Beschreibung des Vorschlags
Ich hatte letzte Woche ein „aha-Moment“ was die Fahrzeit zwischen Wismar und Rostock angeht. So hat mir eine Kundin auf Arbeit erzählt, dass sie zwar sehr gerne den Regio nutzen würde, dieser aber alleine von der Fahrzeit schon doppelt so lange brauch wie die komplette Strecke mit Auto. Das ist natürlich ein Unding. Daher habe ich überlegt, wie man das machen könnte und ob es sich lohnen würde. Ich stieß hierbei auch einen alten Vorschlag von mir. Dort wurde hauptsächlich kritisiert, dass die Strecke für den FV nicht attraktiv wäre und damit zu viel des Guten ist. Daher habe ich mir eine neue Variante überlegt, die als Grundbasis von einem Regionalexpress Wismar – Rügen ausgeht. Ich gehe aber mal auf die einzelnen Abschnitte genauer ein.
Wismar – Rostock
Derzeit ist die Strecke 56,6 km lang und kann mit 80 km/h befahren werden. Zudem ist sie fast komplett eingleisig ausgebaut und wird von einer Regionalbahn stündlich befahren. Die Fahrzeit beträgt 1:09 h. Ich möchte einen komplett 2-gleisigen Ausbau mit Tempo 160. Zudem soll die Strecke zwischen Sandhagen und Bad Doberan begradigt werden. Dies ist zwar nicht völlig kostenneutral, allerdings auch nicht so viel teurer als ein Ausbau der Bestandsstrecke, da dort auch alles angefasst werden muss. Dadurch verkürzt sich die Strecke um 1,4 km. Entlang der Strecke werden auch 2 neue Bahnhöfe gebaut: Dargetzow und Rostock-Rennbahnallee. Zudem soll aus meiner Sicht auch die Straßenbahn in Rostock zum Bahnhof Rostock-Thierfelder Straße verlängert werden, um weitere Umsteigeverknüpfungen zu schaffen. Bedient wird die Strecke von insgesamt 3 Linien. Bestehen bleibt der RB von Rostock nach Wismar, der an jedem Bahnhof hält. Auch der RB von Graal-Müritz wird in Bad Doberan weiterhin enden. Beide östlichen Strecken werden jedoch auf 120 km/h ausgebaut und es werden zusätzliche Begegnungsstellen an einzelnen Bahnhöfen geschaffen. Der bereits erwähnte RE wird nur an den großen Orten und überall in Rostock halten. Für diesen Abschnitt wären es dann Wismar (ca. 42.800 Einwohner), Neubuckow (ca. 3.900 EW), Kröpelin (ca. 4.800 EW), Bad Doberan (ca. 12.800 EW) und alle Rostocker (ca. 209.000 EW) Bahnhöfe. Dadurch sollte sich die Fahrzeit auf gut 30 min reduzieren lassen, während auch die beiden RB schneller werden. Der durchgehende RB wird stündlich fahren, während der RE erstmal nur in der HVZ stündlich fährt und ansonsten alle 2h.
Rostock – Stralsund
Derzeit ist die Strecke 72,0 km lang und kann zwischen Ribnitz-Damgarten und Rostock mit 120 km/h und in Richtung Stralsund mit 160 km/h befahren werden. Auch diese Strecke ist weitesgehend nur eingleisig ausgebaut. Zudem wird die Strecke alle 2h durch einen RE befahren, welcher 58 min braucht. Ein zweiter RE fährt mit 2 Fahrten am Tag die Strecke. Zudem führt der Fernverkehr mit dem ICE26 über die Strecke. Hier gibt es nur eine kleine Streckenabweichung im östlichen Rostock. Hier soll durch einen gleichzeitig entstehenden neuen Bahnhof das Gebiet besser angeschlossen werden, weshalb ich die Straßenbahn von der derzeitigen Endstelle zum Bahnhof verlängern würde. Die Länge der Strecke sollte daher ungefähr gleich bleiben. Die gesamte Strecke wird auch zweigleisig für 160 km/h ausgebaut. Der Bahnhof Buchenhorst bekommt zusätzlich ein Mittelgleis als Überholgleis für den Güterverkehr, bzw. Wartegleis. Das wird deswegen notwendig, weil ich den Fährverkehr mit Zug auf der Insel Rügen stärken möchte. Daher soll die Strecke eine höhere Kapazität erhalten. Der RE soll zukünftig auch stündlich fahren, wobei er nicht in Kummerow und Martensdorf hält. Dort soll dann der RB aus Barth halten, welcher bis Stralsund verlängert wird. Da auch die Strecke auf 120 km/h mit Begegnungsstellen ausgebaut werden soll, wird hier ein glatter Stundentakt gefahren. Im Gegenzug wird der andere RE dauerhaft in Stralsund enden. Da der RB nach Graal-Müritz durchgängig im Stundentakt fahren soll, würde ich auch hier nur in Rostock den RE halten lassen und dann in Rövershagen. Dadurch würde im Vergleich zu heute ein Halt eingespart. Daher sollte sich eine Fahrzeit von rund 50 min ergeben.
