16 Kommentare zu “Höhenfreie Aus-/Einfädelung Erfurt West

  1. „Aktuell müssen die Züge der Fahrtrichtung Leipzig/Halle – Eisenach im (meist) westlichen Bahnhofskopf von Erfurt Hbf sämtliche Gleise kreuzen.“

    Aktuell sind das im Regelfall nur ICE aus München nach Halle, welche an Gleis 9/10 Korrespondenz zum Frankfurt – Leipzig ICE herstellen. Ansonsten fahren alle ICE erstmal ohne Gleiskreuzungen und Behinderungen an den Bahnsteig heran (aus Leipzig Gl. 1/2, aus Bamberg Gl. 2, aus Frankfurt Gl. 9/10).

    Die Möglichkeit der parallelen Einfahrten sollte man sich auf keine Fall verbauen, und wenn man dann im Regelfall die Verbindungskurve gar nicht nutzt, sollte man diese gar nicht bauen.

    Die Situation in Erfurt ist auf jeden Fall nicht optimal, aber mit Lösungen sollte man an anderer Stelle ansetzen.

    1. Also deine Aussage kann ich nicht so ganz nachvollziehen, aber ich habe das Anschlusskonzept in Erfurt zugegebermaßen wegen der immer wiederkehrenden Baustellenfahrpläne auch noch nicht ganz durchdrungen.

      Für den von dir genannten Fall des ICE München – Halle gäbe es auf jeden Fall die Möglichkeit diese Korrespondenz auf Gleis 1/2 abzuwickeln statt wie heute 9/10 um das Kreuzen der Gleise zu vermindern.

      Das Problem ist halt, dass es westlich von Erfurt kaum die Möglichkeit eines Überwerfungsbauwerks gibt und man dies mithilfe dieser Lösung halbwegs elegant lösen könnte. Auf das südliche (aufwendigere) Gleis könnte man meiner Meinung nach auch verzichten, ich habe nur gedacht, wenn man hier eh einmal anfängt zu buddeln… Und auch die Verlegung des nördlichen 3. Gleises könnte man sich sparen, im Gegenzug müsste man dann aber den Knoten Neudietendorf nochmal anpassen.

      1. Dann müsste die Korresponenz in Gegenrichtung aber auf 9/10 hergestellt werden, wodurch im Osten gleich zwei Züge von der SFS auf die Thüringer Bahn runtermüssten und im Westen dann einer wieder rauf.

        1. Meine Idee war ja, dass es im Fernverkehr dann nur Richtungsanschlüsse gibt, Nachteil wäre natürlich dass man auch Eisenach schlechter nach Nürnberg käme und der Regionalverkehr länger in Erfurt stände, oder die Anschlüsse weniger optimal wären.

          Allgemein ist für Erfurt jedenfalls noch kein optimales Konzept vorhanden, so fährt ja auch die RB mit nur wenigen Minuten Aufenthalt durch und die Linie 50 hängt dem Taktknoten hinterher. Gerade mit Blick auf den Deutschland-Takt und den ITF-Knoten Erfurt angeht, bräuchte man aber dringend ein gutes Konzept. Warum man die NBS-Einfädelungen nicht von Anfang an höhenfrei gestaltet hat oder zumindest ne einseitige Überwerfung aus/in Richtung Frankfurt erschließt sich mir nicht so ganz.

  2. Theoretisch das beste wäre reiner Richtungsbetrieb, also 1–3 Ri. Westen, 8–10 Ri. Osten.Dazu bräuchte es aber Überwerfungen an beiden Streckenteilungen, also Bischleben und Atzmannsdorf.

    1. Ja und das ist weder technisch einfach (Platzproblematik) noch günstig. Daher meine Lösung. Aber man kann auch mal gucken, ob man nicht mit den bestehenden Gleisverbindungen mehr anfangen kann: Damit man zumindest die NBS so lassen kann wäre eher ein Bahnsteig an dem ganz nördlichsten Gleis sinnvoll, sodass man dieses und das Gleis 1 Ri. Westen nutzen kann und das Gleis 2 und 3 in Richtung Osten. Nachteil wären die fehlenden bahnsteiggleichen Übergänge, betrieblich jedoch optimaler.

      Daher vielleicht einfach das Gleis 1+2 Richtung Westen und das Gleis 3+8 (welche höhengleich über den Inselbahnsteig verbunden sind) Richtungen Osten. Und dann Gleis 9+10 für die IC/RE-Verkehre in/aus Richtung Weimar. Allerdings sind die Gleise 3+8 eher auf die doppelte Belegung für den NV ausgelegt.

      1. Nördlich von Bischleben sollte man doch was machen könne, zumindest auf den Satellitenbildern hat man südlich der Thüringer Bahn Platz, um die Fahrtrichtung Bamberg – Erfurt südlich zu überwerfen und auf die Gleise 1/2 durchzubinden.

        Und auch in Atzmannsdorf ist der Platz vorhanden, eine Unterführung der Gleise der Thüringer Bahn zu bauen und somit die Gleise 1/2 wieder auf die NBS Halle durchzubinden.

