Beschreibung des Vorschlags
Der Neusser ÖPNV basiert seit der Stilllegung der Neusser Straßenbahn 1971 hauptsächlich auf Bussen, abgesehen von den Linien U75 und 709 die jedoch von der Rheinbahn betrieben werden. Für die Zukunft wäre eine Reaktivierung der „eigenen“ Neusser Straßenbahn sinnvoll und wünschenswert.
Für den Anfang bietet sich jedoch eine Verlängerung der Linie 709 an, da dies den Vorteil bietet dass kein eigener Betriebshof und eigene Fahrzeuge nötig wären.
Dabei bietet vor allem die Strecke vom Neusser Hauptbahnhof zur Neusserfurth und weiter nach Kaarst ideale Voraussetzungen für eine Straßenbahnstrecke. Mit über 22.000 EW ist die Neusserfurth einer der größten Neusser Stadtteile, und mit etwa 6000 EW/km^2 sehr dicht besiedelt. Heute fahren vom Neusser Hauptbahnhof auf der Further-, Venloer- und Kaarster Straße bis zur Neusser Weyhe 11 Busse/Stunde bis Neusserfurth -bzw. im Berufsverkehr bis Kaarst Hoferhof- 8 Busse/Stunde und weiter nach Kaarst 4 Busse/Stunde. Dabei wird nicht nur der Stadtteil Furth angebunden sondern auch Teile von Weißenberg und Vogelsang (beide ca. 7000EW) und die eigenständige Stadt Kaarst (ca. 43.000EW).
1. Strecke
Die neue Strecke würde über Further-, Venloer- und Kaarster Str. führen, und an der Stadtgrenze zu Kaarst enden. Auch eine Verlängerung weiter ins Kaarster Zentrum wäre denkbar, und ist bereits auf der Karte eingezeichnet. Somit würde die Strecke dem Linienweg der Buslinien 841, 843/844 und 851/852 folgen, und diese Linien nach und nach ersetzen.
Zwischen Hbf und Landestheater wird die Straßenbahnstrecke auf die heutige Bustrasse verlegt, dadurch würde die aktuelle Eingleisigkeit zwischen Niedertor und Markt umgangen werden, was eine höhere Streckenkapazität zur Folge hätte. Für die Zukunft hätte man eine Trasse geschaffen auf der eigene Neusser Straßenbahnlinien verkehren können und Verknüpfungen zu den verbliebenen Buslinien bieten.
Zwischen Stadthalle/Museum und Stadtpark wird eine Neubaustrecke über den Alexianerplatz und Hammfelddamm gebaut, um das Hammfeld besser an den ÖPNV anzubinden. Diese Strecke ist bereits in den Planungen der Rheinbahn und der Stadt Neuss enthalten und wird wohl unabhängig von den hier vorgestellten Planungen realisiert.
Zusätzlich bestehen Bauvorleistungen für den Anschluss neuer Strecken, diese sind auf der Karte eingezeichnet.
2. Betriebskonzept
Ohne Streckenverlängerung nach Kaarst Rathaus
Die Linie 709 verkehrt bis Kaarst Hoferhof im 10 Minuten-Takt und ersetzt auf dieser Strecke die Buslinien 843/844, parallel dazu verkehren weiterhin die Linien 851/852 jeweils im 30 Minuten-Takt, um die Anbindung nach Kaarst sicherzustellen. Insgesamt ergäben sich also 10 stündliche Fahrten zwischen Neuss Hbf und Kaarst Hoferhof.
Nach der Streckenverlängerung nach Kaarst Rathaus
Die Linie 851/852 entfällt in diesem Abschnitt, die Linie 709 wird nach Kaarst verlängert. Zwischen Stadthalle/Museum und Hoferhof (HVZ) bzw. Neusserfurth (NVZ), verkehren Verstärkerfahrten und stellen in diesem Abschnitt einen 5/10- bzw. 5 Minuten-Takt her (je nach zukünftiger Nachfrage)
3. Vor- und Nachteile
Vorteile✅
– durch die Verlängerung einer Rheinbahn-Linie müssen zunächst weder eigene Fahrzeuge noch ein Betriebshof vorgehalten werden
– in der Innenstadt können teilweise bestehende Streckenabschnitte mitgenutzt werden
– mehr Fahrten zwischen Innenstadt und Neusserfurth
– Straßenbahn ist effizienter und umweltfreundlicher als der Bus
Nachteile❌
– die südlichen Neusser Stadtteile verlieren ihre Direktverbindung zur Neusserfurth (die Direktverbindungen könnten mit zukünftigen Streckenneubauten wiederhergestellt werden)
– Für den Anfang käme es zu einem Parallelverkehr mit Bus und Straßenbahn auf der Strecke

Kann man zwischen Brücke und Kaarst Adenauerallee vielleicht versuchen die Straße zu verlassen und stattdessen über die Felder zu trassieren? Dadurch ließe sich die Fahrt in diesem Teil vermutlich deutlich beschleunigen.
Außerdem solltest du nicht jede Haltestelle der Busse beibehalten, bei Straßenbahnen sind tendenziell etwas größere Haltabstände angemessen.
Den Abschnitt zwischen Brücke und Adenauerallee würde ich bewusst auf der Kaarster/Neusser Str. lassen da sich die Wohnbebauung genau um sie herum erstreckt, eine eigene Trassierung direkt neben der Straße wäre aufgrund der Bebauung nicht möglich, und jede andere Form der unabhängigen Trassierung, würde dazu führen das die Menschen auf einer der Straßenseiten schlechter angebunden werden, darüberhinaus würde eine solche Trassierung eine neue Autobahnbrücke nötig machen, was langwierig und teuer wäre.
Was die Haltestellenanzahl betrifft stimme ich dir zu, hier wäre es vor allem zwischen Hauptbahnhof und Neusserfurth durchaus möglich mit einer Haltestelle weniger auszukommen, dabei sollte man jedoch gut prüfen wie sich das auf die Fußwege der Fahrgemeinschaft auswirkt.