Beschreibung des Vorschlags
Die Königsbrücker Straße soll voraussichtlich im Jahr 2026 in Dresden für längere Zeit auf dem Teilstück zwischen Albertplatz und Brücke über die Gleisanlage am Industriegelände ausgebaut werden. (Webseite der Stadt Dresden) Dadurch fällt die einzige große Verbindung in den Dresdener Norden für Autos und Straßenbahnen weg. Ein klassischer Ersatzverkehr per Bus ist auf dem Stück nicht besonders nützlich, da der Bus mit sehr vielen anderen Autos im Stau stehen wird. Deshalb möchte ich stattdessen die parallel verlaufende Eisenbahnstrecke nutzen und schlage ein Straßenbahnersatzverkehr per Zug vor.
Allgemeines Bedienkonzept
Die betroffenen Straßenbahnlinien 7 und 8 werden südlich der Sperrung zum Bahnhof Dresden-Neustadt geführt. Nördlich der Sperrung gibt es einen Ersatzbus bis zum Bahnhof Dresden-Industriegelände. Dazwischen wird der ohnehin schon dichte Zugverkehr weiter verstärkt. Zusätzlich werden Fahrpläne und Halte etwas angepasst, um teilweise bessere Direktverbindungen zu ermöglichen.
Änderungen im Straßenbahnverkehr
Präzise betroffen sind von der Sperrung die Straßenbahnlinien 7 und 8 zwischen den Haltestellen Albertplatz und S-Bahnhof Industriegelände. Von Südvorstadt/Pennrich kommend, werden die beiden Linien ab Albertplatz zur Gleisschleife am Bahnhof Neustadt geführt. Sollte in der Gleisschleife nicht genügend Platz für zwei Linien sein, so wird die Linie 8 vom Albertplatz über Bahnhof Neustadt zum Betriebshof Trachenberge geführt.
Von Weißdorf/Hellerau aus bis zur Haltestelle S-Bahnhof Industriegelände gibt es Ersatzverkehr mit Bus. Der Ersatzbus der Linie 7 hält zwischen den Haltestellen Zur Neuen Brücke und Käthe-Kollwitz-Platz zusätzlich am Bahnhof Klotzsche. Die Busse fahren abgestimmt auf die Züge am Bahnhof Dresden-Industriegelände.
Alternativ könnte man auf diesem Teilstück von Weißdorf/Hellerau aus bis zum Bahnhof Dresden-Industriegelände ein Straßenbahn-Inselkonzept einführen, falls ein solcher Betrieb möglich wäre. Das ist zweifelhaft, da beispielsweise der Verkehrsast mehrere Monate von der Werkstatt abgeschnitten ist. Dann enden beide Straßenbahnlinien an der Haltestelle S-Bahnhof Industriegelände. Dazu muss dort eine zusätzliche Weiche eingebaut werden, um das Umsetzen auf die andere Seite zu ermöglichen. Diese Linienäste werden für die Übersichtlichkeit in 47 und 48 umbenannt. Die Linien 47 und 48 verkehren zur Hauptverkehrszeit alle 15 Minuten, ansonsten alle 20 Minuten mit Anschluss an Züge in Dresden-Industriegelände. Zeitweise überflüssige Straßenbahnen können auf dem Stück Gleis zwischen Heeresbäckerei und Bahnhof Industriegelände abgestellt werden. Erst südlich der Heeresbäckerei liegen die Straßenbahngleise tatsächlich auf der Straße, sodass sie dort auch dem Autoverkehr nicht im Weg wären.
Zwischen Albertplatz und S-Bahnhof Industriegelände verkehrt soweit möglich ein Ersatzverkehr mit Bus, der die Baustelle gemäß Umleitung umfährt und die Haltestellen auf dem Weg bedient. Da auf dieser Strecke mit Stau und sehr hohen Fahrtzeiten zu rechnen ist, gibt es das parallele Eisenbahnkonzept für Durchreisende. In stadtauswärtiger Richtung ist an der Haltestelle S-Bahnhof Industriegelände ein kurzer Aufenthalt zur Verspätungsbegrenzung denkbar, bevor die Busse weiter nach Weißdorf/Hellerau fahren (falls es kein Inselkonzept per Straßenbahn gibt).
