DD: Aufteilung der Buslinie 68

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Beschreibung des Vorschlags

Warum gibt es die Buslinie in ihrer heutigen Form, trotz parallelen Straßenbahnstrecken?

 

Die heutige Buslinie 68 ist eine Linie, die es eigentlich überhaupt nicht geben sollte. Die Einführung war in dieser Form nie geplant, sie wurde den DVB vom Stadtrat und dem Ortschaftsrat Cossebaude gewissermaßen aufgedrängt. Eigentlich sollte der Busverkehr auf der Hamburger Straße schon 2011 gänzlich verschwinden. Die Planung zur Einkürzung der damaligen Buslinie 94 zum Knotenpunkt Altcotta, mit einer Verdichtung zum 10-Minuten-Takt war vollendet und die Umsetzung bereits terminiert zum Fahrplanwechsel im November/Dezember 2011. 

Das Ziel dieser Maßnahme war den unwirtschaftlichen Parallelverkehr auf der Hamburger Straße dauerhaft zu beseitigen, die Straßenbahn in dieser Relation zu stärken und eine Angebotsverbesserung in Cossebaude vornehmen zu können, ohne dass massive Mehrkosten entstehen. Die Einkürzung bis Altcotta hätte es ermöglicht, den 10-Minuten-Takt Cossebaude-Altcotta mit dem selben Aufwand zu betreiben mit dem man vorher einen 20-Minuten-Takt Cossebaude-Postplatz angeboten hatte.

Nach starken Protesten der Bevölkerung, einer mehrfachen Ablehnung durch die Ortschaftsvertreter und einer Unterschriftensammlung mit mehr als 3000 Unterstützern wurde das Projekt letztlich komplett abgesagt und das bestehende Angebot damit für die nächsten Jahre quasi unveränderbar festgesetzt. Weitere Anläufe mit neuen Vorschlägen in den Jahren 2013 und 2014 sind gescheitert, weil die notwendigen Ausbauten nicht umgesetzt wurden.

Zum Sommer 2019 wollten die DVB die Buslinie 75 (Goppeln-Pirnaischer Platz) und 94 (Cossebaude-Postplatz) miteinander verknüpfen, weil zu diesem Zeitpunkt beide Linien verkehrsbedingt einen zusätzlichen Kurs brauchten, um einen zuverlässigen Fahrplan fahren zu können. Mit der Verknüpfung beider Linien wollte man erreichen, dass nur ein einzelner zusätzlicher Bus gebraucht würde.

Der 10-Minuten-Takt Leubnitz-Stadtzentrum sollte dauerhaft an der Prager Straße/Webergasse enden, eine Taktverdichtung nach Cotta und Cossebaude war nicht vorgesehen, der Westteil der neuen Linie sollte weiterhin alle 20 Minuten bedient werden.

Zum Zeitpunkt der Linienverknüpfung forderten die Vertreter der Ortschaft Cossebaude mittelfristig einen durchgehenden 10-Minuten-Takt auf der gesamten Linie einzuführen. Stadtrat und Stadtverwaltung folgten dieser Empfehlung und forderten die Verdichtung nach Cossebaude zum nächstmöglichen Zeitpunkt. Nach pandemiebedingten Verzögerungen wurde die Änderung schließlich im Septmeber 2021 umgesetzt. Gegenüber dem ursprünglich vorgesehenem 20-Minuten-Takt entstand damit ein Mehrbedarf von 5 Gelenkbussen und 13 weiteren Busfahrern.

 

Warum muss sich überhaupt etwas ändern, wenn der Parallelverkehr seit Jahrzehnten etabliert ist?

 

Grundsätzlich ist die Verbesserung des Nahverkehrs immer zu begrüßen, auch eine Taktverdichtung nach Cossebaude hatte und hat zweifelsfrei Vorteile, aber in der aktuellen Situation, mit den drohenden Angebotskürzungen im Rahmen der Netzumstellung 2027, sehe ich keine Grundlage diesen unwirtschaftlichen Parallelverkehr weiter aufrechtzuerhalten.

Die erneute Debatte zu Angebotskürzungen nach der Ablehnung des Bürgerbegehrens steht noch am Anfang, genaue Planungen sind bisher nicht öffentlich. Nach aktuellem Stand kommen alle Informationen aus Medienberichten im Dezember 2025, weitere Informationen sind mutmaßlich im Januar oder Februar zu erwarten.

