Beschreibung des Vorschlags
Es geht um die Entflechtung des durch Mainz fahrenden bzw. dort beginnenden/endenden Personenverkehres.
Analog zum Vorschlag von Ulrich Conrad hab ich auch mal was hingekritzelt, mit ein paar wesentlichen Unterschieden:
– zweigleisiges Überwerfungsbauwerk Richtung Kaiserbrücke, damit vollständige Trennung des Verkehrs Bischofsheim <-> Wiesbaden von Worms <-> Bingen
– der ganz neue Mainzer Tunnel: aus dem Eisgrubdurchbruch unter den bestehenden beiden Tunnels hindurch in den westlichen Bereich des Hbf
– die Linienführung am Römischen Theater hab ich unverändert gelassen
– (ursprünglich hatte ich noch eine Verbindung Westseite – Mombach-rheinseitig drin, davon bin ich aber wieder weg und auf ne Lösung analog zu Ulrich gekommen. Einerseits wäre die Westseite dann voll geworden, andererseits wären zwei höhengleiche Bahnübergänge entstanden)
Zusätzlich ist für den Güterverkehr noch ein höhenfreier Übergang von der linken Rheinstrecke zur Umgehungsbahn entstanden, westlich von Mombach auf der grünen Wiese. Die Igelsteinkurve bei Amöneburg würd ich von Ulrich so übernehmen, ist hier jetzt nicht mit drin
Die Fahrordnung hab ich mir so gedacht (genannte Bahnhöfe bitte als Richtungsanzeiger verstehen):
– Worms -> Bingen: Gleis 2
– Worms -> Wiesbaden: Gleis 1 (derzeit nicht realisiert)
– Bischofsheim -> Bingen: Gleis 2 oder 3
– Bischofsheim -> Wiesbaden: Gleis 3
– Bingen -> Worms: Gleis 5
– Wiesbaden -> Worms: Gleis 4 oder 5 (derzeit nicht realisiert)
– Bingen -> Bischofsheim: Gleis 4 oder 5
– Wiesbaden -> Bischofsheim: Gleis 4
– Worms <-> Mainz: Gleis 6 oder 8 (Einfahrt über Ganz neuer Mainzer Tunnel)
– Bingen <-> Mainz: Gleis 11 oder 13 (Einfahrt unter dem Nordkopf hindurch oder drüber hinweg, was vor Ort besser. Ich habs als Tunnel gezeichnet)
– Alzey <-> Mainz: Gleis 8, 11 oder 13 – alles möglich
Abweichungen sind je nach Bahnsteigbelegung natürlich vorgesehen. Damit dürfte alles schön parallel laufen und sich kaum noch was gegenseitig im Wege stehen.
Vorteil gegenüber Ulrichs Lösung: mehr bahnsteiggleiche Übergänge auf wichtigen Umsteigebeziehungen möglich.
Nachteil gegenüber Ulrichs Lösung: der Ganz neue Mainzer Tunnel als dicker Kostentreiber. Wenn wir den nicht bauen, lässt sich die Situation trotzdem etwas entschärfen:
– die S8 in Mainz enden lassen (Frage: wohin zwischenzeitlich damit?) oder woandershin führen
– statt derer irgendeinen Halbstundentakt aus Richtung Worms nach Wiesbaden verlängern
Dann gibt es zwar immer noch Züge, die aus dem Alten Tunnel kommen und mit 40 nach 5-8 schleichen, aber es sind eben weniger.

Okay, es freut mich, dass ich dir zumindest ein paar Anregungen bieten konnte.
Das Überwerfungsbauwerk kann möglicherweise sogar gut für deine Strecke zur Kaiserbrücke genutzt werden. Es müssten nur zwei Gleise hinüber geführt werden, was bei einem gegenüber des heute darüber hinweg laufenden Gleises leicht veränderten Winkels möglich sein sollte. Unten wäre eben nur noch ein Gleis. Da dieses Überwerfungsbauwerk erst 2015 in Betrieb ging, würde ein Abbruch in nächster Zeit vermutlich den Bundesrechnungshof auf den Plan rufen. Eine weitere nutzung scheint mir daher sehr wichtig, aber auch bei deiner Version möglich, wenn man die Gleise dort geringfügig nach Westen schiebt. Das müsste gehen.
Dein neuer Tunnel wäre natürlich auch eine Möglichkeit zur Entflechtung am südlichen Bahnhofsende.
