Beschreibung des Vorschlags
VORWORT:
Dies ist mein erster Vorschlag, deshalb ist es möglich, dass ich grundlegende Dinge sowohl in diesem Forum als auch bezüglich des Realismus meines Vorschlags nicht beachtet habe. Ich bin euch über jeden Kommentar/Anmerkung dankbar, auch wenn ihr mich ggf. desillusioniern müsst.
Bei meinem Vorschlag habe ich vorallem darauf geachtet, dass es aktuell noch realistisch Plätze für Bahnhöfe etc. gibt, da ich es nicht befürworten würde Wohngebäude dafür abzureißen. Gewerbegebiete wie Supermärkte Autohäuser etc. finde ich aber vertretbar für die Zeit des Baus zu nutzen.
MOTIVATION:
Nach meinem Wisenstands prüft der Berliner Senat aktuell die U9 Verlängerung um das Neubaugebiet Blankenburger Süden anzuschließen, und dabei auch große Teile Pankows zu durchqueren. In der Diskussion geht es vorallem um eine Trasse über S Wollankstraße, Breite Straße und S Pankow-Heinersdorf. Mit einem Kreuzungsbahnhof U2/U9 an Pankow Kirche. Das wird z.b. hier beschrieben:
- https://linieplus.de/proposal/berlin-verlaengerungen-u9/
- https://www.entwicklungsstadt.de/pankow-moegliche-trassen-fuer-u-bahn-ausbau-festgelegt/
- https://www.berlin.de/sen/uvk/mobilitaet-und-verkehr/verkehrsplanung/oeffentlicher-personennahverkehr/projekte-in-umsetzung/blankenburger-sueden/
Bis zum U Bahnhof Pankow Kirche steht das auch so im ÖPNV-Bedarfsplan Berlin 2019-2023 unter der Realisierungskategorie „offen“.
Gegen diese Linienführung sprechen meiner Meinung nach:
- Kreuzungsbahnhof U2/U9: Genau am potentiellen Kreuzungspunkt steht die alte Kirche. Daher wäre ene realistischere U2 Haltstelle in der Ossietzkystraße und der U9 Bahnsteig auf der Fläche des Pankower Wochenmarktes. Dazwischen liegen aber fast 200m. Nicht Optimal.
- Parallelführung mit bestehenden Strecken: Zwischen Rathaus Pankow und S Pankow-Heinersdorf ist die Strecke exakt so von der Straßenbahn 50/M1 erschlossen. Ebenfalls verläuft der Abschnitt sehr parallel und eng zur S2 Linie.
- Auch die Kreuzungsbahnhöfe mit S Wollankstraße und S Pankow-Heinersdorf sind sehr schwer/teuer zu realisieren, da diese entweder sehr dicht bebaut sind. Beziehungsweise in Heinersdorf sich schon bisher auf 3 Ebenen die Straße, Autobahn, S Bahn und Straßenbahn kreuzen.
Mein Vorschlag ist dabei eine deutlich nördlichere Linienführung über S Schönholz, Blankenburger Straße und S Blankenburg. Ich habe inzwischen gesehen das ein Ansatz dafür bereits hier beschrieben wird. Mein Vorschlag geht aber deutlich hierüber hinaus, weshalb ich mir erlaubt habe ein weiteren Vorschlag zu schreiben.
VORSCHLAG:
Ich habe an jeder vorgeschlagenen Haltestelle einen ~150m lange Haltesteig eingezeichnet, wo ich mir vorstellen könnte, das eine Baugrube für den Bahnhof entstehen kann. Diese sind in der Regel auf unbebauten oder eher minderwertig bebauten Flächen geplant um Abrisse zu vermeiden.
U9
Die Verlängerung beginnt ab U Osloer Straße und verläuft über die Provinzstraße und kreuzt die S1 an S Schönholz. Die Haltestellen entstehen auf Geländen auf denen heute eher minderwertiges Gewerbe steht.
Anschließend führt die Strecke entlang der Hermann-Hesse-Straße zum neuen Knotenpunkt U Niederschönhausen. Die beste Möglichkeit wo ich mir einen Kreuzungsbahnhof zwischen U2 und U9 vorstellen kann. (weiteres im Abschnitt U2) Außerdem bestehen Umsteigemöglichkeiten zur M1. Dieser ist vorallem so groß eingezeichnet, weil ich mir hier die zentrale Baugrube vorstellen könnte (insbesondere beim Tunnelvortrieb). Dafür muss jedoch zeitweise das kleine Gewerbe-„zentrum“ um den PENNY weichen. Was ich aber für vertretbar halte. Der moderne REWE könnte bleiben wobei Teile des Parkplatzes vmtl. benötigt werden.
