Beschreibung des Vorschlags
Der Korridor Kaditz – Serkowitz bzw. Kaditz – Radebeul-Ost ist als Erweiterungsoption des Straßenbahnnetzes vorgesehen. Es gibt keine spezifischen Pläne, die Grundidee wurde jedoch schon vor längerer Zeit planerisch festgehalten. Eine zeitnahe Umsetzung halte ich mittlerweile angesichts der begrenzten planerischen Kapazitäten und der finanziellen Lage für nahezu ausgeschlossen.
Selbst zeitlich dringende und verkehrlich notwendige Projekte, wie der Umbau des Ullersdorfer Platzes in Bühlau und die damit verbundene Verlängerung der Straßenbahn um 700 Meter ziehen sich in die Länge. Der bisher für 2031 vorgesehene Baubeginn wird mutmaßlich um einige Zeit weiter nach hinten verschoben werden.
Aus diesem Grund gehe ich bei der Analyse des Verkehrsnetzes nicht mehr von einer Verlängerung der Straßenbahn aus, sondern von einer Verlängerung der Linie 64 bis Radebeul-Weintraube bei gleichzeitiger Errichtung eines neuen Wendeplatzes oder eines Busbahnhofs im Bereich S-Bahn Weintraube oder Kaufland Serkowitz.
Gleichzeitig sollte die Parkplatzsituation sowohl am S-Bahnhof als auch am Kaufland hinterfragt und eine neue zukunftsfähige Lösung geschaffen werden. Besonders der riesige Parkplatz am Kaufland Serkowitz wird in diesem Ausmaß nicht nachgefragt und stellt damit faktisch eine ungenutzte Fläche dar. Somit möchte ich, wenn möglich, einen Teil dieser Fläche für den Nahverkehr umnutzen, beispielsweise in Form eines kleines Busbahnhofs.
Gleichzeitig könnte am S-Bahnhof ein neuer, etwas größerer Parkplatz eingerichtet werden, weil die vorhandenen 30 bis 35 Stellplätze in Zukunft knapp werden könnten, wenn man das Angebot dort attraktiver gestaltet. Besonders durch die dicht getaktete Direktverbindung zum Elbe Park entsteht dort ein neues Potenzial.
Durch diese Verlängerung der Linie 64 bis zum S-Bahnhof Weintraube wird die Fahrzeit von 66 Minuten pro Richtung verlängert auf zukünftig 70 Minuten, was bedeutet, dass die Gesamtumlaufzeit um 8 Minuten ansteigt, weshalb ein zusätzlicher Bus eingesetzt werden muss, um den Fahrplan zu halten.
Gleichzeitig wird mit der Einkürzung der Linie 72 zum Kaufland Serkowitz die Fahrzeit pro Richtung um 12 Minuten reduziert, womit die reine Umlaufzeit ohne Pausenzeiten von zwei Mal 43 Minuten auf zwei Mal 31 Minutern sinkt. Damit wird im Halbstundentakt ein Bus vollständig eingespart.
Die Umlaufverknüpfung der Linien 72 und 77 wird zu diesem Zweck abgeschafft, womit beide Linien wieder eigenständig betrieben werden. Das bedeutet wiederum, dass die Fahrplanlage der Linie 72 um wenige Minuten verschoben werden muss. In der Konsequenz erhalten wir dann eine kurze Wendezeit von ein bis zwei Minuten am Endpunkt Klotzsche und eine längere Wendezeit von 26 bis 27 Minuten in Serkowitz am neuen Endpunkt Kaufland.
In Serkowitz werden, soweit möglich, garantierte Anschlüsse zwischen den Linien 64, 72 und 475 in alle Richtungen geschaffen, besonders in Tagesrandzeiten und am Wochenende, wenn der Fahrplan ausgedünnt wird.
Zu den drohenden Kürzungen der Linien 64, 70, 72, 80 und 81 ist festzuhalten, dass es sich um eine inakzeptable Verschlechterung des Nahverkehrsangebots handeln würde, die den Fortschritt der Verkehrswende um mindestens ein Jahrzehnt zurückwerfen würde. Die Ausdünnung der 20-Minuten-Takte zu Halbstundentakte, sowie die Streichung der Verstärkerbusse sorgt für eine Ausdünnung des Fahrplans, die erhebliche Auswirkungen haben würde.
Dass die schlimmsten Kürzungen nun vorübergehend abgewendet werden konnten, ist sehr wichtig und notwendig, um die Zukunft des Nahverkehrs zu sichern, aber auch die geringfügigen Kürzungen, die mittlerweile beschlossen wurden sind eher hinderlich als hilfreich für eine attraktive Anbindung aller Stadtgebiete und eine zukunftsfähige Netzgestaltung
Zumal im Rahmen dieses Einsparungsprogramms auch Ausbauten des Angebots und verschiedene bestandserhaltende Maßnahmen gekürzt wurden. Die geplante Taktverdichtung auf den Linien 61 und 64 wurde, ebenso wie das umsetzungsbereite Busnetz Südwest, auf unbestimmte Zeit zurückgestellt. Zudem wurden die Dresdner Verkehrsbetriebe vom Stadtrat aufgefordert, Instandhaltung und Baumaßnahmen soweit möglich zu verschieben und grundsätzlich jegliche Investitionen strenger zu überprüfen als bisher.

Der Vorschlag wirkt überaus sinnvoll, ohne große Kosten zu verursachen. So etwas gibt es sonst nur sehr selten, in der Regel sind Vorschläge dieser Art bereits umgesetzt. Lediglich Altkaditz scheint als Verlierer dazustehen, hier entfällt die stündliche/halbstündliche Busverbindung zum Elbepark und nach Radebeul. Wäre es eventuell möglich, stündlich eine 64 zwischen den Haltestellen Spitzhausstraße und Riegelplatz über Altkaditz zu führen? Dieser Weg ist eine Minute länger, also würde die Gesamtumlaufzeit bei zwei Umläufen um 9 Minuten ansteigen (oder bei einem Umlauf um 10 Minuten), und müsste damit immer noch im Rahmen bleiben.
Ansonsten ist mir noch aufgefallen, dass die Linie 72 aktuell vormittags (etwa 8-13 Uhr) und am Wochenende nur stündlich fährt. In dieser Zeit ließe sich dann kein Umlauf einsparen. Der Halbstundentakt wird aktuell nur in der Woche Morgens und Nachmittags gefahren.