Beschreibung des Vorschlags
Die Rhein-Neckar-Bahn ist einer der meistbefahrenen und meistbewohnten Schienenwege Deutschlands. Trotz dieser hohen Auslastung gibt es entlang der Strecke einige Lücken im Nahverkehrsangebot. Besonders zwischen Bensheim und Darmstadt fehlt ein durchgängiger S-Bahn-Anschluss. Ein solcher Lückenschluss würde nicht nur die Erreichbarkeit der Region verbessern, sondern auch neue Potenziale für Stadtentwicklung und Wohnraumerschließung nach den Prinzipien des Transit Oriented Development (TOD) schaffen.
Heppenheim Nordstadt
Der bestehende Bahnhof Heppenheim liegt in einem viergleisigen Abschnitt mit zwei 740 Meter langen Ausweichgleisen. Diese könnten in Richtung Norden verlängert werden, um den neuen S-Bahn-Halt Heppenheim Nordstadt zu schaffen. Zusätzliche Weichenverbindungen wären notwendig, um die Ausweichgleise weiterhin unabhängig vom Bahnhof nutzen zu können. In der nördlichen und westlichen Umgebung entstehen bereits neue Wohngebiete, die durch eine S-Bahn-Station erheblich an Attraktivität gewinnen würden.
Bensheim Stadion
Zwischen Bensheim und Auerbach erstreckt sich ein 2,4 km langer Abschnitt mit dichter Wohn- und Geschäftsbebauung. Ein neuer Haltepunkt Bensheim Stadion auf Höhe des Weiherhausstadions wäre hier sinnvoll. Neben der besseren Erschließung des Stadions könnte dieser Halt auch das bedeutende Schulzentrum mit Goethe-Gymnasium, Heinrich-Metzendorf-Schule und Altem Kurfürstlichem Gymnasium bedienen, an dem insgesamt rund 4.300 Schüler unterrichtet werden. Der bestehende Bedarf für eine bessere Schienenanbindung ist entsprechend hoch.
Auerbach Höllberg
Nordöstlich von Auerbach könnte ein neuer Halt Auerbach Höllberg auf separaten S-Bahn-Gleisen entstehen, um den Fern-, Regional- und Güterverkehr nicht zu beeinträchtigen. Derzeit ist das Gebiet landwirtschaftlich geprägt, bietet jedoch eine ideale Fläche für ein neues Wohnquartier nach TOD-Prinzipien. Mit einer Fläche von rund 500.000 m² besteht hier erhebliches Potenzial für die Entwicklung eines Stadtviertels mit Wohnraum, medizinischer Versorgung und Bildungsangeboten. Die angespannte Wohnsituation im Rhein-Main-Gebiet macht eine solche Erschließung besonders attraktiv. Die Kommunen Bensheim und Zwingenberg haben den Bedarf erkannt und erste Flächen für den Wohnungsbau freigegeben. Um das Potenzial eines S-Bahn-Halts voll auszuschöpfen, wäre eine Entwicklung mit Mehrfamilienhäusern anstelle von Einfamilienhäusern ratsam.
Auch in Bickenbach und Zwingenberg könnten aktuell ungenutzte Flächen in Bahnhofsnähe sinnvoll in die Stadtentwicklung einbezogen werden.
Darmstadt Lincoln-Siedlung
Ein Vorbild für die Revitalisierung innerstädtischer Flächen ist die Lincoln-Siedlung in Darmstadt, die in ihrer Endausbaustufe mehr als 5.000 Einwohner umfassen wird. Neben der bereits geplanten Tram-Anbindung wäre hier auch ein S-Bahn-Halt sinnvoll, da die derzeitige Anbindung an den Darmstädter Süd-Bahnhof über die B3 suboptimal ist. Westlich des geplanten Halts könnten zusätzliche Flächen für die Stadtentwicklung genutzt werden.
Darmstadt Nachtweide
Ein weiterer geplanter Halt ist Darmstadt Nachtweide, der eine bessere Anbindung an Weiterstadt, das Gewerbegebiet Riedbahn und den Norden Darmstadts ermöglichen würde. Westlich dieser Haltestelle gibt es Potenzial für eine Revitalisierung brachliegender Flächen, wenngleich die Lage zwischen stark frequentierten Verkehrswegen und dem 13-gleisigen Abschnitt der Main-Neckar-Bahn eine Herausforderung darstellt.
Auch in Darmstadt Arheiligen besteht die Möglichkeit einer Nutzung der Flächen westlich des Bahnhofs.
Allgemeine Planungsgrundlagen
Alle neu geplanten Bahnsteige sollen eine Länge von 220 Metern haben, um den Betrieb mit bis zu 12 Wagen langen S-Bahn-Zügen oder 8 Wagen langen Twindexx-Zügen zu ermöglichen. Im Regelbetrieb ist eine Doppeltraktion mit 8 S-Bahn-Wagen vorgesehen, zu verkehrsschwachen Zeiten würden 4 Wagen ausreichen, um den Bedarf zu decken.
Zwar würde eine neue S-Bahn-Linie zwischen Frankfurt Hbf und Mannheim Hbf eine Fahrtzeit von etwa 115 Minuten benötigen und auf der gesamten Strecke wenig attraktiv sein, jedoch entstehen auf Teilabschnitten sinnvolle Verknüpfungen mit schnelleren Regionallinien wie dem RE60/RB67/RB68. Beispielsweise würde die Fahrt von Auerbach Höllberg nach Frankfurt Hbf mit der S-Bahn allein mehr als eine Stunde dauern. Durch einen Umstieg in Zwingenberg, Bickenbach oder Darmstadt in den Regionalverkehr könnte die Reisezeit jedoch auf unter 40 Minuten reduziert werden, was eine attraktive Pendeldistanz darstellt. Auch der Verkehr zwischen den Mittelzentren entlang der Strecke sollte nicht unterschätzt werden, da er eine erhebliche Nachfrage im Nahverkehr generiert.
Soll die S-Bahn separate Gleise bekommen, oder die Bestandsgleise mitnutzen?
Davon abgesehen halte ich eine normale S-Bahn aufgrund der Fahrtzeit nicht für sinnvoll, hier wäre eine Express-S-Bahn analog zu den Planungen in München sinnvoll, damit man sowohl eine kurze Fahrtzeit erhält als auch eine Direktverbindung hat.
Gibt es denn konkrete Planungen für diese zahlreichen Stadtentwicklungsprojekte? Vor allem beim Bf Höllberg, da dieser sich ja wohl nur bei dem Bau eines neuen Viertels lohnt. Bei den anderen fehlt mir irgendwie der Zusammenhang. Was interessiert es die Planer dieser Linie, ob in Nord-Zwingenberg Häuser gebaut werden? Den Bahnhof gibt es schon, also braucht man das nicht. Beziehungsweise anders gesagt, man braucht es in einem L+-Vorschlag nicht, da es dann ein reiner Stadtentwicklungsvorschlag und kein ÖPNV-Vorschlag ist. Auch machst du es dir bei der Auswahl dieser Neubaugebiete etwas einfach.
VG