Beschreibung des Vorschlags
Legende zur Karte
Grau: Infrastruktur des Projekts „Ausbau südlich Gummersbacher Straße“ (Bauvorbereitung läuft bereits)
Braun: Zusätzliche Infrastruktur im Rahmen dieses Vorschlags
Problem
Die Schnellfahrstrecke Köln-Rhein/Main (KRM) ist bis heute nicht fertig gestellt: In Köln endet sie an einem provisorischem Abzweig auf Höhe der S-Bahn-Station Steinstraße. Es fehlen die Planfeststellungsabschnitte 11 bis 14, mit denen die ICEs komplett unabhängig vom Regionalverkehr bis nach Köln Messe/Deutz (tief) fahren könnten. So wirken sich verspätete ICEs auf den Regionalverkehr aus, und verspäteter Regionalverkehr wirkt sich wiederum auf die S-Bahn aus, die sich die Gleise südlich der Steinstraße mit dem Regionalverkehr teilt.
Nichts hält so lange wie ein Provisorium – aber zumindest etwas Fortschritt ist in Sicht, da für die Planfeststellungsabschnitte 11 bis 13 die bauvorbereitenden Maßnahmen begonnen haben (Projekt „Ausbau südlich Gummersbacher Straße“). Damit wird der Ausbau zwischen Köln Messe/Deutz (tief) und dem Abzweig Flughafen Nordwest umgesetzt, nur die Realisierung des Planfeststellungsabschnitts 14 (Abzweig Flughafen Nordwest bis Abzweig Steinstraße) ist weiterhin nicht absehbar.
Ende 2022 hat DB InfraGO einen Plan zur Erhöhung der Schienenwegkapazität für die überlastete Strecke Köln Hbf ↔ Köln-Mülheim veröffentlicht. Das ist zwar eigentlich eine andere Strecke, aber auf Seite 28 gibt es eine Abbildung, wie man sich bei DB InfraGO die Vervollständigung der KRM inklusive Abschnitt 14 vorstellt. Aus Copyright-Gründen kann ich hier keinen Screenshot veröffentlichen, aber ich habe sie einmal nachgebaut:
Eigentlich halte ich die Lösung für ziemlich elegant, besonders hinsichtlich der vielen Fahrtbeziehungen, die es in diesem Bereich gibt. Ein Problem gibt es aber: Regionalzüge aus Richtung Köln/Bonn Flughafen in Richtung Köln Hbf (RE6, RB27) müssen auf einem kurzen Stück die KRM mitbenutzen. Damit wird keine vollständige Trennung zwischen Regional- und Fernverkehr erreicht. (In der Gegenrichtung gibt es dieses Problem nicht.)
Ein weiteres Problem ist, dass gleichzeitige Fahrten von Köln/Bonn Flughafen nach Köln Messe/Deutz (tief) und von Frankfurt nach Köln Hbf nicht möglich sind.
Lösung
Zur Lösung dieses Problems schlage ich vor, einen 1,2km langen eingleisigen Bypass zu errichten, mit dem der Regionalverkehr aus Richtung Flughafen direkt das Streckengleis in Richtung Köln Hbf erreichen würde, ohne mit der KRM in Berührung zu kommen. Damit würde das Gleisbild wie folgt vervollständigt werden (zusätzliches Gleis mit dicker Linie):
Nebenbei wird eine weitere weitere Weichenverbindung ergänzt, die gleichzeitige Fahrten von Köln/Bonn Flughafen nach Köln Messe/Deutz (tief) und von Frankfurt nach Köln Hbf ermöglicht (Danke, @der_Basti!).
Mir liegen zwar keine offiziellen Lagepläne zu den Planfeststellungsabschnitten 11-13 vor, aber man kann davon ausgehen, dass das zusätzliche Gleis nicht so einfach wie in der Skizze zwischen den anderen Gleisen eingefügt werden kann. Insbesondere im Bereich Vingster Ring gibt es eine Engstelle, die eine Erweiterung nach Süden um mehr als die beiden offiziell planfestgestellten Gleise auch nicht so einfach zulässt. Daher schlage ich stattdessen vor, die beiden S-Bahn-Gleise, das bestehende Streckengleis in Richtung Köln Hbf, sowie das für die KRM in Richtung Köln Messe/Deutz geplante Gleis nach Nord-Osten zu verschwenken. Zwischen der Bestandsstrecke und der Kuthstraße gibt es Platz für ein weiteres Gleis. Das bedeutet, das neu zu errichtende Gleis wird von der S-Bahn Richtung Köln Hbf befahren und die folgenden Gleise „rücken jeweils eins auf“, sodass das bisher für die KRM geplante Gleis für den neuen Bypass frei wird. Das alles habe ich so auf der Karte eingezeichnet.
Ich möchte mit diesem Vorschlag auf keinen Fall die Realisierung der Planfeststellungsabschnitte 11-13 verzögern, das Projekt hat auch so einen großen Nutzen für Köln und die ganze Region. Die dort gebaute Infrastruktur bleibt daher auch komplett unangetastet. Ich stelle mir die Realisierung meines Vorschlags dann gemeinsam mit dem Planfeststellungsabschnitt 14 vor.
