Beschreibung des Vorschlags
In Teil 1 meiner kleinen, zugegeben nicht ganz uneigennützen Reihe „Schneller nach Wiesbaden“ hatte ich den ganz großen Hammer geschwungen, das halbe Rhein-Main-Gebiet untertunnelt und damit Milliarden über Milliarden Einheiten hierzulande akzeptierter Währung verbuddelt. In Teil 2 ging es schon deutlich irdischer zu, eine weit geöffnete Brieftasche ist jedoch auch hier vonnöten. Der an dieser Stelle nun vorgestellte Teil 3 ist, mit einer kleinen Ausnahme, hingegen zum Nulltarif zu haben, da beinahe alles was fahren soll, auch heute schon fährt und es alles, was angefahren werden soll (mit eben dieser kleinen Ausnahme) auch heute schon gibt.
Es geht um eine Neuordnung der ICE-Linien 15, 50 und 50E. Heute ist es so:
Die Linie 50 fährt von Dresden nach Wiesbaden mit umständlich Kopfmachen in Frankfurt und der zeitraubenden Ein- und Ausfahrt, und braucht dadurch für ihren restlichen Laufweg länger als die S-Bahn.
Linie 50E ergänzt und bietet eine Verbindung zwischen Leipzig und Frankfurt Flughafen an.
Gotha und Bad Hersfeld werden abwechselnd von jeweils einer der beiden Linien angefahren.
Die Sprinterlinie 15 verbindet mit einer Handvoll Zugpaaren Berlin mit Frankfurt Hbf nur mit Halt in Halle und Erfurt.
Kernidee ist nun, die eine Linie etwas schneller, die andere etwas erschließender zu machen und die dritte behutsam zu erweitern. Und zwar so:
– ICE50 wird das Paket für Weiterreisende: fährt in Fankfurt nicht mehr über den Hbf, sondern über Süd direkt zum Flughafen. Weiter nach Mainz und Wiesbaden. Durch den Wegfall der zeitintensiven Fahrt zum Hbf mit Fahrtrichtungswechsel können ohne weitere Maßnahmen 12-15 Minuten eingespart werden, der Betrieb gestaltet sich zudem deutlich stabiler. Gotha wird nicht mehr durch den ICE50 angefahren, wodurch er nochmal 3-4 Minuten gewinnt.
Anschauen könnte man sich, unter Aufgabe der soeben gewonnenen 3-4 Munten, noch einen Halt am Leipziger Flughafen, in dessen Einzugsgebiet die Linie verkehrt.
– ICE50E wird der Lumpensammler mit mehr IC-Charakter: endet wie gehabt am Flughafen, übernimmt aber die Fahrt zum Hbf. Dazwischen erbt er den Halt in Gotha und hält auch noch abwechselnd entweder in Hanau (Knoten nordmainisch und Richtung Südosten) oder Offenbach Ost (bedeutender S-Bahnknoten und die oben angedeutete kleine Ausnahme: Es fehlt der Fernbahnsteig).
– Den Sprinter 15 verlängern wir ab Frankfurt direkt nach Wiesbaden und fertig ist der Bankiersexpress. Denkbar ist auch eine Erweiterung als Strandexpress über Berlin hinaus zur Ostsee.
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Das waren so meine Gedanken im Mai 2017. DB Fernverkehr hat zum Fahrplanwechsel indes anderes vor:
– eine Linie von Dresden nach Wiesbaden mit Halt in Riesa, Leipzig, Erfurt, Gotha, Eisenach, Bad Hersfeld, Fulda, Frankfurt Hbf, Flughafen, Mainz. Also fast überall, nur Hanau bzw. Offenbach und Leipzig Flughafen fehlt.
– eine Linie von Berlin über Wittenberg, Leipzig, Erfurt, Eisenach, Fulda, Frankfurt Hbf, weiter über Stuttgart nach München.
– eine Linie von Berlin über Göttingen, Kassel, Fulda, Frankfurt Süd zum Flughafen
– ein Sprinter Berlin-Halle-Erfurt-Frankfurt Hbf
Alles jeweils im Zweistundentakt.
