Beschreibung des Vorschlags
Die Verkehrsströme im Eifelkreis Bitburg-Prüm orientieren sich hauptsächlich in Nord-Süd-Richtung. Hauptziele sind innerhalb des Landkreises die Mittelzentren Prüm und Bitburg und im weiteren Sinne sowohl Köln als auch Trier. Falls später in diesem Jahrhundert noch einmal über die Erschließung des Landkreises per Schiene diskutiert werden sollte und entsprechend finanzielle Mittel für solche Projekte zur Verfügung stehen sollten, möchte ich mit diesem Vorschlag meinen Beitrag leisten. Dies soll nicht nur neue, attraktive Angebote schaffen, sondern das Verkehrsaufkommen auf der stau- und unfallgeplagten B51 („Bitburger Straße“) verringern, die Orte entlang der Strecke attraktiver als Wohnorte machen und das Oberzentrum Trier stärken.
Die hier skizzierte mögliche Strecke zweigt südlich von Dahlem von der eigentlichen Eifelstrecke ab und verläuft über Stadtkyll, Prüm, Waxweiler, Bitburg und Welschbillig, bevor sie bei Kordel wieder in die Eifelstrecke einschert. Eine volle Elektrifizierung wird angenommen um die zahlreichen Steigungen zu meistern. Teilweise werden ehemalige Bahntrassen bei Stadtkyll, zwischen Willwerath und Waxweiler, sowie bei Bitburg verwendet. Es wurde sich absichtlich nicht immer an ehemalige Bahnhofsstandorte gehalten, so werden in Prüm und Bitburg zum Beispiel Haltepunkte in zentralerer Lage vorgeschlagen.
Personenzüge im südlichen Abschnitt der Original-Eifelstrecke könnten mithilfe des letzten verbliebenen Teilstücks der Nims-Sauer-Bahn ab Erdorf auch den neuen Verlauf über Bitburg-Mitte nutzen, der ein deutlich höheres Fahrgastpotenzial hätte als der heutige Verlauf durchs kurvige, abgelegene, untere Kylltal. Auch für Gerolstein und das mittlere/obere Kylltal wäre die direkte Anbindung an Bitburg von Vorteil. Der Abschnitt durchs Kylltal zwischen Erdorf und Kordel kann weiterhin über eine kleine Gefäßgrößen an Trier angebunden werden und auch als „Flachstrecke“ für möglichen Güterverkehr genutzt werden, während dort auf den zweigleisigen Ausbau verzichtet werden kann.
Wie könnte das Angebot auf dieser Strecke aussehen?
- Die heutige Linie RE22 wird ein Flügelkonzept und teilt sich zwischen Dahlem und Bitburg-Mitte in zwei Linienwege auf und wird wieder zusammengeführt.
- RE22-West (stündlich): Aus Köln bis Kall mit aktuellem Halteschema, anschließend mit allen Halten über u.a. Dahlem, Stadtkyll, Prüm-Mitte, Bitburg-Mitte nach Trier Hbf
- RE22-Ost (stündlich): us Köln bis Kall mit aktuellem Halteschema, anschließend mit allen Halten über u.a. Dahlem, Jünkerath, Gerolstein, Erdorf, Bitburg-Mitte nach Trier Hbf
- RE12-West (zweistündlich versetzt zum RE12 über Gerolstein): Köln (Deutz+Hbf+West+Süd) – Euskirchen – Kall – Stadtkyll – Prüm – Waxweiler – Bitburg-Mitte – Trier Hbf (die Westeifelbahn 2.0 wäre 6km länger als die aktuelle Strecke).
- RE12-Ost (zweistündlich versetzt zum RE12-West): Köln (Deutz+Hbf+West+Süd) – Euskirchen – Kall – Jünkerath – Gerolstein – Bitburg-Mitte – (ü. neue Strecke) – Trier Hbf.
Somit fahren von Prüm, Stadtkyll, Jünkerath und Gerolstein 1,5 Züge pro Stunde nach Köln oder Trier. Für Bitburg-Trier würden zwei Züge pro Stunde ein sehr attraktives Angebot schaffen.
In einigen Abschnitten wird es besonders kompliziert und kostspielig diese Strecke umzusetzen. Hier freue ich mich über konstruktive Kritik und Vorschläge aus der Community für alternative Lösungsmöglichkeiten:
- Stadtkyll: Um die Bebauung zu umgehen, wird ein Haltepunkt am östlichen Ortsausgang an der B421 vorgeschlagen. Diesem schließt sich ein 1-km-Tunnel an, der am südlichen Ortsrand das Wirfttal erreicht.
- Prüm: hier wurden in den letzten Jahren zahlreiche Tatsachen auf der ehemaligen Trasse geschaffen, u.a. mit dem Kreisverkehr am Ortseingang. Zwischen Hallenbad und Bahnübergang Gerberweg wird vorgeschlagen die Trasse der ehemaligen Westeifelbahn zu nutzen, jedoch in Hochlage. So kann auch der Haltepunkt Prüm-Mitte in Hochlage am Busbahnhof Gerberweg direkt am Gymnasium errichtet werden. Dies wird womöglich sehr umstritten, da eine Hochbahn neben der Basilika doch enorm ins Stadtbild eingreift. Andererseits: die triste Supermarktlandschaft im Blickfeld der Basilika scheint auch nicht zu stören.
- Waxweiler: Die ehemalige Westeifelbahn endete hier. Südlich von Waxweiler ist die Topographie sehr herausfordernd für den Bau jeglicher Verkehrswege. Es wird ein Verlauf über mehrere Tunnel und Brücken vorgeschlagen um die Höhe zu gewinnen und das Prümtal südöstlich zu verlassen. Dies könnte einer der spektakulärsten Mittelgebirgsbahnabschnitte Deutschlands werden.
- Auf-/Abstieg ins Kylltal: In diesem Entwurf wird vorgeschlagen das Kylltal nördlich von Kordel über einen steilen (4%) und langen Tunnel Richtung Welschbilligerbachtal zu verlassen. Für Personenzüge wäre das schon sehr herausfordernd, aber nicht unmöglich. Um niedrigere Steigungen zu erreichen, müsste die Eifelstrecke schon weiter südlich verlassen werden und westlich oberhalb von Kordel verlaufen, was jedoch aufgrund zahlreicher Seitentäler und Bebauungen nicht weniger kompliziert wäre.
- Ich habe im Verlauf nicht jedes notwendige Detail eingezeichnet. Es muss nicht drauf hingewiesen werden, dass hier und dort zusätzliche Brücken/Erdarbeiten oder leicht geänderte Trassenverläufe nötig sind.
Verwandte Vorschläge
- Der hier gezeigte Entwurf baut auf meinem Kommentar unter diesem Vorschlag auf:
https://linieplus.de/proposal/nbs-trier-pruem/ - Auch Ideen der hier skizzierten Neutrassierung wurden teilweise mit übernommen:
https://linieplus.de/proposal/bitburg-neutrassierung-eifelbahn/ - Mein Vorschläg löst auch die Problemstellung dieses Vorschlags auf eine andere Weise:
https://linieplus.de/proposal/anbindung-bitburgs/ - Einen ganz anderen Fokus hat dieser neuere Vorschlag, der Vollständigkeit halber erwähne ich ihn dennoch:
https://linieplus.de/proposal/schnellfahrstrecke-koeln-luxemburg/