Den größten Nutzen entfaltet mein Vorschlag, wenn möglichst viele ICEs aus/nach Frankfurt den Bahnhof Köln Messe/Deutz (tief) nutzen.
Verwandte Vorschläge
… von anderen Usern habe ich keine gefunden.
Hier schlage ich ein weiteres Überwerfungsbauwerk auf Höhe der Steinstraße vor, mit dem RE8 und RB27 direkt auf die rechte Rheinstrecke in Richtung Koblenz ausfädeln könnten, ohne mit der S-Bahn in Berührung zu kommen.



Das nenne ich mal einen großen Nutzen mit relativ geringen Kosten.
Guter Vorschlag! Könnte man so vielleicht auch direkt an die DB oder Politik weiterleiten.
Man sieht auf deiner schematischen Darstellung die Weichenverbidung aus dem Richtungsgleis Deutz(oben) – Frankfurt zur Überleitung von der Südbrücke Richtung Frankfurt nicht. Ich weiß nicht wofür diese Verbindung derzeit überhaupt existiert, zur Nutzung als Überholgleis ist sie jedenfalls zu kurz. Aber es bestünde dort die Möglichkeit mittels einer neuen Weiche von Deutz(oben) in den Gbf Kalk zu fahren. Damit ergäbe sich die Möglichkeit von einem sterilen Eurostar-Terminal an Gleis 1 in Köln ohne Störung irgendwelcher Gegenverkehre über Kalk und die Strecken 2669 und 2653 durch den Hbf Richtung Brüssel zu fahren.
Es wäre sehr zu begrüßen, wen man diese Weiche als kleine Maßnahmen mitbauen würde. Dass würde Eurostarverkehre sehr viel erleichtern.
Dass man diese Verbindung nicht sieht, liegt offensichtlich daran, dass man plant sie aufzugeben. Mit vier extra Gleisen im Bahnhof Köln-Kalk und deren Lage dürfte da auch kein Platz mehr für sein. Eigentlich schade, die Eurostar-Fahrt von Frankfurt nach London mit dreifacher Rheiüberquerung und Stadtrundfahrt auf der schääl Sick ist schon eine lustige Vorstellung 🙂
Hallo capybara,
Vielen Dank für diesen interessanten Vorschlag!
Schon merkwürdig, dieser Entwurf von der DB, mit lauter Asymmetrien in den gleichzeitigen Fahrmöglichkeiten je nach Richtung und Gegenrichtung. Als Ergänzung hier noch zwei:
1) Gleichzeitige Fahrten vom Flughafen nach Messe/Deutz(tief) und von Frankfurt zum Hauptbahnhof sind (auch nach deiner Ergänzung) nicht möglich; in Gegenrichtung ist das kein Problem.
2) Gleichzeitige Fahrten von Messe/Deutz(tief) zum Flughafen und vom Hauptbahnhof nach Troisdorf sind nicht möglich; in Gegenrichtung ist das kein Problem.
Beides nicht so dramatisch, da Flughafen <–> Messe/Deutz(tief) auch nach Deutschlandtakt nur alle zwei Stunden mal vorkommt. Aber vielleicht willst du diese zwei Punkte ja auch gleich mit lösen … eine extra Weichenverbindungen in ein Nachbargleis müsste jeweils reichen. Hab ich unten mal aufgeschrieben.
Wie auch immer, deinen Vorschlag find ich super.
Gruß
der Basti
für 1: neue Weichenverbindung vom Gleis aus Frankfurt kurz nach dem Überwerfungsbauwerk Flughafen Nordwest ins rechte Nachbargleis aus Troisdorf
für 2: neue Weichenverbindung vom Gleis nach Frankfurt kurz vor dem Überwerfungsbauwerk Nordwest ins linke Nachbargleis nach Troisdorf (nachdem das Gleis zum Flughafen da ausgefädelt ist aber bevor das Gleis nach Troisdorf das aus Frankfurt überquert)
Danke für das ausführliche Feedback und die guten Ideen! 🙂
Sehr gute Idee, die sollte man auf jeden Fall umsetzen. Ich habe sie in den Vorschlag aufgenommen.
Das ist theoretisch auch eine sehr gute Idee und sie würde den Knoten nochmal leistungsfähiger machen. Meine Theorie ist allerdings, dass man in den offiziellen Plänen die Weiche in Richtung Flughafen bzw. Troisdorf nach oben auf das bestehende Überwerfungsbauwerk setzen möchte (ungefähr hier). Dann wäre leider keine Weichenverbindung vom KRM-Gleis kommend mehr möglich. Sicher könnte man die beiden Weichenverbindungen auch schon vor die Rampe zum Flughafen, ungefähr auf Höhe der A4, setzen, dann müsste man allerdings auch ein zusätzliches Gleis entlang des Kiesgrubensees verlegen und ein komplett eigenes Überwerfungsbauwerk für die Siegstrecke bauen. Solange der ICE über den Flughafen nur alle 2 Stunden fährt, ist der Aufwand da wahrscheinlich zu hoch. Ich habe es aber trotzdem mal als „optional, wenn möglich“ eingezeichnet, je nachdem, was die offiziellen Pläne zu dem Überwerfungsbauwerk sind.