Beschreibung des Vorschlags
Die Gebiete südlich der Hansestadt Hamburg müssen besser angebunden werden!
Daher schlage ich eine neue Verbindung mit der S-Bahn unter dem Bahnhof Harburg vor, von wo Linien wie die S6 weiter in Richtung Lüneburg oder Buchholz fahren können. Es wäre beispielsweise auch eine Verbindung nach Soltau über Winsen möglich, wenn man die dortige Kleinbahnstrecke reaktiviert.
Aber von vorn: Dieser Vorschlag beinhaltet eine unterirdische Ausfädelung aus der aktuellen S3/S5-Strecke in Richtung Neugraben kurz vor dem Bahnhof Harburg. Darauffolgend würde ein neuer Bahnsteig entstehen. Wenn das westliche Gleis nach der Ausfädelung höhentechnisch nicht auf den neuen Bahnsteig anzupassen ist weil die Steigung zu hoch ist, könnte ich mir auch zwei separate Bahnsteige vorstellen.
Im Anschluss folgen die beiden neuen Gleise dem aktuellen Bahnsteig der Gleise 5 und 6, an dessen neuem Ende sie wieder an die Oberfläche gelangen. Diese Verkürzung des bestehenden Bahnsteigs ist möglich, da der Bahnsteig der Gleise 5/6 fast nie für den Fernverkehr verwendet wird und daher die volle Länge nicht benötigt wird. Außerdem sollte es höhen-/steigungstechnisch möglich sein, das Ende des Tunnels hinter den Säulen der B75 zu bauen, sodass hierfür ebenfalls keine gesonderte Lösung gefunden werden muss.
Die offensichtliche Gegenlösung hierzu ist, die S-Bahn südlich des Bahnhofs Wilhelmsburg in die Fernbahn einzufädeln. Dies halte ich aus folgenden Gründen für keine gute Idee:
– Die Strecke nördlich des Bahnhofs Harburg ist aktuell stark überlastet
– Die S-Bahnen müssten um auf die Richtungsgleise 3 und 4 zu kommen über die nordgerichteten Gleise fahren, was die Kapazitäten weiter einschränkt
– Der Bau würde eine temporäre Vollsperrung von 4 von 6 Gleisen auf der Strecke Hamburg-Harburg – Hamburg Hbf fordern
– Die S-Bahnen müssten in Wilhelmsburg oder unmittelbar südlich von der Stromschiene auf die Oberleitung wechseln, was weitere Zeit beanspruchen kann
Daraus ergeben sich folgende Vorteile:
– Beim Bau meiner Variante müsste nur die RB38 zwischen Harburg und Buchholz ausfallen, außer sie nimmt einen anderen Bahnsteig
– Die S-Bahn wird an einer weniger kritischen Stelle in die Fernbahn eingefädelt
– Die Region Harburg-Lüneburg-Buchholz bekommt eine direkte Anbindung an die wichtigsten Teile Hamburgs, statt am Hbf umsteigen zu müssen
An ähnlichen Vorschlägen habe ich nur diesen gefunden.
Mir gefällt die Idee, komplett eigene Gleise zu bauen, das wäre in meinem Vorschlag auch möglich. Dass dieser Vorschlag unterirdisch allein wahrscheinlich mit extrem hohen Kosten verbunden ist sollte aber keine Diskussion sein. Die S-Bahn-Gleise südlich von Harburg ebenfalls gesondert laufen zu lassen, sprengt hier denke ich den Rahmen, ist in meinem Vorschlag aber natürlich auch nicht ausgeschlossen.
Alles in allem halte ich eine Entlastung der Züge in/aus Richtung Lüneburg und Buchholz für eine gute Idee.
Ich freue mich auf Kommentare/Anmerkungen 🙂
EDIT:
Ich habe herausgefunden, dass die Steigung der Schiene am südlichen Tunnelausgang möglicherweise größer als erlaubt ist. Es handelt sich um ca. 80m Länge der Gleise. Laut Lichtraumprofil der S-Bahn Hamburg ist die maximale Höhe der S-Bahn 4,3 Meter (inkl. Oberleitung?), wo in dem Fall natürlich noch die Schicht Bahnsteig darüber hinzukommen würde. Es handelt sich also um eine Steigung von ca. 60 Promille, was möglicherweise zu viel ist. Da braucht es aber eine*n Expert*in um das akkurat zu beurteilen. Alternativ könnte man natürlich noch am frühen Weichenvorfeld rumbasteln.


