Beschreibung des Vorschlags
Ums mal sehr liebevoll auszudrüclen, mir war eines Tages verdammt langweilig, weswegen ich mich ohne Grund in Google Maps reinsetzte und schaute, wo man mal eine neue Trassierung für unsere wundervolle Straßenbahn bauen kann. Dabei ist mir wieder eingefallen, dass der Lene-Voigt-Park ja auch mal ein großes Bahnhofsgelände war, wie wärs denn dort ne Straßenbahn zu legen? Somit ist das hier entstanden.
In meiner Vision, würde die Straßenbahn von der Prager Straße an der (H) Gutenbergplatz abzweigen, dort kurz auf der B2 in der Mitte in eigenem Gleiskörper verlaufen um wieder rechts in den Lene-Voigt-Park einzuschwenken. Generell, wären dafür natürlich aufwendige Ampelschaltungen nötig, diese sind aber auf jeden Fall nicht unmöglich zu bauen (Bsp.: Einfedelung auf die Straße vom Klingerweg kommend (Linie 1 und 2), Straßenkreuzung nähe Kiewer Str. (Linie 15))
Nach der Kreuzung der B2 würde die Straßenbahn quasi direkt mitten im neuen Campus Gerichtsweg halten, ein großer Schulcampus bestehend aus Grundschule, Kita und – sofalls ich mich recht entsinne – auch einer Oberschule.
Weiter geht es den Park herunter zur nächsten Haltestelle. Diese nannte ich jetzt Lene-Voigt-Park, da mir ehrlicherweise kein besserer Name eingefallen ist. Diese Haltestelle soll quasi als Zugang zum Park, aber auch zur Erschließung der Büros südlich des Parks (Richtung Prager Straße), sowie die Erschließung der Wohngebiete nördlich (und der 125. Oberschule Leipzig) dienen.
Von dort aus, fährt die Bahn ihre Vollgeschwindigkeit aus bis zur Haltestelle an der Riebeckbrücke, wo Umsteigemöglichkeit zur Linie 4 in Richtung Stötteritz und Gohlis bestehen soll. Die beiden unteren Haltestellen der Neubaustrecke sind dabei etwas weiter auseinander, Grund dahinter ist um mehr Platz für Treppen/Aufzügen herzustellen um einen ordentlichen Umstieg zu ermöglichen, ohne das man einen langen Umweg laufen muss. Gegebenenfalls kann man die Haltestelle der 4 weiter in Richtung der Riebeck-/Oststraße rücken, und die Brache von der alten Shell-Tankstelle benutzen.
Unser nächster Halt ist dann die Haltestelle Martinbrücke und Mierendorffstraße. Diese soll quasi der Erschließung der Wohngebiete rund um dienen, welche zwar Anschluss an die Linie 60 von der Lipsius- bzw. Holsteinstraße haben, aber noch keinen eigenen SPNV, wenn man von der S3 welche nur in Anger-Crottendorf hält absieht.
Zur besseren Verbindung zur S-Bahn, habe ich natürlich auch eine Haltestelle an dem S-Bahnhof Anger-Crottendorf geplant. Dort sogar mit Wendeschleife, sofalls man einen 5-Minuten-Takt planen möchte. Die Züge der verkürzten Linie würden dort enden, und wieder an der normalen Haltestelle einfedeln.
Weiter geht es auf einer schon lang geplanten Straßenbahnstrecke nach Mölkau, welche zumindest auch für einen kleinen Teil schon existierte. Diese folgt größtenteils der Zweinaundorfer Straße bis zur Gabelung, wo sie der Engelsdorfer Straße bis zur Kreuzung Paunsdorfer-/Engelsdorfer Straße folgt, dabei soll sie an den jetzt schon bestehenden Haltestellen der 72/73 halten. Ab der Kreuzung habe ich geplant die zurzeit leerstehende Fläche für eine Wendeschleife zu nutzen, in der – ähnlich wie in Knautkleeberg – Umsteigemöglichkeit zu Bussen besteht. Meine Idee war dabei die heutigen Linien 72/73 (Hauptbahnhof – Mölkau – Paunsdorf/Sommerfeld) bis Mölkau, Gemeindeamt einzukürzen und dort Anschluss zur Linie 12 und 79 (Connewitz – Mölkau – Thekla) zu bieten.
