Beschreibung des Vorschlags
Dieser Vorschlag ist eine stark abgeänderte Variante der Vorschläge von Ulrich Conrad und Jonas Borg. Der Hauptteil ist eine Straßenbahnstrecke zur Hochschule Nordhausen. Auch eine Strecke nach Bielen könnte gebaut werden.
Im Gegensatz zu diesen Vorschlägen führt diese Strecke südlich am Hochschulcampus vorbei, da die aktuell von der Buslinie A genutzte Straße sehr eng ist und ich Engstellen gerne vermeiden würde. Auch die von Ulrich Conrad vorgeschlagene Führung durch die Straße „Taschenberg“ halte ich aufgrund starker Steigung und auch abrupter Neigungswechsel für bedenklich. Der Betrieb wäre möglich, jedoch würden die Fahrzeuge stärker belastet werden. Da die Combinos schon wegen der Stabilität nachgebessert werden mussten, würde ich dies jedoch vermeiden wollen.
Außerdem könnte bei diesem Vorschlag keine Wendeschleife nach der Hochschule gebaut werden. Die Strecke müsste also nach Bielen fortgeführt werden.
Westlich der Hochschule würde ich die Strecke (wie auch schon die Straße) mit Richtungsgleisen beidseitig des Ufers der Zorge entlangführen.
Die Strecke würde von der heutigen Linie 2 befahren werden. Diese gibt den Ast nach Nordhausen Ost an eine neue Linie 3 mit Verlauf Nordhausen Ost-Bahnhofsplatz (heutige Ersatzlinie 4) ab. So würde die Linie 2 relativ geradlinig die Strecke Parkallee-Bielen abfahren.
Wenn man auf dem Richtungsgleis nach Bielen auch die Haltestelle Atrium-Passage (eigentlich zu kurzer Haltestellenabstand) einfügen würde, könnte man in dieser Richtung sogar den Bahnhof relativ bequem durch die Fußgängerzone erreichen.
Vorteile meines Vorschlags:
- Mitabdeckung der Gewerbeflächen an der Kreuzung Taschenberg/Hallesche Straße
- weniger Steigung -> weniger Belastung der Fahrzeuge
- geradere Strecke -> höhere Durchschnittsgeschwindigkeit (zumindest von Bielen aus kommend)
- keine Stilllegung der Strecke zur Parkallee
Nachteile meines Vorschlags:
- dezentrale Abdeckung der Hochschule und suboptimale Abdeckung des Friedhofs
- Linie fährt zwischen Innenstadt und Bahnhof hindurch (Umstieg für Erreichung dieser nötig)
- Kurzform (nur zur Hochschule, nicht nach Bielen) nicht möglich, da Wendemöglichkeit fehlt

Ich werde mir den Taschenberg Ende August mal ansehen, dann bin ich in Nordhausen. Ich möchte aber betonen, dass Straßenbahnen durchaus erhebliche Steigungen (bis zu 10 Prozent) bewältigen können. Auch die Combinos machen meines Wissens keine Probleme mehr, da sie ja, wie du richtig feststellst, nachgebessert wurden.
Natürlich kann ich auf der Karte nur Höhenlinien alle 10 m erkennen. Falls dazwischen kurze stärkere Steigungen sind, könnte man aber auch die Straße insgesamt so umbauen, dass ein gleichmäßigeres Gefälle entsteht.
Eine Verknüpfung der Hochschullinie mit der Parkallee halte ich für sehr unglücklich, da sie weder Bahnhof nach Stadtzentrum berühren würde. Hinzu kämen weitere Fußwege zur Hochschule. Das alles macht die Strecke unattraktiv. In einer so kleinen Stadt wie Nordhausen besteht immer die Möglichkeit, dass die kurzen Wege gleich zu Fuß zurückgelegt werden, was der Straßenbahn Fahrgäste kosten würde. Hat man noch weite Wege zur Haltestelle und soll auch noch umsteigen, wird das noch wahrscheinlicher. Das ist übrigens auch der Grund, weshalb in so kleinen Städten die Haltestellen dichter beieinander sein sollten. Es kommt auf kurze Fußwege an, nicht auf kurze Fahrzeiten, denn die sind in kleinen Städten immer recht kurz.
