Beschreibung des Vorschlags
Basierend auf der ehemaligen Bahnstrecke Übersee-Mietenkam-Grassau-Marquartstein, die in den 1980er Jahren stillgelegt und schließlich abgebaut wurde, stellt dieser Vorschlag einen Neubau der Strecke mit größtenteils gleicher Trassierung und einer Erweiterung nach Unterwössen dar. Vom Bahnhof Übersee biegt die Strecke nach Süden ab und nähert sich bei Obermoosen der St2096 Richtung Grassau, vorbei am Gewerbegebiet Moosen mit diversen Betrieben. Die Straße wird tangiert bevor die Bahnstrecke ein Waldstück westseitig passiert und den Mietenkamer Bahnhof nach einer Geraden über die Felder (ehemalige Trasse) erreicht. Kurz nach Mietenkam erfolgt ein Wechsel der Straßenseite, um auf dem Damm der Tiroler Ache weiter Richtung Grassau zu fahren. Der Bahnhof Grassau/Staudach liegt in der Nähe des Grassauer Gewerbeparks, wo die Firma Katek als wichtiger Arbeitgeber im Achental sitzt. In Grassau wird die TS5 überquert und nach dem Bahnhof trennen sich Straße und Schiene erneut, bevor sie über die langgezogene Kurve bei Pettendorf wieder zusammenlaufen. Hier wird auch das entstehende Gewerbegebiet Pettendorf passiert. Eine Straßenquerung leitet die Strecke in den Ortskern von Marquartstein, vorbei am Edeka Markt, wo sich dann neben dem Rathaus (wie damals) der Bahnhof befindet. Erneut wird die Straße gequert und nach der engen Trassierung an der Ache entlang entsteht neben der Straßenbrücke eine Überquerung des Flusses. Kurz danach befindet sich ein Haltepunkt für das quasi angrenzende Gymnasium Marquartstein, welcher an Wochentagen in der Schulzeit bedient werden soll. Nach einer letzten Querung verschwindet die Strecke hinter einem Waldstück, folgt eine Weile der Ache und findet schließlich entlang eines Bewässerungskanals zum Endbahnhof Unterwössen.
Ein Vorteil der Erweiterung nach Unterwössen wäre, dass die Buslinien des Oberbayernbus so angepasst werden könnten, dass der Abschnitt Marquartstein-Kössen zwischen Marquartstein und Schleching nicht mehr über Unterwössen geleitet werden müsste, was eine signifikante Fahrzeitverkürzung zur Folge hätte. Im Anbetracht der ohnehin anspruchsvollen Strecke nach Kössen wäre eine kürzere Reisezeit durchaus wünschenswert.
Zwischen Übersee und Marquartstein ist dank der relativ unkomplizierten Streckenführung und der geringen Höhenunterschiede eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h durchaus denkbar. Dies setzt jedoch selbstverständlich entsprechend leistungsfähige Fahrzeuge voraus. Als Orientierung kann die unweit verlaufende Strecke Traunstein-Ruhpolding dienen, welche mit Triebwagen der Baureihe 425 bedient wird. Im Abschnitt Marquartstein-Unterwössen ist eine höhere Geschwindigkeit als 60 km/h wenig sinnvoll, da die Strecke einige engere Bögen und stärkere Höhenunterschiede beinhaltet als der vorherige Abschnitt.
Fahrplantechnisch könnte die Verbindung mit den Meridian-Zügen aus München bzw. Salzburg abgestimmt werden, welche Übersee jeweils stündlich um die volle Stunde +/- 10 Minuten erreichen. Dabei hätte der Zug 15 Minuten Aufenthalt in Übersee (bspw. 10:53 – 11:08). Für die Gesamtstrecke rechne ich ca. 20 Minuten ein (22 Minuten mit Halt am Gymnasium), was exemplarisch eine Ankunft in Unterwössen um ca. 11:28/30 bedeuten würde. Nach einer kurzen Pause in Unterwössen wird die Rückfahrt gegen 11:31/33 angetreten, und der Zyklus beginnt von vorne. In Hauptverkehrszeiten (besonders an Schultagen zwischen 7:00 und 8:00, 12:30 und 13:30 bzw. 15:30 und 16:30) ist auch ein Halbstundentakt denkbar, welcher realisiert werden könnte über einen zweigleisigen Haltepunkt Grassau, an dem sich die Züge begegnen könnten. Entsprechende Anpassungen im Fahrplan müssten vorgenommen werden, um die gleichzeitige Ankunft in Grassau sicherzustellen.
Insgesamt wird durch die Verbindung Übersee-Unterwössen also folgendes ermöglicht:
- Schnelle Verbindung ins Achental mit Abstimmung auf den Meridian
- Vorteilhafte Änderung der Buslinien 9505 & 9509 nach Kössen bzw. Reit im Winkl
- Verbindung der Gewerbegebiete Moosen, Körting und Pettendorf sowie des Gymnasiums Marquartstein ohne Beeinträchtigung des Straßenverkehrs durch Busse

Da ich diese Strecke sogar noch kennen lernen konnte, wenn auch nur mit Güterverkehr, freue ich mich sehr über diesen Vorschlag. Die Reaktivierung einer stillgelegten Strecke wäre natürlich (fast) immer wünschensert, aber es kommt doch einem Neubau gleich. Ob man das mit den doch relativ wenigen erreichbaren Anwohnern rechtfertigen kann? (Marquartstein: 3283, Unterwössen: 3542 lt. Wikipedia)
Vielleicht könnte man es aber mit den Touristen. Diese würden vielleicht sogar eine Verlängerung entlang des Achentals durch ziemlich ebenes Gelände rechtfertigen, mit Halten in Raiten, Mettenham, Schleching und Ettenhausen (nicht Entenhausen 😉 ), sowie einem Endpunkt an der Geigelsteinbahn.