Es geht wohl um eine massive Kürzung des Angebots sowohl im Bereich der Straßenbahn als auch im Busnetz. Betroffen sind die Linien 1, 7, 8, 10, 12 und 13 der Straßenbahn und die Buslinien 61, 62, 63, 68, 70, 72, 78, 79, 80, 81, 85, 87, 88 und 90. Also mehr als die Hälfte aller DVB-Buslinien, die von einer Taktausdünnung, Einkürzung oder Streichung bedroht sind.

Wenn wir uns an der ersten Kürzungsliste aus dem Winter und Frühjahr 2025 orientieren, ist wohl davon auszugehen, dass die Linie 68 ab dem Betriebshof Waltherstraße auf einen 20-Minuten-Takt ausgedünnt werden soll. Nachzulesen unter Punkt 24 der verlinkten Übersicht. Mit dieser Ausdünnung würden 3 Gelenkbusse und 10 Fahrpersonale eingespart.

Aktuell werden standardmäßig 16 Gelenkbusse eingesetzt, im neuen Liniennetz wären es dann noch 13 Gelenkbusse, wenn die Ausdünnung wie geplant umgesetzt wird. Die verbleibenden 5 Elektro-Gelenkbusse wären dann ohne Einsatzgebiet und man hätte eine übergroße Reserve für die Linie 68.

Mit der Kürzung erhält man ein neues Problem, weil das etablierte Fahrplankonzept nicht mehr machbar ist. Das Nachladen der Elektrobusse an den Endpunkten wäre schwieriger in den Fahrplan einzubauen, möglicherweise müsste auf einigen Kursen am Mittag der Bus getauscht werden. Neben der Angebotsverschlechterung in Cossebaude (20-Takt statt 10-Takt) und Niederwartha (60-Takt statt 20-Takt) verliert man also weitere Flexiblität im Betriebsablauf.

 

Was kann getan werden, um die Taktausdünnung noch abzuwenden?

 

Meiner Ansicht nach wäre es eine bessere Lösung das Buskonzept von 2011 nun doch umzusetzen und den Busverkehr auf der Hamburger Straße endlich abzuschaffen. Damit würde die Straßenbahn auf einem der schwächsten Abschnitte im Netz endlich eine angemessene Nachfrage bekommen und die Taktausdünnung in Cossebaude ließe sich noch abwenden. Denn mit der Linienteilung ließen sich ebenso 3 Gelenkbusse einsparen und das Nachladen an den Endpunkten Cossebaude / Leubnitzer Höhe wäre wie bisher im Fahrplan eingebunden

Auf der westlichen 68 werden 3 Elektrobusse mit längerer Wende in Cossebaude und 3 Dieselbusse mit etwas kürzerer Wende in Niederwartha eingesetzt. Der östliche Teil wird vollständig mit 7 Elektrobussen bedient.

Optimalerweise würde in Altcotta oder im weiteren Umfeld ein weiterer Nachladepunkt errichtet werden, um auch den westlichen Teil der ex-68 vollständig mit Elektrobussen zu bedienen und darüber hinaus einen zukünftigen Einsatz im Teilnetz Cotta (Linien 91-93) und Busnetz Süd-West (Linien 70, 79, 80 und 87/92) zu ermöglichen.

Die überschüssigen 8 Elektro-Gelenkbusse könnten flexibel im restlichen Busnetz eingesetzt werden, unter anderem auf Verstärkerkursen oder auf Linien, die einen Bustausch am Nachmittag vom Linienverlauf her unkompliziert ermöglichen.

 

Was kann getan werden, um die Auswirkungen der Linienteilung abzumildern?

 

  • barrierefreie Zentralhaltestelle Cotta zum einfacheren Umsteigen
    • Hamburger Straße zw. Weißeritzbrücke und Cossebauder Straße wird bis 2029 ausgebaut
    • Cossebauder Straße und Warthaer Straße folgen irgendwann danach
  • Anschlussgarantie – erst Sicherung des Umstiegs, dann Einhaltung des Fahrplans
  • Aufrechterhalten der Direktverbindung im Nachtverkehr
    • bisher kein Nachtverkehr Linie 1, Strecke Leutewitz -Stadtzentrum würde sich alleine nicht lohnen

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5 Kommentare zu “DD: Aufteilung der Buslinie 68

  1. Ehrlicherweise halte ich eher wenig von diesem Vorschlag, der Grund ist ganz simpel die Strecke ist bis Friedrichstadt sehr stark frequentiert. In Nebenverkehrszeiten sowie Wochenends kann man natürlich darüber nachdenken Takte auszudünnen, aber zu Stoßzeiten auf keinen Fall. Die Verbindung Cossebaude-Zentrum ist natürlich sehr attraktiv und sollte nun nicht gebrochen werden. Ich schlage alternativ folgendes vor:

    Linie 68

    Goppeln – Leubnitz: T20

    Leubnitz – Friedrichstadt: T10

    Friedrichstadt – Cossebaude: T20/40

    Cossebaude – Niederwartha: T60

    Zur HVZ kann man über Schülereinzelfahrten Cossebaude – Cotta nachdenken.