Es wird nun Zeit von meinen Beobachtungen in Nordhausen zu beichten: Der Taschenberg ist in der Tat unterschiedlich steil, der steilste Abschnitt liegt allerdings zwischen Hallesche Straße und Ammerberg, wo ich in meinem Vorschlag gar keine Strecke schaffen wollte. Oberhalb des Ammerbergs wird der Taschenberg flacher, hat aber immernoch eine Steigung von etwa 1:12, also ca. 8%. Das können Straßenbahnen schaffen! Ab Dr.-Silberborth-Str. wird der Taschenberg noch flacher, und ab Hohekreuzstraße ist er eben. Auf dem letzten Stück geht es sogar wieder leicht bergab. Dabei sind keinerlei Neigungswechsel vorhanden, die für Straßenbahnen ein Problem werden könnten.
Also ich hätte kein Problem damit, wenn die Züge dieser Linie eine Schleife über den Bahnhofsplatz fahren. Das wäre nicht einmal ein Kilometer Umweg. Die Aussteiger dort wären vermutlich in der Mehrzahl gegenüber den Durchfahrenden. Die Fahrzeit könnte man zusätzlich verkürzen, wenn man Linie 2 vom Landratsamt kommend über die Reichsstraße führen würde. In die Innenstadt kommt man genauso gut mit einem Umstieg am Bahnhof oder zu Fuß vom Grimmel.
Das mit dem Verkürzen ist zwar eine gute Idee, aber ob es auf die ein, zwei Minuten in Nordhausen ankommt ist eine andere Frage.
Aber eine Schleife über den Bahnhof fände ich auch gut. So könnte Linie 2 von der Parkallee auch endlich an den Bahnhof angebunden werden.
Die Schleife über den Bahnhof würde natürlich zumindest den Bahnhof gut anschließen. Allerdings mache ich mir da ein wenig Sorgen über die Auslastung der Strecke. Nehmen wir einen 10-Minuten-Takt an, dann fährt dort alle 2,5 Minuten eine Bahn (Linie 1/10, 2 mal Linie 2 und Linie 3). Das Problem: Ein Fahrzeug auf der Linie 1 muss jede zweite Fahrt aussetzen, weil die von der Linie 10 übernommen wird und muss daher rangieren. Die Haltestelle auf dem Bahnhofsplatz hat zwar zwei Bahnsteigkanten, aber da es nur einen Mittelbahnsteig gibt, können die Einrichtungswagen (immerhin die Hälfte des Fahrzeugparks) nur ein Gleis nutzen. Das ist kein Problem, das den Regelbetrieb verhindern würde, man muss jedoch auch damit rechnen, dass irgendwann eine Linie aus dem Takt gerät. In diesem Fall könnten sich die Verspätungen schnell auf die anderen Linien auswirken.
Mit dieser Schleifenfahrt wäre es wahrscheinlich auch sinnvoll, das Gleis in Richtung Parkallee ebenfalls auf das Südufer der Zorge zu verlegen (bzw. das südliche Gleis in beide Richtungen zu nutzen), da dort mehr Platz vorhanden ist.
Dass zum Bahnhof alle 2,5 min gefahren werden würde, ist aber auch nur ein Durchschnittswert. Allein die zur Parkallee müsste auf Grund ihrer Begegnungen an der Hst. Grimmel auch eine Begegnung nach weiteren 4 bis 5 min Fahrzeit haben, also am Bahnhof. Da dort durch eine Schleife gefahren werden würde, müssten dort im 10-min-Takt stets zwei Züge dieser Linie hintereinander eintreffen. Ausreichend lange Bahnsteige wären alles, was man dafür bräuchte. Genauso könnte man es dazwischen mit der Linien 1/10 und jener nach Nordhausen Ost machen.
Die Haltestelle „Südharz-Galerie“ dürfte schon ausreichend lange Bahnsteige haben. Die Haltestelle „Atrium-Passage“ könnte man problemlos verlängern. Wenn man am Bahnhof auch für das zweite Gleis einen für Einrichtungswagen bedienbaren Bahnsteig bauen würde, wäre es auch am Bahnhof machbar. Verlängern kann man den Bahnsteig ja nicht, da direkt Kurven anschließen und die Gleise wieder zusammengeführt werden. Da hätten wir also ein Problem weniger.