Knoten Braunschweig mit GUB

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Beschreibung des Vorschlags

Eine der Hauptgütermagistralen des Landes führt mitten durch den Braunschweiger Hauptbahnhof. Ein einziges Zweckgleis führt untenrum an den Bahnsteigen vorbei und wird vornehmlich für Züge von und nach Beddingen verwendet; alles andere donnert über die Bahnsteiggleise und kommt sich nicht selten mit dem Reiseverkehr in die Quere. Die Osteinfahrt ist nochmal ein extra Nadelöhr, existieren zwischen Weddel und Braunschweig schließlich nur 2 Gleise.

Hier ein Versuch, den Knoten Braunschweig zu entflechten.
Grundidee: Die Strecke Helmstedt-Lehrte über den stark rückgebauten Güterbahnhof zu führen, die hauptsächlich im Personenverkehr genutzte Strecke Fallersleben-Hildesheim durch den Hauptbahnhof.

Das wesentliche:
1: Der Abschnitt Weddel – Buchhorst erhält zwei neue Streckengleise und ein aufwendiges Bauwerk zur Überleitung Helmstedt -> Hbf.
2: Die Verbindungsbahn Gbf – Gliesmarode wird nach oben verlegt und damit eine 70 km/h-Langsamfahrstelle der Hauptbahn beseitigt. In dem Zuge werden auch 2 Bahnübergänge am Brodweg durch Unterführungen ersetzt.
3: Die Güterumgehungsbahn südlich am Gbf vorbei scheint es schon mal gegeben zu haben – diese wird reaktiviert. Die Anbindung des nicht mehr sehr bedeutenden Gbf erfolgt eingleisig und höhengleich.
4: Am Westkopf entsteht ein Betriebsbahnhof, um nötigenfalls bis zu 2 Züge pro Richtung (optional auch mehr, früher lagen da mal 12 Gleise nebeneinander) zurückhalten zu können oder in die Überholung oder den Tf in die Lokführererholungspause zu stecken.
5: Am Abweig Gabelung entsteht eine Überwerfung für Lehrte -> Hbf mit aus Platzgründen ca. 20 Promille Steigung. Für diese Relation wird im weiteren Verlauf Richtung Hbf das bisherige Gütergleis genutzt – mit
6: verändertem Spurplan, damit Gleis 8 als durchgehendes Hauptgleis erreicht wird.
7: Weiter geht es viergleisig nach Groß Gleidingen statt bisher dreigleisig; platzmäßig z.T. eng, müsste aber reichen.
8: In Groß Gleidingen selbst geht es weiter auf einer Brücke nach Hildesheim, untendurch nach Lehrte.

Weniger Lärm in der Stadt, sauber getrennte Verkehre, Kreuzungsfreiheit. Da hat eigentlich jeder was von. Bleibt nur zu sehen, wie man’s organisatorisch unter rollendem Rad zusammengebaut bekommt. Monatelange Vollsperrungen fallen ob der Bedeutung des Knotens jedenfalls aus.

Addon: Prinzipskizzen Abzw Weddel und Bf Groß Gleidingen, zur Verdeutlichung

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8 Kommentare zu “Knoten Braunschweig mit GUB

  1. Schaut insgesamt recht sinnvoll aus, auch wenn man den Effekt wohl nur als sehr Ortskundiger oder durchfahrender Tf ausreichend beurteilen kann. Ein paar kleine Fragen ergeben sich mir zu den einzelnen Abschnitten dann aber doch beim Draufschauen, insbesondere im Hinblick darauf, die Kosten und betrieblichen EInschränkungen ein wenig drücken zu können:

    Zu 1: Braucht es im Osten wirklich die recht umfangreiche Höhenfreiheit? Der Güterverkehr bleibt doch permanent auf der Südseite, notwendig wäre lediglich eine einfache Überführung für die Relation Helmstedt -> Lehrte auf die Nordseite.

    Zu 2: Gibt es da nennenswerten Güterverkehr? Oder wozu braucht es da Änderungen?

    Zu 3: Führen die beiden Gleise südlich der Gbf-Anlagen oder eins nördlich und eins südlich? Kann man die beiden Gleise im Süden zwischen 3 und 4 nicht ein wenig begradigen?

    Zu 6: Was bringt die Nutzung des Gleis 8 als durchgehendes Hauptgleis?