Änderungen im Eisenbahnverkehr
Die Linien S2, S8, RB 33, RE 1/2, RB 60/61 befahren aktuell die Strecke zwischen Dresden-Neustadt und Dresden-Industriegelände. Dadurch gibt es bereits eine hohe Zugzahl von bis zu 7 Zügen pro Stunde auf der Strecke. Eine Einführung eines zusätzlichen Pendelzuges ist deshalb technisch nur schwer umsetzbar und nur begrenzt nützlich. Stattdessen schlage ich vor, die bestehenden Linien zu nutzen, sie geringfügig anzupassen und einen zusätzlichen Zug Bedarfsweise auf den Linien RB 33 und S8 einzusetzen, um eine Taktlücke zwischen Dresden-Neustadt und Dresden-Industriegelände/Dresden-Klotzsche zu schließen.
Die Linie S2 fährt zwischen Hauptbahnhof und Flughafen weiterhin alle 30 Minuten, zukünftig auch an Wochenenden. Dafür wird am Wochenende ein zusätzlicher Zug benötigt.
Die Linie S8 fährt zur Hauptverkehrszeit weiterhin halbstündlich. Zur Nebenverkehrszeit wird sie zwischen Dresden-Hauptbahnhof und Langebrück auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet und fährt ansonsten stündlich. Der Verdichterzug nutzt den Gleiswechsel nähe des Bahnhofs Klotzsche und wendet in Langebrück am nördlichen Bahnsteig. Dafür wird ein zusätzlicher Dieseltriebzug zur Nebenverkehrszeit benötigt.
Auf den Linien RE 1 und RE 2 wird ein zusätzlicher Halt in Dresden-Industriegelände eingeführt. Dafür verkürzt sich die durch die Baustelle am Dresdener Hauptbahnhof entstandene Standzeit am Bahnhof Neustadt um etwa eine Minute.
Die Linien RB 60 und RB 61 halten zusätzlich am Haltepunkt Freiberger Straße.
Die Linie RB 33 wird zur Hauptverkehrszeit zwischen Ottendorf-Okrilla Süd und Dresden-Neustadt auf einen 30-Minuten-Takt verdichtet. Zwischen Ottendorf-Okrilla Süd und Königsbrück fährt sie weiterhin stündlich. Zu Nebenverkehrszeiten fährt sie weiterhin stündlich zwischen Dresden-Neustadt und Königsbrück. Optional kann diese Linie zur Hauptverkehrszeit (alle 30 Minuten) zum Hauptbahnhof und zur Nebenverkehrszeit sogar (stündlich) nach Heidenau verlängert werden. Wahlweise kann sie in S7 umbenannt werden. (Das ist sowieso im Gespräch, siehe hier, und es hat keine großen Auswirkungen.) Für die Taktverdichtung wird ein zusätzlicher Dieseltriebzug zur Hauptverkehrszeit benötigt. Bei einer Verlängerung wird ein weiterer Dieseltriebzug benötigt.
Außerdem werden die Takte angepasst, sodass zur Hauptverkehrszeit zwischen Bahnhof Neustadt und Bahnhof Klotzsche annähernd ein 7,5-Minuten-Takt entsteht und zur Nebenverkehrszeit annähernd ein 10-Minuten-Takt mit einer zusätzlichen Fahrt der Linie RB 33.
Fahrplan Hauptverkehrszeit (Stündlich)
|
Bahnhof |
RE 1/2 |
S2 |
RB 33 |
S8 |
RB |
S2 |
RB 33 |
S8 |
|
Klotzsche (ab) |
15:18 |
15:24 |
15:30 |
15:38 |
15:47 |
15:54 |
16:00 |
16:09 |
|
Industriegelände |
15:21 |
15:27 |
15:33 |
15:41 |
15:50 |
15:57 |
16:03 |
16:12 |
|
Bf. Neustadt (an) |
15:25 |
15:30 |
15:37 |
15:45 |
15:54 |
16:00 |
16:07 |
16:16 |
|
Bf. Neustadt (ab) |
15:26 |
15:31 |
15:38* |
15:46 |
15:55 |
16:01 |
16:08* |
16:17 |
|
Bf. Mitte |
15:28 |
15:33 |
15:40* |
15:48 |
15:57 |
15:03 |
16:10* |
16:19 |
|
Freiberger Str. |
~ |
15:35 |
~ |
~ |
~ |
15:05 |
~ |
~ |
|
Hbf |
16:33 |
15:38 |
15:45* |
15:51 |
16:03 |
16:08 |
16:15* |
26:22 |
Fahrplan Nebenverkehrszeit (Stündlich)
|
Bahnhof |
RE 1/2 |
S2 |
RB 33 |
S8 (neu) |
RB 60/61 |
S2 |
|
S8 |
|
Klotzsche |
15:18 |
15:26 |
15:31 |
15:38 |
15:47 |
15:56 |
|
16:08 |
|
Industriegelände |
15:21 |
15:29 |
15:34 |
15:41 |
15:50 |
15:59 |
|
16:11 |
|
Bf. Neustadt (an) |
15:25 |
15:32 |
15:38 |
15:45 |
15:54 |
16:02 |
|
16:15 |
|
Bf. Neustadt (ab) |
15:26 |
15:33 |
15:40* |
15:46 |
15:55 |
16:03 |
|
16:16 |
|
Bf. Mitte |
15:28 |
15:35 |
15:42* |
15:48 |
15:57 |
15:05 |
|
16:18 |
|
Freiberger Str. |
~ |
15:37 |
~ |
~ |
~ |
15:07 |
|
~ |
|
Hbf |
16:33 |
15:40 |
15:47* |
15:51 |
16:03 |
16:10 |
|
26:21 |
* Nur bei Verlängerung der Linie RB 33.
