Beschreibung des Vorschlags
Im Gegensatz zu seinen Nachbarländern, wie Kosovo und Albanien, hat Montenegro noch einen vergleichsweise fortschrittlichen Eisenbahnverkehr, es verkehren zwei tägliche Zugpaare nach Serbien, ein Nachtzug und ein Schnellzug tagsüber, bei welchem allerdings ein Umstieg an der Grenze in Bijelo Polje notwendig ist. Das nationale Eisenbahnnetz ist ähnlich wie ein Kreuz aufgebaut, es existiert eine zentrale Nord-Süd-Achse aus Serbien beziehungsweise Bijelo Polje über die Hauptstadt Podgorica nach Bar. Von der Hauptstadt aus existiert die ebenfalls elektrifizierte Bahnstrecke in Richtung Niksic. Ebenfalls existiert von Podgorica über Tuzi eine internationale Bahnstrecke nach Albanien in Fahrtrichtung Shkoder, diese ist nicht elektrifizert und wie alle anderen Bahnstrecken des Landes auch eingleisig.
Zwischen der Küstenstadt Bar und der Hauptstadt verkehren, zusätzlich zu den internationalen Zugläufen, sechs Zugpaare, von denen drei weitere Zugpaare nach Bijelo Polje, nahe der serbischen Grenze weiter verkehren. Diese Eisenbahnverbindungen verkehren nicht in einem fixen Takt und werden entweder mit Lok-Wagen-Kompositionen oder mit alten Elektrotriebwagen aus Litauen bedient. Auf der Bahnstrecken zwischen Podgorica und Niksic verkehren moderne Elektrotriebwagen aus Spanien mit fünf Zugpaaren in einem ungefähren Drei-Stunden-Takt, auf der Bahnstrecke nach Albanien findet kein Personenverkehr statt. Die Anschlüsse zwischen den verschiedenen Linien, welche eigentlich in Podgorica sichergestellt werden müssten, sind meistens eher dürftig aufeinander abgestimmt und es können somit keine wirklich attraktiven Reisezugverkehre angeboten werden. Die Durchbindung der Fahrten von Bijelo
Zunächst einmal der Hinweis, dass dieses Regionalzugnetz durch ein tägliches EuroCity-Zugpaar von Bar nach Durres ergänzt wird, welches hier umfassend erläutert wird https://linieplus.de/proposal/eurocity-bar-podgorica-shkoder-durres-tirana/.
Die Hauptverkehrsachse des Landes von Niksic über Pogorica nach Bar wird durch neue Linien gestärkt, zum einen wird im Zweistundentakt ein RE Bar – Vranija – Podgorica – Danilovgrad – Niksic (T120) eingerichtet, der ab Podgorica durch den RE Bar – Vranija – Podgorica (T120) zu einem Stundentakt auf der Strecke Bar – Vranija – Podgorica ergänzt wird. Diese Verbindungen werden durch die drei 2013 angeschafften modernen spanischen Elektrotriebwagen bedient, durch die Aufgabe diverser Haltepunkte, an denen sich schlichtweg kein Ort befindet (siehe Karte) und die Einrichtung diverser Bedarfshalte und leichte Streckenverbesserungen, wird die Fahrtzeit sowohl zwischen Niksic und Podgorica, sowie auch zwischen Bar und Podgorica auf jeweils unter eine Stunde gedrückt, sodass der Regelbetrieb mit drei Fahrzeugen gewährleistet werden kann. Sollte ein Fahrzeug nicht verfügbar sein kann diese Fahrt entweder durch die älteren Elektrotriebwagen (BR 280) mit leicht geringerer Kapazität oder eine Lok-Wagen-Garnitur durchgeführt werden. Allerdings wäre es eigentlich sinnvoller mindestens einen weiteren Triebwagen nachzubestellen um die alten Elektrotriebwagen (BR 280) ausmustern zu können.
Das gesamte Angebot wird dann noch durch eine Regionalbuslinie Bar – Budva (T60) ergänzt, die im Stundentakt ab dem Bahnhof Bar verkehrt und in Sutomore Anschluss an den RE aus Podgorica beziehungsweise Niksic garantiert, diese Buslinie wird mit modernen Reisebussen bedient, die im Sommer ebenfalls über zusätzliche Gepäckanhänger verfügen und wird ebenfalls durch die Staatsbahn von Montenegro betrieben umso in das Eisenbahnsystem eingegliedert zu werden. Für dieses Fahrplanangebot würde bei einer Fahrtzeit von 1h 20 mindestens drei Busse benötigt. Allerdings sollte in Erwägung gezogen werden, diese Buslinie über den Flughafen Tivat, Tivat bis nach Herceg Novi, inklusive einer kleinen Fährfahrt, zu verlängern, da somit auch noch die nördlichen Gemeinden angebunden werden würden.
