Beschreibung des Vorschlags
Die Stadtbahn-Linie 17 gibt es in Köln seit einem Jahr, um auch den fertiggestellten Teil der Nord-Süd-Stadtbahn südlich der Stadtarchiv-Einsturzstelle mitzubenutzen. Sie beginnt im Norden an der Severinstraße und führt im Tunnel zum Bonner Wall, dann in einer Rampe zur Rheinuferbahn und weiter nach Rodenkirchen, in der HVZ auch nach Sürth.
Da die Linie kurz und im Netz isoliert ist, wird sie momentan schlecht nachgefragt, sodass eigentlich zu jeder Zeit trotz der Bedienung durch Doppeltraktionen auch ein Einzelwagen reichen würde. Um Einschnitten zu entgehen, schlage ich daher eine Weiterführung nach Bonn vor, um die sehr stark nachgefragte Linie 16 zu entlasten und dem Kölner Süden bereits jetzt zur Eisenbahn konkurrenzfähige Fahrzeiten von und nach Bonn anzubieten. Zudem ist der Einzugsbereich im Vergleich zu den Regionalzügen sowieso ein anderer, also wäre die Verbindung vermutlich attraktiv genug.
Zwischen Rodenkirchen Bf (oder Sürth Bf) und Bonn gäbe es einen 20-Minuten-Takt. Die 17 würde in Köln bis Sürth Bf überall halten, zwischen Sürth und Hersel allerdings nur in Wesseling. Die Halte Godorf Bf, Wesseling Nord, Wesseling Süd, Urfeld, Widdig und Uedorf würden zur Beschleunigung der Linie ausgelassen. So könnte sich ein Fahrzeitgewinn von ca. 5 Minuten gegenüber der Linie 16 ergeben. Wenn die 16 nicht gerade unzuverlässig unterwegs ist (kommt leider oft genug vor), sind dafür auch keine Überholungen nötig, da die Fahrplanlage das bereits jetzt hergibt.
Zur Erhöhung der Betriebsstabilität könnten in Wesseling Süd Überholgleise in beide Richtungen entstehen – das nach Norden alternativ auch im Bahnhof Wesseling, dann aber mit zusätzlichem Bahnsteig. Zudem müsste man an den Stationen, an denen nicht gehalten wird, vor Durchfahrten warnen. Ein bevorzugter Einsatz von bis zu 100 km/h schnellen Zügen von KVB und SWB/SSB wäre zudem sehr gut.
Die ausgelassenen Zwischenhalte gerade im Südteil haben keine so hohe Nachfrage, sodass die Linie 16 dort ausreicht, während durchfahrende Züge zwischen Chlodwigplatz und Bonn Hbf nur noch 35 statt 40 Minuten brauchen. Die Anbindung von Bornheim-Hersel und Bonn-Buschdorf an die Bonner Innenstadt wird dort durch einen (annähernden) 10-Minuten-Takt deutlich verbessert.
In Bonn wird die Linie 17 mindestens bis zur Haltestelle Heussallee im Bundesviertel fortgeführt, da es dort viele Arbeitsplätze gibt und im Vergleich zur Regionalbahn ein Umstieg in Bonn Hbf entfällt. Ergänzt werden 16 und 17 nach wie vor durch die 63 zwischen Tannenbusch Mitte und Bad Godesberg, die nun ebenfalls alle 10 Minuten fährt. Alternativ wird die Linie 17 außerhalb der Hauptverkehrszeit bzw. Verkehrszeit der Linie 63 nach Bad Godesberg durchgebunden, um dort u.a. die lange Wendezeit der 16 zu verkürzen.
Unabhängig davon möchte ich nochmal für meinen Vorschlag werben, die Bonner Linie 63 über Tannenbusch Mitte hinaus in die Mitte von Buschdorf zu verlängern: http://extern.linieplus.de/proposal/bonn-linie-63-nach-buschdorf/

Ich habe deinen Link anklickbar gemacht. Das kannst du aber auch selbst, indem du das Kettensymbol benutzt.
Dass die Linie 17 keine duaerhafte Einrichtung bleibt, ist dir sicher bekannt? Sobald der Nord-Süd-Tunnel fertig ist, wird dort die 16 durchfahren und die 17 ersetzen. Sollen dann einige Züge der Linie 16 zu Expresszügen werden und andere nicht? Das fände ich sehr unübersichtlich.
Außerdem sind Expresslinien gerade auf Strecken, die nicht immer ganz pünktlich befahren werden, problematisch, weil sich Stadtbahnen nicht überholen können. Hat die 16 Verspätung, würde der Expresszug dahinter hängen bleiben.
Den Link wollte ich noch bearbeiten, habe es aber dann vergessen. Danke dafür.
Mir ist schon klar, dass die Linie 17 nicht dauerhaft bleibt. Allerdings ist die Kompletteröffnung der Strecke erst in frühestens fünf Jahren realistisch, während man jetzt schon überlegen sollte, wie man die 16 am besten entlastet und die freien Kapazitäten der 17 nutzt. Langfristig gesehen könnten dann eben einige Züge der 16 beschleunigt fahren, evtl. für weniger Verwirrung unter einer anderen Nummer.
Die Einwände bezüglich der Streckenbelegung und Zuverlässigkeit sind selbsterklärend, aber einen Versuch ist es meiner Meinung nach wert.
An sich halte ich Expresszüge für relativ sinnvoll, sofern sie einen gewissen Zeitgewinn zum regulären Verkehr darstellen. Daher stelle ich mir die Frage, ob sich ein solches System für die Rheinuferbahn lohnt. Meiner Meinung nach nicht.
Erstens ist – wie schon angemerkt worden – die Linie 16 jetzt nicht gerade die zuverlässigste der KVB (hoffentlich ändert sich das mit der Vollinbetriebnahme der Nord-Süd-Stadtbahn…) und zweitens ist hier der Zeitgewinn nicht ausreichend hoch genug. Wären die Fahrzeuge der KVB/SWB schneller (z.B 120 km/h oder mehr), wäre die Zeitersparnis höher und es würde sich eher lohnen.
Wirkliche Expresszüge wären es nicht, aber immerhin eine leicht beschleunigte Verbindung, auf der man die verbliebenen B100 bevorzugt einsetzen könnte. Überholgleise wären zwar nett, aber ein Testbetrieb könnte auch ohne funktionieren.
Obwohl die 16 unzuverlässig ist, dürften die beschleunigten Züge der 17 nicht davon betroffen sein, wenn die Verspätung der 16 von Köln nach Bonn nicht gerade 10 Minuten oder mehr beträgt – und das ist dann doch nicht so oft der Fall. Eine Ausnahme sind die Kurse nach Wesseling statt Sürth, deren Beibehaltung vermutlich sinnvoll ist, außer man lässt stattdessen die 17 in der HVZ (selbstverständlich auf Kosten der Fahrzeit) in Godorf und Wesseling Nord halten. Dafür könnte man in Bonn evtl. am 6/7/7-Takt von 16, 63 und 17 festhalten.
In Gegenrichtung (Bonn nach Köln) würde das Problem des Auflaufens zwar schon bei Verspätungen der 16 ab 5 Minuten (in Sürth) eintreten, aber da läuft es stabiler.
Vielleicht sollte man die Linie 16 ab Wesseling bis Hersel oder Tannenbusch Mitte durchfahren lassen, während man dazwischen eine eigene kleine Bahn einrichtet. Ein drittes Gleis ist sicher machbar.