Beschreibung des Vorschlags
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Türkis: Gleisverlauf, bzw. Tunnel/Brücken für den Trassenvorschlag
Grau: Bedeutung mit Objektname erläutert. Oft Gehwege, Straßen, planmäßige Trassen, etc.
Trassenvorschlag für die geplante Regional-Stadtbahn S7 in Linz ab JKU/Universität.
Meine Hauptkritikpunkte an dem auf der Projektausstellung gezeigten Freihaltekorridor zur S7 ist die kurvenreiche und tunnellastige Linienführung mit zu vielen Haltestellen.
Urfahr Ost: Dazu will ich auf die technische Lösbarkeit der Kopfbahnhof-Situation beim Verkehrsknoten Urfahr-Ost hinweisen. Dazu muss die Linke Brückenstraße ab dem Brückenkopf leicht verschwenkt werden und die Bahnsteige bis zum Brückenkopf verlängert werden. Damit Volleisenbahn-Instandhaltungsfahrzeuge den Abschnitt Universität-Gallneukirchen/Pregarten befahren können, kann ein Betriebsgleis errichtet werden mit ausreichendem Kurvenradius.
Diese Änderung ist schnell damit gerechtfertigt, indem sich die Haltestelle baulich deutlich vereinfacht/verbilligt, indem sich die betriebliche Kreuzungssituation von S6 und S7 verbessert und indem das stürzen der Züge Richtung HBF wegfällt. Abermaliges Auf- und Abrüsten sowie 120m Gehweg für den Lokführer mitten in der Strecke im Regelbetrieb jeden Tag sind nicht vertretbar. Noch dazu müssen dadurch weniger alte Bäume gefällt werden und die Situation für Radfahrer an der Stelle wird nicht so sehr verschlechtert.
Die vorgeschlagene Trasse ist, außer wenn abweichend angegeben, für 100km/h (Radius: 460m) geplant.
Die Steigungen erreichen 70‰, da es sich um eine reine Tram-Train-Strecke handelt.
Fahrzeiten Universität-Pregarten:
PKW: 15min
Buslinie 311: 19min
Vorschlag S7: 15min (⌀ 70km/h über 18km Strecke mit 4 Zwischenhalten)
Die S7 kann nur dann die prognostizierten Fahrgastzahlen erreichen, wenn sie schnell genug ist, um die auf der Autobahn verkehrenden Buslinien 311, 312, 314, 319/339, 346 und 348/349 überflüssig zu machen – zumindest in dem Einzugsgebiet ihrer Haltestellen.
Darüber hinaus muss die Bahn attraktiv genug sein, um zukünftige Haus- und Gewerbebauprojekte zu ihren Haltestellen zu bringen. Die existierenden Siedlungsstrukturen können größtenteils nicht attraktiv angebunden werden, ohne unverhältnismäßig stark die Reisezeit für die restlichen Fahrgäste zu verlangsamen.
Entfall Haltestelle Außertreffling:
Die Haltestelle muss ca. 4m über dem Niveau der Bundesstraße liegen. Fahrgäste müssten erst ca. 10 Höhenmeter auf das Niveau des Tals überwinden und selbst dann liegen kaum 15 Häuser in 5 Minuten Gehzeit von dieser Stelle. Da die Häuser hier hauptsächlich auf den Hügeln liegen wären für die meisten Fahrgäste weitere 30-40 Höhenmeter zu überwinden. Eine P&R hat hier auch nicht besonders viel Platz.
Falls die Trasse nördlich der Autobahn geführt wird gibt es Platzprobleme mit der Bundesstraße und dem Haus Prager Straße 6. Dann wäre die Haltestelle zwar zugänglicher für die Winklersiedlung, aber umso weniger für Außertreffling.
Da diese Haltestelle zwischen Linz und allen anderen Haltestellen liegt und man eine 100km/h-schnelle Trasse hier bauen könnte, wären die Fahrzeiteinbußen zu groß, um diesen Halt zu rechtfertigen.
Entfall Haltestelle zwischen Mittertreffling und Schweinbach/Linzerberg:
Obwohl es hier nicht ganz so ausgeprägt ist, wie bei der Haltestelle Außertreffling, sollte dieser Halt zugunsten der Fahrzeit auch nicht umgesetzt werden. Die Stadtbahn muss sich als sehr hochrangiges Verkehrsmittel positionieren, womit auch ein 750m langer Gehweg zu Haltestelle vertretbar sein wird. Damit deckt die Haltestelle Schweinbach/Linzerberg schon viel von dem Gebiet dieser Haltestelle ab. Der Halt Schweinbach/Linzerberg ergibt sich hier sowieso natürlich, indem die Siedlungsstruktur und Straßenzüge Kegelförmig auf den Engpass nach der Autobahnab-/auffahrt zulaufen. Besonders viele zusätzliche Häuser und Arbeitsplätze würden nicht angebunden werden. Man muss auch bedenken, dass jeder Fahrgast von Linz nach Gallneukirchen, oder von Linz nach Pregarten dafür mit eine längeren Fahrzeit zahlt.
