Beschreibung des Vorschlags
Ganzheitliche Planung der Verknüpfung U7 / Regionaltangente West sowie der Schienenanbindung des Stadtentwicklungsgebietet Frankfurt Nordwest
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Im Frankfurter Westen entsteht aktuell die Regionaltangente West, die in einem zweiten Bauschritt vom vorläufigen Endpunkt Praunheim Gewerbegebiet bis zum Nordwestzentrum (Abschnitt Nord Stufe 2) verlängert werden soll. Sinn dieser Übung samt der gemeinsamen Verlängerung der C-Strecke der U-Bahn ist (siehe schematische Darstellung hier [1]) ist die Erschließung des Stadtentwicklungsgebiets „Frankfurt Nordwest“, offiziell „Stadtteil der Quartiere“, im Volksmund nach dem aktuellen Frankfurter OB Josefstadt genannt. Hier sollen auf einem Areal östlich der Bundesautobahn 5 knapp 7000 neue Wohnungen und zusätzliche Arbeitsplätze entstehen, deren drohender zehnspuriger Ausbau ebenfalls als Damoklesschwert durch die Raumplanungen geistert.
Eine zusätzliche Bebauung der Frankfurter Gemarkungen westlich der A6 ist, anders als ursprünglich geplant [2], allerdings nach Protest der Nachbargemeinden vorerst vom Tisch. Die U7 ist mit der RTW als primäre Anbindung an den SPNV vorgesehen.
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Ich möchte die Planungen in der Hinsicht optimieren, um mehrere langfristige Optionen zu ermöglichen.
- Neuer U-Bahn-Ast der C-Strecke bis Steinbach (wie in frühen Konzepten zum neuen Stadtquartier auch angedacht)
- Wiederanbindung Alt-Praunheim (bei Umstellung der Straßenbahn in der Praunheimer Landstraße zur heutigen U6 wurde die Strecke 1985 nördlich des heutigen Endpunkt Hausen aufgegeben, ursprünglich endete die Strecke an der nun vom Busverkehr genutzten Wendeschleife an der Praunheimer Brücke)
- Integration der geplanten Straßenbahnlinie 13 Gutleutviertel – Industriehof
Maßnahmen:
- Nutzung der aktuellen Straßenbahn-Betriebsstrecke Adalbert/Schloßstraße – Industriehof durch die Schloßstraße im Linienbetrieb (offizielle Planung, siehe Nahverkehrsplan 2025+ [3])
- Gemeinschaftsstation RTW / U7 Praunheim Gewerbegebiet (Teil Abschnitt Nord Stufe 2 RTW)
- Rückumwandlung der U-Bahnstrecke Industriehof – Hausen (U6) zur Straßenbahn, Rückbau der Hochbahnsteige an den Haltestellen Hausen und Große Nelkenstraße
- Neubau Straßenbahnstrecke Hausen – Wendeschleife Praunheimer Brücke, Nutzung durch neue Linie 13, Option zur weiteren Verlängerung nach Alt-Praunheim und weiter Nordweststadt, die Buslinien M72/M73 (Nordwestzentrum – Industriehof – Rödelheim Bf / Westbahnhof) können als wichtige Tangenten vorerst nicht eingekürzt werden)
- Umbau Knoten Industriehof mit zusätzlicher zweigleisiger Straßenbahn-Haltestelle (Spurweite und Oberleitungsspannung sind zwischen U-Bahn und Tram kompatibel, die Strecken schon jetzt dort verknüpft)
- Planerische Vorbereitung U-Bahn Heerstraße – Taunusblick- Steinbach
- Kehrgleise Heerstraße und Praunheim Gewerbegebiet
Für letzteren perspektivischen Schnitt kann dann die ehemalige U6 vorgehalten werden, die zunächst den Ast der U7 nutzt, da ihr Ast nach Hausen wieder Teil der Straßenbahn wird. Die Strecke in der Praunheimer Landstraße ist im Grunde eine Sackgasse, durch die Baumbepflanzung und Enge samt Hochbahnsteigen ließe sich die Strecke als U-Bahn hier nur noch im Tunnel verlängeren, was für diesen Außénast schwer zu rechtfertigen ist.
Der U-Bahn-Neubau westwärts erlaubt einerseits P+R-Effekte an der aktuellen Raststätte Taunusblick, sowie bei weiteren Siedlungsdruck zwischen Frankfurt und Steinbach einen hochwertigen SPV-Anschluss ebendieses Gebietes. Auch eine Taktverdichtung der perspektivischen Strecke zum Nordwestzentrum ist primär möglich, da auf diesem Abschnitt der RTW nur eine der beiden Linien verkehren wird und dieser Teil auch als BoStrab-Abschnitt geplant ist.
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Quellen
[1] – https://gleisplanweb.eu/Map.php?Map=Frankfurt
[2] – https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/frankfurt/darf-frankfurt-einen-neuen-stadtteil-an-der-a5-bauen-110295312.html
[3] – Nahverkehrsplan Stadt Frankfurt am Main 2025+ (PDF-Link, Seite 93), siehe PARLIS Stadt Frankfurt am Main, Vorlage B 238 2021

Sieht für mich nach einem sinnvollen Gesamtkonzept aus, auch wenn man sich momentan noch fragt, wie viel Wohnungen da denn entstehen müssen, um die Doppelanbindung RTW + U7 dort lohnenswert zu machen. Sehe auch keine Nachteile oder Schwierigkeiten, lediglich die zwei Stationen, die momentan mit der U6 direkt an die Innenstadt angebunden sind, haben dann nur noch eine Straßenbahn zum Hbf. Die müssten dann am Industriehof umsteigen.
