Beschreibung des Vorschlags
Da woanders behauptet wurde, der Hamburger Hauptbahnhof sei nicht in der Lage ein ITF-Knoten zu sein, möchte ich hier zeigen, dass dies sehr wohl geht. Bei einem ITF-Knoten kommt es in erster Linie darauf an, was alles geichzeitig im Bahnhof ist, abfahren muss man im Fall Hamburg natürlich gestaffelt, da zum Beispiel die Altonaer Verbindungsbahn maximal alle 4 Minuten befahren werden kann. Die in Hamburg endenden Fernzüge kommen am Hauptbahnhof dabei einige Minuten vor dem Knoten an, da aus diesen die Leute ausschließlich aussteigen, und nutzen dabei die selben Bahnsteige, an denen kurz darauf die Fernzüge der Gegenrichtung in der Taktlage halten.
00′ – Knoten
Gleis 14: ICE nach München
Gleis 13: IC(E) nach Köln über Bremen
Gleis 12: RE nach Bremen
Gleis 11 Süd: RE nach Uelzen
Gleis 11 Nord: RE nach Kiel
Gleis 8: ICE nach Berlin
Gleis 7: EC/ICE nach Kopenhagen
Gleis 6 Süd: RE nach Rostock
Gleis 6 Nord: RB nach Itzehohe
Gleis 5: RE nach Lübeck
30′ – Knoten
Gleis 14: ICE nach Frankfurt – Basel/Stuttgart
Gleis 13: IC nach Karlsruhe
Gleis 12 Süd: RB nach Bremen
Gleis 12 Nord: RE nach Flensburg
Gleis 11: RE nach Cuxhaven
Gleis 8: RB nach Lüneburg
Gleis 7: EC nach Prag über Berlin
Gleis 6: RE nach Lübeck
Gleis 5: RB nach Bad Oldesloe (wird in absehbarer Zeit zur S-Bahn)
Man sieht, man bringt alle Züge in 2 Taktknoten unter.

Rein von der Verkehren fehlt eigentlich nur:
jeweils die Halbstundenverstärker des RE und RB nach Lüneburg (sind so geplant), nach Büchen (RE) und nach Bad Oldesloe (RB) (auch wenn zukünftig auch S-Bahn). Da müsste man evtl. auch noch doppelte Belegungen einführen, damit dass hinhaut. Aber gerade in Richtung Lüneburg sind ja auch die Verkehre in den dortigen Knoten eingebunden, und ich glaube den wird man nur ungern aufgeben für Hamburg, da ja auch noch Uelzen und Celle dranhängen. Ein ITF ist halt einfach viel zu komplex um nur einen Bahnhof separat zu betrachten.
Und beim Fernverkehr: Du willst ja anscheinend alle Fernzüge kurz vor 00/30 ankommen lassen, dann weiter nach Altona fahren, und kurz darauf die Bahnsteige wieder verwenden, um die Gegenrichtung fahren zu lassen? Setze ich nun mal 6 Minuten Zeit zwischen den Belegungen vorraus, müssten die Fahrten aus Süden 25/55 ankommen und 05/35 nach abfahren, sprich der erste Regionalverkehr hinterher kann eigentlich erst 08/38 nach verkehren (02/32 ist ggf. auch noch machbar, aber dann müsste man irgendwann eine Überholung planen oder die Strecken müssen sich verzweigen). Gerade in Richtung Harburg wird es dann sicher einige Zeit dauern, bis alle Züge durch sind, und das streckt den Knoten ja auch noch ordentlich. Und ein ganz großes Problem ist halt auch, dass die endenden Fernverkehre auch nicht die pünktlichsten sind (hatte mal in einer Stichprobe zu 80% eine durchschnittliche Verspätung von 8 min), und da würde dann eben auch zu 80% dein Konzept auseinander brechen, da dann der endende Fernverkehr direkt mal den beginnenden verspäten würde, wenn du nicht jeweils eine freie Bahnsteigkante vorhalten würdest. Nur dann bräuchten eben alle Fernverkehrslinien in den jeweiligen Knoten 2 Bahnsteigkanten, und dann kommt eben das erwähnte Platzproblem.
Das sind zum einen nicht alle Züge, zum anderen ist das in der Praxis nicht umsetzbar. Hamburg Hbf macht als reiner ITF-Knoten auch keinen Sinn, wie es auch schon andere meinten. Der Engpass würde sich hierdurch extrem verschärfen, man könnte den Betrieb wahrscheinlich kaum noch gewährleisten.
Infrastrukturell muss aber Hamburg deutlich leistungsfähiger sein, da die Verbindungsbahn bis heute einen massiven Bremsklotz in einen schnellen Verkehr nach Norden darstellt. Hier wäre ein Tunnel eine Lösung. Nach Süden und Osten müssen Weichen schneller befahrbar sein. Dann werden die Schwächen des jetzigen Hbf endlich behoben.