        Wäre natürlich nicht besonders strategisch, die gerade vollendete Strecke wieder anzufassen, aber andererseits hätte man dann schön parallel Fahrwege und gleichzeitige Korrespondenzhalte in beiden Fahrtrichtungen. Und es wäre betrieblich deswegen auch besser als die hier vorgeschlagenen Kurven.

  3. Kann es sein du hast dich ganz anständig vertan oder versteh ich den Vorschlag nur nicht? Das einzige Gleis, was der Eisenacher kreuzen muss, ist doch das R-Gleis (also das nördlichste der 3 Gleise aus Neudietendorf). Und das kann er zur Not sogar selbst nutzen. Also einen Engpass seh ich ausgerechnet an dieser Stelle überhaupt nicht, im Gegenteil: Eisenaccher und Münchner können einwandfrei parallel ausfahren, ohne sich gegenseitig zu behindern. Und tun dies auch des öfteren – sieht cool aus, wenn man da am Bahnsteig dazwischen steht.

    Anders siehts bei eben genau den Ostfahrern aus: Da muss reinwärts der Münchner von der SFS einmal quer rüber auf die andere Seite, rauswärts Richtung Halle beide Relationen.

    Zur Info: Grundsätzlich fahren die Züge
    – in Richtung München auf Gleis 1,
    – in Richtung Eisenach auf Gleis 2,
    – aus Richtung München auf Gleis 9,
    – aus Richtung Eisenach auf Gleis 10.
    Bahnsteiggleicher Übergang inklusive. Nur die Sprinter München-Berlin nehmen ostwärts Gleis 2 und sparen sich das Gerammel durch die Weichen.

    Etwas seltsam ist der Gleisplan in UE P allerdings schon: Die aus Richtung München durchgehenden Hauptgleise sind in der Tat – Gleis 295 und 296. Die bahnsteiglosen Gleise zum Güterbahnhof hin.

    1. > Grundsätzlich fahren die Züge […]

      Na wenn es so schön einfach wäre wie in der Theorie… Meiner Beobachtung nach fahren die Züge nach Frankfurt mindestens so oft von Gleis 1 wie von Gleis 2 und aus Frankfurt ebenfalls recht unregelmäßig von Gleis 9 oder Gleis 10, teilweise sind es nur einseitige Anschlüsse und keine richtigen Korrespondenzen. Warum das ganze und nicht so wie du es dargestellt hast, kann ich aber auch nicht beantworten.

      Das einzige Gleis, was der Eisenacher kreuzen muss, ist doch das R-Gleis“

      Jein, also im Bahnhofsvorfeld geht es da über fast das komplette Gleisvorfeld, ermöglicht also nur noch Ein-/Ausfahrten aus Gleis 1 und 10.

      Aber da es ja eh ein eher langfristiges Infrastrukturprojekt ist, schauen wir uns mal an was der Deutschlandtakt dazu sagt: Die Sprinter fahren beide über Halle mit je 3 min Aufenthalt, je stündlich und damit um eine halbe Stunde zueinander versetzt. Ein jeweils dazu korrespondierender normaler ICE nach/aus Leipzig „umschließt“ den Sprinter fahrzeittechnisch, kommt als früher an und fährt später ab. Dabei beträgt die Ankunfts- bzw. Abfahrtzeitsdifferenz aus/in Richtung Süden/Westen 1-2 min und aus/in Richtung Osten aufgrund der anschließend/vorhergehend gemeinsam genutzten Strecke 4-5 min. Man müsste also den Aufenthalt der „langsamen“ ICEs um 3 min verlängern, sodass er hinter dem Sprinter den Bahnhof verlassen kann. Ist wahrscheinlich nicht praktikabel, zumal es mit der Bahnsteigbelegung auch knapp wird, da die Aufenthalte beider Richtungen sich – wie es sich für einen ITF gehört – ja auch noch überschneiden. Ja, du/ihr habt also Recht, das ist wenig praktikabel.

       Die bahnsteiglosen Gleise zum Güterbahnhof hin.“

      Vielleicht hat man mal durchrasende Sprinter geplant? 😀 nee im Ernst, ich weiß nicht, was es damit auf sich hat. Aber was hältst du denn von den anderen angesprochen Ideen, um das Anschlusskonzept zu verbessern:

      A) Damit man zumindest die NBS so lassen kann wäre eher ein Bahnsteig an einem der nördlichsten Gleis sinnvoll (am einfachsten wäre wohl das Gl. 295 wieder abzureißen), sodass man dort ei Gleis und das Gleis 1 Ri. Westen nutzen kann und das Gleis 2 und 3 in Richtung Osten. Nachteil wären die fehlenden bahnsteiggleichen Übergänge, betrieblich jedoch optimal.