Um das zu bewerten und den Vorschlag entsprechend anzupassen, müsst ich ein paarmal nach neuem Fahrplan hin- und hergependelt sein. Der Sprinter lässt sich damit immer noch nach Wiesbaden weiterführen. Was mir dann noch einfällt…. mal sehen. Bis dahin bitte noch etwas Geduld.
(spielt Fahrstuhlmusik)

Was spricht denn gegen die Trasse über Offenbach Hbf?
Gar nix, da fahren wir doch lang? Offenbach Hbf liegt heutzutage leider etwas abseits. Wir halten in Ost, weil dort der S-Bahnknoten ist. Du kommst von da aus nach Haunau, Dietzenbach, Rodgau, Offenbach direkt in die Innenstadt und bist vielleicht sogar schneller in der Frankfurter City als wenn du bis zum Frankfurter Hbf im ICE bleibst.
Ich würde eine Vereinfachung mit 2 zweistündlichen Linien folgendermaßen vorschlagen
Wiesbaden-Mainz-Frankfurt Flughafen-Frankfurt Süd-Hanau-Fulda-Eisenach-Gotha-Erfurt-Leipzig-Dresden
Wiesbaden-Frankfurt Hbf-Offenbach Hbf-Hanau-Fulda-Eisenach-Erfurt-Halle-Wittenberg-Berlin Südkreuz-Berlin Hbf
Es sind zwar erstmal ein bisschen weniger Züge, aber im Endeffekt kann man stündlich von Wiesbaden/Frankfurt nach Berlin/Leipzig kommen (Umstieg in Erfurt zu München-Halle-Berlin oder München-Leipzig-Berlin)! Es gibt ja auch noch die Linie über Kassel, Braunschweig und Wolfsburg zwischen Frankfurt und Berlin!
Es besteht eigentlich kein Grund, den Sprinter 15 einzusparen. Der wird schon auch rege genutzt (d.h., -wenn- er denn mal fährt – baubedingt tut er dies ja z.Z. leider nicht) und wäre schließlich ein Zug mehr auf deiner NBS oder was auch immer da ausbaumäßig kommen mag in den nächsten 200 Jahren.
Deine beiden Linien wären zwischen Frankfurt und Erfurt nicht viel anders als die jetzigen. Nur dass Bad Hersfeld komplett raus (ich nehm an zugunsten deiner NBS), Hanau komplett drin und Offenbach Hbf als Bad-Hersfeld-Ersatz zweistündlich dabei ist. Das läuft gegen meine Idee, eine schnelle und eine erschließende Linie anzubieten. Zu Offenbach Hbf siehe mein Kommentar oben.
Für Leipzig-Frankfurt lohnt ein Stundentakt. Der fehlte dann auch.
Der „Sprinter“ fährt nur alle vier Stunden (alle zwei Stunden ab Erfurt). Er hält dabei auch noch in Erfurt und Halle. Was heißt einsparen? Ich sehe doch eine zweistündliche ICE-Linie Wiesbaden-Frankfurt Hbf-Offenbach Hbf-Hanau-Fulda-Eisenach-Erfurt-Halle-Wittenberg-Berlin Südkreuz-Berlin Hbf vor. Ich sehe in Deutschland keinen Sinn für Sprinter. Man fährt sowieso durch die Bahnhöfe durch, da kann man auch halten. Umfahrungen wie in Frankreich zu bauen, halte ich aber für die falsche Lösung. Lieber sollte man deutsche Großstädte bzw. wichtige Bahnknoten so schnell wie möglich (Streckenausbau statt Haltauslassung!) verbinden. Bei nicht so wichtigen Halten kann man dann nur im Zweistundentakt halten, falls es einen Stundentakt gibt.
Ok, man könnte noch Frankfurt-Leipzig-Berlin fahren, wie geplant, dann hätte man vier Zweistundentakte zwischen Frankfurt und Berlin (über Braunschweig oder Erfurt (über Halle oder Leipzig)), die sich aber nicht zum sauberen Halbstundentakt ergänzen könnten.
