die Pressemeldung des ZVON nirgends finden.
Pressemeldung war auch eine falsche Formulierung meinerseits. Gelesen habe ich das in der Sächsischen Zeitung, der Artikel ist aber leider hinter der Bezahlschranke zu finden. Das findet auch nicht nur positive Resonanz, sondern wird auch kritisiert.
zu3) Bus-Verbindung Neustadt-BIW wenn günstige Umsteigemöglichkeit in Neukirch besteht; Wilthen-BZ; BZ-HY ; einige Buslinien könnten gekürzt werden und als Ortsbus nur zur nächsten Bahnstation fahren würde
zu5) bei deinem Vorschlag über Wittichenau nach HY zu kommen, würde dann diese Regionalbahn auch kurzzeitig auf die Hauptstrecke kommen oder ein separates Gleis, letzteres wäre günstiger um Entkopplung von der Hauptstrecke
zu 3) Neustadt-BIW könnte in der Tat anders gelegt werden. Dafür müsste dann der Bahnhofsvorplatz in Neukirch, Ost, als Umstiegshalt ausgebaut werden, um die Linien, die jetzt noch dort vorbeifahren (z.B. die 181 BIW-Oppach), hier halten zu lassen.
Wilthen-BZ kann ebenso beschleunigt werden, allerdings nicht durch Streichung von Linien sondern durch eine Anpassung der Streckenführung. Bin vor kurzem mit der 101 von BZ nach Taubenheim gefahren und der Abschnitt Bautzen-Großpostwitz könnte sicher als eigener Zubringer nach Wilthen ausgekoppelt werden, um die 101 (seit neuestem ein PlusBus) deutlich zu beschleunigen – ein Verzicht auf den Schlenker über Schwarznaußlitz würde die Fahrtzeit von derzeit knapp 1h 20min auf der gesamten Länge auf unter 1h senken.
BZ-HY müsste man sehen, was da genau fährt und auf welcher Route. Die 103 entlang der B96 würde durch die Bahn ersetzbar sein, aber Zubringer für die Dörfer ringsherum müssen dann wie von dir vorgeschlagen als Ortsbus oder Ringlinien eingesetzt werden.
5) Da auf der Hoyerswerdaer Bahn auch Güterzüge sowie die RB 64 HY-GR, der Lausitzer Kohle- und Seenexpress sowie die RB Elsterwerda-Lesna fahren sollen, ist zwischen Hoyerswerda, Hauptbahnhof und dem Abzweig Zeisig sicher ein drittes Gleis vorstellbar, um auf der gerade ausgebauten Strecke nicht direkt wieder einen Engpass zu bilden.
Bautzen wäre über den RE Cottbus-Legnica direkt mit der Spreewaldstadt verbunden, allerdings unter Umfahrung von Hoyerswerda, da diese Linie über Kamenz und Senftenberg geführt werden würde.
Der Artikel zur Kritik ist auch hinter der Bezahlschranke. Kannst du lesen was der wichtigste Kritikpunkt dran ist?
Leider nicht, aber ich vermute stark, das er die hohen Kosten für den Wiederaufbau (ich vermute diese im oberen zweistelligen Millionenbereich) lieber in die Strecke Görlitz-Dresden gesteckt sehen möchte. Vielleicht, weil er sich für diesen Abschnitt nicht genug Fahrgäste für einen wirtschaftlichen Betrieb vorstellen kann.
zu5) An welche anderen Linien denkst du könnte Cottbus von BZ aus gut zu erreichen sein?