Der Fahrplan in die Gegenrichtung ist ähnlich. Lediglich die RB 33 fährt in die Gegenrichtung (wie bisher auch schon) aus technischen Gründen um eine halbe Stunde versetzt.
Fahrzeugbedarf (Eisenbahn)
Es wird ein zusätzlicher Dieseltriebzug oder Akkuzug benötigt, der auf den Linien S8 und RB33 eingesetzt wird. Bei der optionalen Verlängerung der RB33 wird ein zweiter Dieseltriebzug oder Akkuzug benötigt. Für die Takt-Verdichtung der S2 werden vorhandene Züge zu zusätzlichen Zeiten genutzt.
Weitere Erläuterungen
Ein zusätzlicher Halt am Haltepunkt Freiberger Straße für die Linien S8 und RB 33 ist wünschenswert um dort einen Umstieg zur Linie 7 zu ermöglichen. Er ist aber technisch nicht umsetzbar, da aktuell von diesem Haltepunkt im Hauptbahnhof nur die Gleise 13 und 14 erreichbar sind. Diese sind aber bereits durch die Züge der Linien S1, S2, RB 60/61 und RE 1/2 blockiert.
Der zusätzliche Zug auf der Linie S8 nach Langebrück kann nicht stattdessen nach Weixdorf geführt werden, da die Strecke zwischen Weixdorf und Klotzsche eingleisig ist und zu diesem Zeitpunkt bereits von der Linie RB 33 nach Königsbrück blockiert wird. Eine Fahrt in der passenden Zeitlage nach Weixdorf ist mit einem Triebzug nur möglich, wenn der Zug am Bahnhof Neustadt endet und nicht bis zum Hauptbahnhof fährt. Eine Führung zum Flughafen halte ich für unnötig, da dieser bereits durch die S2 alle halben Stunden angeschlossen wird. Deshalb halte ich diese Variante für optimal.
Als Ersatz für die Haltestelle Bischofsweg kann der naheliegende Bahnhof Bischofsplatz an der Linie S1 genutzt werden. Diese Linie wird auch am Bahnhof Neustadt erreicht.
Genauere Details zur Baustelle hat NGTD12DD unten in den Kommentaren beschrieben. Vielen Dank dafür! Ich habe auf seinen Kommentar hin diese Beschreibung geringfügig angepasst, sodass das Inselkonzept der Straßenbahn zwar weiterhin erwähnt wird, aber nicht mehr als Standardfall beschrieben ist.

Entlang der Königsbrücker Straße und Königsbrücker Landstraße sind verschiedene Ausbauten und Neubauten vorgesehen, die sich allerdings in komplett verschiedenen Planungsabschnitten befinden. Nur der Abschnitt Albertplatz bis Stauffenbergallee ist vollständig durchgeplant und umsetzungsbereit. Gebaut werden soll dabei von Juni 2026 bis vorraussichtlich 2029. Die Umleitungsstrecken sollen noch in diesem Herbst entsprechend ertüchtigt werden.