Zu Offenbach: Man kann auch ganz durchfahren. Ich verstehe den Sinn des City-Tunnels nicht so. Der Hbf liegt relativ zentral zwischen Innenstadt und den großen Wohngebieten und ist dementsprechend gut zu Fuß erreichbar. Dass man keine S-Bahnen da her fahren lässt, ist bedauernswert. Offenbach Ost finde ich zu peripher. Nur für Umsteiger lohnt es sich nicht, denn Hanau und Frankfurt Süd ist nicht so weit entfernt.
Wenn man Offenbach rauslässt, wären es vier zusätzliche Halte (Hanau,Fulda,Eisenach,Wittenberg). Alles keine Großstädte, aber sehr wichtige Bahnknoten!
> Was heißt einsparen?
Zwischen Frankfurt und Erfurt sparst du den Sprinter, ob mit oder ohne Anführungszeichen. Zwischen Erfurt und Leipzig sparst du den einen der beiden ICEs. Was du einsparst, packst du für Erfurt-Berlin über Halle drauf, keine Ahnung ob man das neben den Linien aus München zusätzlich braucht.
> Ich sehe in Deutschland keinen Sinn für Sprinter.
Sprinterfahrer u.U. schon. Fahr mal mit und frag mal rum!
> Man fährt sowieso durch die Bahnhöfe durch, da kann man auch halten.
… und lässt, in letzter Konsequenz, nur noch Regionalbahnen fahren.
Hat eben alles seinen Zweck – die RB hat ihren, der Sprinter ebenso.
> Umfahrungen wie in Frankreich zu bauen, halte ich aber für die falsche Lösung.
, zirkelst aber genüßlich ohne Not um Bad Hersfeld und Bebra herum 😉
> dann hätte man vier Zweistundentakte zwischen Frankfurt und Berlin […] die sich aber nicht zum sauberen Halbstundentakt ergänzen könnten.
Müssen sie auch nicht. Sind ja vier Zweistundentakte und nicht ein Halbstundentakt.
> Zu Offenbach: […] Ich verstehe den Sinn des City-Tunnels nicht so
Fahr mal mit und frag mal rum! Die Millionen und Abermillionen, die jährlich zwischen Kaiserlei und Marktplatz ihre Reise beginnen oder beenden, werden dir sicher helfen können.
> Offenbach Ost finde ich zu peripher
Die Erklärung, warum ich den Bf dennoch für bedeutender halte, hab ich schon geliefert. Du darfst mir da ruhig mal was glauben: Ich bin in der Gegend tatsächlich und höchstpersönlich unterwegs und kenne die Verkehrsströme ein wenig.
Dieser Vorschlag macht ab dem 10. Dezember 2017 diesen Jahres in der Form keinen Sinn mehr. Könntest du ihn bitte entsprechend anpassen?
DB Fernverkehr hat anderes im Sinne, stimmt wohl. Muss ich nochmal in mich gehen und vielleicht nach neuem Fahrplan ein paar mal hin- und hergependelt sein. Mal sehen was mir dann einfällt…
So, Beschreibung ergänzt. Muss erstmal reichen…
Unabhängig von den Änderungen der DBAG halte ich mehrere Kernpunkte Deiner Vorschlags für absolut sinnvoll:
1. Soll ein ICE in Wiesbaden enden, dann reicht ein Halt in Frankfurt Süd vollkommen, ist über S- und U-Bahn sehr gut mit der Innenstadt vernetzt und spart u.U. sogar ein paar Minuten!
2. Sprinter-ICE zwischen Berlin und Frankfurt sollten über diese Endpunkte hinaus verlängert werden (ohne Präferenz meinerseits, wohin genau), so haben mehr Reisende etwas von der Beschleunigung im Mittelteil!
3. Lumpensammler-IC(E)s hingegen übernehmen die Erschließung der Region und sollten in allen größeren Städten halten.