Beschreibung des Vorschlags
Die Essener Straßenbahnlinien 101 und 106 bilden nun schon seit einiger Zeit ein recht kompliziertes Knäuel. Dieser Vorschlag soll dieses Knäuel entwirren und die Linienführung insbesondere für Ortsunkundige auf den ersten Blick verständlich machen.
Gegenwärtig fährt Linie 101 von der Philippusstift über Bergeborbeck, Helenenstraße, Thyssenkrupp, Innenstadt, Hauptbahnhof, Rüttenscheid, Hobeisenstraße, Essen West bis zur Helenenstraße. Die Linie 106 befährt den Rückweg über dieselbe Schlaufe. Jede der beiden Linien fährt daher nur in einer Richtung, bedient aber die Haltestelle Helenenstraße doppelt.
Dieses Chaos lässt sich sehr einfach beseitigen. Der Fahrplan und die Planung der Kurse müssen garnicht geändert werden, nur die Bezeichnung der Linien. Wie in der Karte zu sehen, bedient Linie 101 neu den nördlichen Abschnitt vom Philippusstift über Bergeborbeck, Helenenstraße, Thyssenkrupp, Innenstadt bis zum Hauptbahnhof, und zwar in beiden Richtungen. Am Hauptbahnhof gehen die Fahrzeuge auf Linie 106 über, die den südlichen Halbring über Rüttenscheid, Hobeisenstraße, Essen West zur Helenenstraße und zurück.
Damit bedienen die 101 und 106 auch hauptsächlich die Streckenteile, welche sie vor Einführung dieses Linienknäuels bedient haben.

Die Linien werden 2025 mit Inbetriebnahme der Citybahn „entwirrt“. Vorher besteht mMn kein Handlungsbedarf, da man sich dran gewöhnt hat, daher ist dieser Vorschlag zwar gut gedacht, aber eigentlich überflüssig.
Also ich finde die Idee, durch eine verbesserte Nummerierung die beiden Linien zu entwirren überhaupt nicht verkehrt. Ich frage mich auch allen ernstes, warum die EVAG (heute Ruhrbahn) damals das nicht so gemacht hat, dass beide Linien am Hauptbahnhof enden und umschildern. Aber nein, man macht lieber zwei Einbahnstraßenbahnlinien, die dieselbe Route bedienen. Also ich finde eine Linie 101 Borbeck – Bergeborbeck – Helenenstraße – Berliner Platz – Hauptbahnhof und eine Linie 106 Helenenstraße – Südtangente – Hauptbahnhof auch viel übersichtlicher als dieses Linienknäuel. Übrigens dieses Linienknäuel ist durch den Umstand entstanden, dass Essen eine Menge neuer Niederflurbahnen angeschafft hat und weil diese aber nicht im Rüttenscheider Tunnel eingesetzt werden können, die Linie 101 und 107 bis zum Hauptbahnhof gekürzt (zuvor fuhren beide weiter über den Rüttenscheider Tunnel bis Bredeney) und aus der Strecke Altenessen Bf – Viehofer Platz – Hauptbahnhof und der Strecke nach Bredeney die neue Linie 108 gemacht. Und weil die Linie 107 mit Verstärkern weiterhin Bredeney erreichen muss (5 Minuten-Takt ist auf der Südtangente halt nie gefragt, wohl aber auf der Linie 107 und nach Bredeney) war es wohl keine Alternative die Linie 106 (Südtangente) und die Linie 107 zu einer Linie Helenenstraße – Südtangente – Essen Hbf – Stoppenberg – Katernberg – Gelsenkirchen Hbf zu kombinieren.
Grundsätzlich halte ich das Verkehren von Linien im gegenläufigen Einrichtungsbetrieb für kompliziert und mit vielen Missverständnissen behaftet. Ich glaube, eine einheitliche Nummer auf einem Streckenabschnitt für beide Richtungen ist insbesondere für ungeübte Nutzer leichter zu verstehen. Und die meisten Essener Einwohner sind mit der Bus-und-Bahn-Nutzung nicht besonders geübt… Für Stammkunden ist es eh egal, die gewöhnen sich an alles.
Ich meine gehört zu haben, dass das Betriebsleitsystem der Ruhrbahn im Essener Straßenbahntunnel nicht in der Lage ist, Bahnen die Liniennummer wechseln zu lassen. Das sollte der Grund dafür sein, den Einrichtungsbetrieb auf 101 und 106 eingeführt zu haben.
Mein Alternativvorschlag ist deshalb, den vorgeschlagenen Linienbruch statt am Hauptbahnhof lieber am Holsterhauser Platz vorzunehmen. So führe die Linie 101 in beiden Richtungen zwischen Borbeck, Helenenstraße, Hbf, Rüttenscheider Stern und Holsterhauser Platz und die Linie 106 nur noch zwischen Holsterhauser Platz und Helenenstraße über Westbahnhof. Natürlich ebenfalls in den heutigen Fahrlagen.
Auch die Einrichtungslinien im Essener Busverkehr (162/172, 182/192) würde ich der Einfachheit halber in zwei Halbkreis-Linien aufteilen, die jeweils in beide Richtungen fahren. Bei den Linien 164/184 ist das ja vor ein paar Monaten unfreiwillig wegen der Brückensperrung am S-Bahnhof Eiberg erfolgt.