Beschreibung des Vorschlags
Ziel der Umgestaltung
In Leipzig schreitet der Ausbau von der Straßenbahn zur Stadtbahn langsam voran. Die Linie 16 ist bereits seit 2017 vollständig für 2,40 Meter breite Fahrzeuge befahrbar. Auch vom MIV ist sie fast vollständig getrennt. Nur in der Delitscher Landstraße und im Süden (Durch geplante Südspange oder Verlegung vielleicht nicht mehr) ist die Trasse nicht seperat. Und letzteres, obwohl es eine Möglichkeit gibt die Strecke ohne Tunnelbauten komplett vom Straßenverkehr zu trennen und somit deutlich weniger Verspätungsanfällig zu machen ohne dabei den restlichen Verkehr besonders zu beeinträchtigen.
Im Jahr 2017 wurde mit der Erneuerung der Gleisanlagen in der Philipp-Rosenthal-Straße der stadtbahnähnliche Ausbau der Linie 16, der neben einer abschnittsweisen Separierung der Straßenbahngleise und einem barrierefreien Haltestellenausbau auch die Aufweitung des Gleismittenabstandes umfasste, um den Einsatz 2,40 m breiter Fahrzeuge zu ermöglichen, praktisch abgeschlossen. Ebenfalls weit fortgeschritten ist diese Anpassung auf der Linie 15 und soll möglichst bis 2026 endgültig abgeschlossen werden. Anschließend soll dieser Ausbau auf der Linie 11 fortgesetzt werden, wobei aufgrund geänderter städtebaulicher Prioritätensetzung nunmehr auf eine Separierung der Straßenbahngleise weitgehend verzichtet wird. Bis Mitte der 2030er Jahre soll das gesamte Straßenbahnnetz für den Einsatz 2,40 m breiter Fahrzeuge angepasst werden.
Aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie; Abgerufen am 28.02.2024
Bild: Der Stadtbahnausbau in Leipzig: Unterführung unter einer Kreuzung
Wo in Leipzig sind die Strecken schon seperat ?
Wie die Karte zeigt, gibt es schon fast eine vollständig seperate Achse. Vom Messegelende über den Hbf und den Johannisplatz bis Meusdorf wird nur in der Delitscher Landstraße auf einem 300 Meter langen Abschnitt eine Begegnung mit MIV stattfinden.
Wie soll die Umgestaltung aussehen?
Da ich die Maßnahmen schlecht in die Karte eintragen kann, gibt es hier die Beschreibung mit Bildern.
Empfehlung: Geh die Strecke doch mal auf Streetview ab.
Maßnahmen:
1. Umgestaltung im Bereich der Brücke
Um mehr Platz unter der Brücke zu schaffen, muss ein Verkehrsträger weg.
Direkt neben der Brücke ist eine zweite Brücke. Diese hat aber eine geringere Höhe. Sie ist somit nur für Fußgänger und Radfahrer geeignet. Unter diesen Bogen (Bild)wird nun der westliche Fuß-und Radweg verlegt. Nun ist genügend Platz unter der Brücke.
Dort wird nun die Fahrbahn und auch das Gleis nach Westen verschoben. Dadurch hat man nun genügend Platz für eine seperate Führung.
2. Verzicht auf Linksabbiegerspur
Durch den Verzicht auf die Linksabbiegerspur bekommt die Tram genügend Platz. Eine Spur reicht vollkommen aus. So hat die Gegenfahrbahn an der Kreuzung mit der Seehauser Straße auch nur eine Abbiegespur.Alle nutzen hierbei dieselbe Spur.
3. Keine Abbiegemöglichkeit mehr
Die kleine Bahnhofsstraße hat derzeit eine große Kreuzung. Die Linksabbiegespur ist auf den Tramgleisen. Damit die Tram einen seperaten Gleiskörper bekommt, wird hier nur noch das Rechtsabbiegen möglich sein.
Autos fahren nun wenn sie von Süden in die Bahnhofsstraße wollen über die Südtangente und den Viaduktweg.
Welche Möglichkeiten hat man nun ?
Durch eine Trasse, die kompett seperat verläuft und stets für 2,4 Meter breite Fahrzeuge geeignet ist, kann man größere Fahrzeuge einsetzen. In Zukunft wird es wohl noch enger bei der Tram rund um den Hbf. Durch größere Fahrzeuge kann man dieses Problem lösen.
Ich denke zwar nicht, dass man sofort 90 Meter Stadtbahnen wie in Köln braucht, aber die neuste Tram Leipzigs ist nur 37,63 m lang.
