Beschreibung des Vorschlags
Die Bahnstrecke von Spišská Nová Ves nach Levoča soll im Rahmen einer gezielten Reaktivierung als neue Regionallinie Os 43 wieder in Betrieb genommen werden. Die Strecke ist infrastrukturell weiterhin vorhanden, derzeit jedoch stillgelegt und nicht im regulären Personen- oder Güterverkehr genutzt. Eine vollständige technische Bestandsaufnahme wird im Vorfeld notwendig, die Trassierung ist aber größtenteils erhalten, Gleiskörper liegen durchgehend. Die Wiedernutzung kann somit auf bestehender Infrastruktur erfolgen.
1. Streckenverlauf und Haltepunkte
Die reaktivierte Linie Os 43 umfasst vier Haltepunkte mit folgenden Entfernungen und Fahrzeiten:
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Spišská Nová Ves
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2,74 km / ca. 3 Minuten → Harichovce
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2,61 km / ca. 3 Minuten → Levočské Lúky
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4,74 km / ca. 5 Minuten → Levoča
Gesamtlänge der Strecke: ca. 10,1 Kilometer
Gesamtfahrzeit: rund 12 Minuten
In Spišská Nová Ves besteht direkter Umstieg zur Os 40 Richtung Poprad-Tatry sowie Košice.
2. Technische Einbindung und Infrastrukturplanung
Ein besonderes infrastrukturelles Element stellt der geplante Neubauabschnitt der Hauptstrecke Spišská Nová Ves – Markušovce dar, der langfristig eine deutliche Reduktion der Fahrzeiten auf der Ost-West-Achse Poprad – Košice bewirken wird. Im Zuge dieses Projekts bietet sich der Anschluss der Levoča-Stichstrecke im Bereich westlich von Markušovce infrastrukturell an: Eine kurze Verbindungsspange kann die neue Trasse direkt in Richtung Harichovce einführen. Dies schafft eine zukunftsfeste Grundlage für eine leistungsfähige, reaktivierte Regionallinie mit direktem Anschluss an den Hauptknotenpunkt Spišská Nová Ves.
3. Regionale Bedeutung und Begründung der Reaktivierung
Die Reaktivierung der Strecke hat mehrere regional spezifische Vorteile:
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Historisches und touristisches Zentrum Levoča:
Levoča zählt zu den bedeutendsten historischen Städten der Slowakei mit zahlreichen UNESCO-geschützten Gebäuden, darunter die gotische Jakobskirche. Die Stadt wird jährlich von einer großen Zahl in- und ausländischer Touristen besucht, ist aber aktuell ausschließlich über die Straße erreichbar. Eine direkte Bahnverbindung würde die Erreichbarkeit verbessern, insbesondere für Besucher ohne PKW, sowie für Schulklassen, Wandergruppen oder Pilger, die die Region besuchen. -
Pendlerverkehr nach Spišská Nová Ves:
Viele Bewohner Levočas arbeiten oder studieren in Spišská Nová Ves. Die Wiedereinführung eines regelmäßigen Taktverkehrs würde die Pendlerströme entzerren, insbesondere in Zeiten steigender Verkehrsbelastung auf der Straße. Gleichzeitig würde dies auch die Nachfrage nach Parkraum in Spišská Nová Ves mindern. -
Erschließung von Harichovce und Levočské Lúky:
Diese Orte haben aktuell keinen direkten Bahnanschluss und wären durch die Reaktivierung erstmals an den SPNV angeschlossen. Harichovce ist mit rund 2.500 Einwohnern ein bedeutender Ort im Einzugsgebiet von Spišská Nová Ves, Levočské Lúky erschließt ein sich entwickelndes Gewerbe- und Wohngebiet im südlichen Levoča. -
Planungsrelevanz im Zuge der NBS-Planung:
Durch die geplante Schnellfahrstrecke zwischen Spišská Nová Ves und Markušovce und den dort geplanten Umbauten am Bahnknoten kann die Reaktivierung effizient im Zuge der ohnehin geplanten Infrastrukturmaßnahmen integriert werden – ohne übermäßige Zusatzkosten. -
Niedrige Umsetzungskosten bei hoher Erschließungswirkung:
Die kurze Streckenlänge, vorhandene Trasse und die begrenzte Zahl an Bahnsteigen machen diese Reaktivierung zu einem wirtschaftlich sinnvollen Projekt mit verhältnismäßig geringem Aufwand bei gleichzeitig hoher regionaler Wirkung. -
Erweiterte Netzverknüpfung ohne zusätzliche Belastung des Knotenpunkts Poprad:
Durch die Verlagerung des Umstiegs auf Spišská Nová Ves wird das stark belastete Zentrum Poprad entlastet. Gleichzeitig entsteht eine verbesserte Fahrgastverteilung im östlichen Teil des Oberzips.
4. Betriebsplanung
Die Os 43 sollte im Stundentakt zwischen Levoča und Spišská Nová Ves verkehren, mit einer Wendezeit in Levoča von etwa 10 Minuten. Der Fahrzeugbedarf liegt bei einer Einheit, vorzugsweise elektrische Triebzüge (z. B. ZSSK Baureihe 861 oder künftig dual-mode bei Teilabschnitten ohne Fahrleitung). Die Reisezeit von rund 12 Minuten ist konkurrenzfähig gegenüber der derzeitigen Buslinie und kann perspektivisch weiter verkürzt werden.
