Beschreibung des Vorschlags
Aktuell ist Albanien nicht an den internationalen Schienenverkehr angebunden, es besteht aktuell nur ein sporadischer Schienenverkehr, der allerdings an allen Haltestellen hält und ohnehin nur sehr langsam ist. Der Schienenpersonenverkehr ist auf der einzigen internationalen Bahnstrecke bereits seit Jahren eingestellt und es besteht lediglich noch ein vereinzelter Schienengüterverkehr.
Ich schlage deshalb vor einen neuen EuroCity von Bar über Sutomore, Aerodrom (bei Podgorica), Podgorica, Tuzi, Bajza, Shkodër, Lezhë, Vorë nach Durrës. Ich habe mich für einen Halt am Flughafen und gegen einen für Schnellzüge eigentlich üblichen halt in Golubovci entschieden, da ich den Flughafen für relevanter als diesen Vorort erachte. Zudem wäre es sinnvoller am Flughafen näher am Terminal zu halten, hierfür wäre eine kurze Neubaustrecke nötig (Neuer Bahnhof Aerodrom (bei Podgorica) & Verbindungskurve | Linie Plus). Im Bahnhof von Podgorica muss der Zug einmal Kopf machen und hat deshalb dort einen Aufenthalt von 19 Minuten, hier wird mit einer großzügigen Umsteigezeit immer ein Anschluss an den Nachtzug Belgrad – Bar hergestellt. Ich habe bewusst die Umsteigezeit besonders groß gewählt, also mehr als eine Stunde, damit trotz Verspätungen immer noch ein Anschluss sichergestellt werden kann. Dies erklärt auch die frühe Abfahrt in Bar, beziehungsweise die späte Ankunft, da nur so der Anschluss gewährleistet werden kann. In Tuzi (Montenegro) und Bajza (Albanien) befinden sich die Grenzbahnhöfe, also der nächste Bahnhof an der Grenze, auf der jeweiligen Seite, hier habe ich einen Aufenthalt von jeweils 20 Minuten eingeplant um so Grenzkontrollen und andere Formalitäten durchführen zu können. Danach folgt eine unspektakuläre Weiterfahrt durch Albanien, in Vorë sollte in Zukunft entweder ein Anschluss in Richtung Tirana sichergestellt werden oder es sollten mindestens zwei Kurswagen abgekoppelt werden, die dann nach Tirana weitergeführt werden.
In dem Streckenabschnitt in Montenegro zwischen Bar und Podgorica könnten Zugkreuzungen nötig sein, unter anderem mit dem Nachtzug aus Serbien, im weiteren Verlauf sollten aufgrund des sporadischen Güterverkehrs auch keine Zugkreuzungen notwendig sein. Auch südlich von Shkodër sollte maximal eine Zugkreuzung mit dem Regionalzug von Nöten sein. Wahrscheinlich müsste der EuroCity allerdings bis auf weiteres in Vorë enden, da von dort aus nach Durres Bauarbeiten stattfinden und deshalb kein Zugverkehr angeboten werden kann. Auf diesem kurzen Abschnitt sollte also ein Schienenersatzverkehr durchgeführt werden.
Aktuelle Zugpaare auf einem Teil des albanischen Streckenabschnitts:
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Aufgrund des desolaten Zustands des albanischen Wagenparks schlage ich vor dieses Zugpaar mit Wagons der ZPCG (Staatsbahn in Montenegro) auszustatten. Der Zug würde aus einem Wagon der ersten Klasse (Aeelm), einem Speisewagon (WR) und vier Wagons der zweiten Klasse (B) und perspektivisch zwei weitere Wagons der zweiten Klasse (B) als Kurswagen nach Tirana bestehen. Auf dem Abschnitt zwischen Bar und Podgorica würde das Zugpaar von einer BR 461 aus Montenegro gezogen, in Podgorica müsste auf eine Diesellokomotive gewechselt werden. Von dort aus müsste entweder eine BR 643 (ZPCG) oder eine BR 669 (HSH) aus Albanien eingesetzt werden. Am realistischsten wäre es wahrscheinlich, wenn ein Lokwechsel an der Grenze von der einen Diesellokomotive auf die andere stattfinden.
Wagons der ZPCG, die auf diesem Zugpaar eingesetzt werden würden:
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vagonWEB » Fotogalerie » Montenegro » ŽPCG » WR ŽPCG
Wagonliste der ZPCG, mit den Wagons, die auf diesem Zugpaar eingesetzt werden würden & Liste der Lokomotiven der ZPCG, die auf diesem Zugpaar eingesetzt werden würden.
