Beschreibung des Vorschlags
Diese IRE-Linie erfüllt zwei Funktionen. Zum einen stellt sie eine direkte Verbindung zwischen Cuxhaven/Stade und der Landeshauptstadt Hannover her. Zum anderen gibt es so einen schnelleren Verkehr auf der Heidebahn mit den Mittelstädten Schneverdingen, Soltau und Walsrode, wo bisher nur eine verhältnismäßig langsame RB fährt.
Insbesondere für Cuxhaven, wo bis 2000 eine regelmäßige IR-Anbindung bestand und heute nur noch RBs nach Bremerhaven und Hamburg fahren, ist die Wiederanbindung an den überregionalen Verkehr begrüßenswert. Die Landeshauptstadt Hannover stellt dabei ein sinnvolles Ziel dar.
Zwar ist die Fahrzeit zwischen Hamburg-Harburg und Hannover Hbf mit 1 Stunde und 42 Minuten deutlich über der Fahrzeit im ICE (1:08h/Linie 25 bzw. 1:18h/Linie 26), jedoch deutlich unter der Fahrzeit im Regionalverkehr über Uelzen (2:08) und somit durchaus für Durchreisende attraktiv, da sich die Linie vollständig im Geltungsbereich des Niedersachsen-Tickets befindet und es keine Umsteige-zwänge/zeiten gibt.
Die Verbindung soll es je Richtung dreimal täglich geben – einmal morgens, einmal mittags, einmal abends.
Der Zug verkehrt (selbstreden) dieselgetrieben, da sowohl die Unterelbebahn als auch die Heidebahn in großen Teilen nicht elektrifiziert sind. Ob dies mit einem Dieseltriebwagen oder lokgezogen geschieht, ist nebensächlich.

Hmm… keine uninteressante Idee, auch weil sie viele Engpässe umgeht. Daher will ich mich da gar nicht gegen sträuben, wenn es sich lohnen sollte, schätze die Nachfrage nach dem Angebot aber eher gering ein. Die Cuxhavener/Stadener sind nun mal deutlich stärker nach Hamburg (und danach eher noch Bremen) als Hannover orientiert. Und für den Anschluss an den Fernverkehr kann man mindestens genauso gut in Hamburg-Harburg bzw. Hamburg Hbf (Ri. Berlin) oder Bremen (Ri. Ruhrgebiet) umsteigen. Daher lohnt es sich eher einige wirkliche Langläufer durchzubinden, die Cuxhaven und Stade mit dem Rest von Deutschland und diesen an das Wattenmeer anbinden, sei es nun via Bremen oder Harburg. Problem dabei (und wohl Grund dafür, warum ist das heute nicht gibt) ist halt die Elektrifizierungslücke, welche aber meiner Meinung nach eh geschlossen werden sollte oder sonst halt durch Bimodalität oder Umspannen umgangen werden muss.
Und südlich von Harburg gilt eigentlich das gleiche. Sicher wäre ein beschleunigtes Angebot auch nett für die Anwohner aus Soltau, Walsrode und Schneverdingen, doch die meisten wollen nach Hamburg bzw. Hannover sodass es kaum einen Grund für eine solche Durchbindung gäbe. Zudem dürfte die Nutzung der Strecke Buchholz – Harburg schwierig sein, die LNVG muss schon länger auf die gewünschte Verlängerung der Heidesprinter bis Harburg verzichten, da die Kapazitäten fehlen. Und auch auf der Heidebahn selbst gibt es einen recht engen Fahrplan, sodass es schwierig wird, da einen zusätzlichen Zug ohne längere Wartezeiten unterzukriegen.
Alles in allem: Keine schlechte Idee, doch sehe ich eher kein Interesse der LNVG diese drei zusätzlichen Zugpaare am Tag – welche nur geringfügig schneller sind als die bestehenden Verbindungen – zu fördern. Und eigenwirtschaftlich dürfte sich das kaum rechnen.
Zudem dürfte die Nutzung der Strecke Buchholz – Harburg schwierig sein, die LNVG muss schon länger auf die gewünschte Verlängerung der Heidesprinter bis Harburg verzichten, da die Kapazitäten fehlen.
Sorry aber das ist halt einfach nur falsch. Diese Strecke ist bei weitem nicht überlastet, bei 3-4 stündlichen Personenzugpaaren und vereinzelten Güterzügen, bis auf die stündliche RB 41 alles gleich schnell. Die Kapazität fehlt im Bahnhof Hamburg-Harburg, und wenn man den nur als Zwischenhalt statt als Endstation bedient, fällt dieses Problem selbstredend geringer aus.
