Beschreibung des Vorschlags
Deutschlands größte Großwohnsiedlung Marzahn hat noch keine U-Bahn Anbindung. Im Flächennutzungsplan ist der Bau der U-Bahn Linie U11 vorgesehen. Doch diese hat folgende Probleme:
- Keine Anbindung des Zentrums bzw. des Alexanderplatz
- Vollständiger U-Bahn Neubau notwendig
- Keine Realisierung in Sicht
- Sehr teuere unterirdische Führung
Als Alternative kann man einen U5 Ast bauen. Dieser würde fast vollständig oberirdisch verlaufen. Er lässt sich kostengünstig und einfach realisieren.
Fahrzeitvergleich
1. Fahrplan U5
Zur Frankfurter Allee:
Vom Hbf: 17 Minuten
Von Unter den Linden: 13 Minuten
Vom Alex: 9 Minuten
00 Frankfurter Allee (Umstieg S41,S42,S8, S85, U5 nach Hönow)
02 Ruschestr.
04 Herzbergstr.(Umstieg M8,16,18)
06 Genslerstr. (Umstieg M6)
07 Arendsweg
08 Landsberger Allee/Rhinstr. (Umstieg M17, 27)
11 S+U Marzahn (Umstieg S7, 16)
14 Alt Marzahn (Umstieg M8,16,18)
16 Blumberger Damm
17 Glambecker Ring
2. Vergleich
Für den Vergleich werden nur Punkte genommen die aktuell bereits eine SPNV Haltestelle sind. Bei neuen Haltestellen ist der Fahrzeitgewinn noch deutlicher
2.1
Von S Marzahn nach S+U Alexanderplatz
Tram Aktuell: 33 Minuten
S-Bahn Aktuell: 22 Minuten
U-Bahn Neu: 20 Minuten
=> -2 Minuten
Von Alt-Marzahn nach S+U Alexanderplatz
Tram Aktuell: 36 Minuten (Neue Tram Haltestelle wohl eine Minute länger als jetzige mit berechnet)
U-Bahn Neu: 23 Minuten
=> -13 Minuten
Von der Genslerstraße nach S+U Alexanderplatz
Tram Aktuell: 24 Minuten
U-Bahn Neu: 15 Minuten
=> -9 Minuten
2.2
Von S Marzahn nach Unter den Linden
S-Bahn + Fußweg (7 Minuten) aktuell: 33 Minuten
U-Bahn Neu: 24 Minuten
=> – 9 Minuten
Von Alt-Marzahn nach Unter den Linden
Tram M8 (8Min)+ S-Bahn (22 Min) + Fußweg (7 Minuten) aktuell: 44 Minuten
U-Bahn Neu: 27 Minuten
=> – 17 Minuten
Von der Genslerstraße nach Unter den Linden
Tram Aktuell (M6/M1): 44 Minuten (4 Minuten davon Fußweg)
Tram + U-Bahn aktuell: 30 Minuten (21 Minuten Tram + 4 Minuten U5)
U-Bahn Neu: 19 Minuten
=> – 11 Minuten
FAQ – 12 Fragen
1. Wird die U5 mit zwei Ästen überlastet?
Im Nahverkehrsplan 2019–2023 des Berliner Senates ist eine Verdichtung des Taktes bis 2023 auf 3,3 Minuten in der Hauptverkehrszeit vorgesehen.[56][57] Ein Takt von drei Minuten in der Hauptverkehrszeit bestand bereits früher.[58] Ab 2025 soll mit dem Einbau der automatischen Sicherungstechnik CBTC (Communication-Based Train Control) begonnen werden, um mittels halbautomatischen Zugbetriebs (GoA2) die Zugfolgezeit auf 90 Sekunden verkürzen zu können.[59][60]
Technisch ist bald eine Zugfolge von 90 Sekunden möglich. In der HVZ gibt es derzeit „Nur“ eine Zugfolge von 300 Sekunden (T5). Da ist noch viel Kapazität vorhanden. Auch Puffer für mögliche Verspätungen existiert.
2. Muss die U5 lange gesperrt werden?
Als Abzweig dient eine heute existierende Wendeanlage. Der Tunnel wird bergmännisch von Norden aus vorgetrieben. Es muss zwischen den U5 Gleisen eine Rampe gebaut werden. Wenn dass im laufenden Betrieb gelingt, dann kommt es nur zu ganz kurzen Sperrungen.