Stralsund – Rügen
Die Strecke nach Sassnitz ist 53,2 km lang und zum Ostseebad Binz 50,2 km. Beide Strecken sind bis Lietzow weitesgehend 2 gleisig ausgebaut und danach nur noch eingleisig. Zudem kann nicht mehr als 90 km/h gefahren werden. Beide Ziele werden abwechselnd alle 2h durch einen RE bedient mit Fahrzeiten von 56min nach Binz und 55min nach Sassnitz. Auch der Fernverkehr fährt nach Binz mit 3 Linien. An der Taktung nach Sassnitz würde ich gerne etwas ändern, was sich jedoch aufgrund der Brücke bei Stralsund als schwierig erweisen würde. Daher lasse ich die Takte so wie sie sind und würde wenn dann den RB von Putbus nach Sassnitz verlängern, sodass so zwischen Bergen und Sassnitz ein ungefähr stündlicher Takt ergibt. Hier muss aber geguckt werden, dass der RB auf den RE abgestimmt wird, sodass man von Stralsund hier umsteigen kann. Die Strecke nach Binz und Sassnitz sollen zudem längere Begegnungsstellen bekommen und für 120 km/h ausgebaut werden, was auch für die Strecke Stralsund-Bergen gilt. Dadurch soll vor allem der Fahrplan stabilisert werden, weil Reserven existieren. Der RE soll schließlich deutlich verlängert werden. Ein positiver Effekt auf die Fahrzeit ist trotzdem zu erwarten, sodass ich von jeweils 50min Fahrzeit ausgehe. Die Anbindung zum Fährhafen wird auch deutlich ausgebaut, weshalb ich hier eine Verstärkung des Verkehres möglich wäre.
Wismar – Rügen
Der RE soll künftig von Rügen bis Wismar rund 2:10-2:15h sein. Dadurch bliebe genug Zeit im Bahnhof zum wenden. Die verkürzte Fahrzeit kommt vielen Pendlern zu gute und stärkt auch den touristischen Verkehr. Auch der Güterverkehr und Fernverkehr profitiert zwischen Rostock und Stralsund/Rügen durch einen Ausbau. Der Vorteil gegenüber meinem alten Vorschlag liegt vor allem in den deutlich geringeren Kosten. Durch einige Gleiswechsel wird die Strecke auch flexibel für Störungen nutzbar sein, was auch für diese Region elementar ist. Entlang der Strecke können sich auch wieder Unternehmen ansiedeln, die so ihren Güterverkehr über die Schiene abwickeln und Waren aus dem Hafen beziehen können.

Ich würde jeden Kilometer dieses Vorschlags befürworten, allerdings ist der Abschnitt Rostock-Stralsund wichtiger, da diese Strecke die einzige (elektrifizierte) Strecke von Rügen in Richtung Hamburg ist (über Berlin fährt man nicht Rügen-Hamburg). Rostock- Bad Kleinen ist schon zweigleisig und daher ist ein Ausbau der Strecke über Bad Doberan nicht prioritär. Das fehlende zweite Gleis führt zwischen Rostock und Stralsund Hbf sogar dazu, dass der RE nicht stündlich fährt und in allen (?) ICs/ICEs auch Nahverkehrsfahrkarten gelten, damit es überhaupt jede Stunde eine Fahrmöglichkeit gibt.
Aber genau darum geht es ja. Der gesamte Abschnitt soll zweigleisig sein. Nur so ist ein stündlicher RE + stündlicher RB zwischen Wismar und Rostock wirklich fahrbar. Zudem kommt noch ein weiterer RB bis Bad Doberan hinzu. Außerdem ist eine Ersatzstrecke für die von die angesprochene Strecke durchaus wünschenswert. Auch da kann es zu Zwischenfällen oder Bauarbeiten kommen. Zudem möchte ich auch den Güterverkehr stärken, welcher ebenso die Gleise mit nutzen soll.