Anschließend verläuft der Ausbau entlang der Blankenburger Straße bis zur U Pasewalkerstraße (Umstiegmöglichkeit zur 50) und zum S Blankenburg and der die S2 und S8 gekreuzt werden.
Abschließend endet die Strecke im Neubaugebiet Blankenburger Süden, dessen Anschluß eine Hauptmotivation für die Verlängerung ist.
U2
Die Verlängerung der U2 ist definitiv zweitrangig, da über M1 und S2 bereits Umstiegmöglichkeiten zur U9 bestehen, aber da er in den anderen Vorschlägen auch aufgeführt ist habe ich sie auch hier inkludiert.
Die Tunnel hinter S+U Pankow liegen in der Flucht zur Ossietzkystraße, weshalb sich ein Bahnhof hier anbietet. Ich würde die Haltestellen aber etwas in den Norden schieben (nicht direkt an Pankow Kirche) um den Abstand zu S+U Pankow zu erhöhen und alle Umstiegemöglichkeiten zur Straßenbahn bereits dort existieren.
Anschließend verknüpft sich die U2 bereits mit der U9 an U Niederschönhausen, was beim Bau der u9 schon vorbereitet werden muss. Ich habe den Bahnsteig in Ost-West Richtung gezeichnet, da ich mir nicht sicher war ob die ~100m in Nord-Süd Richtung für einen Bahnsteig ausreichen.
Falls in ferner Zukunft Berlin doch noch ungeahnte finanzielle Mittel findet, oder eine Verkehrspolitische Revolution stattfindet könnte man natürlich auch die U2 auch noch weiter nach Norden verlängern, in Richtung Neubaugebiet Elisabeth-Aue, Wilhelmsruh oder Märkisches Viertel. Das halte ich aber für unwahrscheinlich insbesondere da bereits Straßenbahnen dort vorhanden sind.
Vorteile
- Dieser Verlauf bindet deutlich mehr Personen, insbesondere in Niederschönhausen, an das S/U Bahnnetz an.
- Trotz gleicher Umsteigemöglichkeiten zu S2+S8+U2+50+M1 sind die Kreuzungsbahnhöfe deutlich einfacher und damit vmtl. auch billiger zu realisieren.
- Entlang der Hauptteil der Strecke an Hermann-Hesse und Blankenburger Straße besteht heute keine Schienenverbindung im Gegensatz zur aktuell vermeintlich präferierten Trasse.
- Entlastung der Straßenbahnhaltestelle am S+U Pankow durch frühere/später Umstiege in die Straßenbahn 50/M1. Diese ist aktuell besonders währen der Hauptverkehrszeit überlastet.
Nachteile
- Rathaus Pankow/ Pankow Kirche bleibt nicht vom S/U Bahnnetz sondern „nur“ von der Straßenbahn erschlossen.
- Die neue Trasse wäre ungefähr 1,5km länger und hätte wohl mind. zwei Haltestelle mehr.
Weiteres
Aktuell ist diese Verbindung ziemlich genau vom BUS 150 befahren. Dieser braucht für die Strecke zwischen U Osloer Straße und Alt-Blankenburg 25min. Die Auslastung des Busses würde ich als gut bezeichnen, ob das zusammen mit dem Neubaugebiet eine U-Bahn rechtfertigt wäre aber zu klären.
Beispielverbindung U Kürfürstendamm – Hermann-Hesse-Str./Waldstraße (in diesem Vorschlag U Niederschönhausen):
- Aktuell: 37 min mit U9 und Bus 150
- Potenziell: ~20 min nur mit U9
Der Bus 150 ist mit dieser Verbindung aber dann überflüssig.
Nachwort
Mir ist voll bewusst, dass dieser Ausbau nicht kurzfristig angegangen werden kann, und vermutlich über 20 Jahre und große finanzielle Mittel zur Realisierung braucht. Ein Anschluss des Blankenburger Südens mit einer Straßenbahn, wie er auch aktuell schon vorgesehen ist, ist auf jeden Fall günstiger und schneller umzusetzen. Falls jedoch der Anschluss über die U9 weiter voran getrieben wird, fände ich diese Trassenführung besser und realisierbarer, bin aber auch über eure Ansichten und Kommentare gespannt.