      Daher vielleicht besser B) einfach das Gleis 1+2 Richtung Westen und das Gleis 3+8 (welche höhengleich über den Inselbahnsteig verbunden sind) Richtungen Osten. Und dann Gleis 9+10 für die IC/RE-Verkehre in/aus Richtung Weimar. Allerdings sind die Gleise 3+8 eher auf die doppelte Belegung für den NV ausgelegt, da müsste man mal schauen ob das passt.

      1. > wenn es so schön einfach wäre wie in der Theorie

        Was du meinst, sind die Dresdner Züge und die Frankfurt-Berliner Sprinter, die sowieso keine SFS-Korrespondenz haben. Dafür steht meist noch ein 612er am jeweils anderen Gleis und stellt nen bahnsteiggleichen Übergang aus/in Richtung Jena her. So in etwa jedenfalls, ich kenn den Fahrplan nicht auswendig.

        [Ausfahrt aus Gleis 2 Ri. Eisenach]
        > ermöglicht also nur noch Ein-/Ausfahrten aus Gleis 1 und 10

        Nee. Guck mal auf den Gleisplan: Wenn es über die Weichen 285, 286, 295 und 296 ins R-Gleis geht, kann vom S- und vom T-Gleis aus gleichzeitig bis runter nach Gleis 11 gefahren werden. Also genau Null Behinderung. Selbst über Weiche 288 geht die Einfahrt noch bis Gleis 6.

        > durchrasende Sprinter

        kommen in ihrer Eile noch genau bis auf die Unterführung der Sanger-/Nordhäuser Strecke. Da sind die Gleise zuende und es geht abzweigend mit 80 weiter Richtung Halle. Weiß nicht ob das mal angedacht war, Platz für ein paar Schnellfahrweichen wäre noch.
        Bisher sind die beiden Gleise eigentlich nur für die Zuführung zum Gbf und seltener als Überholgleise in Gebrauch.

        > (Gleisshuffle)

        macht es meiner Ansicht nach nicht besser, sondern nur anders. Es sei denn man ruppt nochmal komplett(!) alles raus, führt die SFS in die Mitte und die Regios nach links und rechts außen. Hat man aber damals nicht gemacht, warum auch immer.

  4. Sehe ich das richtig, dass du in dritter Ebene hier drüber willst? Na Halleluja, ob dieser Aufwand gerechtfertigt ist …

    Was aber so nicht geht, ist die Verschiebung des nördlichsten der 3 Streckengleise. So wie gezeichnet, führt das bei den beiden Talbrücken (SFS und BAB) zwischen nördlichem Brückenkopf (im Bild oben rechts) und nördlichstem Pfeiler durch. Das zu realisieren, ist extrem aufwändig, denn dafür müssten die Fundamente für die Brückenwiderlager umgebaut werden.

      1. Stimmt, habe ich übersehen.

        Also: Nein, ist vielleicht etwas undeutlich gezeichnet, wie in der Beschreibung steht Das südliche Verbindungsgleis würde Richtung Süden abzweigen und und dabei höhenmäßig zwischen Altstrecke und Autobahn-/NBS-Brücke führen.“ also nicht über die Autobahn sondern auf +1-Ebene, während die Autobahn und NBS mit etwa 10 m Höhe schon aktuell auf der +2-Ebene sind. Notfalls könnte man die Altstrecke auch noch ein wenig tiefer legen, aber ich denke, das ist nicht nötig.

        Die Verschiebung des nördlichsten der drei Streckengleise soll soweit sein, dass es noch zwischen den beiden nördlichsten Pfeilern hindurchführt.

        Ich passe die Zeichnung für beide Punkte ein wenig an.

        1. Hier sieht mans mal von der Seite, mit Pfeil markiert ist ein Oberleitungsmast. Also für mich schaut das nicht so aus, als wäre zwischen Oberleitung und Brücke nochmal so viel Platz wie zwischen Oberleitung und Boden + Konstruktionshöhe der „Interimsbrücke“. Da müssten die unteren (bestehenden) Gleise ein gutes Stück nach unten wandern. Was allerdings nicht so einfach ist, da sich die Strecke zwischen Neudietendorf (248 m) und Erfurt-Bischleben (217 m) in einem langen Steigungsabschnitt befindet. Das bedeutet, die Steigung der Strecke müsste östlich der Brücke abgeflacht werden und westlich der Brücke der Steigungswert angehoben werden. Die Konsequenz daraus wäre quasi ein Abriss der bisherigen Strecke und Neubau mit veränderten Steigungswerten an selber Stelle. Abgesehen davon, was das kostet, führt so eine ungewöhnliche Maßnahme zu einer äußerst langen Vollsperrung, wobei zu berücksichtigen ist, dass am Ende kaum nennenswerte Fahrzeitverkürzungen herauskommen.

          1. Okay, dann lassen wir das lieber. Die Oberleitung könnte sicher nochmal ein wenig abgesenkt werden, das Überwerfungsbauwerk noch ein wenig nach Westen verschieben, sodass die Brücken nicht genau übereinander liegen und vielleicht ließe es sich somit irgendwie hinquetschen, aber du hast Recht, das wird alles schwierig.

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