Beim Bau einer unterirdischen Station quer unter dem Bahnhof Harburg erwartest du, dass der Bahnhof problemlos weiter genutzt werden kann? In dem Vergleich dürfte es deutlich einfacher sein bei Wilhelmsburg einzufädeln, auch wenn das bei den generellen Kapazitätsproblemen an der Stelle natürlich aus anderem Grund keine Option ist. Insbesondere dass du einen der Bahnsteige in Harburg kürzen musst ist ein eigener ordentlicher Nachteil, den Tunnel bis hinter dem Seevekanal zu verlängern lohnt sich aber wahrscheinlich auch nicht.
Das habe ich nie behauptet. Natürlich würde es Einschränkungen geben. Eine Vollsperrung außer der Gleise an denen aus- und eingefädelt wird halte ich aber nicht für nötig, vor allem wenn man das Ganze mit TBMs baut, wie z.B. bei vielen Teilen der Hamburger U2 (Messehallen, Hbf, Gänsemarkt, etc.). Das würde auch das Problem der Höhe/Steigung umgehen, ich weiß aber nicht was für einen Kurvenradius die Dinger können. Wenn es bei der U-Bahn geht sollte es aber auch bei der S-Bahn gehen. Ich könnte mir gut vorstellen, dass der Bahnsteig der Gleise 3 und 4 für die Baustelle geöffnet und trotzdem genutzt werden kann, da der neue Bahnsteig nicht unter der Bahnhofshalle ist. Das sollte im Rahmen des Möglichen liegen.
Danke, dass du mich wiederholst.
Ich habe doch bereits erklärt, dass das de facto kein Problem ist, da alle Regionalverbindungen plus Fernverbindungen wie der IC2 nach Magdeburg oder sogar ICEs wie die einzelne 402 nach München oder die kurzen 411 dort weiterhin halten könnten.
Das denke ich auch nicht.
Die Gleise selbst lassen sich ja mit einer TBM bauen, die Bahnsteige aber nur teilweise. Bahnsteige die komplette im TBM-Tunnel liegen sind meist Recht eng, an einem größeren Knotenpunkt wie Harburg hingegen sollte man lieber mit zu viel statt zu wenig Platz planen. Daher glaube ich, dass man rein mit der TBM hier nicht auskommt. Vermutlich müsste man hier gestaffelt nacheinander einmal jeden Mittelbahnsteig für eine bestimmte Zeit Vollsperren, insbesondere auch wenn man direkte Auf- und Abgänge zwischen S-Bahn und den Bahnsteigen bauen möchte. Super dramatisch dürfte das im Endeffekt nicht sein, man muss es aber bedenken.
Sorry, das habe ich tatsächlich übersehen.
Okay, Thema TBM-Bahnsteig hast du natürlich recht. Das ist gerade für Harburg Kapazitätsmäßig wahrscheinlich zu wenig. Was man (voll-)sperren muss und was nicht scheint jetzt eher Spekulation. Ich stimme dir jedenfalls zu, dass es ohne Eingriffe in den Verkehr an der Oberfläche nicht geht. Ich denke dennoch, dass die Vorteile einer Anbindung des südlichen Harburger Gebietes nicht zu ignorieren sind.
Alles gut 🙂
Ich habe auch nochmal nachgemessen, der Bahnsteig sollte nach der Kürzung am westlichen Gleis noch eine Länge von ca. 370 Metern haben, was für die meisten Züge reicht. Zum Vergleich: Der 13-Teilige ICE 4 hat eine Länge von 374 Metern. Es reicht also für die weitaus meisten Züge.
Quelle: Google Maps
Mal unabhängig davon, ob das technisch so machbar ist, bezweifle ich, dass man überhaupt auf der Bestandsstrecke nach Buchholz kommt, da die SFS ja keine separaten Gleise bekommen soll, soweit ich weiß. Nach Lüneburg dürfte das natürlich machbar sein, ein Ausbau da ist aber auch nicht ohne.