Doch auch die landschaftlich schönste Bahnstrecke von Montenegro in Richtung Serbien wird nicht vergessen, hier wird zunächst ein RE Podgorica – Kolasin – Bijelo Polje (T240) eingerichtet, welcher alle vier Stunden verkehrt und theoretisch auch bis nach Bar, als eine der Verdichterfahrten durchgebunden werden könnte. Aktuell liegt die Fahrtzeit auf dieser Strecke bei circa 2h 20, allerdings wird diese durch die Aufgabe sehr vieler wenig frequentierter Haltepunkt und die Einrichtung von Bedarfshalten stark reduziert und somit auf unter zwei Stunden gedrückt. Diese Eisenbahnstrecke wird entweder mit einer einzelnen Lok-Wagen-Garnitur oder eines ebenfalls nachbestellten modernen spanischen Elektrotriebwagen bedient, doch die alleinige Fahrt bis Bijelo Polje ist nur bedingt erfolgsversprechend, da sich die nächste größere Stadt mit Prijelopolje in Serbien bedient, deshalb wird in Bijelo Polje ein koordiniertes Umsteigen in den RE Bijelo Polje – Brodarevo – Prijepolje (T240) angeboten, dieser würde ebenfalls alle vier Stunden verkehren und zu den zwei RE-Zugpaaren zwischen Belgrad und Prijelopolje durchgebunden und grundsätzlich auch durch die serbische Staatsbahn mit einem einzelnen Flirtelektrotriebwagen bedient, da die Fahrtzeit lediglich bei einer Stunde liegt, reicht ein Triebwagen vollkommen aus.
Es soll natürlich nicht nur der nationale Angebot ausgebaut werden, sondern auch der internationale Verkehr sollte intensiviert werden, deshalb wird die Bahnstrecke in Richtung Albanien reaktiviert und dort verkehrt dann alle vier Stunden der RE Podgorica – Tuzi – Shkoder (ALB) (T240), da diese Strecke nicht elektrifiziert ist musss diese Strecke durch eine mit Diesel betriebene Garnitur betrieben werden, dafür schlage ich vor zwei Garnituren aus zwei bis drei Reisezugwagen aus Montenegro zu bilden, die von einer der beiden vorhandenen Dieselloks Montenegrosbis zur Grenze gezogen werden und dort dann von einer albanischen Diesellokomotive übernommen werden, aktuell würde die Fahrtzeit, inklusive eines Lokwechsels à 30 Minuten circa 2h 25 dauern, sodass diese Strecke so lediglich im Dreistundentakt bedient werden könnte. Allerdings kann die Fahrtzeit durch einige Instandsetzungen wahrscheinlich auf circa 1h 30 (inklusive eines Grenzaufenthaltes à 20 Minuten) gedrückt werden, sodass mit zwei Garnituren, und einer Lokomotive je Staatsbahn das Angebot gewährleistet werden könnte. Die ZPCG kann vorraussichtlich nicht die vollständige Strecke mit eigenen Lokomotiven betreiben, da sie lediglich über zwei Diesellokomotiven verfügt und die andere für den täglichen EuroCity von Bar nach Durres und den sporadischen Güterverkehr benötigt wird.
Da sich alle Bahnlinien am zentralen Knotenpunkt in Podgorica treffen müssen dort Umsteigebeziehungen gewährleistet werden. Immer zur vollen Stunde würde hier ein Taktknoten entstehen, welcher alle vier Stunden über zusätzliche Verbindungen in Richtung Bijelo Polje und Albanien verfügen würde. Sollten Züge durch diesen Knoten durchgebunden werden, müssen diese dort eine gewisse Wartezeit haben.

Insgesamt nicht schlecht, was ist aber mit der geplanten Strecke (laut openrailway.org) ab Kursevo nach Serbien? Dort würde ich eine vierstündliche RE (direkter Anschluß aus Podgorica) Kursevo – Berane – Rozaje – Kraljevo (SRB) verkehren lassen. Zudem könnte man auf einer völlig neuen Strecke eine RE Podgorica – Cetinje – Kotor – Tivat – (Dubrovnik) erbauen.