    Zu 5+8: Lässt sich das nicht in einem Bauwerk zusammenfassen? Zwischen Groß Gleidingen und Abzw Gabelung braucht es ja nicht unbedingt einen Richtungsbetrieb, Linienbetrieb würde ja auch reichen, oder?

    Insgesamt ein recht umfangreiches Vorhaben, was die Betriebsqualität mit Sicherheit enorm steigern würde. Nur leider lassen die obersten Herren dafür erst den Rubel rollen, wenn es richtig knirscht und sich die Verspätungsminuten im Personenverkehr läppern. Daher würd ich mal schauen, ob man an der ein oder anderen Stelle ein wenig an der Sparschraube drehen kann, damit es ein wenig realistischer wird.

    P.S. Schon recht traurig auf den Luftbildern anzusehen, welch umfangreiche Gleisanlagen hier vor sich hinrosten- bzw. bzw. buchstäblich „vegetieren“.

    1. Stimmt schon, ich hab hier ganz kräftig in die vollen gegriffen.
      Dann will ich mal auf die Kritikpunkte – danke dafür! – eingehen:

      1.: Der Einwand ist natürlich berechtigt. Die Überwerfung wäre wesentlich für den Personenverkehr gedacht, was Stand heute pro Stunde und Richtung eine RB und einen IC ausmacht. Sparvariante wäre ein höhengleicher Übergang.

      2.: Weiß ich nicht. Die Kreuzung ist jedenfalls Grund für ne stöndig eingerichtete 70km/h-Langsamfahrstelle. Dacht ich mir eben: Wenn schon beseitigen, dann gleich richtig.

      3.: Südlich die beiden Durchgangsgleise, nördlich die Anbindung des Gbf. Auf die Darstellung des Gbf selbst hab ich verzichtet, da will ich nicht weiter dran schrauben.
      Die Gleise im Süden folgen einer alten Trasse. Das macht es einfacher.

      6: Ist für Züge Lehrte -> Helmstedt, die die Überwerfung nutzen. Man kann die natürlich auch vor dem Bahnsteig abzweigend nach 7 fahren – die Weiche ist schon da. Auch so ne Frage, wie weit man’s am Ende treiben will.

      5+8: Weiß ich nicht recht, wie du’s meinst… höhenfrei trennen will ich’s in Groß Gleidingen auf alle Fälle, weil da der ganze ICE-Verkehr noch ein Wörtchen mitzureden hat.
      Sparvariante anstelle der Überwerfung an 5 wär auch hier wieder eine höhengleiche Überleitung mit Gleiswechselmöglichkeiten in Gleidingen Ostkopf und Abzw Gabelung, von denen sich je nach Verkehrslage eine auswählen lässt.

      Ma kuckn. Vielleicht bau ich mal noch ne abgespeckte Version.

      1. Okay, danke für die Infos!

        1.: Dass das höhengleich sein muss, wollte ich gar nicht unbedingt sagen. Aber du hast da schon mehr als eine einfache Überführung für das eine Gleis Helmstedt -> Lehrte drin, wenn ich das richtig sehe auch noch die Höhenfreiheit für Gbf -> Fallersleben. Braucht es beides?

        2.: Ach sehe gerade das gilt auch für die Hauptstrecke. Aber komischerweise nur für das eine Gleis (openrailwaymap, ISR Viewer). Verstehe ich nicht. Könnten nicht auch bewegliche Zungenspitzen wie bei einer Flachkreuzung Abhilfe schaffen?

        3+6.: Okay, passt.

        5+8.: Naja ich dachte halt, dass du schon in Groß Gleidingen den PV auf die Nordseite und den GV auf die Südseite sortieren kannst (alles höhenfrei), dann brauchst du am Abzw Gabelung nicht noch eine (20 Promille-) Überwerfung. Wäre dann halt ein Linienbetrieb ähnlich wie Wunstdorf – Seelze und ohne flexible Überleitungen zwischen schnellen und langsamen Gleisen im Richtungsbetrieb.

        1. 1.: Helmstedt -> Braunschweig Hbf und Braunschweig Hbf -> Helmstedt.
          Gbf Fallersleben wie heute höhengleich am Abzweig Buchhorst.