Ob die Nachfrage da ist und ob das Land bereit ist für sowas zu zahlen? Vorstellen könnte ichs mir, kann natürlich auch völliger Stuss sein. Beweisen kann Ichs nicht, genauso wenig du das Gegenteil. Das ist aber bei absolut JEDEM Vorschlag so, von da her geht das stark in Richtung Phrasendrescherei bzw. Totschlagargument.
Ja, woran es genau liegt, habe ich jetzt nicht analysiert, wollte aber den Fakt darstellen, dass die eben gewünschte Verlängerung gerade zu attraktiven Pendlerzeiten schwierig werden kann. Allerdings ist ja sogar geplant, über die Güterverbindung und Maschen zu fahren, was schon auf gewisse Kapazitätsengpässe hindeuten könnte. In jedem Fall geht es in Harburg selbst bei einer Durchfahrt statt End-/Startpunkt mit den sechs Zügen/Tag sicher nicht konfliktfrei.
Etwas von Totschlagargument sehe ich hier überhaupt nicht, vor allem da es ja recht moderat formuliert ist. Klar lässt sich über die genaue Nachfrage nur spekulieren oder anhand irgendwelcher mehr oder weniger belastbaren Indizien ableiten. Und warum ich die Nachfrage einer solchen Verbindung eher gering einschätze, habe ich ja vorhergehend ausführlich erläutert. Dies als Ausgangspunkt für das Vorgehen der LNVG zu sehen, finde ich durchaus legitim und alles andere als Phrasendrescherei. Zusätzlich kommen noch solche Fakten hinzu, dass es für die LNVG Neuland wäre eine „IRE“-Linie zu bestellen, die auch noch fernverkehrsähnlich Städte bedienen soll, auf denen noch nicht einmal zu IR-Zeiten solcher fuhr. Auch ein Angebot, was nur drei einzelne Zugpaare umfasst, wäre neuartig.
Grundsätzlich ist eben zu trennen zwischen der jeweiligen Einschätzung, inwiefern ein Vorschlag sinnvoll ist und auf der anderen Seite wie realistisch er kurz- oder langfristig unter den aktuellen politischen und/oder rechtlichen Rahmenbedingungen ist. Beides hängt ja nicht zwingend miteinander zusammen. Das ich also eine Förderung der LNVG für eher unrealistisch halte, hat wenig damit zu tun, wie ich ihn finde, sondern nur damit wie ich die Realisierungschancen einschätze. Man kann höchstens (muss aber nicht) daraus ableiten, dass der Aufgabenträger irgendwelche Gründe dafür hat, die wir nicht nachvollziehen können. Aber das ist wieder nur Spekulation.
Weiterhin würde ich mich freuen, wenn du dich ein wenig mehr auf die sachliche Argumentation konzentrieren könntest und nicht schon wieder auf die persönliche Ebene abdriftest.
Allerdings ist ja sogar geplant, über die Güterverbindung und Maschen zu fahren
Damit soll in erster Linie das kreuzen der Gleise Hamburg-Lüneburg auf dem Weg zu den Wendegleisen vermieden werden. Im aktuellen Fahrplan wird wochenends auch nur in eine Richtung über Maschen gefahren, in die andere Richtung über Hittfeld.
Etwas von Totschlagargument sehe ich hier überhaupt nicht
Damit meinte ich vor allem, dass man die Diskussion „na ob sich das lohnt“ unter absolut JEDEM Vorschlag führen kann, und das find ich ausgesprochen müßig.
Weiterhin würde ich mich freuen, wenn du dich ein wenig mehr auf die sachliche Argumentation konzentrieren könntest und nicht schon wieder auf die persönliche Ebene abdriftest
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Entschuldige der Nachfrage, aber wo bin ich denn jetzt bitte in die persönliche Ebene abgedriftet??? Ich habe ausgeführt, dass in meinen Augen eins deiner Argumente falsch und ein anderes müßig ist. Das hat nichts mit dir persönlich zu tun, dad hätte ich such bei jedem anderen geschrieben. Bitte nicht jeden Widerspruch als persönlichen Angriff sehen, sonst kommt man schnell in eine Absolut Komplizierte Kommunikation.
Okay, danke für die Info. Ich denke die Problematik wird dadurch aber schon deutlich.
Wenn du etwas müßig findest, sind es aber nicht gleich Totschlagargumente. Ich habe nur meine begründeten Zweifel ausgedrückt. Und die darf ich ja wohl noch äußern.