Danke.
Ja, Hausen würde natürlich die Direktverbindung in die Innenstadt verlieren, allerdings wäre der Umstieg am Industriehof einfach (da die U-Bahn hier noch ebenerdig verkehrt) und mit Messe + Hauptbahnhof würde man auch hochwertige Ziele gewinnen.
Nach vielem Durchlesen wird mir so langsam klar, wie der Vorschlag zusammenhängt.
Wenn ich kurz zusammenfassen darf, geht es um 3 Teilaspekte:
Ich bin bisher aber noch nicht darauf gekommen, welcher Aspekt die initiale Motivation war.
Punkt 1 ist schön erklärt, beschreibt aber mehr die aktuelle Planung und deine Darstellung sieht nicht viel anders aus. Punkt 2 ist gut ausgearbeitet, findet aber keine tiefgreifende Erläuterung. Punkt 3 ist zwar kurz gefasst und nicht eingezeichnet, enthält jedoch den meisten Inhalt und ist interessant geschrieben.
Für mich sieht es ungefähr so aus:
Dazu noch kleine Ergänzungen, Einbettung in „Ganzheitliche Planung“ und fertig ist dieser Vorschlag.
Ob es tatsächlich so war, weiß ich natürlich nicht. Vielleicht ist auch die Straßenbahn der Fokus. Jedenfalls ist keiner der 3 Punkte vollständig ausgearbeitet, der Eindruck entsteht erst dadurch, dass in Summe alle Aspekte abgedeckt werden.
Was ich dir aber mitgeben möchte: Auch ein ganzheitliches Projekt besteht aus Einzelteilen. Und es sollte klar werden, wie sich die jeweiligen Einzelteile gegenseitig beeinflussen, welche Probleme sie lösen bzw. wo solche auftreten. Erst dann kann der Eindruck eines Gesamtbildes entstehen.
Hallo, danke für die Rückmeldung.
Einerseits: warum ich hier teilweise auf sehr knappe Beschreibungen zurückfalle liegt daran, dass ein signifikanter Anteil der Elemente direkte offizielle Planungen sind, die ich entsprechend nicht noch einmal in allen Details wiedergeben möchte.
Idee der ganzen Übung war – naja, eine langfristige Strategie für die Entwicklung des Schienennetzes im Frankfurter Nordwesten.
Dabei ist zunächst einmal gegeben, dass die U7 zusammen mit der RTW bis Praunheim Gewerbegebiet verlängert werden soll, mittelfristig bis zum Nordwestzentrum. Ein ursprünglich angedachter zweiter Ast nach Steinbach ist erst einmal nicht vordringlich, da es westlich der BAB5 erst einmal keine Bebauung geben wird, Steinbach hat über die S-Bahn auch bereits einen Anschluss an das Schnellbahnnetz nach Frankfurt.
Aber: die Möglichkeit sollte man sich offenhalten, bei weiterem Bevölkerungswachstum, oder bei dem Wunsch einer zweiten Schienenachse. Überlandstrecken in die Nachbarorte (Oberursel, Bad Homburg) wären für die Frankfurter U-Bahn ja nix neues. Da ich aber ungern hierfür eine dritte Linie auf der C-Strecke haben möchte (mehr als zwei Linien schränkt den Takt auf den Außenästen schon arg ein, imho) und die U6 eh so ein bisschen in der Luft hängt, gleichzeitig Alt-Praunheim abgehängt ist war die Synthese, einserseits die U6 wieder zur Straßenbahn umzubauen, und gleichzeitig den nun freien Ast der U6 für eine Linie nach Steinbach offenzuhalten. Netter Nebeneffekt ist, dass so auch eine Wieder-Anbindung von Alt-Praunheim in den Bereich des Möglichen rückt.
Da diese Maßnahmen voneinander abhängen (wird man nie einen weiteren Westast der C-Strecke schaffen, wäre der Rückbau der Hausener Strecke rausgeschmissenes Geld, gleichzeitig kann der Lückenschluss Praunheim – Nordwestzentrum bzw ein neuer Ast Praunheim – Steinbach nicht ohne RTW und nicht ohne dem umliegenden Stadtentwicklungsgebiet exisiteren), wollte ich Sie gemeinsam darstellen.
Danke für die Antwort. Den Vorschlag finde ich gut und im Wesentlichen wiederholst du ja auch, was ich mir oben schon gedacht habe.
Die Beschreibung liest sich schwierig, weil die genannten Fakten nicht eingeordnet werden, wie du es in deiner Antwort getan hast. Da wäre es aus meiner Sicht einfacher, als Ziel die Verlängerung nach Steinbach zu definieren, die RTW als gesetzt vorauszusetzen und dann zu erklären, wie du die U6 aus Hausen wegkriegst.
Dann wird klarer, was genau deine Idee ist und was die offiziellen Planungen sind, auf denen sie basiert.