7 Kommentare zu “Südtangente Frankfurt West – Offenbach Ost

  1. Das ist allenfalls eine Citytangente, aber keinesfalls eine Regionaltangente…

    Ansonsten kann ich die Frage der Fragen vorwegnehmen: RTW und Frankfurter Straßenbahn sind nicht zueinander kompatibel! Die Fahrzeuge der RTW werden eine Einstiegshöhe haben, die der der U-Bahn oder der der S-Bahn entspricht – in jedem Fall wird sie nicht niederflurig sein. Zudem sind die Fahrzeuge der Frankfurter Straßenbahn schmaler – ich glaube, 2,40 m, wohingegen die RTW mit 2,65m breiten Fahrzeugen unterwegs sein wird. Zwar kann man hoch- und niederflurige Fahrzeuge unterschiedlicher Breiten recht problemlos im Mischbetrieb fahren lassen (siehe Bonn), aber die Profilaufweitung setzt dann eben einen kompletten Neubau der Strecke mindestens vom Südbahnhof bis Offenbach voraus. Zumal ich bezweifle, dass Hochbahnsteige in Oberrad realisierbar sind.
    Weiterhin sind deine Systemwechselstellen sehr sportlich. Eine Zahnradbahn würde die Steigungen, die dort notwendig sind, um vom Straßenniveau auf den Bahndamm zu kommen, vielleicht packen…
    Das aber nur zum technischen.

    Zur Notwendigkeit: Offenbach wird mit dem Frankfurter Süden durch drei Straßenbahnlinien (15, 16, 18) verbunden. Die Messe ist mit der Straßenbahnlinie 16 umsteigefrei zu erreichen. Wem die Straßenbahn zu langsam ist, der kann zu Spitzenzeiten alle 5 Minuten mit einer S-Bahn (S1, S2, S8 und S9) nach Frankfurt Hauptbahnhof fahren und von dort entweder zu Fuß zur Messe laufen oder knapp drei Minuten auf die nächste S3, S4, S5 oder S6 warten, die von dort ebenfalls im 5-Minuten-Takt zur Messe weiterfahren.

    Mein Fazit: Weder ist deine Idee technisch realisierbar, noch ist sie überhaupt notwendig. Das einzige, was eventuell diskussionswürdig sein könnte, ist eine Verlängerung der Straßenbahn nach Offenbach.

    1. Danke für deinen sachlichen weitestgehend nachvollziehbaren Kommentar, dem ich in vielerlei Hinsicht Recht geben muss. Der Reihe nach:

      Ist tatsächlich eher eine Citytangente. Ursprünglich hatte ich einen größeren Bogen geplant, dann jedoch diese Streckenführung aufgrund des höheren Fahrgastpotentials in den zentraleren Gebieten bevorzugt. Ich kann jedoch auch nochmal eine andere Variante vorstellen.

      Kompatibilität Tram: Tja schade, habe ich auch schon befürchtet. Die Führung durch Oberrad westlich von Offenbach bietet sich nur einfach an, da so das ungenutzte Gleis OF-Hbf und OF-Ost mit dem Straßenbahnstummel zur Stadtgrenze verbunden werden kann. Mir sind die Halte in Oberrad persönlich auch ein bisschen zu häufig, vielleicht reichen 1-2 neu errichtete Hochbahnsteige, um somit eine gegenüber der Tram beschleunigte Verbindung zu ermöglichen… Was hälst du davon?

      Welche Systemwechselstellen meinst du? Die in Offenbach oder wo? Dort habe ich 190 m um vom Damm auf Straßenniveau zu kommen, meinst du nicht, dass die LNT das schaffen?

      Notwendigkeit: Die Verbindung von der einen End- bis zur anderen Endstation ist auch weniger mein Ziel, so wie es ja auch bei der RTW von Neu-Isenburg nach Bad Soden mit der S3 vermutlich auch weiterhin schneller sein wird. Ziel ist für Offenbach vor allem die Verbindung der drei Verkehrsmittel untereinander. Die Anbindung an Frankfurts Süden ist tatsächlich mit der Straßenbahn bereits gegeben, aber hier wird ja auch quasi komplett die Infrastruktur der Straßenbahn genutzt. Von Offenbach Ost einschließlich aller Anschlüsse aus Mühlheim oder Rodgau geht es dann aber schneller. Westlich von Frankfurt Süd soll dann aber ein „Ringschluss“ stattfinden, da hier bisher immer ein großer Zeitaufwand für Umweg über den Hbf und/oder das Stadtgebiet notwendig ist. Zudem werden einige Gebiete wie z.B. Klinikum, Gutleutviertel und die Messe neu oder deutlich besser angeschlossen.