Das Nahverkehrskarten im IC/ICE gelten, ist auch ein Armutszeugnis. Es sollte eher ein zuverlässlicher Regionalverkehr existieren und on top kommt ein sich selbst tragender Fernverkehr.
wismar-rostock:
rostock ist ein nullknoten, die mitte der strecke ist ungefähr in kröpelin. bei 120km/h und 15 halten benötigt der zug bei 0,6m/qs 58 min. besser wäre hier eine elektrifizierung, um spurtstärker zu werden und um in kröpelin sicher kreuzen zu können. ein stundentakt reicht hier bestimmt, der dann ab bad doberan noch verdichtet werden kann . mit dem zusätzlichen halten ist die bahn dann 14min zwischen rostock und bad doberan unterwegs. das bedeutet, dass die strecke eingleisig bleiben kann und nur kreuzungen in bad doberan und kröpelin ermöglicht sein müssen.
Das ist trotzdem extremst anfällig für Verspätungen. Daher sollte ein 2. Gleis her und auch 160 km/h und nicht nur 120 km/h. Der ÖPNV soll attraktiv sein und nicht genauso langsam wie bisher. Ich habe ja ganz klar dargelegt, warum eine drastische Fahrzeitverkürzung notwendig ist.
Da liegst du aber drastisch falsch – in Betracht auf Nutzen/Kosten und auf Sicht der Anschlüsse in den Endstationen.
Darum geht es überhaupt nicht. Es geht darum die Reisezeit zwischen den Städten zu verkürzen. Daher kann Rostock doch nach wie vor der Knoten bleiben. Wismar braucht ja keine Anschlüsse. Daher kann man von Rostock nach Wismar auch mit Tempo 160 fahren und so massiv Zeit sparen, erst Recht mit einem echten RE auf der Relation. Es kann doch nicht das Ziel sein, dass man mit dem MIV die Strecke in 30-45 min macht, aber alleine die Fahrzeit des ÖPNV schon deutlich über eine Stunde beträgt und das ohne die Wegezeit zu den Bahnhöfen. Wieso sollte man da umsteigen wollen. Deine Idee ist einfach nur auf billig ausgerichtet und nicht darauf Nutzen zu erzeugen. Darum geht es in meinem Vorschlag nicht.
korrigiere: in Wismar braucht man keine Anschlüsse zum FV
[…] Dein vorschlag führt durch ein touristisches gebiet und da ist eine anbindung in rostock wie in wismar mehr als nur sinnvoll, um die touristen, urlauber etc ein gutes angebot machen zu können. in wismar endet der re2 aus berlin, eine der längsten re-linien deutschlands. hier willst du keinen umstieg in die ostseenahen städtchen ermöglichen? erst hier entsteht ein wirklicher nutzen.
das eingesparte geld sollte lieber in prerow-graal müritz investiert werden. die strecke barth-prerow, die wieder in planung ist, hast du übrigens völlig vergessen…
Aufs Sachliche gekürzt
Baum
@ Baum: Dankeschön. Als Mail konnte ich ja lesen, was er geschrieben hat. Keine Ahnung was ihn da so gereizt hat, denn ich habe mich mit seinem Kommentar auseinandergesetzt und nichts anderem.
@vrobix: Du verstehst das nach wie vor nicht. Es geht darum den Verkehr deutlich zu beschleunigen und dadurch zu verbessern. Es wird mit dem RB weiterhin eine stündliche Verbindung zu den ganzen Ortschaften geben. Neu ist, dass der RE zwischen Wismar und Rostock fährt und das mit möglichst kurzer Fahrzeit. Der RE ist auf die Pendler ausgerichtet, während der RB nach wie vor alles bedient. Einem Touristen kommt es bei der Bahn auf 20 min mehr Fahrzeit nicht an. Einem Pendler der täglich mit dem Zug alleine schon 60 min sparen kann, wird mehr als dankbar sein. Darauf kommt es an, um den ÖPNV besser zu machen. Es muss eine wirkliche Konkurrenz zum MIV geben. Das ist auch der Grund, warum in Berlin viele nicht aufs Auto verzichten, denn sie sind mit dem ÖPNV deutlichst langsamer!
Prerow-Graal Müritz erachte ich dann doch nicht wirklich als lohnend. Graal-Müritz hat 4.000 Einwohner, Dierhagen 1,6 k, Wustrow 1,0 k, Born am Darß 1,2, k, Wieck am Darß 0,7 k und Prerow 1,5 k. Für also 6.000 Einwohner lohnt der Neubau schlicht nicht. Da ist ein Busverkehr besser, der dann auf die Bahn (den RE) abgestimmt ist.
Die Strecke Barth-Prerow kann durchaus Sinn machen. Ich habe das aber bewusst außen vor gelassen, weil die Verlängerung nicht auf das Konzept einzahlt.