Beschreibung des Vorschlags
Die Strecke der S28 führt aus Richtung Kaarst kommend aktuell parallel zur Strecke aus Mönchengladbach in den Neusser Hauptbahnhof wo sie dann mehrere Gleise kreuzen muss um auf Gleis 6 (Richtung Düsseldorf) und 7 (Richtung Kaarst) zu halten. Dadurch ergeben sich Konfliktpotenziale im Neusser Hauptbahnhof, planmäßig begegnet die S28 aus Richtung Kaarst am Neusser Hauptbahnhof der S11 in Richtung Köln, eine gleichzeitige Ausfahrt der S11 und Einfahrt der S28 ist bei der aktuellen Infrastruktur nicht möglich, vor allem bei einer Verspätung der S28 führt dieses Betriebskonzept zu Schwierigkeiten.
In Zukunft könnten die Züge der S28 bereits vor der Einfahrt in den Neusser Hauptbahnhof auf das richt Streckengleis geleitet werden wodurch die Konflikte mit Zügen aus Köln entfallen würden. Diese Lösung würde nur zwei neue Weichenverbindungen erfordern und wäre daher schnell und kostengünstig machbar. Die Konflikte mit Zügen Richtung Mönchengladbach bliebe jedoch bei dieser Lösung bestehen, mit Blick auf die hohen Zugzahlen (laut Zielnetz 2040: 4 Züge/Stunde nach Kaarst, 7 Züge/Stunde nach Mönchengladbach) sollte daher auch die Errichtung eines Überwerfungsbauwerkes geplant werden, für den Anfang würde aber auch diese kleine Infrastrukturmaßnahme Entspannung bringen.
Zusätzlich habe ich ein neues Kehrgleis eingezeichnet welches zwischen den Streckengleisen nach Mönchengladbach zum liegen kommt. Das jetzige Kehrgleis kann nur mit Kreuzen durch das Gegengleis verlassen werden. Da das Kehrgleis bei Baustellen oder Verspätungen regelmäßig genutzt wird, wäre hier ein neues mittiges Kehrgleis sinnvoll. Die Weichenverbindung im Bahnsteigbereich zwischen Gleis 6 und 7 könnte dann aufgegeben werden, wodurch sich die Nutzlänge von Gleis 7 verlängern würde.

Die neuen Weichenverbindungen gefallen mir sehr gut, da kann mit einer kleinen Investition für mehr Stabilität gesorgt werden. Langfristig wäre aber ein Überwerfungsbauwerk sinnvoll, wie du auch selbst schreibst.
Was mir nicht gefällt ist die Länge des neuen Kehrgleises: Es hat nur noch ca. 80m statt der ca. 140m des bestehenden Kehrgleises. Für die S28 mit ihren Einfachtraktionen würde es zwar reichen, aber die S8 und S11 könnten hier im Baustellen- und Störungsfall dann nicht mehr wenden.
Gleis 7 ist heute schon relativ lang (offiziell 352m, wobei bei voller Nutzung dieser Länge die Weichenverbindungen blockiert würden). Das Standardmaß in NRW für den Regionalverkehr sind ca. 215m. An welche Züge denkst du da, die einen längeren Bahnsteig regelmäßig nutzen würden? Wenn sich tatsächlich mal ein Fernverkehrsumleiter nach Neuss verirrt, wäre es auch nicht schlimm, wenn die Weichenverbindungen kurz blockiert wären. Da würde ich die Weichen lieber einfach für die zusätzliche Flexibilität behalten.