      Als größten Problem- weil Kostenpunkt sehe ich eher die Mainbrücke. Tatsächlich könnte man aber eine reine Verlängerung der Straßenbahnlinie so wie hier gezeichnet über OF Hbf nach OF Ost vorziehen. Dies wäre wenn man die ungenutzten Bahnsteige 4/5 in OF Hbf niederflurig baut, sogar als reine Tram-Strecke denkbar. Eine Reaktivierung der Straßenbahn entlang der Frankfurter Straße wie sie früher verlief halte ich wegen der Parallelität zu S-Bahn dagegen für wenig sinnvoll.

    2. Hab jetzt mal alle Bahnsteige, an denen zu halten ist eingezeichnet. Hochbahnsteige im Straßenbereich entständen nicht. Durch die Reduzierung der Halte wären die RegioTrams (eine passende grüne Welle Schaltung vorausgesetzt) deutlich schneller als herkömmliche Straßenbahnen und würden trotzdem Oberrad zentral anbinden. Hier würde zudem eine (eher im Ausnahmefall genutzte) Überholmöglichkeit geschaffen. Fahrplanmäßig sollten die Trams in dem Wendegleis im August-Bebel-Ring warten und hinter den schnelleren RegoTrams fahren.

  2. Entschuldige, aber das ist wirklich schwer ernstzunehmen…

    Das Rhein-Main-Gebiet ist eine Pendlerhochburg und es muss dringend neue Verkehrsinfrastruktur geschaffen werden, keine Frage. Beispielsweise müssen dringend neue S-Bahnstrecken ausgebaut werden (insbesondere westlich von Frankfurt, wo die S-Bahn kaum eigene Gleise hat…) oder neue U-Bahnlinien gebaut werden (Ginnheimer Kurve…).

    Aber das hier bedient sich erstens technisch eigenartiger Lösungen, von denen ich nicht weiß, ob sie überhaupt realisierbar sind. Zweitens verläuft es aber parallel zu einer hochwertigen S-Bahn Hauptachse und zu einer Straßenbahnstrecke, die teilweise von drei Linien bedient wird.

    Übrigens müsste die schon durchgehend viergleisig sein, damit sich die Straßenbahnen und die RT nicht ins Gehege kommen, denn bei 3 Linien ist es schlichtweg unmöglich, dass sich Expresse und langsame Bahnen nicht blockieren.

    Es gibt in Frankfurt viel zu tun. Aber das hier gehört nicht zu dem, was ich als sinnvollen Vorschlag bezeichnen würde. Versuch dich doch an ein paar Linien, die nicht parallel zu mehreren bestehenden Schienenverbindungen laufen 😉

    1.  Mir geht es aber darum neue, teilweise auch ein wenig unkonventionelle Vorschläge zu machen, die sich nicht sofort aufdrängen. Dass dringliche, schon länger diskutierte, aber immer noch nicht umgesetzte Ideen wie die Ginnheimer Kurve Priorität haben ist mir auch klar. Das mit der technischen Lösbarkeit müsste man sich mal genauer angucken, ich sehe da aber erstmal aber nichts als Hinderungsgrund, was sich nicht lösen ließe.

      Den Parallelverkehr gibt es vor allem im östlichen Abschnitt, wo ich aber ja kaum neue Infrastruktur (=Kosten) vorsehe. Hier werden ja komplett die bestehenden Gleise genutzt. Viergleisig ausbauen muss und kann man hier nicht. Das Fahrplankonzept kann man ja entsprechend anpassen, dass zu der Zeit, wo die RT fährt grade keine normale Tram fährt, das ginge also auch. Auch fahren dort bisher eigentlich nur zwei Linien, soweit ich weiß.

      Ansonsten gibt es (wie bereits erwähnt) auch noch zwei andere Ansätze konventioneller Bahnsysteme von mir, zum einen den eines S-Bahn-Ausbaus und zum anderen den einer reinen Verlängerung der Tram.

      1. Auf der Straßenbahnstrecke nach Offenbach könntest du eben nicht die vorhandenen Gleise nutzen, sondern müsstest die Strecke komplett neue bauen, um einen Gleisabstand zu erhalten, der 2,65 m breite Züge zulässt. Das ist die Breite, die als Kompromiss zwischen Eisenbahn und Straßenbahn bei Zweisystemzügen anzuwenden ist.

        1. Verstehe nicht ganz, warum die Züge nicht auch schmaler sein können… Oder schreibt die EBO eine Mindestbreite vor? Falls ja, dann sehe ich tatsächlich ein, dass dieser Vorschlag so nicht durchführbar, sondern eine der o.g. Alternativen besser ist.

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