Beschreibung des Vorschlags
In Mülheim an der Ruhr gibt es im U-Bahnhof Hauptbahnhof eine Bauvorleistung für eine mögliche Straßen-/Stadtbahnverbindung vom Hauptbahnhof auf die Kaiserstraße, über die der Hauptfriedhof erreicht werden kann. Diese Strecke sollte mal von Stadtbahnen befahren werden.
Ich möchte vorschlagen, diese Bauvorleistung für den Bau einer richtigen Straßenbahnlinie zu verwenden. Diese soll dann vom Hauptbahnhof zum Hauptfriedhof verkehren. Sicherlich kann man die Linie 901 über diese Strecke verlängern, doch die Linie 901 ist im Mülheimer Netz ein Fremdkörper, da sie im Gegensatz zu den anderen Mülheimer Straßenbahnlinien normal- statt meterspurig ist. Für Netzerweiterungen Mülheims ist es sinniger zum Hauptfriedhof die Meterspur beizubehalten, zumal die 901 viel zu lang ist, da sie in Duisburg-Obermarxloh beginnt. Die gesamte Neubaustrecke Hauptbahnhof – St. Marien-Hospital erfolgt in Meterspur. Die Meterspurlinie würde somit mindesten Mülheim Hbf – Hauptfriedfhof fahren. Weil der Knoten Mülheim-Stadtmitte aber wichtiger als der Hauptbahnhof ist und der Mülheimer Straßenbahntunnel unterdurchschnittlich ausgelastet ist, ist eine Weiterführung der Straßenbahn bis MH-Stadtmitte und Schloss Broich möglich. Im Prinzip kann sie hinter Schloss Broich leer ins Depot fahren und stets im Betriebshof terminieren, doch kurz hinter dem Betriebshof liegt die Hochschule Ruhr-West. Diese möchte ich ebenfalls über eine kurze Neubaustrecke erreichen. Dazu ist es notwendig das Vierschienengleis des Straßenbahntunnels entlang der Duisburger Straße zu verlängern.
Sicherlich ist die Tunnelverlängerung auf den ersten Blick teuer, aber vorausschauend, wenn man eines Tages die Linien 104 und 112 auch unter die Erde legen will.
- 104 Tunneleinfädelung Aktienstraße
- 112 Innenstadttunnel, Linie 112 nutzt dann die in hiesigem Vorschlag vorgeschlagene Tunnelstrecke Hbf – St. Marienhospital
Außerdem kann man mit der Tunnelstrecke Hauptbahnhof – Marienhospital die Straßenbahnlinien 104 und 112 oberirdisch zum Hauptbahnhof führen. Die oberirdische Strecke Kaiserplatz – Marienhospital bleibt aus betrieblichen Gründen erhalten und wird erst – zusammen mit der oberirdischen Strecke Aktienstraße U – Friedrich-Ebert-Straße – Stadtmitte – Ev. Krankenhaus – Kaiserplatz – Marienhospital – stillgelegt, wenn die Linien 104 und 112 in den Straßenbahntunnel der Linie 102 eingefädelt werden.

Welchen Takt strebst du hier an? Und wie soll die hoch verschuldete Stadt Mülheim, selbst wenn man für den Bau von 100% Förderquote ausgeht, sich hier den Betrieb leisten? Gerade werden eher Strecken stillgelegt als neu gebaut…
Es ist natürlich richtig, dass die Stadt Mülheim an der Ruhr zu den am höchsten verschuldeten Kommunen im Bundesgebiet gehört – und dass dort bereits seit geraumer Zeit intensiv über Streckenstillegungen im Stadtbahnbereich diskutiert wird, die bislang aber erst rudimentär umgesetzt worden sind – und die hoffentlich auch in Zukunft nicht noch weiter umgesetzt werden müssen.
Es ist aber nun einmal eine unbestreitbare Tatsache, dass es in Mülheim einen gut ausgebauten Stadtbahntunnel gibt – und dass die beim Bau und Unterhalt dieses Systems getätigten erheblichen Investitionen vollständig verloren gingen, wenn es à la manière Ludwigshafen zu einer kompletten Schließung und vollständigen Außerbetriebnahme dieses Tunnelsystems kommen würde.
Da es den Mülheimer Stadtbahntunnel nun einmal gibt und dieser, anders als in Ludwigshafen, auch eine durchaus sinnvolle Lage aufweist, ist es legitim, über Möglichkeiten nachzudenken, für das bislang ungenügend ausgelastete Mülheimer Tunnelsystem durch Ausbauten eine stärkere und sinnvollere Nutzung herbeizuführen.
Wie vom Vorschlagsersteller angeregt, könnte man zu diesem Zweck weitere Streckenäste über den Hauptbahnhof führen, da dieser, neben der Innenstadt, eines der primären (Zwischen-)Ziele der Mülheimer ÖPNV-Nutzer darstellt. In Mülheim Hbf steppt zwar nicht der Bär und es gibt dort keinen ICE-Verkehr – der Bahnhof wird aber trotzdem ungleich stärker genutzt als der sich, allen Erhaltungsbemühungen zum Trotz, geradezu im finalen Todeskampf befindende Ludwigshafener Hbf.
Man sollte den obigen Vorschlag daher nicht von vornherein als sinnlos und unrealistisch abtun. Er bedarf einer gründlichen Wirtschaftlichkeitsprüfung.
Natürlich könnte am Ende des diesbezüglichen Abwägungsprozesses aber leider auch die ausgesprochen traurige Erkenntnis stehen, dass eine Nutzungsfortführung des Stadtbahntunnels in Mülheim insgesamt nicht länger sinnvoll erscheint. Ich persönlich halte diese extrem unglückliche Schlussfolgerung für keineswegs völlig ausgeschlossen, hoffe aber doch sehr, dass sie sich, in welcher Weise auch immer, vielleicht doch noch abwenden lässt.