Beschreibung des Vorschlags
Der Vorschlag sieht vor, nach der Elektrifizierung der Bahnstrecke Rottweil-Villingen in den 2030ern eine täglich verkehrende IC-Linie vom Stuttgarter Hauptbahnhof zum Freiburger Hauptbahnhof einzuführen. Aktuell fahren auf der Gäubahn fast alle IC-Züge von Stuttgart nach Singen und daraufhin nach Zürich. Zwei tägliche Zugpaare bilden eine Ausnahme – diese fahren von Singen aus nicht nach Zürich, sondern nach Konstanz.
Auch in Zukunft ist es vorgesehen, die meisten Züge nach Zürich fahren zu lassen. Die Leistungen nach Konstanz würden aber durch eine neue Verbindung nach Freiburg ersetzt werden. Dieser Zug würde von Stuttgart aus über die übliche Gäubahn-Strecke bis Rottweil verkehren, wo er auf die Bahnstrecke über Schwenningen nach Villingen wechselt. Dort wendet der Zug, um nach Donaueschingen und weiter über die Höllentalbahn bis nach Freiburg zu fahren. Wahlweise könnte die Verbindung von hier aus auch bis nach Basel verlängert werden.
Um den schnellen Anschluss nach Zürich zu wahren, würden zwei IC-Züge der SBB von Zürich nach Singen weiter bis nach Villingen verlängert werden.
Diese Verbindung würde nach mittlerweile fast einem Jahrhundert die erste „direkte“ Verbindung von Stuttgart nach Freiburg ermöglichen. Bisher fahren direkte Züge von Stuttgart nach Freiburg einen Umweg über Karlsruhe und die Rheintalbahn. Eine Direktverbindung über Gäu- und Höllentalbahn wäre wesentlich schneller in Freiburg. Zudem würde diese Linie im Vergleich zum dann stündlich verkehrenden Metropolexpress eine schnelle Verbindung von Stuttgart nach Villingen herstellen. Ebenso würde die Linie den Verkehr auf der Höllentalbahn deutlich beschleunigen und im Vergleich zur S-Bahn-Linie S10 deutlich Zeit einsparen, da sie ab Donaueschingen nur in Titisee hält.

Mit einer Umfahrung von Villingen und dem Einsatz von Neigetechnik ICs (z.B. alte ICE T) könnte ich mir das schon vorstellen. Mit Neigetechnik (sofern hier möglich) sollte man ähnliche Fahrzeiten wie über Karlsruhe hinbekommen.
Den IC könnte man aber evtl. noch bis nach Dresden (über Nürnberg, Hof und Chemnitz) verlängern.
Fast alles eingleisige Strecken. Da wird der Takt des Nahverkehrs ganz schön durcheinanderkommen
Also Stuttgart – Freiburg mit Umstieg geht ja aktuell teilweise mehrmals pro Stunde mit Umstieg in Karlsruhe mit einer Fahrzeit von unter 2:00 h. Das bedeutet dann wiederum, dass der Zug dann ja vor allem die Fahrgastpotentiale aus den Zwischenhalten generieren muss, weil auf der Gesamtstrecke die Verbindung über Karlsruhe unschlagbar schnell sein wird. Aber für Villingen, Rottweil, etc. sehe ich weniger das Potential an Fahrgästen, für eine tragfähige IC-Verbindung zu sorgen. Geplant im Deutschlandtakt ist ja ohnehin eine schlanker Anschluss in Rottweil von den stündlichen IC-Zügen aus Stuttgart zur durchgebundenen Breisgau-S-Bahn, außerdem soll es von Villingen umsteigefreie Nahverkehrsverbindungen nach Stuttgart geben.
Ehrlichgesagt fände ich es auch schwierig, wenn man dafür dann den Stundentakt Stuttgart – Zürich aufhebt, zumal diese Durchbindung dann wahrscheinlich auch die verlängerte Breisgau-S-Bahn nach Rottweil im Takt behindern würde (s.o.)
Gerade ein Verlängerung nach Basel wird auf Grund des weiteren Fahrtrichtungswechsel noch langsamer gegenüber der Verbindung der Verbindung über Karlsruhe.
Ich halte den IC nach Freiburg über die Gäubahn für undenkbar und spreche eher stattdessen für den RE. Die Nachteile jedoch: die Höllentalbahn ist größtenteils eingleisig und inzwischen von der S-Bahn befahren. Die Verbindung erfordert einen Richtungswechsel in Villingen.
