11 Kommentare zu “Frankfurt: Fernbahnhof im Hauptbahnhofsvorfeld – Ein Gedankenspiel

  1. Hierfür kommen vier Möglichkeiten in Frage:

    Das ist eine sehr interessante Formulierung wenn man bedenkt, dass der Fernbahntunnel längst feststeht. Alle Bauzeit die dieser Vorschlag gegenüber dem Tunnel einsparen könnte (was nicht viel ist wenn du nicht gerade den ganzen Hbf sperren möchtest während du diese Brücke über das Vorfeld errichtest) verlierst du doppelt dadurch, dass die komplette Planung von neuem begonnen würde.

    Ich hab eigentlich wenig gegen diesen Vorschlag zu sagen wenn man sich das ganze halbwegs langfristig anschaut (da hier auch eine ganz andere Verbindung abgedeckt wird als vom Fernbahntunnel), als Alternative zum Tunnel ergibt’s meiner Meinung nach allerdings keinen Sinn.

    1. Nachdem die Machbarkeitsstudie bereits bestätigt hat, dass der Fernbahntunnel realisierbar ist, erfolgte am 28. Juni 2021 der offizielle Planungsstart. Zunächst werden durch die Bahn betriebliche und verkehrliche Aufgabenstellungen definiert, der Umfang der Ingenieurleistungen festgelegt und diese ausgeschrieben. Nach der Vergabe erfolgt die Grundlagenermittlung, bevor es weiter in die Vorplanung geht.

      Die oberirdischen Maßnahmen befinden sich bereits in der Vorplanung. Die nächsten Planungsschritte sind hier die Entwurfsplanung und anschließend die Genehmigungsplanung (Einreichen der Unterlagen für Planfeststellungsverfahren). http://www.fernbahntunnel-frankfurt.de

      Wenn ich die Angaben der Bahn richtig verstehe, dann sind die unterirdischen Maßnahmen noch nicht einmal in der Vorplanung. Es erfolgt derzeit die Grundlagenermittlung. Mit einer Baugenehmigung ist erst in den 2030igern zu rechnen. Es ist also noch nichts in trockenen Tüchern.

      da hier auch eine ganz andere Verbindung abgedeckt wird als vom Fernbahntunnel

      Es werden dieselben Vorteile erzielt wie beim Fernbahntunnel:

      • Entfall des Wendens und damit Fahrzeitverkürzung
      • Schaffung neuer Kapazitäten am Hauptbahnhof

      Natürlich verkürzt der Fernbahntunnel die Fahrzeit mehr (-6 bis 8 Minuten statt -5 Minuten)

      VG Geomaus007

      1. Es werden dieselben Vorteile erzielt wie beim Fernbahntunnel:

        Entfall des Wendens und damit Fahrzeitverkürzung
        Schaffung neuer Kapazitäten am Hauptbahnhof

        Der Fernbahntunnel bedient die Ost-West-Relation, dieser Vorschlag eher West-Süd. Für ICEs Köln-Frankfurt-Mannheim wäre dieser Vorschlag sogar besser, für Köln-Frankfurt-Würzburg hingegen nicht wirklich besser als der Kopfbahnhof.

        1. Der ICE K – F – MA fährt hält doch sowieso nur in Frankfurt Flughafen? Zumal Fahrgäste die nur von Köln nach Frankfurt oder nur von Mannheim nach Frankfurt wollen, auch andere ICEs nutzen können. Und würde besagter ICE über Gallus/Gutleut fahren, wie in dem Vorschlag, würde der Fraport schlechter angebunden werden.

           

          Der ganze Vorschlag beruht wohl auf folgende Annahme in Punkt 3:

           

          • Bei Kosten von 3,2 Milliarden ergibt sich ein Kosten_Nutzen verhältnis von 1,2. Bereits ab kosten von 3,85 wäre der Tunnel unwirtschaftlich. Der Tunnel darf nicht mehr als 20% teuerer werden als 2015. Dies ist durch die Inflation wahrscheinlich bereits jetzt der Fall. Natürlich ist der Nutzen dadurch auch größer. Trotzdem: Projekt ist wohl unwirtschaftlich

          Du nutzt die Inflation als einziges Argument gegen den Fernbahntunnel, nur um im selben Satz anzumerken, dass das Inflationsargument durch den entsprechend höheren Nutzen ausgehebelt wird. Ein Satz später trotzdem das Fazit: „Trotzdem: Projekt ist wohl unwirtschaftlich“. Was soll diese, mit Verlaub, unseriöse Argumentation? Welche Anhaltspunkte soll es für das Fazit noch geben, gerade wenn der Fernbahntunnel, wie du schon sagtest, ein positives Kosten-Nutzen-Verhältnis aufweist?

          Zumal deine vorgesehenen S-Bahnsteige, Peoplemover, und Bummel-Straßenbahnstrecken in dem Vorschlag genauso von Kostensteigerungen betroffen sein dürften. Das Argument der Kostensteigerung ist also sowieso hinfällig. Und vom offensichtlich geringeren Nutzen (Schwächung des zentrumsnahen und gut angebunden Hauptbahnhofs, längere Fahrtzeiten) ganz zu schweigen.

        2. Der Fernbahntunnel bedient die Ost-West-Relation, dieser Vorschlag eher West-Süd. Für ICEs Köln-Frankfurt-Mannheim wäre dieser Vorschlag sogar besser, für Köln-Frankfurt-Würzburg hingegen nicht wirklich besser als der Kopfbahnhof.

