12 Kommentare zu “Berlin: U9 zur Soldiner Straße (240m NBS)

  1. Warum also nicht einfach am Ende der Gleise eine Haltestelle bauen?

    Einfacher Grund: Je nachdem, wie die Strecke weitergebaut werden soll, könnte die Haltestelle im Weg sein. Ich würde daher erst einmal abwarten, was die Grundlagenuntersuchung zur U9-Verlängerung ergibt, bevor man hier konkrete Pläne macht (die Untersuchung wurde laut Morgenpost im Herbst ausgeschrieben, neuere Infos dazu habe ich noch nicht gefunden).

    1. Hi joflo,

      Je nachdem, wie die Strecke weitergebaut werden soll, könnte die Haltestelle im Weg sein.

      Die frage ist natürlich erst, ob man die Strecke weiterbaut. Es gibt zwar die große „Netzverdopplungsvision“, aber eine U9 verlängerung ist noch in weiter Ferne. Auch wenn man erst in 20 Jahren die U9 weiterbaut. Dieser Vorschlag dauert mit Planung wenn nichts schiefgeht weniger als 5 Jahre. Dann hat man 15 Jahre früher eine Verbesserung.

      erst einmal abwarten

      Kann man machen. Bin auch schon gespannt. Man braucht aber auch Alternativen. Diese hier ist als Zwischenlösung eine Art Alternative

      Viele Grüße Geomaus007

      1. Ob man dann wirklich in die weiteren Phasen einsteigt, ist eine andere Frage; und ich persönlich halte auch die Straßenbahn als M27-Ersatz für sinnvoller. So oder so aber soll die ausgeschriebene Grundlagenermittlung auch schon eine Vorzugtrasse ermitteln. Sobald man die hat weiß man dann auch, wo die Strecke lang gehen sollte und wo der nächste Bahnhof nach der Osloer Straße sein sollte. Und wenn der Standort des Bahnhofs dann nicht auch der Standort der Startgrube für einen Schildvortrieb ist, dann könnte man auch darüber nachdenken, den Bahnhof schon mal zu bauen. Vorher ist das aber relativ sinnlos.

    2. Genau, mit der Grundlagenuntersuchung ist man schon längst einen Schritt weiter! Der Vorschlag ist nur Stückwerk -> kostet fast nichts, bringt aber auch fast keinen Nutzen. Strategisch gesehen ist diese Idee aus zwei Gründen kontraproduktiv -> eine Verlängerung nach Schönholz (halte ich persönlich für sinnvoller als eine Verlängerung nach Wollankstr. So würde auch nicht die Verstraßenbahnung des M27 torpediert werden) würde nahezu verunmöglicht. Außerdem wäre der Fortbestand der Linie 255, welche nach Verstraßenbahnung des M27 mutmaßlich den Florastraßen-Abschnitt des heutigen M27 übernehmen würde, erheblich gefährdet – dabei wäre diese Linie durch Verlängerungen der Linien 50 und U9 ohnehin schon empfindlich geschwächt. Zumal sich die Station Soldiner Str ohnehin viel zu nahe an der Station Osloer Str befindet.

      Inwiefern die ausgesprochen markante Sozialstruktur des Soldiner Kiezes (Etwa zwei Drittel der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Menschen, die Transferleistungen beziehen, ist überdurchschnittlich hoch.) für diesen Vorschlag spricht, ist mir unklar – wenn überhaupt, spricht das meiner Meinung nach eher gegen eine solche U9-Verlängerung. Empfänger von Transferleistungen, die keine oder wenig Steuern zahlen, werden uns diesen Spaß (U-Bahn-Stationen im 300-Meter-Abstand) nämlich nicht finanzieren können. Und eine gutbürgerliche Steglitzer oder Wilmersdorfer Familie wird am Sonntagmorgen bestimmt nicht mit der U9 in den Soldiner Kiez fahren, um Brötchen holen zu gehen (falls es dort überhaupt Brötchen zu kaufen gibt – wenn ihr versteht, was ich meine). Eine zweite U8 braucht in Berlin sowieso kein Mensch. Fahrgäste des Soldiner Kiezes haben bereits den 255-Bus – dessen Hauptaufgaben selbst wird es in Zukunft wie gesagt sein, diesen „Kiez“ anzubinden – wird der Bus abgesägt, heißt es „Gute Nacht“ für den Kurzstrecken-ÖPNV dort.

