Beschreibung des Vorschlags
Servus LiniePlus Community,
ich habe mir Gedanken zu einer mittel- bis langfristig realisierbaren Maßnahme zur Verbesserung der Bahninfrastruktur im Stadtgebiet Freising gemacht – mit dem Ziel, die bestehende Situation deutlich zu entlasten, noch bevor ein möglicher vollständiger Ausbau der Strecke München–Landshut umgesetzt wird (was realistischerweise in den nächsten 30 Jahren fraglich bleibt).
Der Streckenabschnitt München–Freising ist derzeit hoch ausgelastet und störanfällig. Neben der S-Bahn-Linie S1 (20-Minuten-Takt) verkehren dort der RE3 (Stundentakt), RE25 (alle 2 Stunden), RB33 (HVZ: stündlich bis München), RE2 (zweistündlich) sowie diverse Güterzüge (z. B. BMW-Autotransporte, Kesselwagen Richtung Flughafen und Chemiedreieck). Hinzu kommt im Abschnitt Freising–Neufahrner Gegenkurve der stündlich verkehrende RE22.
Durch diese enge Zugfolge auf lediglich zwei Gleisen führt bereits eine geringe Verspätung eines Zuges zu erheblichen Auswirkungen auf das gesamte System. Beispielsweise trifft die S-Bahn laut Fahrplan in Freising vier Minuten vor den Regionalzügen aus München ein – angesichts der bekannten Unzuverlässigkeit der S1 ist das kaum realistisch. In der Folge müssen RE-Züge ab Neufahrn hinter der verspäteten S-Bahn fahren. In Gegenrichtung ist die Lage ähnlich: Laut Fahrplan verlässt die S-Bahn Freising fünf Minuten nach den Regiozügen. Auch hier bremsen sich die S-Bahnen und Regios gegenseitig aus, so wartet die S-Bahn bei Verspätung der Regios < 4 Minuten auf diese und bei Verspätungen >4 Minuten muss der Regio hinter der S-Bahn bis Neufahrn fahren, wo dann die Zugüberholung stattfindet.
Vorgeschlagene Maßnahme: Viergleisiger Ausbau Neufahrner Gegenkurve – Freising
Um die Kapazität auf diesem hochbelasteten Abschnitt nachhaltig zu verbessern, schlage ich einen viergleisigen Ausbau zwischen der Neufahrner Gegenkurve und Freising vor. Die äußeren Gleise sollen dem schnellen Regionalverkehr vorbehalten sein, während die S-Bahn auf den inneren Gleisen fährt.
Der bauliche Aufwand erscheint überschaubar: Von der Gegenkurve bis Pulling ist der Ausbau weitgehend unproblematisch, da keine unmittelbare Bebauung an den Gleisen vorhanden ist. Kritisch ist insbesondere der Bereich in Pulling, wo Wohnbebauung nahe an die Strecke heranreicht. Hier schlage ich vor, einen neuen, möglichst schmalen Inselbahnsteig (ähnlich Mering-St. Afra) mit barrierefreiem Zugang über eine neue Unterführung zu errichten. Diese würde gleichzeitig den heutigen Umweg von rund einem Kilometer oder die steile Brücke ersetzen.
Zwischen Pulling und Freising ist die Erweiterung baulich ebenfalls gut realisierbar, da bestehende Brücken bereits für einen Ausbau vorbereitet sind und keine direkt angrenzende Bebauung den Ausbau behindert.
Weitere infrastrukturelle Maßnahmen im Stadtgebiet Freising
Neuer Bahnhalt Freising Süd
Zusätzlich halte ich die Errichtung eines neuen Haltepunkts „Freising Süd“ für sinnvoll. Dieser könnte etwa einen Kilometer südlich des bestehenden Bahnhofs entstehen und würde sowohl das Wohngebiet Seilerbrückl (ca. 1.200 Einwohner) als auch das Quartier Angerbogen (im Bau, rund 1.800 zukünftige Bewohner) sowie das Einkaufszentrum Schlütterhallen besser erschließen. Der Halt wäre als reiner S-Bahn-Halt mit Inselbahnsteig geplant. Ergänzend dazu wäre ein P&R-Parkplatz denkbar, um den bestehenden Parkplatz am jetzigen Bahnhof zu kompensieren, der im Zuge der IBA-Bewerbung bebaut werden soll.
Bahnhof Freising: Erweiterung auf sechs Gleise
Der bestehende Bahnhof Freising verfügt derzeit über vier Bahnsteiggleise sowie drei Abstellgleise (von denen nur eines genutzt wird). Ich schlage vor, zwei zusätzliche Bahnsteiggleise auf Kosten der Abstellgleise zu schaffen. Ein Abstellgleis könnte weiterhin bestehen bleiben, bei Bedarf etwas versetzt auf neuer Trasse. Für diese Erweiterung sprechen mehrere Gründe:
- Mit dem Erdinger Ringschluss und dem weiteren Ausbau des Regional- und Fernverkehrs wird Freising künftig von noch mehr Linien bedient: neben den heutigen Linien S1, RE3, RB33, RE25, RE2, RE22 kommen die verlängerte S2 aus Erding sowie der ÜFEX aus Salzburg hinzu.
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Bereits heute kommt es regelmäßig zu Rückstaus vor dem Bahnhof Freising, die sich durch die zusätzliche Belastung weiter verschärfen wird.
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Die Stadt wächst stark. Allein das neue IBA-Quartier auf dem heutigen P&R-Gelände wird ca. 2.500 Menschen Wohnraum bieten –> weiteres Argument für zusätzliche Bahnsteigkapazitäten.
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Perspektivisch soll auch Fernverkehr nach Prag oder Dresden verkehren
Fazit
Alle genannten Maßnahmen sind bei konsequenter Planung und Realisierung bis spätestens 2040 realisierbar. Auch wenn dieser Zeithorizont immer noch lang erscheint, wäre er allemal realistischer und wirkungsvoller als das Warten auf eine vollständige Streckenausweitung bis Landshut – mit ungewissem Zeithorizont. Der Abschnitt Freising–Neufahrn hat schon heute seine Kapazitätsgrenze erreicht und sollte prioritär in Angriff genommen werden.

Warum sind Teile der Strecke in Grau und andere in Braun eingezeichnet? Das sinnvollste wäre wahrscheinlich Bestand in grau und Ausbau in braun, aber dem folgst du ja nicht…
Hi Jan_Lukas,
Ehrlich gesagt weiß ich das selber auch nich. Eigentlich wollte ich alles als Bahninfrastruktur einzeichnen aber zwischendurch bin ich dann auf sonstiges gekommen,dann is alles was bisher braun war grau geworden und als ich dann wieder wechseln wollte blieb die eine Hälfte braun die andere grau
Du kannst die Strecken auswählen und dann deren Farbe ändern (unter den Zeichenwerkzeugen gibt es dafür eine Auswahl).
Danke dir. Und wegen der Unterscheidung von Bestand und Neubau dachte ich ich würde mich an vorherigen Beispieln orientieren.Ich kann es aber bei Wunsch auch anpassen,sodass eine Unterscheidung ersichtlich wird
So sieht es jetzt gut aus. Manche Leute zeichnen den Bestand zusätzlich in grau ein (manchmal ist das auch übersichtlicher), man kann aber auch einfach wie du den Bestand gar nicht einzeichnen, da spricht auch nichts gegen.