          Für die Relation Köln-Frankfurt-Würzburg/Fulda (Bitte nimm Fulda mit hinzu. Dorthin verkehren im D-Takt doppelt so viele Zugpaare wie nach Würzburg) bietet der Vorschlag einige Vorteile gegenüber dem Kopfbahnhof:

          1. Vom Regional- und Güterverkehr komplett getrennte Gleise und Bahnsteige sorgen für mehr Zuverlässigkeit.
          2. Durch den Entfall des Wendens werden durchschnittlich etwa vier Minuten gewonnen. Züge halten nun nur noch 2 Minuten (Mindesthaltezeit FV) am Bahnhof.
          3. Keine Langsamfahrt mehr durchs Bahnhofsvorfeld. Dadurch ein Zeitgewinn von (gegenüber Hin- und Rückfahrt) einer Minute
          4. Größere Kapazität verringert „Staus“/Warten auf Einfahrt/…

          Dieser Bedient vor allem die West-Ost Relation Flughafen- Hauptbanhof (- Südbahnhof) – Hanau. Einzelne Zugpaare der West-Süd Relation können nun über den Hauptbahnhof verkehren. Köln – F. Flughafen – Mannheim bleibt bestehen.

          VG Geomaus007

          1. Größere Kapazität verringert „Staus“/Warten auf Einfahrt/…

            Und genau das erreicht dein Vorschlag eben nicht: Selbst wenn man an den Frankfurter Hbf mal eben noch 100 weitere Bahnsteige drankleben würde, würde diese Zusatzkapazität kaum genutzt werden können, da nicht primär die Anzahl der Bahnsteige den Flaschenhals darstellt, sondern die Zulaufgleise.

            Die Bahnstrecke vom Haupt- zum Südbahnhof ist nur zweigleisig, dies ändert sich auch mit deinem Vorschlag nicht.
            Ein viergleisiger Ausbau wurde geprüft, aber verworfen. Stattdessen soll es den Fernbahntunnel geben.

            Mit deinem Vorschlag müsste diese zweigleisige Strecke gemäß D-Takt 17 Züge pro Stunde bewältigen, dies ist nicht möglich. Und selbst wenn man dies irgendwie hinbekommen würde, wäre dein Punkt

            Vom Regional- und Güterverkehr komplett getrennte Gleise und Bahnsteige sorgen für mehr Zuverlässigkeit.

            überhaupt nicht erfüllt.
            Nur der Fernbahntunnel erreicht dieses Ziel, dein Vorschlag verfehlt es komplett.

            1. „Geprüft und verworfen“ ist so nicht richtig. Die Planung war nahezu abgeschlossen, bis dann wie bereits in meinem anderen Beitrag erwähnt kurz vorm Beginn des PFV für die Erlangung des Baurechts die Bundesregierung mit der Novelle für die Bundeslärmschutzverordnung ohne Not die ganze Planung zunichtegemacht hat.

              Seitdem gibt es leider kaum noch Möglichkeiten die Kapazität in Sachsenhausen zu erhöhen. Mit viel Glück kann man in absehbarer Zeit vielleicht noch den kurzen zweigleisigen Engpass Höhe Kennedyallee auf vier Gleise aufweiten. Im Unterschied zu der aus dem ursprünglichen FRMplus abgeleiteten alten Planung dann aber ohne jegliche Überwerfungsbauwerke und damit unter Verbleib einiger Kreuzungskonflikte.

              Der Fernbahntunnel, der ursprünglich nur als langfristige Zusatzoption vorgesehen war, ist seitdem praktisch das einzige was hier noch den gordischen Knoten auflösen kann und überhaupt auch Realisierungschancen hat.

          2. PS: 2 Minuten Haltezeit am Frankfurter Hbf wird für ICE nicht reichen, dafür steigen dort zu viele Leute um. Die 2 Minuten sind eben die Mindesthaltezeit des FV, dies reicht an wichtigen Knotenbahnhöfen aber nicht aus.

            Im Fernbahntunnel werden daher für ICE 4 Minuten Haltezeit berücksichtigt.

  2. S-Bahnsteige kannst du dort keine mehr errichten, vA die Strecke zur Gallungswarte ist dort bereits viel zu steil und mit zu engem Kurvenradius dafür. Und dein PeopleMover würde sowieso niemals ausreichen um die Umsteigebeziehungen halbwegs vernünftig zu gewährleisten.

    Aber selbst wenn wir das außen vor lassen, übersiehst du den eigentlichen Grund für den Fernbahntunnel komplett und bietest nichtmal im Ansatz eine Lösung für diese Problematik: nämlich die völlig überlastete Strecke durch Sachsenhausen inkl. überlasteter Main-Neckar-Brücke (vA deren östliche Brückenhälfte). Bei FRMplus bzw dem Fernbahntunnel war der Hautpzweck nie wie bei dir das Kopf machen zu ersetzen, sondern die fehlende Kapazität auf der erwähnten Zufahrtsstrecke zu bekommen.

    Da kurz bevor die Planung für die recht erheblichen Um- und Ausbauten dort abgeschlossen werden konnten, die Bundesregierung (um das in vielerlei Hinsicht für Deutschland extrem katastrophale Jahr 2015 rum) mit der letzten Fassung der Bundeslärmschutzverordnung dazwischengegrätscht ist und die komplette Planung unmöglich gemacht hat, blieb bei der Aufstellung des BVWP letztlich gar nichts anderes mehr übrig als den eher für die entferntere Zukunft vorgesehenen Fernbahntunnel vorzuziehen.

    Ob die Fernzüge Kopf machen oder nicht ist ziemlich unerheblich, es geht darum zwei komplett neue zusätzliche Gleise, zur Nutzung vorrangig für den Fernverkehr, vom westlichen Hbf-Vorfeld bis an den östlichen Frankfurter Stadtrand zu errichten, die weder im Bereich Kennedyallee noch im Südbahnhof oder an den Mainwasen durch irgendwelche Kreuzungskonflikte ihrer Kapazität beraubt werden.

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