Beschreibung des Vorschlags
Zugegebenermaßen ein etwas atypischer Vorschlag für dieses Forum.
Die Zielsetzung des ÖPNV in Berlin sieht den Anschluss jeder Wohnadresse binnen höchstens 500m an eine Haltestelle des ÖPNV vor. Der ehemalige Ortsteil Südende macht dies recht kompliziert. Aufgrund der eingeengten Lage zwischen Teltowkanal, Anhalter und Dredner Bahn läuft die Erschließung eines großer Teile ausschließlich über den Steglitzer Damm. Daher hält der 282 auf dem Steglitzer Damm zwischen dem Munsterdamm und dem S-Attillastraße gleich vier mal, alle 200-300 Meter. Dies wirkt sich auf Verkehrsfluss und Fahrzeit negativ aus. Dabei binden die Haltestellen Liebenow- und Hühnefeldzeile (von den 500 Metern Fußweg der berliner Zielsetzung ausgehend) jeweils nur wenige Häuser an. Dies ist unverhältnismäßig, auch weil der 282 als gut ausgelastete Verbindung zwischen zwei Ortsteilszentren (Steglitz und Mariendorf) nicht gerade der Feinerschließung dienen soll. Entsprechend schlage ich drei Maßnahmen zur Verbesserung der Erreichbarkeit der S-Bahnhöfe Südende und Attilastraße vor, damit die Haltestellen entfallen können.
1. Südlicher Zugang zum S-Südende:
Die Anhalter Bahn liegt im Einschnitt. Die Brücke kann entsprechend ebenerdig gebaut werden. Die Westseite der Crailsheimer Straße ist nicht bebaut, der Zugang müsste sich recht einfach realsieren lassen. Die Ostseite der Buhrowstraße hingegen ist bebaut und mutmaßlich in Privatbesitz. Allerdings handelt es sich um Mehrfamilienhäuser und die Anwohner würden sehr direkt von einer wesentlichen Wegverkürzung zur S-Bahn profitieren. Insofern bestünde Hoffnung, einen zwei Meter breiten Streifen zum Bau des Zugangs kaufen zu können.
Vorliegend habe ich der Barrierefreiheit halber eine Rampe ab dem Bahnsteig eingezeichnet. Ob dies realisierbar ist, wäre zu prüfen. Einen zweiten Aufzug halte ich hier für Überzogen.
Der Bahnhof Südende vergrößert seine Erschließungswirkung damit wesentlich und erreicht auch in Teilen die ehemalig geplante Trasse der B101, die im aktuellen StEP Wohnen als Standort mit zu erarbeitendem Innenentwicklungskonzept angezeigt ist. Für diesen Vorschlag relevant erreich er nun auch binnen 500 Metern die durch den Wegfall des Halts Liebenowzeile nicht mehr angebundenen Häuser entlang der Liebenowzeile und Brandenburgischen Straße.
Die Realisierung könnte, den üblichen Zeiträumen für Planung und Landaquisition entsprechend, parallel zum viergleisigen Ausbau der Anhalter Bahn irgendwann in den 2050ern erfolgen.
2. Neuer Fußweg entlang der Anhalter Bahn:
Durch den ohne größeren Aufwand baubaren Zugang zu den Parkplätzen hinter dem Langensteiner Weg ergibt sich eine Fußverbindung zum Jobcenter und dem Institut der FUab dem S-Südende, der nur ca. 30 Meter länger als der ab dem nun entfallenden Halt Hühnefeldzeile ist.
3. Nördlicher Zugang zum S-Attilastraße:
Nordöstlich des S-Attilastraße wird aktuel das Wohn- und Arbeitsquartier Marienhöfe gebaut. Bestandteil der Planung ist auch einne Brücke in Verlängerung des Marienhöher Weges, die (meiner Interpretation der Karte gemäß) zwischen den Häusern östlich des Georg-von-Siemens-Parks und dem Gelände des Eisenbahnbundesamtes endet. Ein Abzweig zum S-Attilastraße dürfte baulich nicht weiter schwierig auszuführen sein und dabei die Anbindung de Marienhöfe wesentlich verbessern, sowie weiter den Wegfall des Halts Hühnefeldzeile zusätzlich kompensieren. Eine Ausführung dieses Abzweigs als Rampe wäre, in Abhängigkeit der Realisierung der Brücke als solcher, denkbar, womit der S-Attilastraße nominel barrierefrei würde, wobei der Umstieg in den Bus für Mobilitätseingeschränkte allerdings fast prohibitiv lang wäre.
Vorteile: Die reine Fahrzeitersparnis auf der Strecke dürfte je Fahrt eine Minuten nicht wesentlich übersteigen. Bei einer aktuellen Fahrzeit von Attilastraße nach Rathaus Steglitz von 10 Minuten entspräche dies dennoch einer Beschleunigung um 10%.
Weiter profitieren wesentlich mehr Menschen von der bereits bestehenden Verbindung der S2, S25/26 und damit u.a. von einer schnellen und zuverlässigen Verbindung in die City (ca. 16 Minuten bis Friedrichstraße).
Obendrein werden neue Verbindungen innerhalb des Kiezes geschaffen, die sich auch auf die Wege zu anderen bestehenden Bushaltestellen (etwa Mergentheimer Straße und Röblingstraße/Attliastraße) positiv auswirken.