    Generell sehe ich aber noch viel Potenzial was nicht genutzt wird, wo gekürzt werden kann, die Folgen aber nicht so fatal wären:

    – Ausdünnung Linien 70/80 auf T30, mit Zusatzfahrten Trachenberge – Wölfnitz zur HVZ

    – Ausdünnung Linien 1, 8 und 13 auf T15, mit Zusatzfahrten Bf. Neustadt – Fetscherplatz

    – Ausdünnung 62 Dölzschen – Plauen auf T30

    – Ausdünnung Linie 90 auf T30 mit Zusatzfahrten Pesterwitz – Löbtau zur HVZ

    NVZ

    – T15 für Linien 2, 4, 9, 10, 12, 63, 64, 65, 68 zur NVZ

    – Ausdünnung 6 Laubegast – Niedersedlitz und Bf. Neustadt – Wölfnitz auf T20

    – Linie 13 nur Mickten – Hugo-Bürkner-Straße

    Sonntags

    – Linie 8 nur Hellerau – Infineon Süd

    – Linie 2 nur Wölfnitz – Kleinzschachwitz

    – Linie 3 T20

    – Linie 7 T10 auf voller Strecke, Gorbitz – Pennrich T30

    – T20 für Linien 1, 63

    – Linie 13 nur bis/ab Mickten, ab Hugo-Bürkner-Straße T30

    1. Das ist nicht dein Ernst? Die Ausdünnungen auf der 70/80 wären absolut kontraproduktiv. Die Linien sind jetzt schon voll.

      T15 Mo-Fr auf Straßenbahnlinien halte ich für extrem dumm.

      T20 auf der Linie 3 am Sonntag? Wtf??

      1. Das ist nicht dein Ernst? Die Ausdünnungen auf der 70/80 wären absolut kontraproduktiv. Die Linien sind jetzt schon voll.

        Alle Kürzungen sind kontraproduktiv und schmerzhaft. Aber 70/80 werktags ausdünnen auf einen T30 tut weniger weh als eine gestrichene Linie 10. Zudem sollte es ja Zusatzfahrten in den am stärksten frequentierten Abschnitten geben.

        T15 Mo-Fr auf Straßenbahnlinien halte ich für extrem dumm.

        Naja die Linie 1 ist ja schon heute nachweislich weniger stark frequentiert und kann das verkraften. Die Linien 8 und 13 überlagern sich auf dem Hauptabschnitt, und schon jetzt ist die Nachfrage auf beiden Linien durch die Überlegung der Linie 8 gesunken, ein T15 wäre natürlich nicht schön aber verkraftbar.

        T20 auf der Linie 3 am Sonntag? Wtf??

        Zur Kompensation fährt ja die Linie 7 im T10. Übrigens bilden ein T10 + ein T20 mehr Fahrten die Stunde (9) als 2× T15 (8). Der Nordabschnitt ist außerhalb der Werktage sowiesowie weniger stark frequentiert, und ich hatte vergessen dass ich für den Südabschnitt, ja weil die 8 auch wegfällt. Zwischen Plauen und Prager Straße einen T10 anstrebe.

        1. Aber 70/80 werktags ausdünnen auf einen T30 tut weniger weh als eine gestrichene Linie 10. Zudem sollte es ja Zusatzfahrten in den am stärksten frequentierten Abschnitten geben.

          Das ist kein entweder-oder-Szenario, denn nach aktuellem Stand ist beides vorgesehen. Die Streichung der Linie 10, die dann durch Anpassungen der Linien 1, 8 und 12 ersetzt werden soll und die Taktausdünnungen sowie Verkürzungen von insgesamt 14 verschiedenen Buslinien.

          Naja die Linie 1 ist ja schon heute nachweislich weniger stark frequentiert und kann das verkraften.

          Daher kommt doch der Vorschlag den Parallelverkehr mit der Linie 68 zu beseitigen, indem man diese aufteilt und somit die Linie 1 auf der Hamburger Straße und Schäferstraße dauerhaft stärkt.

          Die Linien 8 und 13 überlagern sich (…) Nachfrage auf beiden Linien durch die Überlegung der Linie 8 gesunken, ein T15 wäre natürlich nicht schön aber verkraftbar.