Sehr gut. Wer meint, dass alle Bürger sich darauf freuen, eine (Hoch-)Bahn vor die Nase gesetzt zu bekommen oder ihr Zuhause dessentwegen zu verlieren, ist auf dem Holzweg.
Ich finde es gut, dass du die U9 nicht über Wollankstraße und Pankow Ort, sondern über Schönholz und Niederschönhausen führst. Ich würde allerdings den Umsteigebahnhof Niederschönhausen am Pastor-Niemöller-Platz errichten, damit die Tram nach Rosenthal Nord von U2 und U9 erreicht wird. Das würde zwar bedeuten, dass die U2 ihr Ende wohl für immer am Pastor-Niemöller-Platz gefunden hätte und eine Verlängerungsmöglichkeit nach Französisch Buchholz/Elisabethaue verbaut würde. Dort halte ich die U2 aber ohnehin für unnötig. Buchholz sollte lieber durch die U10 angebunden werden, die von Alexanderplatz über Weißensee, Malchow und Blankenburg dorthin zu bauen ist.
Allerdings würde ich die U9, nach Niederschönhausen, über Pankow-Heinersdorf (S), Blankenburg Süd (in Zukunft M2), Malchow (in Zukunft U10 von West-Berlin/Mitte nach Buchholz) nach Hohenschönhausen und evtl weiter nach Ahrensfelde verlängern. Die U10 würde, wie gesagt, ab Weißensee und Malchow lieber nach Buchholz führen – wie auch einst zu DDR-Zeiten vorgesehen. Dann bliebe jedoch Hohenschönhausen links liegen. Man könnte mit der Lösung aber U9 und U10 optimal miteinander vernetzen.
Es wäre auch nicht schlau, im Norden/Nordosten Berlins das dicht besiedelte Hohenschönhausen nicht anzubinden und stattdessen die U-Bahn in Gebiete zu bauen, die realistisch betrachtet nicht die Bevölkerungsdichte von Hohenschönhausen erreichen werden – zumindest für längere Zeit nicht. Man baut heutzutage ja sowieso anders. Da konzentriert man Infrastruktur- und Bevölkerungszuwachs lieber auf fette Achsen, als dass ein kleinteiliger Siedlungsbrei mit verstreuten Dreigeschosser-Siedlungen entsteht, mit dem eine Schnellbahnlinie wenig anfangen kann. Aber U10 über Malchow nach Buchholz und U9 über Malchow nach Falkenberg würden für den wachsenden Norden/Nordosten erstmal ein solides Basis-Netz darstellen.
Den unorthodox erscheinenden Schwenk von Niederschönhausen nach Pankow-Heinersdorf fände ich deshalb gut, weil man eine Umsteigemöglichkeit zur zukünftigen Tram-Tangente Pankow-Weißensee hätte – der wohl einzige Berührungspunkt, den eine etwaige U9 über Malchow nach Falkenberg mit dieser Linie hätte und daher umso wichtiger.
Die U2 sollte jedenfalls in Pankow Kirche statt Schlosspark halten, weil der Halt deutlich mehr Fahrgastpotenzial hat und die 50 eines Tages über Wollankstraße nach Moabit fahren könnte.
Ach, nicht so missmutig. In Paris, Brüssel, Hamburg, Lissabon, Madrid, Mailand und Wien wird die Metro massiv ausgebaut – daran muss man sich in Berlin orientieren. Immerhin hat Berlin ein Schnellbahnnetz, das sich sehen lassen kann, aber 200 km U-Bahn sollten es schon sein. Der aktuelle Quasi-Stillstand in Sachen Schnellbahnbahnbau ist eine Frechheit. Die finanziellen Mittel, die bedarfsgerechtem ÖPNV-Ausbau vorenthalten werden, fließen dann halt in den Straßenbau, wenn der Verkehr einer Bald-4-Millionen-Einwohner sonst nicht mehr bewältigt werden kann, so einfach ist das.
Tatsächlich hatte ich die Planung mit einem Kreuzungsbahnhof am Pastor-Niemöller-Platz begonnen. Mich dann aber umentschieden aufgrund der zu erwartenden Unterbrechungen im Bus und Straßenbahnverkehr und weil mir nicht klar war ob der Platz für einen Kreuzungsbahnhof dort ausreicht. Dass der Anschluss mit der Tram nach Rosenthal Nord nicht stattfindet, hatte ich dann in Kauf genommen.
