Beschreibung des Vorschlags
Mit der Inbetriebnahme von Stuttgart 21 und dem Pfaffensteigtunnel ist eine IC-Strecke (IC 87) zwischen Zürich und Stuttgart geplant. Diese Route könnte/sollte nach Aalen, Nürnberg und Leipzig verlängert werden.
Um die Anbindung an eine wichtige Stadt in Baden-Württemberg (Konstanz) zu verbessern, ist der Fahrpreis für die Strecke zwischen Stuttgart und Singen schon vergünstigt und als Regionalfahrt gewertet. Die Nachfrage auf der Strecke verteilt sich auf die beiden Städte Konstanz und Zürich, wobei letztere aufgrund ihrer etwas größeren Bedeutung tendenziell größer ist und ist daher mit der direkten Route verbunden.
Ich halte es für sinnvoll, dass sich ein Zug in Singen teilt, um sowohl nach Zürich als auch nach Konstanz und darüber hinaus zu fahren, wichtige Städte entlang des Bodensees zu umrunden und in der Graubündnerhauptstadt Chur zu enden.
Anwohner in der Nähe dieser Route hätten somit direkten Zugang zu zwei wichtigen internationalen Flughäfen (Stuttgart/Zürich) sowie umsteigungsfrei Zugang zu wichtigen Tourismusregionen, die derzeit eher abgeschnitten sind.
So wie Baden-Württemberg die Abschnitte Zwischen Stuttgart und Konstanz subventioniert, könnte die Schweiz auch zwischen Chur und Konstanz etwas Ähnliches tun und den Abschnitt als Regionaltarif betrachten.
Meine Zugwahl für diese Strecke wäre der Stadler Kiss 160 (Dreifachtraktion geeignet). In der Konfiguration 3 Waggons (Zürich) + 3 Waggons (Chur) + 3 Waggons (Karlsruhe), je nach Bedarf berechnet für die Gesamtstrecke und in den einzelnen Abschnitten.
Ich schätze ein Taktfrequenz von Zweistundentakt machbar. (Und laut Wikipedia bereits berücksichtigt.)
https://de.wikipedia.org/wiki/Stuttgart_Hauptbahnhof
https://direktzu.bahnprojekt-stuttgart-ulm.de/stuttgart21/messages/30515#id_answer_31601

Grundsätzlich ergibt die Idee Sinn; vor allem die Idee einer Durchbindung durchs St. Galler Rheintal wird selten diskutiert, jedoch würde ich gerne einige Kommentare abgeben. Ich beschränke mich dabei vor allem auf die südlichen Abschnitte Stuttgart-Schweiz.
1. Diese Linie existiert bereits (zumindest zu Teilen), und ist gemäss des dritten D-Takt Entwurf auch langfristig so oder ähnlich geplant. Die Strecke von Zürich bis Stuttgart in dieser Form gibt es bereits jetzt schon (abgesehen von den geplanten Baumassnahmen) und eine Fortführung bis Nürnberg ist im D-Takt Entwurf eingeplant – allerdings über Schwäbisch Hall. Die Anbindung von Stuttgart über Aalen bis Nürnberg, und weiter bis Leipzig, soll auf der Linie aus Karlsruhe realisiert werden.
2. Abgesehen von Zürich-Stuttgart gibt es bereits einige Linien auf den südlichen Abschnitten, vor allem Rorschach bis Sargans und Singen bis Konstanz. Wie sieht deine Vision aus, diese Linien zu vernetzen? Ich kann mir gut vorstellen, dass Kapazitäten ein Problem sind, und Reisendenströme vom Rheintal aus maximal bis Konstanz reichen könnten, nicht jedoch signifikant nach Württemberg, Franken oder Sachsen. Freie Trassen würden vermutlich eher für nationale Linien aufgewandt werden.
3. Zugegebenermassen ein kleines Detail: Aber in der Schweiz gibt es keine Unterscheidung zwischen Nah- und Fernverkehr – auch Fernverkehrszüge ausländischer Unternehmen fahren in der Schweiz mit „normalen“ Fahrtarifen. Es spielt preislich also keine Rolle, ob man von Basel nach Zürich mit 3 verschiedenen S-Bahnen, oder dem non-stop IC / ICE fährt.