          Die Linie 8 wird nicht dauerhaft über Albertbrücke und Straßburger Platz fahren, diese Linienführung hat ein Ablaufdatum, sobald die Carolabrücke wieder steht, wird die Linie 8 auf dem Ostring verschwinden. Ja, das wird noch etwa 5 bis 8 Jahre dauern, aber geplant ist eine dauerhafte Umstellung des Liniennetzes. Das kann man nicht nach ein paar Jahren komplett wiederholen, wenn die Brücke fertig ist.

    2. Ehrlicherweise halte ich eher wenig von diesem Vorschlag, der Grund ist ganz simpel die Strecke ist bis Friedrichstadt sehr stark frequentiert.

      Natürlich hat die Linie 68 eine gewisse Nachfrage, das liegt in der Natur der Sache, wenn eine dichtgetaktete Buslinie als Durchmesserverbindung direkt durchs Stadtzentrum verkehrt.

      Zu sagen die Linie wäre sehr stark ausgelastet, ist dann aber doch etwas zu hoch gegriffen. Die Querschnittsnachfrage liegt im Zulauf auf den Bahnhof Mitte bei 4250 Fahrgästen am normalen Werktag. Auf der Hamburger Straße sind wir 3300 bis 3400 Fahrgästen am Tag.

      Das ist durchaus eine gute, durchschnittliche Nachfrage, aber stark ausgelastet ist nochmal was ganz anderes. Die Linie 61 befördert auf dem Zelleschen Weg in der Spitze rund 8000 Fahrgäste am Tag, die Linie 62 im Bereich Budapester Straße knapp 8800 Fahrgäste am Tag und im Zuge der Pillnitzer Straße etwa 9300 Fahrgäste am Tag.

      Die Verbindung Cossebaude-Zentrum ist natürlich sehr attraktiv und sollte nun nicht gebrochen werden.

      Natürlich ist das eine gute Sache für den Stadtteil, aber eine Busverbindung im 10-Minuten-Takt, parallel zur Straßenbahn und parallel zur Bahnstrecke, die zukünftig von der S-Bahn bedient werden soll, ist aus wirtschaftlicher Sicht unsinnig, vor allem wenn die Straßenbahn massive Kapazitätsreserven hat.

      Und bevor man dann an anderen Stellen kürzt, sollte man zuallererst, den Stadtteil angehen, der als einziger eine Premium-Busverbindung direkt ins Stadtzentrum parallel zur Straßenbahn hat.

      An dieser Stelle gerade die Linie 90 als Alternative zu präsentieren, um die Premiumverbindung nach Cossebaude zu erhalten, ist schon irgendwie ironisch. Die Bewohner von Pesterwitz, Naußlitz und Löbtau-Süd haben schon heute nur einen 20-Minuten-Takt zum lokalen Stadtteilzentrum, keinen 10-Minuten-Takt wie Cossebaude und auch keine Direktverbindung in die Innenstadt.

      Goppeln – Leubnitz: T20

      Leubnitz – Friedrichstadt: T10

      Friedrichstadt – Cossebaude: T20/40 (wahrscheinlich T20 gemeint?)

      Cossebaude – Niederwartha: T60

      Genau das ist doch der Kürzungsvorschlag aus der offiziellen Liste, den ich hier begründet abgelehnt habe. Die Taktausdünnung nach Cossebaude und Niederwartha hat weitaus schwerere Auswirkungen für Cossebaude als die Verkürzung der Busse nach Altcotta.

      Das grundlegende Problem des unwirtschaftlichen Parallelverkehrs auf der Hamburger Straße wird hier nicht gelöst, stattdessen wird der Takt nach Cossebaude ausgedünnt, um diesen Parallelverkehr noch länger zu erhalten, obwohl er eigentlich schon vor 15 Jahren beseitigt werden sollte.

      Generell sehe ich aber noch viel Potenzial was nicht genutzt wird, wo gekürzt werden kann, die Folgen aber nicht so fatal wären:

      – Ausdünnung Linien 70/80 auf T30, mit Zusatzfahrten Trachenberge – Wölfnitz zur HVZ

      (…)

      – Ausdünnung 62 Dölzschen – Plauen auf T30

      – Ausdünnung Linie 90 auf T30 mit Zusatzfahrten Pesterwitz – Löbtau zur HVZ

      Das ist alles bereits im offiziellen Kürzungskonzept enthalten, genauso wie die Taktausdünnung der Linie 68 nach Cossebaude. Kürzungen im 10-Minuten-Takt der Straßenbahn sind Teil der zweiten Variante von der bisher kaum etwas bekannt sind. Das ist also ein komplett anderes Thema, denn das Ziel dieser Variante war ja ausdrückliich den 10-Minuten-Takt zu erhalten.

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