Entfall Haltestelle Rastplatz Denk/Engerwitzdorf:
Da ohnehin genug Platz bei den Haltestellen Engerwitzdorf und Radingdorf Gewerbegebiet für eine großzügige P&R-Anlage ist, gibt es keinen Grund die Stadtbahn durch diese Haltestelle zu verlangsamen. Viel eher bietet sich die P&R bei den anderen Haltestellen an, da der Rastplatz nicht aufwändig umgestaltet und womöglich eine Brücke über die Autobahn für KFZ errichtet werden muss. Bei Radingdorf wurde erst kürzlich die größte Ampelkreuzung OÖs gebaut.
Beschreibung des Streckenverlaufs:
Schon direkt ab der Haltestelle JKU steigt die Bahn auf den Hügel und beginnt den großen gleichmäßigen Bogen Richtung Osten. Dabei wird der neue Kreisverkehr und am Bogenende die Autobahn unterquert. Diese und sämtliche Tunnel im Vorschlag sollten aus Kostengründen in offener Bauweise errichtet werden. Nach wenigen Metern gerader Strecke südlich der Autobahn (wofür leider einiger Baumbestand weichen muss) beginnt der gerade Talübergang Treffling, bei welchem die maximal mögliche Steigung nötig ist. Danach müsste die Bahn leicht unter dem Niveau der Autobahn liegen. Um sehr große Einschnitte zu vermeiden, wäre es sinnvoll das Lichtraumprofil der Autobahn zu nutzen und diese in ihrem Verlauf wenige hundert Meter früher zweispurig werden zu lassen. Falls das nicht möglich ist, ist ohnehin nur der TÜPL betroffen.
Um Mittertreffling zu erreichen, wird die Autobahn in einem maximal großen Bogen höhenfrei gekreuzt. Die Autobahnabfahrt und zwei weitere Straßen werden überbrückt. Danach fällt die Trasse schnellstmöglich ab, um vor der Apotheke auf Bodenniveau zu sein. Hier macht betrieblich eine Ausweichstelle Sinn. Aufgrund der langen Züge und Bahnsteige sollten schnelle Weichen eingebaut werden. Zur Akzeptanz muss man den Anrainern hier das schlanke Ausmaß eine eingleisigen Bahnstrecke mit Tram-Trains erklären.
Danach wird verläuft die Trasse weiter mit ca. 500m großen Bogenradien zur Autobahn, wo die Brücke bei Innertreffling unterquert wird, wofür die neu gebaut werden muss. Hier ist kein Platz für eine Haltestelle. Eine Haltestelle hier würde ebenso wie Außertreffling die Fahrzeit unverhältnismäßig stark verlangsamen und die Haltestelle unmittelbar direkt neben der Autobahn wäre dreckig und laut. Die Trasse folgt folgend der Autobahn, wird aber leicht davon gelöst um den Baumbestand zu schützen. Bis Schweinbach gibt es keine weitere Haltestelle.
– Richtung Gallneukirchen wird die Autobahnab-/auffahrt unterquert. Dieser Bogen muss mit 250m enger gestaltet werden. Eine Steilwand zu Weidenweg 44 ist nötig. Die Trasse verläuft weiter unterhalb der Freistädter Straße, aber in einem dennoch größeren Bogen als die Straße. Die Haltestelle entsteht anstelle der Tankstelle und verläuft bis unter die Hackstraße. Der Abstieg Richtung bedeutet wieder eine große Steigung. Ideal wäre hier der eingezeichnete gerade Verlauf. Eine östlichere Lage, um den Häusern nicht so sehr das Morgenlicht zu verbauen, ist möglich.
Richtung Gallneukirchen ist noch genügend unverbaut, um in gleichbleibend großen Bögen fast bis zum Zentrum zu trassieren, auf Kosten von Sparkasse-Parkplätzen. Die Haltestelle Gallneukirchen bleibt einfach gestaltet.
– Richtung Pregarten wird in einem zweiten Tunnel die Autobahnab-/auffahrt unterquert. Hier bleibt die Trasse eng an der Autobahn, da der Baumbestand nicht besonders ausgeprägt ist. Die Haltestelle Schweinbach wird mit direkten Gehwegen Richtung Westen an den Ort angebunden.
Die Trasse folgt weiter der Autobahn, bis sie sich, ähnlich wie bei Mittertreffling, davon löst, um die Baugebiete bei Mittertreffling zu erschließen. Auf autobahnnaher Seite ist eine P&R-Anlage denkbar. Danach wird die Autobahn überquert. Bei der Raststätte gibt es bewusst keine Haltestelle, stattdessen wird mit 100km/h vorbeigefahren. Die große P&R-Anlage soll in Radingdorf entstehen. Die Trasse folgt weiter der Autobahn. Ein- womöglich zwei Brücken müssen neu errichtet werden. Bei Unterwögern entsteht ein 300m langer Tunnel. Zum Landschaftsschutz vielleicht im Tunnelvortrieb. Nördlich des Bauernhofs wird der Bach und ein paar Straßen überquert. Die Haltestelle und P&R-Anlage entsteht südlich und mittig des Gewerbegebiets und wird mit einer neuen Straße für KFZ erschlossen.