Die neuen wagen NGTplus werden größer sein. Sie sollen 45m lang und 2,4 m breit sein. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung.


Der Neubau der Eisenbahnbrücke ist für 2026 vorgesehen, so dass dieser Vorschlag obsolet wird (https://www.l-iz.de/politik/brennpunkt/2025/08/mehr-platz-fur-rad-und-strassenbahn-eisenbahnbrucke-delitzscher-landstrasse-2026-neu-gebaut-631044).
Hast du den letzten Satz unter der Überschrift „Mehr lichte Weite“ gelesen?
=> Das die Separierung bereits 2026 passiert ist noch nicht in trockenen Tüchern
Was denkst du über größere/längere Trams in Leipzig?
VG Geomaus007
Was denkst du über größere/längere Trams in Leipzig?
Die Entscheidung für breitere Trams hat man Anfang der 90er Jahre getroffen. Entsprechnd der damals verwendeten Fahrzeuge ist damit natürlich ein Kapazitätsgewinn möglich. Doof, dass die LVB diese Zahlen allerdings immer noch argumentativ heranzieht, obwohl sich die Bahnen bereits grundlegend geändert haben. Grundsätzlich finde ich die breiteren Bahnen gut, wenn die Innenräume entsprechend gestaltet werden.
Längere Bahnen als 45m wird es in Leipzig nicht geben, dafür passen Haltestellen und Kreuzungen/Ampelschaltungen nicht. Dies anzupassen, wäre finanziell utopisch.
Wäre aber deutlich günstiger als Parallelstrecken zu bauen, wenn manche Strecken heute mit 45m-Zügen ihre Kapazitätsgrenze erreichen.
Eine Entscheidung für längere Trams hätte man viel früher treffen müssen, jetzt ist es zu spät dafür. Allerdings gibt es der Platz in den Leipziger Straßen an vielen Stellen nicht her, längere Fahrzeuge einzusetzen. Genauso, wieso man sich nicht für 2.65m breite Fahrzeuge entschieden hat. Das passt einfach nicht.
Aber wo in Leipzig baut man aus Kapazitätsgründen Parallelstrecken?
Wieso ist es zu spät um irgendwann den Ausbau für längere Haltestellen anzugehen? Dann muss man die Bahnsteige eben verlängern.
Das ist zwar nichts von heute auf morgen, aber auch kein Hexenwerk.
In Bremen ist man aktuell damit beschäftigt, das komplette Netz umzubauen, damit breitere Trams fahren können.
Der Umbau für längere Trams ist da deutlich einfacher.
Aktuell baut man zwar keine Parallelstrecken, bei weiter stark steigenden Fahrgastzahlen halte ich es aber für nicht ausgeschlossen, dass einzelne Streckenabschnitte an ihre Kapazitätsgrenze gelangen.
Und wenn das der Fall ist, muss man eben mehr Kapazität schaffen und dabei abwägen, ob eine Entlastungsstrecke, oder längere Bahnen die sinnvollere Alternative sind.
Wenn es denn, um längere Bahnen einzusetzen, nur die Haltestellen wären! Das ist etwas arg zu kurz gedacht. Für längere Bahnen benötige ich ggfs. andere Kurvenradien, andere Aufstellflächen an Kreuzungen, eine längere Räumzeit an Kreuzungen (geänderte Ampelschaltungen), an vielen Stellen eine komplett andere Aufteilung des Straßenraumes, andere Betriebsgebäude (längere Werkstätten und Waschanlagen usw.).
Da scheint der Netzumbau für breitere Bahnen einfacher zu sein, wenn man dies im Rahmen der sowieso anstehenden Sanierungen mit erledigt (und diese nicht immer weiter vor sich her schiebt).
In Leipzig selbst gibt es aktuell einen einzigen Streckenabschnitt an der Kapazitätsgrenze: Die Haltestelle am Hauptbahnhof. Hier gibt es insgesamt allerdings genügend Möglichkeiten, Entlastung zu schaffen. Sei es über eine Verbindungskurve vom Augustusplatz zum Leuschner- Platz, Tangentiallinien (Südsehne) oder letztendlich eine Verbreiterung und Erweiterung der Haltestelle Hbf. selbst (unter Reduzierung einer KfZ- Spur). Von Parallelstrecken zur Entlasung ist man da noch ganz weit entfernt. Wichtiger wäre, erstmal die anderen angedachten Verbesserungen hinzubekommen…