Beides sicher gute Vorschläge, auch wenn ich mir vorstellen könnte, dass eher einen NBS Shkoder – Bar – Dubrovnik – Split lohnen könnte, als Teil einer neuen Adriabahn.
Außer der Eintragung bei ORM gibt es keinerlei Informationen zu dieser Strecke, zumindest finde ich nichts. Die wäre baulich auch sehr aufwendig, warum sollte sich diese Strecke also als grenzüberschreitende Strecke lohnen?
Ist dir die Topographie von Kotor bekannt? Von Cetinje dürfte Kotor nicht erreichbar sein, hat schon Gründe, dass die Schnellstraße von Süden nach Kotor führt, trotz des damit einhergehenden Umwegs.
Grundsätzlich ist eine Vertaktung des Regionalverkehrs in Montenegro natürlich erstrebenswert, ob sie realistisch ist, sei mal dahingestellt. Einige Dinge solltest du aber bedenken:
1. Für optimale Umsteigebeziehungen in Podgorica sollten die Züge in Podgorica in etwa gleichzeitig ankommen und etwa 10 Minuten Aufenthalt haben. Das erwähnst du in deiner Beschreibung nicht. Der Ansatz, die RE Bijelo Polje – Podgorica auf die Verstärker nach Bar durchzubinden, wirkt dem sogar entgegen, da dann ja gerade kein kurzer Umstieg nach Niksic möglich wäre.
2. Auf der Strecke Bijelo Polje – Bar findet auch recht reger Güterverkehr statt und die Strecke ist nur eingleisig. Das muss bei den Planungen berücksichtigt werden. Wie kommt der Güterverkehr zwischen dichtem Regionalverkehr und Fernverkehr noch auf der Strecke unter?
3. Der Halt in Voljavac ist nicht realisierbar, da die Grenzkontrollen bereits in Bijelo Polje stattfinden und es sinnvoll ist, dass das auch so bleibt.
4. Einen Zwiestundentakt nach Shkoder halte ich nicht unbedingt für realistisch, das Verkehrsaufkommen ist relativ gering, gerade im Personenverkehr (also es fahren momentan nur wenige Autos über die Grenze). Wenn, dann müsste ein durchgehender Betrieb mit einem Triebfahrzeug sichergestellt werden, 20 Minuten Lokwechsel sind unattraktiv.
Vielen Dank für das umfangreiche Feedback. Bei deinem ersten Punkt gebe ich dir vollkommen Recht. Zu der Bahnstrecke zwischen Bar und Podgorica, ich glaube, dass trotz der Eingleisigkeit genug Kapazitäten für den geplanten Taktverkehr vorhanden sind, denn es verkehren jetzt bereits ungefähr alle zwei Stunden Regionalzüge und der Fernverkehr beschränkt sich ja zudem auf zwei tägliche Zugpaare zuzüglich, des von mir vorgeschlagenen EC Bar – Podgorica – Durres. Allerdings hat die Bahnstrecke neun Bahnhöfe, welche alle als Kreuzungsbahnhöfe genutzt werden können, somit sollte das kein Problem sein. Zum dritten Punkt, danke für den Hinweis, da hast du Recht. Zu der Verbindung nach Albanien, es könnte sein, dass die EU eine Elektrifizierung der Bahnstrecke plant, für grenzüberschreitenden Güterverkehr, dann müsste lediglich ein weiterer modifizierter CAF-Triebwagen beschafft werden. Für die Übergangszeit könnte dann ansonsten auch ein gebrauchter Dieseltriebwagen pendeln, vielleicht auch nur im Vierstundentakt.
Wie kommst du auf neun? Es sind vier Bahnhöfe. Unterstellen wir mal eine Fahrzeit von knapp 60 Minuten, dann liegt die einzige Kreuzung der Regionalzüge mit dem Gegenzug in Vranjina oder Virpazar. In den drei anderen Bahnhöfen kann mit Güterzügen gekreuzt werden, das geht also auf. Bedacht werden muss es aber halt trotzdem.
Tschuldigung, da habe ich Zwischenhalte und Kreuzungsbahnhöfe verwechselt.
Warum ist der Vorschlag weiterhin nicht angepasst worden, der Halt in Voljavac ist nach wie vor Bestandteil des Vorschlags und die für einen Netzvorschlag essentiellen Umsteigebeziehungen werden nicht betrachtet.
Vorschlag ist nun angepasst worden!