Danach verläuft die Trasse südlich von Scheiben Richtung Summerauerbahn. Einige Einschnitte und Brücken sind trotz der relativ große Steigung nötig, damit der große Bogenradius von ca. 500m eingehalten wird. In Pregarten wird der Gleisbereich Richtung Norden um zwei Stumpfgleise vergrößert.
Bestehende Vorschläge:
Ich konnte folgende bereits eingereichte Vorschläge zu der Strecke finden, die sich jedoch fast gänzlich von meinem Vorschlag unterscheiden: Linz: Uni – Gallneukirchen | Linie Plus und SFS Linz-Budweis-Iglau | Linie Plus
Edit 21.1.26: Komplette Neugestaltung des Vorschlags.
Edit 2.2.26: Hinzufügen Durchschnittsgeschwindigkeit, leichte Anpassung Formatierung

Sehr schöne Karte. Bisher kennt man ja nur Pläne von offizieller Seite bis zur Freistädter Straße. Was mir gefällt ist der Anschluss an die Eisenbahnstrecke durchs Industrieviertel, könnte eine Nebenstrecke werden für Pendler dort zu HVZ.
Präferieren würde ich die Variante mit der Anbindung des Autobahnrastplatzes Engerwitzdorf. Verknüpfung verschiedener Verkehrsmittel ist vorteilhaft, auch wenn natürlich besser wäre, Pendler würden schon früher auf Öffis umsteigen als erst dort.
Ist es möglich oder sinnvoll, eine Schleife zum Campus Hagenberg zu ziehen, bevor es zum Bahnhof Pregarten geht? Damit wären mehrere Unis/FHs eingebunden und Studenten hätten eine bessere(?) Anbindung.
Vielen Dank für die lobenden Worte!
Mittlerweile habe ich meine Meinung zur besten Variante stark geändert. Die Hafenbahn mitzubenützen ist ein No-Brainer eigentlich und wie die Führung in Gallneukirchen aussehen soll hab ich auch hinzugefügt und klarifiziert. Außer dem multimodalen Aspekt gibt die Autobahn schon eine schöne gerade Spur zu Verfügung und man braucht nicht etliche Enteignungen auszuschreiben.
Die FH Hagenberg ist ein wirklich sinnnvoller, bestrebenswerter Ort und darüber hinaus habe ich auch privat Connections dazu, aber eine annähernd wirtschaftliche Trasse dahin sehe ich nicht. Das Relief eskaliert förmlich und die Gegend ist ziemlich verbaut. Bleibt wohl ein „Last Mile“ Problem.
„… Dafür ist die Regional Stadt Bahn eminent wichtig, sie macht den Bildungs- und Wissenschaftsstandort Oberösterreich durch die direkte Anbindung der Johannes Kepler Universität und der Interdisciplinary Transformation University, kurz ITU, sowie in weiterer Folge auch der FH Hagenberg noch attraktiver“, sagt Landeshauptmann Mag. Thomas Stelzer. …“
https://www.linz.at/medienservice/2023/files/PK20231211_Einigung_Stadtbahn.pdf
Dann sind wir gespannt, was aus dieser heutigen Ankündigung wirklich wird.
Für die FH Hagenberg hab ich jetzt auch einen passenden Vorschlag! https://linieplus.de/proposal/ooe-seilbahn-fh-hagenberg-bahnhof-pregarten/
Noch ein Hinweis. 2013 war im Gesamtverkehrskonzept für den Großraum Linz der oö. Landesregierung die Linienführung bs Gallneukirchen wie in der Karte auf Seite 84 dargestellt geplant:
https://www.mobil-ans-ziel.at/wp-content/uploads/2020/08/GesamtverkehrskonzeptLinz2013.pdf
Entlang der Autobahn/Schnellstraße und mit Stichstrecke ins Ortszentrum von Gallneukirchen.
Echt eigenartig. Ich freue mich über große Bogenradien, aber der Riesen Tunnel unter die Winklersiedlung ist echt eigenartig. Dann die gewonnen Reisezeit in Schweinbach in engen Kurven herumgurken und dann in einen Tunnel abtauchen der topografisch keinen Sinn ergibt. Überhaupt die ganze Stecke nur als Stichstrecke zu entwerfen ist betrieblich sehr einschränkend und kein Vorteil für die Interregionalität für das Gusental.
Klar ist der Vorschlag veraltet und noch als Straßenbahnverlängerung konzipiert, aber dass überhaupt sowas so weit im Entscheidungsprozess überlebt, zeugt davon, dass mehr Vorschläge wichtig sind.
Möglicherweise werde ich meinen Vorschlag an Schiene OÖ und die Stadt Gallneukirchen schicken.
Tu das bitte. Schaden wird es nicht, insbesondere für Gallneukirchen.