Hier ist ein Fahrplan mit geschätzten Fahrtzeiten (aus bestehenden albanischen Fahrplänen, ehemaligen albanischen Fahrplänen und mit Fahrtzeit-Schätzungen von ChatGPT):
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Richtung Bar |
Haltepunkt |
Richtung Durrës |
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13:49 |
Durrës (ALB) |
12:07 |
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14:14 – 14:16 |
Vorë (ALB) |
11:40 – 11:42 |
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15:31 – 15:33 |
Lezhë (ALB) |
10:23 – 10:25 |
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16:21 – 16:23 |
Shkodër (ALB) |
09:31 – 09:33 |
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16:46 – 17:06 |
Bajza (ALB) |
08:48 – 09:08 |
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18:19 – 18:39 |
Tuzi (MNE) |
07:15 – 07:35 |
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19:04 – 19:23 |
Podgorica (MNE) |
06:31 – 06:50 |
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19:34 – 19:36 |
Aerodrom (MNE) |
06:18 – 06:20 |
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19:54 – 19:56 |
Sutomore (MNE) |
05:48 – 05:50 |
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20:18 |
Bar (MNE) |
05:34 |
Durch eine potenzielle Neubaustrecke von Podrogorica nach Zagreb, welche auf dieser Plattform bereits vorgeschlagen wurde, könnte ein weiteres Zugpaar Zagreb – Podgorica – Durres ermöglicht werden.
NBS Zagreb – Dubrovnik – Podgorica | Linie Plus
Es entsteht durch die langen Fahrtzeiten allerdings das Problem der mangelnden Konkurrenzfähigkeit. Deshalb schlage ich vor die Strecke zu ertüchtigen und mit der Stromstärke Montenegros zu elektrifizieren, sodass kein Lokwechsel mehr notwendig ist. Grundsätzlich wird die Bahnstrecke durchgehend auf 120 Stundenkilometer ertüchtigt. Allerdings wird im kurvigen grenzüberschreitenden Abschnitt, sowie im kurvigen Abschnitt bei Lac, lediglich eine Ertüchtigung auf 50 Stundenkilometer erreicht werden können. Der 15-minütige Aufenthalt an beiden Grenzbahnhöfen ist allerdings für Grenzkontrollen weiterhin obligatorisch. Durch die dann deutlich schnellere Verbindung wäre nun eine Einrichtung von Kurswagen von dem Nachtzug aus Serbien, beziehungsweise Belgrad durch einen Schlaf- und einen Liegewagen sehr sinnvoll um von dort aus eine weitere Möglichkeit zum Besuch der Adriaküste zu schaffen.
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Richtung Podgorica |
Haltepunkt |
Richtung Durrës |
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14:49 |
Durrës (ALB) |
09:52 |
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15:06 – 15:08 |
Vorë (ALB) |
09:33 – 09:35 |
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16:48 – 16:50 |
Lezhë (ALB) |
08:48 – 08:50 |
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16:19 – 16:21 |
Shkodër (ALB) |
08:17 – 08:19 |
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16:46 – 17:01 |
Bajza (ALB) |
07:39 – 07:54 |
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17:08 – 17:23 |
Tuzi (MNE) |
07:02 – 07:17 |
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19:04 |
Podgorica (MNE) |
06:50 |

Warum soll die Linie in Bar starten und nicht in Podgorica? Die Strecke von Bar nach Shkoder ist ein großer Umweg und daher total unattraktiv. Bin die Strecke 2023 in 2 Stunden mit dem Fahrrad gefahren, inklusive Grenzkontrolle, du siehst fast die doppelte Fahrzeit vor, das wird kein Mensch nutzen. Fernbusse brauchen für die Strecke auch nur 2,5 Stunden.
Ich habe einen Linienbeginn in Bar anstatt Podgorica vorgesehen, da somit auch eine touristische Verbindung zwischen den beiden Küstenorten an der Adria entsteht, ich wäre auch für einen Zuglauf erst ab Podgorica zu haben.
Dabei, dass die Fahrtzeit durchaus sehr lang ist hast du natürlich recht. Allerdings werden aufgrund günstiger Ticketpreise, auch in Albanien Zugverbindungen mit sehr langen Fahrtzeiten, auch deutlich länger als Auto und Fernbus genutzt. Ich werde allerdings noch einen Absatz bezüglich einer Streckenertüchtigung auf mindestens 120 km/h ergänzen und dazu auch einen Fahrplan erstellen.
Diese Verbindung ist nicht touristisch, nur weil die beiden Städte es sind. Das Verkehrsaufkommen am entsprechenden Grenzübergang ist heute eher gering und auch die Busverbindungen, die ich gefunden habe, erfordern einen Umstieg. Die Touristen in den beiden Städten verweilen dort eher statisch, wer herumreist, wird das aufgrund der weiterhin unzureichenden Erschließung touristischer Ziele mit öffentlichen Verkehrsmitteln wohl eher mit dem Auto/Fahrrad tun als mit der Bahn.
Die Züge fahren quasi leer, bzw. im Moment auch einfach gar nicht, weil alle Loks kaputt sind. Der Aufschrei hält sich in Grenzen. Die Ticketpreise sind im Übrigen so niedrig, dass der Betrieb in der Vergangenheit nicht immer zuverlässig aufrecht erhalten werden konnte. Das sagt glaube ich vieles.
Das Straßensystem in Albanien und auch Montenegro wurde und wird aktuell massiv ausgebaut. Wenn die Bahn da konkurrenzfähig sein soll, muss der Ausbau hier ebenso massiv sein. 80 km/h werden nicht reichen.