Beschreibung des Vorschlags
Meine Heimatstadt Oberhausen setzt seit einigen Jahren auf neue E-Busse (zwei Linien: 962 und 966) und fährt schon seit mehreren Jahren (mindestens 2006) mit Hybridbussen. Außerdem hat Oberhausen mit der ÖPNV-Trasse eine schöne Besonderheit, nämlich eine gemischte Bus- und Straßenbahntrasse, welche mit Oberleitung elektrifiziert ist, wenn auch nur für die Straßenbahn. Wenn man in der Stadt schon elektrisch fahren will, könnte man überlegen, die ÖPNV-Trasse mit einer gemischten Straßenbahn- und O-Bus-Oberleitung auszustatten und zunächst zu Testzwecken die Linien über die ÖPNV-Trasse auf O-Bus-Betrieb mit Diesel-Hilfsmotor oder auf O-Bus mit Batteriespeisung als Hilfsantrieb umzustellen. So können dann die Hauptlinien über die Trasse einen Teil ihrer Strecke als O-Bus fahren und so auch Diesel sparen. Wenn das zusätzlich auch noch Duo-Busse mit Diesel, Elektro-Batterie und Elektro-Oberleitungsbusbetrieb sind, kann so zusätzlich Diesel gespart werden. Natürlich kann und sollte für eine zweite Stufe weitergedacht werden, ob man nicht aus den Linien auch reine O-Bus-Linien machen könnte.
Hier mal eine kurze Liste der Linien auf der ÖPNV-Trasse und wie man sie gut durch einen O-Bus bedienen könnte. Voll-O-Bus meint dabei, dass die gesamte Route unter Fahrdraht gefahren würde, während Halb-O-Bus für O-Bus mit Hilfsmotor steht, der auch nicht über eine durchgehende Oberleitung verfügt:
- SB90: Holten – Schmachtendorf – Alsfeld – Sterkrade – ÖPNV-Trasse – Hauptbahnhof – Alstaden:
- 10-Minuten-Takt durch Überlagerung mit Linie SB98. In Anbetracht der Tatsache, dass die Linie die bevölkerungsreichsten Ecken des Oberhausener Nordens und des Oberhausener Südens erreicht und die Linie entsprechend gut gefüllt ist, ist ein Ersatz durch eine Straßenbahn sinnvoller als durch einen Voll-O-Bus. Allerdings reicht die Tram bis Schmachtendorf aus und sollte eher in Richtung Walsumermark die Linien SB98 und 960 ersetzen, und nicht nach Holten geführt werden, weil Holten jetzt auch nicht so dicht besiedelt ist, sodass dorthin ein 20-Minuten-Takt ausreicht.
- SB91: Oberhausen Hbf – ÖPNV-Trasse – Osterfeld Süd Bf – Bottrop – Gladbeck – Gelsenkirchen-Buer:
- Diese Linie verkehrt momentan zwischen Oberhausen und Bottrop im 10-Minuten-Takt und zwischen Bottrop und Gelsenkirchen-Buer im 20-Minuten-Takt, jedoch ist nun auch festgeplant die Linie SB91 zwischen Bottrop und Gladbeck im 10-Minuten-Takt fahren zu lassen. Die Linie hat auch einen sehr hohen Auslastungsgrad, was ich in der Vorweihnachtszeit 2017 zwischen Bottrop ZOB und Osterfeld erleben durfte. Auch hier ist aus Gründen der Kapazität ein Ersatz durch eine Straßenbahn sinnvoller als eine Umstellung auf einen durchgehenden O-Bus-Betrieb.
- SB92: Königshardt – Tackenberg – Klosterhardt – Osterfeld Mitte – ÖPNV-Trasse – Oberhausen Hbf – Marktstraße – Oberhausen-Styrum – Oberhausen-Alstaden
- Bei der Linie könnte ich mir eine Umrüstung auf Straßenbahnbetrieb zumindest auf dem Abschnitt Tackenberg – Oberhausen Hbf vorstellen. Das ist auch der Abschnitt, wo ein 10-Minuten-Takt gefahren wird, wobei dieser durch Überlagerung durch die Linie SB93 gebildet wird. Alle übrigen Streckenabschnitte würde ich als Oberleitungsbus fahren.
- SB93: Tackenberg – Klosterhardt – Osterfeld Mitte – ÖPNV-Trasse – Bismarckstraße – Oberhausen Hbf – Bero-Zentrum Süd – Quartier 231 – Alstaden Fröbelplatz
- Sie ist mit ihrer Streckenführung eher die Nebenlinie des SB92, was man auch an dem Schlenker über Bismarckstraße, EKO (Ev. Krankenhaus Oberhausen) und Rathaus sieht. Sie fährt wie der SB92 im 20-Minuten-Takt und ergänzt ihn zum 10-Minuten-Takt. Bei ihr könnte ich mir einen Betrieb als reine O-Bus-Linie vorstellen, zumal sie die Punkte, die sie im 20-Mintuten-Takt bedient auch zurecht im 20-Minuten-Takt bedient.