Für den Abschnitt Stauffenbergallee bis Fabricestraße gibt es derzeit noch keine Vorzugsvariante, es ist also noch nicht beschlossen worden, was überhaupt gebaut werden soll. Dieser Abschnitt ist besonders herausfordernd, weil zum einen die Schulwegsicherheit der angrenzenden Schule gewährleistet werden muss und zum anderen die notwendige Kapazität für Autoverkehr und Straßenbahn geschaffen werden muss. Den Radverkehr muss man dann auch noch irgendwo unterkriegen und nördlich der Haltestelle kommt dann noch die Verschwenkung der Straßenbahn in Seitenlage.
Dahinter haben wir dann westlich der Königsbrücker Straße noch die Erneuerung der Brücke Fabricestraße über die Bahnstrecke, die von Januar 2026 bis Februar 2027 realisiert werden soll, wobei es immer wieder zu Sperrungen der Bahnstrecke kommen wird. Die Königsbrücker Straße zwischen Magazinstraße und Stauffenbergallee muss in dieser Zeit zwingend offen bleiben, weil sie zum Ausrücken der Feuerwehr gebraucht wird.
Der Ausbauabschnitt der Königsbrücker Straße zwischen Fabricestraße und Industriegelände ist im Grunde eine einfach Sanierung, um den Verkehrszug auf einen zeitgemäßen Standard zu bringen. Gebaut werden kann hier zwar theoretisch ab 2027, realistisch wird es jedoch später. In diesem Abschnitt liegt auch die schwer baufällige Fußgängerbrücke Industriegelände, die zeitnah erneuert werden muss. Dabei ist auch eine Modernisierung des S-Bahnhofs vorgesehen.
Der Brückenzug der Königsbrücker Straße über die Bahngleise am Industriegelände ist ebenfalls baufällig und einsturzgefährdet, weshalb sie seit mehreren Jahren mit Sensoren überwacht wird. Die Erneuerung dieser Brücke ist ab Mitte 2027 vorgesehen. Also wenn die Brücke Fabricestraße fertiggestellt und die Umleitungsstrecke über Magazinstraße und Fabricestraße wieder nutzbar ist. Auch dabei kann es wieder zu Sperrungen der Bahnstrecke kommen.
Das ist noch nicht alles. Die Königsbrücker Landstraße soll zwischen Karl-Marx-Straße und Arkonastraße in zwei Bauabschnitten erneuert werden. Dabei soll der nördliche Bauabschnitt Darwinstraße bis Arkonastraße im Oktober 2027 begonnen werden, weil die Straße und die Gleise dort in besonders schlechtem Zustand sind. Der zweite, südliche Abschnitt wird im Anschluss daran gebaut.
Nun zu deinem Vorschlag. Das zugrundeliegende Konzept ist hervorragend, eine zuverlässigere und schnellere Alternative zum Busersatzverkehr wäre sehr gut. Durch den Neubau der beiden Brücken und des S-Bahnhofs am Industriegelände wird dass allerdings nicht über die gesamte Dauer der Baustelle möglich sein. Bisher wurde noch nichts dazu veröffentlicht, was für den Bahnverkehr während der Baustellen vorgesehen ist. Soll es zu mehreren kurzen Sperrungen kommen oder zu einer langen Vollsperrung? Bisher noch unklar.
Eher nicht umsetzbar ist der Inselbetrieb der Straßenbahn im Teilnetz Klotzsche. Sowas funktioniert für zwei bis drei Wochen ganz gut, manchmal auch für zwei Monate, aber auf gar keinen Fall für drei Jahre. Wartung, Instandhaltung und Reparaturen sind dann nur möglich, wenn man die Bahnen mit dem Tieflader in die Werkstatt schafft. Schon ein Inselbetrieb für 3 Wochen steht auf wackligen Beinen, wie wir nach dem Unfall in Mickten gesehen haben.
Also muss man mit dem arbeiten, was man zu dem Zeitpunkt hat. Das heißt Anpassung des Zugverkehrs, wie von dir vorgeschlagen, in den Zeiten, wo es möglich ist. Der Umstieg wäre dann eben zum Ersatzverkehr statt zur Straßenbahn. Zusätzlich könnte man vielleicht einen Expressbus über Hansastraße und Radeburger Straße einrichten, der den Stau auf Königsbrücker und Umleitungsstrecken umfährt. Zumindest wenn die Busse dafür ausreichen, was nicht sicher ist, weil zeitgleich auch noch an anderen Stellen gebaut wird. Zum Beispiel Nossener Brücke/Nürnberger Straße oder Hamburger Straße oder Großenhainer Straße.