Beschreibung des Vorschlags
Angeregt durch den RE-Vorschlag von Breslau nach Leipzig von fabi, kam mir die Idee einer Reaktivierung einer durchgehenden Bahnfernverbindung zwischen Berlin und Breslau. In den 30er Jahren verkehrten die schnellsten Züge der Reichsbahn in Form von dieselbetriebenen Schnelltriebwagen zwischen den beiden Städten. Seit dem zweiten Weltkrieg ging es mit der Verbindung steil bergab, einige Streckenabschnitte der ehemaligen Hauptbahn wurden sogar stillgelegt, andere sind sehr heruntergekommen und weder elektrifiziert noch in anderer Hinsicht ausgebaut. Der letzte einmal täglich verkehrende EC wurde vor einigen Jahren eingestellt und durch IC-Busse ersetzt. Grund waren unter anderem die sehr langen Fahrzeiten, die vor allem aus dem mangelnden Streckenausbauten zwischen Cottbus und Legenica resultierten, die niedrige Geschwindigkeiten und Lokwechsel erforderten.
Allerdings hat sich in den letzten Jahren einiges geändert, die ebenfalls in den Dornröschenschlaf gefallende Strecke Knappenroda – Horka/Grenze wird ausgebaut und elektrifiziert. Zusammen mit der zwar nicht elektrifizierten aber immerhin mit 120 km/h befahrbaren Strecke Cottbus – Horka werden wieder schnelle Verbindungen möglich, ohne dass der Umweg allzu groß wird. Die fehlende Elektrifizierung sollte danke modernen Antriebstechniken auch kein Problem mehr darstellen, sofern sie nicht in absehbarer Zeit eh nachgerüstet wird. Als Fahrzeuge wäre daher so etwas wie mehrsystemfähige bzw. bimodale FLIRTs oder auch lokbespannte IC2-Züge denkbar (je nach Streckenführung, s.u.). Eine Vmax von 160 km/h ist ausreichend.
Produkt:
Die Linie ist als beschleunigter Expresszug oberhalb des Nahverkehrs gedacht, dies ist entweder als als eigenwirtschaftlicher IC oder IRE möglich oder mit Unterstützung der Länder bzw. Woiwodschaften subventioniertes Produkt mit Nahverkehrsticketfreigabe.
Alternative Fahrmöglichkeiten:
Solange eine Elektrifizierung zwischen Cottbus und Horka noch nicht vorhanden ist, wäre auch eine Führung über Senftenberg und Hoyerswerda möglich. Dies würde aber keine Anbindung von Cottbus an das Fernverkehrsnetz ermöglichen und wäre aufgrund der Anbindung entsprechend kleinerer Städte eher in Form einer einer Integration in einen RE Berlin – Hoyerswerda denkbar. Zudem wäre der Umweg noch ein wenig größer.
In Berlin sind auch diverse andere Streckenführung möglich, z.B. via BER von Süden in den Nord-Süd-Tunnel oder via Ostkreuz nach Lichtenberg oder zum Ostbahnhof. Die jetzige Führung ist vor allem für eine reine On-Top-Lösung vorteilhaft, da sie weder die überlastete Stadtbahn noch den Nord-Süd-Tunnel befahren würde, aber dennoch weite Teile des Stadtgebiets und wichtige Verknüpfungspunkte erreicht.

Gefällt mir auch ganz gut, ich würd das ganze aber klassisch über Forst machen und ihm eher einen IC-Charakter verleihen: Hamburg-Krakow oder The Return of the Wawel…
Freilich ginge das nur mit umfangreichen Infrastrukturmaßmahmen einher – schließlich wurde der EC vor allem deswegen eingestellt, weil er mit der parallelen Autobahn reisezeitmäßig nicht ansatzweise mehr mithalten konnte.
Elektrifizierung und 160km/h werden also Pflicht werden. Da diese jedoch nicht nur dieser IC-Linie zugute kommen, ist das aber sowieso ne gute Idee. Denk ich jetzt mal so.