Deine Überlegungen für den Fall, dass der neue Tunnel nicht gebaut werden sollte, kann ich allerdings nicht ganz nachvollziehen. Wie stellst du dir dann vor, an welchen Gleisen die S8 enden könnte? Auch Re 4 und RE 14, die auf den äußeren Gleisen verkehren, müssten dann wieder viele Gleise queren oder über Mainz hinaus fahren, was eine zusätzliche Streckenbelegung bedeuten würde. Als Halbstundentakt aus Richtung Worms bietet sich nur die RB 44 als Verlängerung nach Wiesbaden an, da RE 4 und RE 14 zusammen nur einen Stundentakt bieten können.
Abgesehen von Gleis 3, das du für eine Relation vorsiehst, die ich gar nicht bieten will, bleiben bei dir pro Fahrtrichtung zwei durchgehende Gleise, in Nord-Süd-Richtung Gl. 4 und 5 und in Süd-Nord-Richtung Gl. 1 und 2, was insgesamt vier Gleise sind, wo ich sechs Gleise biete.
Sämtliche aus Richtung Bingen bzw. Bad Kreuznach kommenden Regionallinien, die in Mainz enden, auf die Gleise 11 und 13 zu führen, scheint mir auch bedenklich, da die Linien RE 13, RE 15, RB 26, RB 31 und RB 33 jeweils stündlich fahren. Hinzu kämen die zweistündlich endenden Züge des RE 3. Man müsste also alle zehn Minuten einen Zug wenden lassen. Okay, es sind zwei Gleise vorhanden, aber viel Spielraum zum Ausgleich für Verspätungen bleibt da nicht. Wenn du jedoch die Gleise 6 und 8 für die Alzeyer Züge nutzt, würde es wohl gehen, aber diese Gleise müssen auch den Linien RE 4 und RE 14 zur Verfügung stehen. Ich würde eins der beiden Gleisen den Linien RE 4 und RE 14 zuteilen und das andere den beiden Alzeyer Linien. Dort müssten dann zwei Züge pro Stunden wenden.
Doch wie sähe die Belastung der Gleise 1 bis 5 aus? Wie viele Züge kämen da auf jedes Gleis? Wird das nicht zu viel?
> Wie stellst du dir dann vor, an welchen Gleisen die S8 enden könnte?
Hatte ich offengelassen – keine zündende Idee, zugegeben. Vielleicht in Mombach wenden? Die Güterzüge kommen ja erst westlich davon ins Spiel, dahin dürfte also noch Luft sein.
> bleiben bei dir pro Fahrtrichtung zwei durchgehende Gleise
Warum das? Ich kann genauso 6 Gleise nutzen wie du auch. Soll auch so sein. Was ich aufgezählt hab, ist nur die bevorzugte Belegung, die möglichst vielen Fahrten das Verbleiben auf den durchgehenden Hauptgleisen ermöglicht.
> Sämtliche aus Richtung Bingen bzw. Bad Kreuznach kommenden Regionallinien…
Der Alzeyer nach 8 macht absolut Sinn. Der kommt eh von da drüben und fährt so niemandem ins Gehege.
Für den Rest stehen ja nicht nur 11 und 13 zur Verfügung, sondern auch Gleis 1 (ist ja heute auch schon so und letztlich analog zu Gleis 6 auf der Westseite). Ich hab ihm mal 2 Parkmöglichkeiten spendiert zum flotten Bahnsteigräumen, da wo bei dir die Gleise für die Züge aus Worms liegen – solang die Züge nicht länger als 200m sind, geht das klar.
> Doch wie sähe die Belastung der Gleise 1 bis 5 aus?
Sagen wir mal 2-5 als die durchgehenden Hauptgleise und sehen 1 wie 6 hauptsächlich zum Wenden vor. Bremsen, halten, Fahrgastwechsel, Anfahren. Aus der hohlen Hand – 10 Züge pro Stunde, für jedes der 4 Gleise. Das sollte ne Weile langen. Ohne den Ganz neuen Tunnel wird das zum Römischen Theater hin natürlich weniger. Deutlich entspannter aber trotzdem, und das ohne dass man eine vielgenutzte Relation nicht mehr bieten müsste.
Im übrigen: Wenn du in Bischofsheim nach Kastel rüberwillst, musst du auch höhengleich über die Hauptbahn. Hab ich auch schon oft genug oben auf der Böschung gestanden, weil erstmal die S9 aus Rüsselsheim dran war.