Grundsätzlich ist die Idee interessant, muss allerdings im Kontext des gesamten Knoten Hamburgs betrachtet werden.
Wo soll die SFS denn fahren? Sind die sich schon so sicher dass die schon wissen wo die langführen soll und welche Gleise genutzt werden sollen? Und warum soll man da nicht nach Buchholz kommen, über die Route des RB38 kommt man doch auf jeden Fall. Schick gerne mal eine Quelle für die SFS, das würde mich auch persönlich interessieren.
In den offiziellen Lageplänen ist sie als Abzweigung von der Strecke eingezeichnet (auf der Website von Bahnprojekt Hannover/Hamburg, einen Link kann ich im Zweifel später raussuchen, die Pläne sind ein wenig versteckt). Ein viergleisiger Ausbau wäre wünschenswert, aber es gibt in Meckelfeld glaube ich nicht genug Platz.
Tatsächlich habe ich die Regionalbahn nicht bedacht, die ja dann nicht mehr fahren würde. Ob Raum für Verdichtungen besteht ist die andere Frage.
Erweiterung zu meinem Kommentar: Entsprechend den Planungen wäre ein dreigleisiger Ausbau möglich, die betroffene Weiche liegt noch vor der Brücke der Rönneburger Straße.
Ohne Frage ist eine S-Bahn für den Süden Hamburgs sinnvoll. Ich mache mir über ein Konzept dafür schon seit einiger Zeit Gedanken und halte das leider ohne massive Abrissmaßnahmen für unmöglich. Grund sind die Güterzüge, in dessen Lichtraumprofil 96cm-hohe Bahnsteige ragen, was ein Mischverkehr mit S-Bahnen nur ermöglicht, wenn diese 76cm Einstiegshöhe haben, was äußerst nervig ist und im Sinne der Barrierefreiheit keine zufriedenstellende Lösung darstellt. Mischverkehr gäbe es zwischen Tostedt und Buchholz, in Sprötze müsste die Strecke daher viergleisig ausgebaut werden und auf 2 Bahnsteigkanten reduziert werden, sowie zwischen Harburg und Lüneburg, wobei dort das Problem viel größer ist, denn selbst wenn man die dreigleisige Bestandsstrecke um ein Gleis erweitert und die S-Bahnen auf ihren eigenen Gleisen fahren lässt, gäbe es an der gesamten Strecke zwischen Harburg und Lüneburg keine Überholmöglichkeit für ICEs, was gerade mit dem RE-Halt in Winsen, der platztechnisch nicht sechsgleisig ausgebaut werden kann ein großes Problem ist, wenn man bedenkt, dass diese Strecke zu den am stärksten überlasteten in Deutschland gehört. Zwischen Buchholz und Harburg müssten die S-Bahnen mMn auch eigene Gleise bekommen, da die S-Bahnen perspektivisch im 10-Minuten-Takt verkehren müssen um den auf der RB41 angedachten Halbstundentakt sowie die zusätzlichen Fahrgäste durch eine Attraktivitätssteigerung aufzunehmen und RE- und ICE-Verkehr dazwischen kaum möglich ist, zumindest nicht zu zufriedenstellenden, zuverlässigen Fahrzeiten. Platztechnisch wird das in Fleestedt und Meckelfeld enorm schwierig, weil da ja auch noch ein Haltepunkt entstehen sollte und in Meckelfeld noch (hoffentlich) die SFS hinzukommt, die um Kapazitätsengpässe zu vermeiden mMn ebenfalls eigene Gleise bekommen sollte und 6 Gleise+Bahnsteig passt definitiv nicht in Meckelfeld ohne besagte Abrisse.
Ansonsten finde ich diesen Vorschlag nicht besonders gut, da ich denke, dass sich eine nördlichere Ausfädelung anbietet und es mMn langfristig sowieso eine viergleisige S-Bahn zwischen Harburg und Hamburg brauchen wird und Gleis 5+6 ungeeignet für einen kreuzungsfreien Übergang zu den Strecken ist, was bei einem 10 Minuten-Takt zu massiven Kapazitätseinschränkungen von Gleis 3+4 in Richtung Lüneburg und 5 in Richtung Hamburg führen würde. Aus diesem Grund würde ich die Nutzung der Gleise 2+5 als reine S-Bahngleise bevorzugen, Gleis 1+6 ist dann von/nach Winsen und Gleis 3+4 von/nach Buchholz , der RE5 über die unterirdischen Verbindungskurve und es gibt keinerlei Konflikte mit anderen Zügen.