Falls man sich aber entschließt den Kreuzungsbahnhof dort zu errichten wäre für mich die naheliegendste Ausrichtung des U9 Gleises mit der Hermann-Hesse-Straße und das U2 Gleis mit der Friedrich-Engels-Straße. Damit wäre das nicht einmal zwangsweise das Ende der U2. Französisch Buchholz ist aber, wie du auch schreibst, eher Aufgabe für die U10.
Dagegen spricht meiner Meinung nach, dass zwischen dem Pastor-Niemöller-Platzund S Pankow Heinersdorf über 2 km Luftlinie liegen, ohne das sich ein Zwischenhalt anbieten würde. Ich würde zumindestens einen Halt an der Blankenburger Straße noch mit einbinden, wenn auch vielleicht etwas nach Westen verlegt. Danach zum S-Bahnhof Pankow-Heinersdorf wegen der M2 abzubiegen kann aber durchaus Sinn ergeben. Der U-Bahnhof wäre dann potenziell eher senkrecht zur 50/S2, wodurch man Ausgänge an der Straßenbahnhaltestelle 50, am S-Bahnsteig sowie auf der anderen Seite der S-Bahn- und Fernverkehrsgleise (wo auch die M2 fahren würde), hätte. Das wäre als Bonus noch ein guter Fußgängertunnel.
Auch danach bin ich noch nicht überzeugt die U9 über Malchow laufen zu lassen, da ich eine höhere Nachfrage im Blankenburger Süden sehen würde. Außerdem wäre Malchow ja schon von der U10 erschlossen. Die Option einer möglichen Verlängerung über Höhenschönhausen und Ahrensfeld hingegen kann ich voll und ganz nachvollziehen und wäre auch von meiner Routenführung nicht beeinträchtigt.
Zugegebenermaßen wird der Schwenk durch den Anschluss von S Blankenburgerstraße, S Heinersdorf und S Blankenburger Süden, wie ich ihn vorsehe nur noch extremer. Der „natürlichere“ Verlauf wäre eher eine Kreuzung der S2/S8 genau zwischen S Heinersdorf und S Blankenburg. Ein zusätzlicher Halt dort gibt die Bevölkerungsdichte aber nicht her und dann wäre auch weder die 50 noch die M2 angeschlossen.
Das ist ein sehr guter Punkt. Dann wäre auch die von mir stiefmütterlich behandelte Station S Wollankstraße in den Plan eingeschlossen. Außerdem fährt sie ab Pankow Kirche aktuell ja sowieso nur parallel zur M1 oder M13.
U-Bahnen werden für Jahrhunderte gebaut. Aufgrund von Beeinträchtigungen während der Bauzeit dem Rosenthaler Tram-Ast wohl für immer die schnellen Umsteigemöglichkeit zur U2+U9 vorzuenthalten, ist unverhältnismäßig. Es muss heute einfach schneller gebaut werden. Dass die S-Bahn von Hauptbahnhof nach Wedding, die nicht mal einen Zwischenhalt aufweist, seit 2010 im Bau ist und noch nicht fertig ist, ist einfach nicht akzeptabel.
Ist doch gut, wenn die U-Bahn etwas an Fahrt aufnehmen kann. Für die Feinerschließung blieben die Linien 150 oder 250 ja bestehen. In London oder Prag hast du U-Bahnen mit enormen Stationsabständen, aber parallel verlaufende Trams oder Busse gewährleisten die Feinerschließung. Diese Herangehensweise mag in Berlin, wo die U-Bahn in der Regel auch Kurzstreckenverkehr übernimmt, unüblich sein, aber neue Strecken wie die U9-Nord oder auch die U11 wären als Express-U-Bahn unter Beibehaltung parallelen Oberflächenverkehrs durchaus sinnvoll und wünschenswert. Mit den Linien würden ja auch große Distanzen überbrückt.
Führe die U9 über Pankow-Heinersdorf und Malchow, würde sie die dann mutmaßlich verlängerte M2 auf Höhe Heinersdorfer Graben/Schmöckpfuhlgraben treffen. Und der Bereich ist sehr wohl auch für Wohnbebauung vorgesehen und meines Wissens auch unter „Blankenburger Süden“ bekannt. Ich werde in nächster Zeit zur „Malchower Scherenlösung“ Vorschläge erstellen, dann kann ich die Idee auch übersichtlicher darstellen.