3. Ist das nicht ein Paralellverkehr mit der S7?
Zwischen S Marzahn und S+U Alexanderplatz verkehrt tatsächlich auch die S7. Die neue U5 ist 2 Minuten schneller. Zwischen diesen Halten ist es ein Paralellverkehr.
Aber sonst? Die U-Bahn bindet sowohl Marzahn als auch das Berliner Zentrum zentraler an. Wie man im Fahrzeitvergleich sieht, schneidet die U-Bahn besser ab.
Bis auf eine Haltestelle werden alle neuen nicht von der S-Bahn auch bedient. Somit sind bis auf eine alle anderen kein Paralellverkehr.
4. Wie profitiert die S-Bahn?
Die S-Bahn Linie S7 wird entlastet. Da man aus Marzahn mit der U-Bahn nun schneller im Zentrum ist, kann man einen Linientausch durchführen. Die S7 würde dann nach Wartenberg (Bzw. weiter nach Verlängerung) verkehren. Die S75 nach Ahrensfelde. Dadurch profitiert Hohenschönhausen durch eine schnellere S-Bahn Verbindung ins Zentrum. Ein Umstieg kann man sich nun sparren.
Was hält ihr davon? Schreibt es gerne in die Kommentare
5. Wie viel Einwohner leben im Einzugsgebiet ?
Einwohner im 1000m Umkreis von Haltestellen:
Mahrzahn: 95.000 von 117.814 Einwohnern
Fennpfuhl: 20.000 von 34.530
Lichtenberg: 25.000 von 44.501
Alt- Hohenschönhausen: 30.000 von 51.898
Gesamt (Einwohner im 1000m Umkreis von Haltestellen): 170.000 Einwohner
Gesamt (Alles Ortsteile durch die die neue U-Bahn fährt): 248.743 Einwohner
6. Ist der Autor ortskundig ?
Nein, bin ich nicht. Ich komme aus südlicheren Gefilden. Natürlich War ich in Berlin schon mit Bus, Tram, U-Bahn und S-Bahn unterwegs. Auch auf der U5. Nach Marzahn hat es mich dagegen noch nie gezogen (Warum wohl ? Bin kein Fan von Plattenbauten :-))
7. Was gibt es zu technischen Details zu sagen?
Im Hinblick auf die technischen Details ist zu erwähnen, dass natürlich eine zweigleisige Großprofilstrecke mit niveaufreien Abzweig vorgesehen ist. Statt eines Fünfminutentakts würden dann zwei Fünfminutentakte zwischen dem Hauptbahnhof und der Frankfurter Allee verkehren.
8. Wie profitiert die Straßenbahn?
In den Ostbezirken wird viel neu gebaut, vor allem entlang der M6. Die Züge sind bereits heute sehr voll. Eine Verdichtung scheitert an der Überlastung der Trasse am S Landsberger Allee. Hier bildet sich oftmals ein Stau, weil nur ein Zug je Ampelschaltung die Kreuzung passieren kann. Die Doppelhaltestelle sorgt für lange Fahrgastwechselzeiten, alles bündelt sich an der ersten und letzten Türe. Eine Entzerrung der drei Ost-West-Linien M5, M6 und M8/18 muss her. (Krake 31.12.2024)
Daher muss die Straßenbahn entlastet werden. Dies geschieht durch meinen Vorschlag. Die M6 verkehrt nun nur noch bis zur Genslerstraße. Da die Strecke nun weniger frequentiert wird, kann der Takt der M6 ausgedünnt werden. Die Linie 16 verbindet derzeit die frankfurter Allee mit der neuen U-Bahn Strecke. Diese Verbindung wird nicht mehr gebraucht. Sie verstärkt nun die M8 und 18. Dadurch profitiert deren Strecke.
9. Reicht die Tram nicht aus ?
Wie in Frage 8 Beschrieben, ist die M6 überlastet. Eine Taktverdichtung ist nicht möglich. Die Fahrzeit der Tram ist schlechter als die der S-Bahn. Obwohl die Fahrzeit (von Marzahn) länger ist, ist sie überlastet. Wenn jetzt die Fahrzeit aber schneller wäre, wie sehr wäre sie dann überlastet? Bestimmt um einiges mehr. Genau dies macht die U-Bahn. Die neuen Fahrgastzahlen könnte die Tram nie stemmen.
10. Warum lässt man keinen Paralellverkehr mit der Tram bestehen ?
Ehrlich gesagt habe ich lange über einen Paralellverkehr nachgedacht. Doch ich bin zum Entschluss gekommen die U-Bahn direkt auf derselben Trasse wie die Straßenbahn verkehren zu lassen.