Zudem ist mir gänzlich unklar, wie die genaue Führung in Richtung Lüneburg aussehen soll.
Grundsätzlich finde ich eine S-Bahn nach Lüneburg sinnvoll und das passt meiner Meinung nach auch in das bisherige Konzept mit den S-Bahn-„Verlängerungen“ nach Kaltenkirchen und Bad Oldesloe.
Deine Variante finde ich aber viel zu aufwändig.
Was spricht gegen:
Ich vermute diese Lösung wäre deutlich einfacher. Südlich von Harburg könnte man dann die S-Bahn mithilfe eines Überwerfungsbauwerks auf die bestehenden Gleise überwerfen. Bei den Stationen müssen wahrscheinlich nochmal extra Außengleise gebaut werden, damit die Güterzugnutzung der Strecke nicht eingeschränkt wird. Hier könnten dann die Güterzüge die S-Bahnen überholen.
Ich denke im Bereich Harburg sollte das flächentechnisch kein Problem sein. Es liegen eigentlich nur Gewerbeflächen an der Strecke und selbst davon bräuchte man nicht viele Quadratmeter. Ich sehe eher das Problem im Bahnhof Lüneburg. Aber entlang der Strecke sehe ich Potential für viele Halte.
Die Idee kam mir auch schon so ähnlich, als ich mir das mal auf der Karte angesehen habe. Ja, das Gewerbe dürfte im Weg sein, das nördliche Gebäude (ehemals Selgros?) auf jeden Fall, und bei Bauhaus wären die rückwärtigen Flächen betroffen. Problematischer sind die Brücken, die Walter-Dudek-Brücke und die Schlachthofbrücke sind zu kurz. Die der Bundestraße könnte vermutlich angepasst werden, die dortige Straße ist halt in einer Steigung und der nördliche Pfeiler ist höher gelegen.
Ja klar, aber das dürfte immer noch deutlich einfacher sein, als einen Abzweig im Tunnel zu bauen und eine neue Station.
Bei „meiner“ Idee könnte man an einem Wochenende eine Weiche (Richtung Harburg (oben)) in das linke S-Bahn-Gleis einbauen und das Überwerfungsbauwerk kann im laufenden Betrieb (bzw. nachts) eingehoben werden. Den Bau der Oberleitung könnte man erst auf dem einen Gleis Wilhelmsburg-Harburg machen und danach auf dem anderen. Die Einschränkungen wären deutlich geringer als in der Tunnel-Variante.
Die Strecke Elbbrücken-Harburg würde ich ohnehin ausbauen, sodass Umgestaltungen ohnehin in Frage kämen. Der Güterverkehr sollte die linken beiden Gleise bekommen (mit höhenfreier GUB-Anbindung), sodass nicht alle Gleise gekreuzt werden müssen, um in den Hafen zu kommen. Auch der Fernverkehr sollte eigene Gleise auf dem Abschnitt bekommen. Mit einem kurzen Tunnel unter Harburg (zur NBS nach Hannover) wären hier locker schon 200-250km/h möglich. Aktuell kommt der ICE dort sehr oft zum stehen und braucht für die 12km lange Strecke vom Hauptbahnhof nach Harburg zehn (in der Realität eher 15) Minuten. Mit einer eigenen SFS wäre die Strecke in vielleicht 5 Minuten machbar. Also eine Zeitersparnis von 5-10 Minuten.
Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, dass eine Neuzuordnung der Gleise eventuell ein Bestandsgleis für die S-Bahn genutzt werden kann und somit die Brücken ausreichen.
Ein ähnliches Ziel verfolgt auch dieser Vorschlag von Ulrich Conrad. Vorteilhaft sind die zentrale Erschließung von Harburg und die deutlich einfachere Ausfädelung, nachteilig der teure Tunnel (dem aber, wie erwähnt, auch ein Nutzen gegenübersteht) und die je nach Ausgestaltung etwas längere Fahrzeit.