Danke für dein Feedback.
Gegen die Führung via Forst will ich mich nicht sträuben. Fragt sich nur, welchen Vorteil diese Route gegenüber der via Horka hat, abgesehen von der minimal kürzeren Strecke? Auf der hier vorgeschlagenen Route sind ja auf jeden Fall deutlich geringere Investitionen nötig. Und ne Strippe könnte man auch von Horka weiter gleich bis Görlitz ziehen, was eigentlich auch überfällig wäre.
Die Anzahl der Halte kann man gerne auch noch ein wenig reduzieren, war jetzt nur mal so ein Vorschlag, da ich mir nicht sicher bin, inwiefern sich das eigenwirtschaftlich realisieren lässt. Welche sollten denn deiner Meinung nach wegfallen?
Ich hab’s grad mal abgesteckt, es sind knapp 20km. Mir gefällt halt die schön gerade Wegführung, die, sofern sich ein einschneidender Erfolg einstellt, vielleicht sogar für mehr als 160km/h gut wäre.
Spremberg, Weißwasser, Wegliniec und Boleslawiec wären aufgrund der anderen Streckenführung raus, Zary drin. Lübben und Lübbenau liegen nah beieinander – da würd ich auch einen wegnehmen, bin mir aber nicht sicher welchen. Schöneweide kann ich nicht recht einschätzen, könnt aber was werden – Spandau auf der anderen Seite der Stadt ist ja recht erfolgreich.
Hätte gedacht, es sei weniger… Ist dann wohl ca. 10-15 min langsamer als eine komplett ausgebaute Strecke über Forst. Grundsätzlich würde ich die Route auch bevorzugen. Erstmal müssen wir jedoch damit leben was wir haben, ein Ausbau Cottbus – Wegliniec ist ja (leider) nicht konkret geplant. Dies ist ja kein Infrastrukturvorschlag sondern ein Linienvorschlag ist, der auf dem aktuellen Netz (ab Dez. 18) basiert und ja schon in naher Zukunft einführbar wäre. Da die Route über Forst aktuell nunmal deutlich langsamer ist, ist eine Führung via Horka momentan zu bevorzugen und bietet schon jetzt halbwegs attraktive Fahrzeiten denke ich. Eine Elektrifizierung Cottbus – Horka (- Görlitz) würde das ganze vereinfachen, ist aber nicht zwingend erforderlich.
Bezüglich der Halte in Deutschland habe ich mich abgesehen von dem Laufweg in Berlin an dem einzigen nach Cottbus verkehrenden IC orientiert, der hält in beiden Städten. Ansonsten bleibe ich erstmal bei der Route über Horka. Falls irgendwann ein Ausbau der Strecke über Forst in Sicht ist, kann man ja immer noch umrouten. Erstmal sollte man einfach mal den zweitschnellsten Grenzübergang zwischen Deutschland und Polen überhaupt nutzen, zunächst profitiert ja nur der Güterverkehr.
Zwischen Berlin-Ostkreuz und Lübbenau hälst du am Nicht-RE-Bahnhof Schönweide aber nicht am RE-Bahnhof Brand. Warum?
Wegen dieser tropischen Luftschiffhalle?
Brandenburg mag ein Interesse daran haben, den aufwendig auch mit Landesmitteln hergerichteten Touristandort mit Kundschaft zu versorgen und wird aus genau diesem Grund auch den RE dort halten lassen. Ob sich dort eigenwirtschaftlich was reißen lässt, glaub ich ehrlich gesagt weniger. Kann mich da aber täuschen, ich war nie dort.
Ich halte an allen Bahnhöfen, die der einzige aktuell verkehrende IC nach Cottbus ebenfalls bedient, zusätzlich wollte ich noch Schöneweide mit einbinden, da es hier zahlreiche Umstiegsmöglichkeiten zur S- und Straßenbahn inkl. Anschluss zum BER gibt. Kann man aber auch weglassen. Grundsätzlich sind innerhalb Berlins auch andere Linienführungen möglich, siehe Beschreibung.