An beiden Enden des möglichen Paralellverkehrs sind neue Tram Wendeschleifen. Die U-Bahn ist direkt darüber, was einen schnellen Umstieg ermöglicht. Es wäre somit ohnehin schneller auf die U-Bahn umzusteigen und dann in 5 Minuten von der Genslerstraße nach S+U Marzahn zu fahren, als in 8 Minuten mit der Tram weiterzufahren.
11. Wird es aufgrund der oberirdischen Führung Proteste geben?
Proteste gibt es immer. Die Führung ist aber so gewählt, dass große Proteste vermieden werden:
- Es wird auf der Straßenbahn Trasse eine U-bahn gebaut. Diese ist bereits für SPNV genutzt. Es sollte kein Problem sein.
- Zwischen der Frankfurter Allee und der Genslerstraße werden oberirdisch nur Parkplätze weichen müssen. Als Ersatz gibt es ein Parkhaus
- Um das Erscheinungsbild der Marzahner Mühle nicht zu stören, wird die Bahn hier in Troglage gebaut. Die Mühle bleibt gut ersichtlich.
12. Gibt es Ähnliche vorschläge ?
Einen U5 Abzweig bzw. eine oberirdische Führung wie oben gibt es nicht. Deshalb verzichte ich auf eine genaue Beschreibung der ähnlichen Vorschläge
Ähnliche Vorschläge sind unter folgenden Links zu finden:
https://linieplus.de/proposal/u10-berlin-landsberger-chausee-hbf/
https://linieplus.de/proposal/berlin-u10-alex-hohenschoenhausen/
https://linieplus.de/proposal/berlin-kleine-u10-als-ersatz-fuer-m4/
https://linieplus.de/proposal/u1-berlin/
Alternativvariante
Vorteile:
- Schnellere Fahrzeit (3 Minuten)
- Anbindung von mehr Einwohnern
Nachteile:
- Längere U5 Sperrung notwendig
- Mehr Konflikte bei Trassierung möglich

Mit dem oberirdischen Teil kann ich mich anfreunden. Auch wenn dadurch ein paar Tramhaltestellen verloren gehen.
Ich würde aber keine Verknüpfung mit der U5 vornehmen. Unregelmäßigkeiten bei der Einfädelung und eine Ausdünnung des Taktes auf den beiden Ästen würden auftreten. Daher würde ich lieber ab dem U Ruschestraße weiter über U Magdalenenstraße bis zum Ostkreuz fahren. Und dann wie im Nahverkehrsplan geplant den Anschluss zur Warschauer Straße herstellen.
So bleibt die U5 unangetastet und gleichzeitig wird Marzahn mit dem Ostkreuz und Kreuzberg verbunden. Zum Alexanderplatz bliebe noch die M8 oder ein Umstieg zur U5 an der Magdalenenstraße.
Stimmt. Statt von der U5 kann man auch die U1 ab Warschauer Straße auf deine Strecke verlängern.
Der Große Nachteil ist dann halt, dass die Fahrzeit länger ist. Zudem kommt ein Umstieg hinzu. Da wäre die S-Bahn genauso attraktiv.
Ich verstehe nicht ganz, warum du von einer längeren Fahrzeit ausgehst. Denn mit einem schnellen Umstieg zur U5 (bei kurzen Wartezeiten durch die hohe Taktfrequenz) verliert man auch nicht weniger Zeit als bei einem geringerem Takt bei einer Gabelung der U5.
Und durch die hohe Auslastung der S-Bahn muss die neue U-Bahn auch nicht zwingend einen Wettbewerbsvorteil haben. Nachfrage ist da und zudem ist es ja eine ganz andere Strecke.
Alternativ kann man auch ab S+U Warschauer Straße über U Frankfurter Tor und S Storkower Straße navigieren. Die Vorteile sind dabei die gleichen:
Dann spart man auch die zwei Minuten mehr übers Ostkreuz. Und man erreicht ganz neue Stadtteile wie Kreuzberg von Marzahn aus. Der Alex ist ja bereits gut mit S-Bahn und Tram zu erreichen.
Oder die U11 wie geplant zum Hauptbahnhof bauen, über Rosa-Luxemburg-Platz, siehe FNP. Diese könnte man ja im Kleinprofil bauen, damit sie in die U4 übergehen kann. Vorschläge zur Verlängerung der U4 nach Hauptbahnhof gibt es auf der Plattform ja einige.
Eine U-Bahnlinie nach Marzahn zum Glambecker Ring war schon im FNP von 1995 geplant.