10 Kommentare zu “ICE-Linie 15 nach Paris

  1. Wie sieht’s denn im Gegensatz dazu zu einer Durchbindung der Linie 10 über Düsseldorf – Aachen aus? Ließe sich damit nicht eine kürzere oder zumindest ähnlich lange Fahrzeit erreichen bei größerem Fahrgastpotential entlang der Strecke? Aktuell braucht eine Umsteigeverbindung zwar 8:30 Stunden, ohne den Umweg über Köln und zudem ein paar Halte weniger wäre Berlin – Aachen laut Trassenfinder in 4:30 h zu schaffen plus die 2:40 h nach Paris wäre man bei 7:10 h.

      1. Ja, stimmt, wenn man die Thalys-Züge ersetzen will muss man wohl trotzdem über Köln fahren, allerdings ginge dies auch über Wuppertal recht flott. Mir ging es hier aber erstmal um das Gesamtpotential. Mit der Linie 15 werden neben Berlin nur Halle und Erfurt neu nach Paris angebunden, mit der Linie 10 mindestens Hannover und Bielefeld und das Ruhrgebiet häufiger und ggf. beschleunigt und zudem wird Norddeutschland auch erstmals mit Brüssel verbunden.

        1. Nach der Denkweise könnte ich genauso die Linie 13 nehmen (nicht dass ich das jetzt empfehlen würde).

          Da bindet man auch die Metropolregion Niedersachsen und zudem ganz Nord/Osthessen an.

          1. Theretisch ja. Aber erstens ist diese nochmal eine Ecke langsamer und zweitens sind die „Metropolregionen“ Niedersachsen und Nordhessen vielleicht als diese bezeichnet, aber jetzt auch keine besonders bevölkerungsreichen Ballungszentren.

      2. Die Durchbindung über Köln hätte zur Folge, dass man ja entweder zwischen Köln und Berlin Zusatzleistungen fahren müsste, da ein einzelne TGV-Duplex ja nicht die Kapazität einer Doppeltraktion ICE2 hat, oder eben viel zu wenig Kapazität zur Verfügung steht.

        Auf Frankfurt – Berlin ist es aber eine Kapazitätserhöhung von 360 Sitzen im ICE-T auf 500 Sitze im Euroduplex – also viel besser verträglich. Dazu kommt noch, dass die Doppelstock-TGVs zwar leicht enger sind als ICEs, aber der Sprinter Frankfurt – Erfurt ja relativ lange ohne Halt fährt und somit auch besser dafür geeignet wäre als auf der Ruhr-Achse mit vielen Zwischenhalten – perspektivisch ginge es natürlich mit den zukünftigen Sprintern Berlin – Köln.

        Aber dazu kommt ja auch, dass der Thalys aktuell gar nicht in den DB-Vetrieb integriert ist und eigenwirtschaftlich verkehrt …

        „Aktuell braucht eine Umsteigeverbindung zwar 8:30 Stunden, ohne den Umweg über Köln und zudem ein paar Halte weniger wäre Berlin – Aachen laut Trassenfinder in 4:30 h zu schaffen plus die 2:40 h nach Paris wäre man bei 7:10 h.“

        Naja, mir geht es vor allem um die Integration bestehender Angebote. Der Sprinter wird ja die Strecke Berlin – Köln auch erstmal nur in gut vierstunden Fahren – das wären auch letztendlich 4:45h.

        Insofern wäre bei einer Durchbindung über Köln viel Zusatzangebot nötig (Paris – Köln [Thalys-Ersatz] und Köln – Berlin [Sprinter oder zusätzlich zur ICE-L10]), aber man wäre keine Sekunde schneller als über Frankfurt – Strasbourg (wo man prinzipiell 0 Zusatzleistungen bräuchte).

        1. Da hast du Recht, das habe ich nicht ganz zu Ende gedacht.

          Ging mir halt eher so grundsätzlich um die Sache, wie man am besten von Berlin nach Paris kommt und da wäre die Strecke über’s Ruhrgebiet halt kürzer und würde größere Bevölkerungspotentiale anbinden.

          Fahrzeugtechnisch sehe ich da übrigens aber weniger Probleme, die Thalys fahren ja nicht mit Euroduplex-Zügen sondern mit einstöckigen Wagen und einer Kapazität von 377 Sitzplätzen, eine Baureihe 406 hat 425 Sitzplätze. Man müsste halt lediglich die Linie 10 auf ICE 3 umstellen und zweistündlich über Düsseldorf oder Köln (je nach Zugteil) hinaus verlängern.

          Insgesamt ist die Integration bei dir aber natürlich einfacher, da hast du Recht.

          Allgemein bin ich aber noch ein wenig skeptisch, ob es das überhaupt braucht. Bei 7:30 Stunden Fahrzeit ist Fliegen schon noch deutlich schneller, hinzu kommen die allgemeinen Problematiken solcher Langläuferlinien, die verspätungsanfälliger sind und und für den internationalen Verkehr auch auf langen Inlandsstrecken mit Mehrsystemtechnik unterwegs sind.

          1. „Man müsste halt lediglich die Linie 10 auf ICE 3 umstellen und zweistündlich über Düsseldorf oder Köln (je nach Zugteil) hinaus verlängern.“

            Ja, aber das geht doch wahrscheinlich in einem eher mittelfristigen Zeitfenster auf Grund der Fahrzeugverfügbarkeit so gut wie gar nicht. Dagegen hab ich von einem Fahrzeugmangel bei den Euroduplex noch nichts gehört – laut Wiki haben die auch 30 Fahrzeuge für das deutsche System – das ist auf jeden Fall mehr als ausreichend für die TGV Paris – Süddeutschland & Schweiz.