          2.: Die 70 sind in beiden Richtungen. Im Buchfahrplan eingetragen und mit Zs 3 signalisiert.
          Für bewegliche Zungenspitzen könnte das zu stumpf sein, da bin ich aber kein Fachmann für.

          5+8: Wüsst ich jetzt nicht wie, außer eben klassisch durch die Weichen.

          Ich hab mal noch Skizzen dazugepackt, auf der man’s besser sieht.

          1. Danke für die Skizzen, das macht das deutlich übersichtlicher!

            1.: Hast Recht. Man kann hier aber noch ein wenig sparen, wenn man eine Überführung konstruiert, die jeweils in Mittellage zwischen den beiden Streckengleisen einbindet. Wäre wahlweise eingleisig oder zweigleisig ausführbar, würde aber in jedem Fall auch eine durchgängige Höhenfreiheit ermöglichen.

            2.: Gut, wenn da keine günstigere Lösung möglich ist, wäre das auf jeden Fall zu befürworten.

            5+8.: Stimmt, da hatte ich einen Denkfehler, man braucht immer zwei Überwerfungen. Was mich allerdings nach wie vor ein wenig stört, ist, dass das Gleis Lehrte -> Hbf erst ganz nach Süden geführt wird und dann wieder nach Norden. Hier wäre es meines Erachtens nach günstiger, wenn man eine Konstruktion ähnlich wie in Fuldatal Ihringshausen errichtet. Wären zwar immer noch zwei Überwerfungen, aber wahrscheinlich weniger aufwendig, da es jeweils nur um ein Gleis handelt. Die östliche Überführung kann ggf. auf weiter westlich erfolgen, falls man doch lieber auf die 20 Promille verzichten möchte. Gleichzeitig hätte man zwischen den beiden Überwerfungen Richtungsbetrieb.

            1. 1: Ja, kann man auch machen. Ich musst erstmal überlegen wie du’s meinst. Fährst du bei einem Gleis halt durch mehr Weichen durch (4 statt 2), was es im Unterhalt teurer macht. Und du musst die Fallerslebener Gleise auseinanderzerren, was u.U. mehr Behinderungen bei der Bauausführung nach sich zieht. Und du brauchst mehr teure Schnellfahrweichen, oder machst die Überleitung langsamer.

              5+8: Ein Gleis Lehrte -> Hbf gibts an der Stelle noch nicht. Das ist das Gleis Lehrte -> Gbf, was schon richtig ist da unten im sonnigen Süden 😉
              Ein Ihringshäuser Modell brächte das Hildesheim-Fallerslebener Gleis auf die Südseite. Nur kann ich das da nicht brauchen wegen dem Abzweig nach Beddingen, wo sehr viel mehr aus der Lehrter Richtung rein- und rausfährt als aus der Hildesheimer.
              Weiterer Vorteil: Ich kann im Zweifel 2 Reisezüge gleichzeitig nach Braunschweig Hbf fahren – einen aus Hildesheim nach 7 und einen aus Lehrte nach 8.

              So oder so will ich mich bzgl. der genauen Ausführung gar nicht groß festlegen. Ich hab das so gezeichnet wie gezeichnet, das erhebt aber nicht den Anspruch, die ultimative und einzig brauchbare Lösung zu sein.

  2. Das ist mal ein Vorschlag nach meinem Geschmack! Detailliert, durchdacht, anschaulich. Wirklich klasse.

    Wenn tatsächlich mal irgendwann wieder massiv Güter auf der Schiene fahren, so wird Hannover–Magdeburg dies besonders stark merken, da ändert auch die Kasseler Kurve oder die Elektrifizierung der Lehrter Bahn in Sachsen-Anhalt nix dran. Zwar ist man mit einem Halbstundentakt im Nahverkehr plus Stundentakt im Fernverkehr zwischen Hannover und Braunschweig schon nicht allzu schlecht ausgelastet, aber das ist mit dem Fernverkehr zwischen Lehrte und Fallersleben noch schlimmer, sodass die Braunschweiger Route zwangsläufig an Güterverkehr zunehmen wird, zumal auch dort sicherlich ein Halbstundentakt gewünscht sein wird. Plant man dann noch den seitens des Landes Niedersachsen angedachten Halbstundentakt Hildesheim–Wolfsburg mit ein, ist ein Ausbau des Knotens Braunschweig unumgänglich.

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