      Wenn wir schon bei dem Thema sind, warum nicht die U9 über Schönholz, Ossietzkypl, Blankenburg und Karow nach Campus und Klinikum Buch verlängern? Dort befinden sich Arbeitsplätze en masse. So kann man Fahrgäste gewinnen – wenn man U-Bahnen dorthin baut, wo die Menschen auch wohnen und arbeiten! Die bessere Anbindung der Nord-, Kremmener und Stettiner Bahn an die aufstrebende City West ist sowieso dringend erforderlich. Ich denke, diese Variante wäre sinnvoller als nach Wollankstr, Pankow-Kirche und Blankenburger Süden. Sie hätte eine bessere Netzwirkung (würde die U9 ab Wedding, anstatt weiter über Schönholz nordwärts zu fahren, Richtung Pankow Kirche „abknicken“, so wäre die „Schnellverbindung in die City West“ möglicherweise keine mehr) und Neubau im großen Stil ist auch in Karow, Panketal oder Bernau zu erwarten.

      In Berlin sind die Folgen der Teilung im ÖPNV-Netz vielerorts spürbar. Es braucht bessere Schnellbahnverkehre zwischen Ost- und West-Berlin.

      1. Hi Bueffel59,

        Inwiefern die ausgesprochen markante Sozialstruktur des Soldiner Kiezes (Etwa zwei Drittel der Bewohner haben einen Migrationshintergrund. Der Anteil der Menschen, die Transferleistungen beziehen, ist überdurchschnittlich hoch.) für diesen Vorschlag spricht, ist mir unklar – wenn überhaupt, spricht das meiner Meinung nach eher gegen eine solche U9-Verlängerung. Empfänger von Transferleistungen, die keine oder wenig Steuern zahlen, werden uns diesen Spaß (…) nämlich nicht finanzieren können.

        In Bezug auf die Einkommensschicht (Abb. 1a) ist ersichtlich, dass Personen im untersten Einkommensquartil mit einem Nettoäquivalenzeinkommen bis maximal 1000 € etwas häufiger ein Abonnement besitzen (links oben). In diesem Quartil befinden sich vor allem Erwerbslose (27 %), Rentner (25 %), Studierende/Auszubildende (12 %) sowie Teilzeitbeschäftigte (13 %).

        Quelle springer.com

        (U-Bahn-Stationen im 300-Meter-Abstand)

        Der Stationsabstand beträgt 600 Meter. Zum Vergleich: Der durchschnittliche Stationsabstand der U-Bahn Linie U1 beträgt 750m , der der U2 739 Meter. Der kürzeste Haltestellenabstand Berlins ist mit 300 Metern auf der Uzwischen dem Roten Rathaus und dem Alex.

        Empfänger von Transferleistungen, die keine oder wenig Steuern zahlen, werden uns diesen Spaß (…) nämlich nicht finanzieren können. Und eine gutbürgerliche Steglitzer oder Wilmersdorfer Familie wird am Sonntagmorgen bestimmt nicht mit der U9 in den Soldiner Kiez fahren, um Brötchen holen zu gehen (falls es dort überhaupt Brötchen zu kaufen gibt – wenn ihr versteht, was ich meine). (…) Eine zweite U8 braucht in Berlin sowieso kein Mensch. Fahrgäste des Soldiner Kiezes haben bereits den 255-Bus – dessen Hauptaufgaben selbst wird es in Zukunft wie gesagt sein, diesen „Kiez“ anzubinden – wird der Bus abgesägt, heißt es „Gute Nacht“ für den Kurzstrecken-ÖPNV dort.

        Natürlich will man keine Gewalttaten. Bitte differenziere aber zwischen einkommensschwächeren Menschen und Straftäter/Drogendealer. Nur weil man eine neue U-Bahn Haltestelle baut, in deren Umfeld viele Menschen Migrationshintergrund haben, heißt das nicht, dass dann auf der gesamten U-Bahn Linie Gewalttäter Unterwegs sind. Das ist rechter Populismus und hat nichts mit Verkehrsplanung zu tun.