Theoretisch könnte es die IC-Verbindung Stuttgart-Freudenstadt-Waldkirch-Freiburg-Basel geben. Immer noch klafft allerdings die ca. 20 km lange Lücke der Elztalbahn Elzach-Hausach. Mit der Schließung könnte es zu mehr Attraktivität im Nahverkehr führen.
Dumme Frage, aber warum hast du deine Idee von einer IC-Linie zwischen Stuttgart und Basel über das Elztal nie hier hochgeladen oder hab ich den Beitrag einfach nicht gefunden?
Du hast ja sicherlich gesehen, welche schrägen Projekte und neuen Bahnstrecken einige User (unter anderem auch ich) hier posten. Da wäre ein IC über das Elztal bzw. ein Tunnel oder Pass zwischen Elzach und Hausach/Haslach nicht der ungewöhnlichste, nicht der unnötigste und nicht der unmöglichste Vorschlag.
Ich finde die Idee interessant und nützlich.
Eigentlich befürworte ich alle Ideen, die mit dem Ausbau der Breisgau-S-Bahn, vor allem der Linien 1, 10 und 11, zutun haben. Deine Idee, eine IC-Strecke zwischen Stuttgart und Freiburg könnte jedoch noch komplizierter, als meine Ideen einer RE-Verbindung von Villingen nach Breisach/Colmar oder der „simple“ zweigleisige Abschnitt zwischen Gottenheim und Neustadt (Schwarzwald) (am stärksten befahrener Abschnitt der Ost-West-Strecke der Breisgau-S-Bahn). Allen Ideen steht das Höllental im Weg.
Durch seine Tunnel, das Viadukt (Betonierte Brücke über die Ravenna-Schlucht) und den Fakt, dass die Höllentalbahn nie auf Mehrgleisigkeit ausgelegt war (auch das zweite Gleise zwischen Freiburg-Wiehre und Freiburg Hbf wurde nur wegen Überlastung nachträglich gebaut), macht es fast unmöglich im Höllental ein durchgehendes zweites Gleis zu verlegen.
Zu deinem Vorschlag kommt noch hinzu, dass IC-Züge eine sehr hohe Geschwindigkeit haben (meist schneller als ein RE), was zu einem weiteren Problemen führen könnte. Schnelle Fahrzeuge lassen sich in Kurven schlechter lenken, der gesamte Streckenabschnitt von Löffingen bis Himmelreich ist jedoch eine große Talabfahrt und da Züge auf Schienen fahren, können sie, im Gegensatz zu Autos, nicht Driften. Den Höhenunterschied zwischen Neustadt (Schwarzwald) und Löffingen/Donaueschingen hat man mit vielen Kurven ausgeglichen, wobei es links und rechts der Strecke steil bergauf bzw. bergab geht. Der Abschnitt durch das Höllental hat zwar weniger Kurven ist aber eine der steilsten Strecken Deutschlands, hier könnte der Zug abwärts bereits von allein zu viel Geschwindigkeit aufbauen, um die kleinen Kurven zu schaffen. Kurzgesagt, einen großen Teil der Höllentalbahn darf der IC nicht Gas geben, sondern muss bremsen.
Ein anderes Hindernis könnte sein, dass die Züge nach Freiburg bzw. Villingen und Bräunlingen bzw. Rottweil in Donaueschingen immer auf unterschiedlichen Gleisen ankommen, diese beiden Linien haben keine festen Gleise (nur die Schwarzwaldbahn hat ihre Stammgleise). Für die Deutsche Bahn wird es mit einer weiteren Zuglinie also noch schwieriger den Überblick zu behalten, welches der 4 möglichen Gleis gerade frei oder belegt ist.
Auch fährt die Gäubahn von Stuttgart bis Singen als RE und kann in Deutschland mit dem Deutschlandticket oder dem Baden-Württemberg-Ticket genutzt werden. Soll dein IC auch bis Rottweil als RE fahren und ab dort als IC weiterfahren, welcher nicht als Regionalzug angesehen wird und daher auch ein separates Ticket benötigt.
Je mehr Vorschläge über die S10 und die Höllentalbahn eingehen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Bund und Länder eine der Ideen aufgreifen oder einen Kompromiss zwischen allen Vorschlägen finden. (Da sowohl meine beiden Vorschläge als auch dein Vorschlag eine zweigleisige Höllentalbahn fordern bzw. benötigen, wird vielleicht darüber überlegt, in wieweit das möglich wäre).