4. Zu guter Letzt, als „abschliessendes“ Feedback: Wie siehst du Fahrzeiten, Beziehungen zu bereits bestehenden Linien etc.? Die Beschreibung scheint etwas minimalistisch zu sein.
5. Nachtrag: Die Idee, über Winterthur nach Zürich zu fahren, ist eine sehr gute, würde jedoch den ohnehin überlasteten Knoten Winterthur – trotz aller geplanten Ausbauten wie den Brüttener Tunnel – weiterhin strapazieren. Die direkte Verbindung Zürich – Schaffhausen (-Singen und weiter) wird über Bülach abgewickelt, mit Plänen Zürich Oerlikon und Bülach als festen Halt für ICs einzuspannen. Das wird vermutlich, sollte es zu solch einer Linie von dir kommen, auch fortbestehen.
Als weitere Option würde die Reaktivierung und Elektrifizierung der Strecke zwischen Singen und Etzwilen in Betracht gezogen. Eine solche Reform wird vom Land Baden-Württemberg aktiv erwogen. Und es würde eine Weiterfahrt der Züge durch Singen ermöglichen, ohne dass die Richtung umkehren zu müssen.
https://www.wochenblatt.net/singen/c-nachrichten/potenzialstudie-zur-etzwiler-bahn-liegt-vor_a139380?fbclid=IwY2xjawF3kCdleHRuA2FlbQIxMQABHbmuq1tV9rFnPPL4fb7L9LqgXtgBptCZw-80_3_Ye_naERwvsZ55rPGeVg_aem_N9wJEIgkH72j5HT6m0GEFw
Ich finde es richtig und wichtig, dass Singen-Etzwilen reaktiviert wird – ich hoffe persönlich dass es dazu kommen wird trotz des „knappen“ Nutzen-Kosten-Faktors von 1.1 oder 1.2.
Und doch bezweifle ich, dass je ein Regio oder gar ein IC auf der Strecke fahren wird. Es müsste dann nämlich auch die Strecke Etzwilen-Winterthur ertüchtigt werden – 90-100 km/h Höchstgeschwindigkeit sind nun wahrlich nicht der Standard für einen Regional- oder Fernverkehrszug.
Natürlich nicht undenkbar, aber das wäre dann eine Investition grösseren Ausmasses, und es sind kaum andere Relationen denkbar auf der Strecke ausser Winterthur-Singen bzw Zürich-Winterthur-Singen-Stuttgart. Und dies ginge genauso gut auch über Schaffhausen.
Ausserdem wird der Zug in Singen ohnehin einige Minuten halten – zum Abwarten auf andere Relationen, als Puffermassnahme, und für den Wechsel der Bordbesatzung zwischen DB und SBB. Ein Richtungswechsel spielt dabei fahrzeittechnisch keine Rolle.
Eine Anbindung nach Heilbronn-Würzburg wäre sinnvoller. Es gibt bereits Fernverkehr Karlsruhe-Stuttgart-Nürnberg. Aber Heilbronn hat sehr wenig Fernverkehr. Ausserdem finde ich diese Strecke Stuttgart-Zürich ist gar kein IC wert, da fast nirgendwo nicht mal 160 km/h gefahren wird. Wozu soll man fancy 200 km/h Züge fahren lassen wenn meistens nur 130 km/h fährt. Man könnte dann auch den RE Würzburg-Stuttgart durchbinden nach Zürich.
Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass Würzburg das Bevölkerungsgewicht hat, um diesen IC zu erhalten. Aus dem gleichen Grund halte ich einen IC Leipzig nach Zürich/Chur für sinnvoller als nach Karlsruhe. Allerdings frage ich mich, welche Möglichkeit gäbe es, dass es in Stuttgart eine neue Kupplung gäbe (Dreifachtraktion), bei der sich die (z. B.) 4 aus Karlsruhe kommenden Wagen mit den anderen aus Zürich und Chur verbinden und nach Leipzig zusammen fahren würden. Ich verstehe, dass diese Komplexitätssteigerung eine Herausforderung darstellen würde, aber bei den Stadler Kiss-Zügen ist sie technisch möglich.