        Es ist nun Fakt, dass sich die eben von dir genannten gutbürgerlichen Steglitzer oder Wilmersdorfer Familien einen SUV leisten können. Geld für ÖPNV Tickets wird vor allem von einkommensschwächeren ausgegeben. Wir leben in einem demokratischen Sozialstaat. Das einkommensstärkere mehr Steuern zahlen, heißt nicht, dass ÖPNV nur für sie gedacht ist und nur für sie gebaut wird. Bitte verstehe mich nicht als Linken, ich kann nur anhand der Zahlen sehen, dass der ÖPNV mehr von einkommensschwächeren als von gutbürgerlichen Steglitzer oder Wilmersdorfer Familien genutzt wird.

        Vg Geomaus007

        1. Die Soldiner Str für Fahrgäste aus den meisten anderen Bezirken eher wenig interessant ist – wo befinden sich dort (sozialversicherungspflichtige) Arbeitsplätze? Oder Restaurants, Sehenswürdigkeiten? (Die Rennstrecke Turmstr – Leopoldpl – Soldiner Str dürfte natürlich der Hit werden, so viel steht fest).
          Eine U9 nach Buch hingegen würde uns die Fahrgäste von heute und morgen sichern.

          Auch sonst müssen Buslinien wie 162, 277 oder 294 gestärkt werden, denn in den Arbeitsplätzekonglomeraten am Stadtrand konkurriert der ÖPNV mit dem Firmenparkplatz vor der Tür. Ein gut bezahlter Facharbeiter möchte schnell, sicher und bequem von der Arbeit zu Hause ankommen (und seine Frau sowieso).

          Was den Stationsabstand betrifft, ich halte ihn für immer noch zu klein. 600 Meter sollten es gerade auf einer überregional wichtigen Linie wie der U9 nur in Ausnahmefällen sein. Was machst du mit dem Bus 255?

          Kommentar stark gekürzt, da der Teil wenig mit dem Vorschlag zu tun hatte. Themenfremde Diskussionen gerne im Forum. /fabi

          1. Hi Bueffel59,

            wo befinden sich dort (sozialversicherungspflichtige) Arbeitsplätze?

            Die Nutzung einer Strecke hängt nicht vom Einkommen der Fahrgäste ab. Ob ein Vorschlag nötig, hängt nicht davon ab, ob der Fahrgast mehr als 556 Euro im Monat oder weniger verdient. Fahrgast ist Fahrgast. Mein Arbeitsleben hat noch nicht begonnen, aber trotzdem habe ich das gute Recht ÖPNV zu nutzen. Dies gilt auch für Meschen die weniger als 556 Euro im Monat verdienen. Übrigens: Auch Empfänger des Arbeitslosengeldes 1 und 2 sind sozialversicherungspflichtig. Ich hier hier nicht vom Thema ablenken, möchte aber @Bueffel59 klarstellen, dass eine U-Bahn Verlängerung wie diese für alle sind.

            Eine U9 nach Buch hingegen würde uns die Fahrgäste von heute und morgen sichern.

            Die Strecke ist deutlich länger. Natürlich gibt es dann mehr Fahrgäste.

            Das mit von morgen verstehe ich nicht. Der Anteil der über 65jährigen liegt im Soldiner Kiez bei 9,3 %.  In Buch liegt er zwischen 26,6 und 28,4 % . Das ist das 4fache. Zwischen beiden ist er in Blankenburg sogar bei 34,8%. Wo sind da die Fahrgäste von morgen? Ok, es gibt einige Neubaugebiete die die Bevölkerung der Stadtteile wachsen lassen, aber die Bevölkerungsdichte wächst damit wohl kaum.

            Ein gut bezahlter Facharbeiter möchte schnell, sicher und bequem von der Arbeit zu Hause ankommen

            Will das ein Geringverdiener wohl nicht. Möchte der etwa langsam, gefährlich und unbequem unterwegs sein?