Generell ist meine Idee, dass die derzeitige Linie 12 (Gohlis-Nord – Johannisplatz) diesen neuen Abschnitt befahren sollte, da es schon länger geplant ist diese sowieso über die Prager Straße zu verlängern. Daher war dies für mich ein No-Brainer.
Ich sehe, natürlich im Kontext einer wachsenden Stadt und einem noch stärker wachsenden Stadtteil (Reudnitz) einen Fünf-Minuten-Takt bis S-Bahnhof Anger-Crottendorf vor. Gegebenenfalls, wenn man das Liniennetz so wie heute haben will, wäre es bis S-Bahnhof Anger-Crottendorf ein 10, bis Mölkau ein 20-Minuten-Takt. Dies wäre aber eine Verschlechterung von dem jetzigen 10-Minuten-Takt der Linien 72/73.
Zusammengefasst nochmal meine Pro’s und Contra’s für die neue Strecke:
Pro:
- Bessere Erschließung der Viertel rund um den Lene-Voigt-Park an den ÖPNV
- Bessere Erschließung des Lene-Voigt-Parks
- Neue Umsteigemöglichkeiten zur S-Bahn
- Mehr Kapazität (Fahrzeuglänge) als auf den Linien 72/73
- Umsetzung der schon langen geplanten Erschließung Mölkaus an den SPNV
- Bessere Umsteigemöglichkeit zur Linie 79 (hält nur in der Sommerfelder Straße, Umstieg von 72 (Haltestelle in der Engelsdorfer Straße) sehr lang)
Contra:
- Umbau von Riebeckbrücke (zurzeit sehr eng, eigentlich passt nur der Radweg drunter, aber die Brücke ist sowieso schon langsam sehr bauffällig)
- Umleitung von den Heizwasserleitungen entlang der Strecke (zumindest an einigen Stellen)
- Umbau von den Rad-/Fußwegen (ich würde sie nicht entfernen, eher parallel laufen lassen)
- komplizierte LSA (Prager Straße, Zweinaundorfer Straße)
- vsl. Anwohnerproteste (Wegnahme von Grünflächen, Lautstärke etc.)
- Erzwungenes Umsteigen von Mölkau in 72/73 zur Weiterfahrt

Grundsätzlich bin ich mir nicht sicher, ob bis Mölkau das Potential einer Straßenbahnstrecke vorhanden wäre. Zwischen Anger-Crottendorf und Mölkau gibt es keinerlei nennenswertes Aufkommen und in Mölkau endet die Linie vor möglichen Aufkommensschwerpunkten. Die Endstelle müsste definitiv woanders liegen (oder eine Weiterführung Ri. Stötteritz). Fraglich wäre auch, was dann mit den Linien 72/73 passieren soll.
Die Strecke durch den Lene-Voigt-Park halte ich für ungünstig. Von relevanter Bebauung recht weit weg und zerschneidet den Park in seiner ganzen Länge. An nennenswerten Aufkommenspunkte wie dem Reudnitz- Center oder Riebeck-/Oststr. fährt man vorbei. Interessant ist die Streckenführung nur für Menschen aus Mölkau in Ri. neues Technisches Rathaus. Günstiger wäre m.E. eine Streckenführung durch Täubchenweg/Zweinaundorfer Str. (wie sie bereits früher teilweise bestand) oder durch die Oststr. (hier gern bis zur Str. des 18. Oktober um das Uniklinikum anzubinden).
Ich denke auch, dass eine Strecke durch den Lene-Voigt-Park eher ungünstig ist. Dies ist eine relevante Naherholungsfläche im Leipziger Osten und nicht dafür geeignet von einer Straßenbahn durchfahren zu werden.
Eine Streckenführung über den Täubchenweg ließe sich diskutieren, allerdings fehlt da aus meiner Sicht ein Zielpunkt für Aufkommen und du hast es ja schon gesagt, dass auf der anderen Seite im Verlauf der Zweinaundorfer Straße auch kein wirkliches Aufkommen besteht. Zudem existiert auf dem Linienweg der 72/73 zwischen dem Listplatz und der Köhlerstraße noch ein Gleis, sodass zuerst geprüft werden könnte die Linien 72/73 bis zur Breiten Straße mit einer Straßenbahnlinie Richtung Technisches Rathaus zu ersetzen.
Super Vorschlag 😀