Ich frage mich aber, wie du in Marquartstein am Rathaus vorbeikommen möchtest, mit dem der frühere Bahnhof bebaut wurde? Außerdem scheinen mir die Kurven an der Schlechinger Straße zu eng. 180 m Radius sind mindestens einzuhalten.
Erstmal Danke für dein Feedback!
Ja, Marquartstein und Unterwössen sind kleine Ortschaften, das stimmt schon. Wenn ich allerdings an die drei Gewerbeparks in Übersee, Grassau und Marquartstein (tw. noch am entstehen) denke und Marquartstein außerdem als Bildungsstandort im Achental mit Realschule und Gymnasium sehe, dann lässt sich der Bau aus meiner Sicht durchaus auch mit Bürgern besprechen.
Die Verlängerung zur Geigelsteinbahn klingt sinnvoll, allerdings sehe ich trotz des generell ebenen Geländes Schwierigkeiten mit der Trassierung, vor allem ab Unterwössen Richtung Raiten. Vielleicht übersehe ich aber auch eine günstige Lösung!
Zum Bhf Marquartstein: Der ist nicht direkt vom Rathaus bebaut. Der Ehemalige Endpunkt steht sogar noch als Denkmal! Würde man dort ansetzen, käme man zwar auf komplikationen bis zur Ortsausfahrt richtung Uwö, diese sehe ich aber als lösbar, evtl. mit geringfügiger Verlegung der Bundesstraße und Trassierung direkt nebenher, wie es eben auch im Abschnitt danach angesetzt ist. Ein Problem, welches sich im M’Stein noch ergibt, ist der große Parkplatz nördlich des Rathauses. Im Zweifel würde der allerdings ein wenig verkleinert oder weiter nach Norden bis zum Edeka ausgebaut werden und könnte außerdem als Bahnhofsparkplatz fungieren.
Okay, ich kann auf den Luftaufnahmen nicht erkennen, wo der Bahnhof genau hinzielte und habe das auch nicht mehr so genau in Erinnerung. Dennoch frage ich mich, wie du zwischen dem Rathaus Marquartstein und dem Haus in der Bahnhofstraße 7 hindurch kommen willst. Die Bahnhofstraße 7 sieht mir nach einem Wohnhaus aus. Wie dicht möchtest du den Leuten vor die Fenster fahren?
Der Parkplatz wäre dagegen kein Problem, den kann man tiefer legen, als Tiefgarage, und den Bahnhpf oben drüber anlegen. Dann hat man gleich einen guten P+R-Platz.
Für eine Verlängerung nach Schleching müsstest du nur nördlich an Unterwössen vorbei, möglichst ortsnah natürlich. Eine Station könnte dann am Niederfeldweg liegen, etwa 180 m von der Alten Dorfstraße entfernt. Dann müsste natürlich eine weitere Brücke über die Ache folgen.
Die Bahnhofstraße 7 ist baufällig und es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie abgerissen wird. Alternativ lässt sich auch ein kurzer Bogen spannen – auf der Westseite der Bundesstraße bleibend – über einen Teil des Parkplatzgeländes eines ansässigen Sportgeschäfts, der erfahrungsgemäß ohnehin kaum genutzt wird auf Grund der vielen anderen Parkmöglichkeiten im Ort. Klar wäre es eine Herausforderung, aber nicht völlig unmachbar.
Die Verlängerung nach Schleching ist tatsächlich keine Schlechte Idee, schade nur dass der Unterwössener Bahnhof dann doch deutlich weniger Zentral liegt, zumal die alte Dorfstraße heute eher ein toter Flussarm ist, der in reinem Wohngebiet endet.
Dass die Bahnhofstraße 7 baufällig ist, wusste ich natürlich nicht. Wenn sie abgerissen wird, ist der Platz vorhanden. Okay.
Der Halt in Unterwössen wäre dann eben etwa 250 m von der B305 entfernt. Ich finde, das ist zentral genug.
Wäre vielleicht noch überlegenswert entsprechende Strecke über Kössen und Kirchdorf bis St. Johann zu verlängern. Die Täler bieten sich dafür bestens an. Da hätte man einen gewaltigen Lückenschuss erreicht und auch die Erreichbarkeit St. Johanns von München aus würde sich verbessern.
Dein Vorschlag gefällt mir, ich glaube nur wirklich nicht, dass es realistisch durchsetzbar ist. Das Terrain zwischen Schleching und Kössen um das Entenloch ist sehr anspruchsvoll. Selbst die Kurvenradien der Straße sind stellenweise gefährlich eng, wie soll da je ein Zug durchpassen. Ob ein Tunnel wirtschaftlich rentabel wäre, kann ich nicht beurteilen, aber ich würde instinktiv nein sagen.
Über eine Verlängerung nach Ettenhausen könnte aber durchaus nachgedacht werden, bis dahin ist die Trassierung völlig unproblematisch und es gibt auch eine rege Nutzung der bestehenden Buslinie.
Ja Wirtschaftlichkeit ist eben eine Sache der Bewertung.
In der Schweiz hielt man einen Tunnel für erforderlich, um damit das Engading, bzw. St. Moritz mit Landquart und Restschweiz verbinden zu können.
In Deutschland wie in Österreich würde man das wohl anders bewerten.