            VG Geomaus007

            1. Ich wollte auch nicht verschiedene Zielgruppen des ÖPNV gegeneinander ausspielen. Man muss versuchen, möglichst viele Zielgruppen (außer Schwarzfahrer und Rabauken, versteht sich) anzusprechen, und dazu muss man eben auch ein Stück weit jeden Fahrgast individuell so behandeln, dass er gerne mit öffentlichen Verkehrsmitteln fährt. Und wie ich schon angedeutet habe, ist zum Beispiel bei der hochqualifizierten Fachkraft, die in der Wuerth-Niederlassung in Hohenschönhausen arbeitet und in Müggelheim wohnt, ein besonders attraktives ÖPNV-Angebot erforderlich, da in dem Fall die Konkurrenz zum PKW gewaltig ist. Naturgemäß versucht man in der Verkehrsplanung eher, „die Nicht-Wahlfreien“ als die „Wahlfreien“ anzulocken. Studenten im 245-Bus ist es eher zuzumuten, ein paar Haltestellen zu stehen (das heisst natürlich noch lange nicht, dass man die Doppeldeckerbusse auf der Linie durch Gelenkschrott ersetzen muss, wie leider geschehen), als Angestellten im 294. Im ÖPNV sind die zur Verfügung stehenden Mittel nun mal begrenzt. Und wenn die Wohlhabenden öffentliche Verkehrsmittel meiden, tut es dem Klima in der Stadt in vielerlei Hinsicht nicht gut.

              Im Bezug auf Arbeitsplätze in der Soldiner Str meine ich einfach nur, dass die Soldiner Str kein Ort von übergeordnetem Interesse ist – ich habe ja nicht nur Arbeitsplätze erwähnt, sondern auch Sehenswürdigkeiten und Restaurants. Eine Hochschule, einen Botanischen Garten oder ein Museum gibt es dort auch nicht. Also ist die kurze Verlängerung für das bisherige Einzugsgebiet der U9 wenig interessant – und das ist gerade bei einer derart kurzen Verlängerung nicht unbedingt ideal.

              In Buch habe ich auf Campus und Klinikum angespielt, dort wären viele öpnv-affine Fahrgäste zu gewinnen. Blankenburg und Frz. Buchholz werden in 20 Jahren genau so viele Einwohner haben wie Mariendorf und Treptow heute.

              Zum 255 hast du dich immer noch nicht geäußert.
              Und wenn ich darüber nachdenke – die Umsteiger zwischen U9 und 125, 150 und 255 können nicht nur heute bereits in Osloer Str umsteigen, sondern würden es selbst nach der Umsetzung dieses Vorschlags wohl immer noch tun. Gründe wurden bereits erwähnt.

    1. Die Verlängerung der U9 nach Blankenburg über Wollankstraße und Pankow-Kirche ist ja bereits in Planung, wenn auch jetzt erst einmal nur die Phase 1 beschlossen wurde (Grundlagenermittlung) und es durchaus auch Kritik daran gibt, das Geld in eine U-Bahn anstatt anderer ÖPNV-Projekte zu stecken (eine Position, die ich persönlich durchaus nachvollziehbar finde – der U-Bahn-Ausbau war bereits von Ernst Reuter vor allem dafür vorgesehen, eine autogerechte Stadt zu ermöglichen).

  2. der U-Bahn-Ausbau war bereits von Ernst Reuter vor allem dafür vorgesehen, eine autogerechte Stadt zu ermöglichen

    Der U-Bahn Ausbau hat heute nichts mehr mit der autogerechten Stadt zu tun. Jedes Land welches U-Bahnen besitzt, plant bzw baut sie aus. Und vor allem an dieser Stelle könnte man eine neue Verbindung zwischen Nordbahn (S1,S25) und der City West (Zoologischer Garten) erschaffen wenn man die U-Bahn ausbaut. Somit würde ein Angebot entstehen vom Auto auf die U-Bahn umzusteigen.

    1. Hi Krake,

      An dem U-Bahnhof Warschauer Straße herscht bereits ein T3/3/4. Hier sind 3 U-Bahn Gleise. Ich denke aber, dass auch zweigleisig möglich ist. Ein Zug kann dann 5 Minuten im Bahnhof stehen. Das reicht doch aus, oder?

      Vg Geomaus007

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