Weil du meinen ersten Kommentar schon direkt mit „Phrasendrescherei“ und „Totschlagargument“ in Verbindung bringst. Die erwähnten begründeten Zweifel kann man ja auch erstmal einfach so hinnehmen, da sie eben kein Totschlagargument sind, sondern schlicht und ergreifend nur Problematiken, Kontra-Argumente oder andere Anmerkungen darstellen, aber nicht dem Vorschlag seine Berechtigung entziehen. Solche Argumente können einfach nur zur Kenntnis genommen werden bzw. werden von meiner Seite ja auch oft mit „müsste man mal prüfen, wie relevant das ist“ beantwortet. Großartig anders kann man mit solchen von uns nicht eindeutig einzuordnenden Aussagen eben kaum umgehen.
Und du siehst ja, wie mit solchen Aussagen die Diskussion sich zum Großteil nicht mehr um den Vorschlag dreht – was sich natürlich dadurch verstärkt, dass du mit deinem zweiten Kommentar kaum noch auf inhaltliche Punkte eingehst.
Von daher ab hier bitte nur noch inhaltlich antworten, zu anderen Themen sofern erwünscht im Forum. Danke.
„Diese IRE-Linie erfüllt zwei Funktionen.“
Diese beiden Funktionen sind aber wohl nur bedingt kompatibel, denn würde der Zug in Zeitlagen verkehren, wo eine beschleunigte Fahrt auf Heidebahn unterwegs sein sollte (also z.B. im Pendlerverkehr nach Hannover), würde er weit vor 6 Uhr in Cuxhaven abfahren, was wiederum nicht unbedingt eine Zeit ist, wo man die Niederelbebahn verstärken müsste. Abends sollte es schon eher passen.
Andererseits ist die stündliche Verbindung Cuxhaven – Hannover mit 1-2 mal umsteigen in Bremerhaven (und ggf. Bremen) bei einer Fahrzeit von 3:00h auch nicht unattraktiv.
„Zudem dürfte die Nutzung der Strecke Buchholz – Harburg schwierig sein“
Könnte man über die Güterzugstrecke & Maschen & Hafengleise machen, die führen ja auch direkt zu den Gleisen 5/6 in Harburg. So würde man die Hauptstrecke gar nicht tangieren, wäre aber ein bisschen langsamer unterwegs.
„doch sehe ich eher kein Interesse der LNVG diese drei zusätzlichen Zugpaare am Tag“
Ich auch nicht, weil eben wie oben genannt, zwar Verstärkungen auf beiden Strecken nicht schlecht sind, aber Durchbindungen zumindest in den attraktiven Zeitlagen schwer möglich sind.
„Könnte man über die Güterzugstrecke & Maschen & Hafengleise machen, die führen ja auch direkt zu den Gleisen 5/6 in Harburg.“
Ist ja für den erixx sogar von offizieller Seite so geplant und wird laut Wikipedia am Wochenende sogar so gemacht. Knackpunkt dürfte eher der Bahnhof Harburg sein.
Konzeptionell betrachtet finde ich diesen Vorschlag sehr gut. Zwei nicht elektrifizierte Strecken zwichen Mittelzentren und dem Oberzentrum Hamburg könnten gut miteinander verbunden und um einen RE ein paar mal täglich ergänzt werden. Hierbei sollte man auch nicht vergessen, dass Cuxhaven eine enorme touristische Anziehungskraft nicht nur für Urlauber, sondern auch für zahlreiche Kurgäste besitzt. Besonders am Wochenende könnte ich mir vorstellen, dass – nicht zuletzt durch das attraktive Niedersachsenticket – diese Linie gut gefüllt sein könnte.
Schwierig könnte es nur mit den politisch / rechtlichen Rahmenbedingungen werden, wie Intertrain ja schon angedeutet hat. Auch durch die Eingleisigkeit auf einem Großteil der Strecke könnte es Probleme geben. Aber das sind in meinen Augen keine Ausschlussargumente.
Danke!
Ich sehe alle Punkte genau so wie du.
Ich würde noch in Mellendorf (Einwohner Wedemark: ca. 30000), Bad Fallingbostel (ca. 12000 Einwohner) und Otterndorf (8000 Einwohner + Tourismus) halten.
Was mir noch eingefallen ist: ich würde vielleicht nochmal in der Wingst halten. Sie ist ein beliebtes Ausflugsziel mit Zoo und großem Aussichtsturm. Wenn man dann perspektivisch noch am Heide-Park und am Vogelpark einen Halt errichtet, könnte das eine richtige Tagesausflugs-Linie werden, die am Wochenende evtl. sogar zweistündlich betrieben werden kann.