- SB98: Königshardt – Walsumermark – Schmachtendorf – Alsfeld – Sterkrade – ÖPNV-Trasse – Hauptbahnhof – Alstaden:
- 10-Minuten-Takt durch Überlagerung mit Linie SB90. In Anbetracht der Tatsache, dass die Linie die bevölkerungsreichsten Ecken des Oberhausener Nordens und des Oberhausener Südens erreicht und die Linie entsprechend gut gefüllt ist, wäre ein Ersatz durch eine Straßenbahn sinnvoller als durch einen Voll-O-Bus.
- 953: Tackenberg – Klosterhardt – Osterfeld Mitte – ÖPNV-Trasse – Knappenmarkt – Dümpten – Wehrstraße (Weiterfahrt als Linie 961 an beiden Endpunkten)
- Sie ist eine Stundentaktlinie, die eine ergänzende Feinerschließung zu den Linien SB92 und SB93 übernimmt. Sie fährt jedoch nur kurz über die ÖPNV-Trasse und zudem an beiden Endpunkten als Linie 961 weiter. Hier wäre es denkbar, die Linie als Batteriebus zu fahren, der auf der ÖPNV-Trasse seinen Akku lädt, aber eine Vollelektriefizierung unter Fahrdraht ist aufgrund der geringen Auslastung und Taktung wohl nicht wirtschaftlich.
- 960: Holten Bf – Schmachtendorf – Walsumermark – Königshardt – Haus Gottesdank – Sterkrade – ÖPNV-Trasse – Oberhausen Hbf – Rathaus – EKO – Knappenmarkt – Wehrstraße – Dümpten
- Diese Linie fährt mit Gelenkern im 20-Minuten-Takt und wird in Oberhausen-Ost als auch in Königshardt als Hauptlinie gut angenommen. Sie ist jetzt nicht unbedingt straßenbahnwürdig ausgelastet, jedoch rechtfertigt sie durchaus eine Umstellung auf einen O-Bus-Betrieb, wenn man diesen einführen würde.

Welche Linien würden sich denn deiner Meinung nach für so eine Umstellung auf Oberleitung/Diesel anbieten?
Die Linien die heute schon über die Trasse fahren, also SB90-93, SB98 und 960. Die Linie 953 ist nur ein kleiner Gast auf der ÖPNV-Trasse (OLGA-Park – Lipperfeld), sodass die eigentlich schlecht dafür in Frage käme. Auch der SB93 ist nur sehr kurz auf der Trasse, sodass man in seinem Fall auch noch überlegen könnte, die Schwartzstraße mit zu elektrifizieren. Im Prinzip kann man die Linien auch komplett elektrifizieren, allerdings steht laut NVP ein Weiterbau der Straßenbahn nach Schmachtendorf fest, sodass man sich überlegen sollte, den SB90 und SB98 zu elektrifizieren, da beide Linien ja mittel- bis längerfristig durch eine Straßenbahn ersetzt würden. Wie die aussehen könnte, siehe Ulrich Conrads Vorschlag. Richtung Schmachtendorf ist die Straßenbahn fest eingeplant, in Richtung Alstaden dagegen noch nicht, wobei Alstaden mit 20000 Einwohnern durchaus auch groß genug für einen Straßenbahnanschluss wäre. Den SB92 könnte man auch voll elektrifizieren, wobei ich auch für ihn eine Straßenbahn entlang seiner Route vorgeschlagen habe. Der SB91 könnte natürlich auch auf den O-Bus-Betrieb umgestellt werden, wobei dort sicherlich auch eine Straßenbahn entlang sinnvoll wäre, insbesondere auf dem wirklich stark ausgelasteten Abschnitt Oberhausen Hbf – Bottrop ZOB.
Also im Prinzip kann man auf allen Linien, die die ÖPNV-Trasse heute bedienen, mit Ausnahme 953 gut Oberleitungsbusse mit Dieselhilfsmotor einsetzen und die SB-Linien und die Linie 960 auch komplett elektrifizieren, ebenso auch NE1 und NE2. Bei beiden müssten dann auch O-Busse mit Diesel-Hilfsmotor eingesetzt werden, da ihre Linienwege von den Linienwegen der SB-Linien abweichen. Bei den Linien SB90-Nord, SB91 und SB98-Nord würde ich definitiv den Ersatz durch eine Straßenbahn gegenüber eine Voll-Elektrifizierung vorsehen, während ich mir bei den Linien SB90-Süd, SB92, SB93, SB98-Süd und 960 dagegen einen Betrieb als reine O-Bus-Linie auch vorstellen könnte.
Aber so nebenbei bemerkt: Wenn man eine Dieselbuslinie komplett auf den O-Bus-Betrieb umstellt, schließt das dann einen späteren Umbau auf Straßenbahnbetrieb aus?
Ich habe jetzt mal alle Linien auf der ÖPNV-Trasse aufgelistet und dazu geschrieben, wie ich mir Elektromobilität für die einzelnen Linien vorstellen könnte.
Ich finde die Idee gut, zumindest wenn die Busse die gleiche Oberleitung wie die tram nutzen können.