            „Allgemein bin ich aber noch ein wenig skeptisch, ob es das überhaupt braucht. Bei 7:30 Stunden Fahrzeit ist Fliegen schon noch deutlich schneller, hinzu kommen die allgemeinen Problematiken solcher Langläuferlinien, die verspätungsanfälliger sind und und für den internationalen Verkehr auch auf langen Inlandsstrecken mit Mehrsystemtechnik unterwegs sind.“

            Deswegen sind ja die Langläufer auch ein bisschen auf die Bedürfnisse angepasst: 1 Abfahrt morgen und Ankunft mittags, 1 Abfahrt mittags und Ankunft abends – ein gleichmäßiger Takt würde da auf der Gesamtstrecke tatsächlich keinen Sinn machen, und zu viele Mehrsystemfahrzeuge binden – aber die Durchbindung in Tagesrandlagen geht oftmals sogar fahrzeugneutral (da ja die theoretische Übernachtung in Frankfurt, innerhalb welcher man nicht sinnvoll mehr nach Paris kommt, aber noch nach Berlin fährt.)

            Wenn man dann übrigens konsequent auch Sprinter-Trassen bestellt, sollte es auch keine Probleme mit Verspätungen geben, denn im Zweifel bekommt halt der Sprinter immer Vorrang – v.a. wenn er auch noch international unterwegs ist, das sind 1 Fliege mit 2 Klappen 😉

             

            1. Ja, das stimmt kurzfristig ist dein Vorschlag auf jeden Fall besser umsetzbar, grundsätzlich ist eine Führung über das Ruhrgebiet aber wahrscheinlich die sinnvollere Führung, was sich aber nur längerfristig geplant realisieren ließe.

              „…aber die Durchbindung in Tagesrandlagen geht oftmals sogar fahrzeugneutral (da ja die theoretische Übernachtung in Frankfurt, innerhalb welcher man nicht sinnvoll mehr nach Paris kommt, aber noch nach Berlin fährt.)“

              Naja die Fahrt von Frankfurt nach Paris dauert 4:00, die von Frankfurt nach Berlin 3:40, also auf die Dauer von 20 min kommt es da auch nicht mehr an.

              Fahrzeugtechnisch würde ich halt eher auf ICE 3 setzen, erstens fahren die aktuell eh die meisten Leistungen zwischen Frankfurt und Paris und zweitens wäre die DB dem auch bestimmt nicht so sehr zugetan, wenn die SNCF Binnenleistungen nach Berlin übernimmt. Zwischen Köln und Frankfurt versuchen sie ja schon (bisher recht erfolgreich) durch die Wirbelstrombremsenerfordernis alle Mitbewerber sich vom Leib zu halten. Müsste man halt nur gucken, wo man die 406/407 noch auftreibt oder halt ein paar der nicht nach Berlin durchgebundenen Züge durch TGVs ersetzen. Aber das auch nur am Rande.

              Wenn man dann übrigens konsequent auch Sprinter-Trassen bestellt, sollte es auch keine Probleme mit Verspätungen geben, denn im Zweifel bekommt halt der Sprinter immer Vorrang“

              Ich denke daran auch weniger an „kleine“ Verspätungen durch Zugfolge, als durch größere Störungen. Da müssen nur mal bei Strasbourg Personen im Gleis sein, schon kommen die Hallenser nicht mehr rechtzeitig nach Berlin. Oder eine Oberleitungsstörung bei Fulda stört den französischen Binnenverkehr. Das summiert sich halt auf, daher bin ich kein Freund von allzu lang laufenden Linien. Aber gut, wenn es hier eine entsprechende Nachfrage geben sollte (müsste man mal prüfen), wäre dieser Vorschlag eine Überlegung wert.

              1. „Naja die Fahrt von Frankfurt nach Paris dauert 4:00, die von Frankfurt nach Berlin 3:40, also auf die Dauer von 20 min kommt es da auch nicht mehr an.“

                Doch, denn mit Wendezeit könnte man in Frankfurt im Taktschema erst wieder 2 Stunden später nach Paris zurück (Ankunft 18:58 -> Abfahrt 20:58), nur gibt es diese Fahrt mangels Nachfrage nicht. Nach Berlin als direkte Verlängerung gibt es wiederum eine passende Fahrt. Morgens ist es genau andersrum …

                „Fahrzeugtechnisch würde ich halt eher auf ICE 3 setzen, erstens fahren die aktuell eh die meisten Leistungen zwischen Frankfurt und Paris und zweitens wäre die DB dem auch bestimmt nicht so sehr zugetan, wenn die SNCF Binnenleistungen nach Berlin übernimmt.“

                Kann man ja vertraglich regeln. Und der ICE behält ja Fahrtenpaare, kann ja im Gegenzug z.B. Paris – Stuttgart stärker bedienen und ggf. auch Frankfurt – Marseille. Alles machbar 😉 Protektionismus wäre da natürlich fehl am Platz, ist aber sowieso nicht gewünscht.

Einen Kommentar zu diesem Beitrag verfassen

E-Mail-Benachrichtigung bei weiteren Kommentaren. Du kannst Benachrichtigungen auch aktivieren, ohne einen Kommentar zu verfassen. Klicke auf den Link und du erhältst eine E-Mail, um das Abonnement zu bestätigen: Abo ohne Kommentar.