Beschreibung des Vorschlags
Hauptbestandteil des Vorschlags ist die Trasse vom Ostkreuz über Lückstraße und Sewanstraße zum Tierpark. Zusätzlich schlage ich einen Abzweig zum Bahnhof Lichtenberg vor, welcher ebenfalls eine Alternative zu diesem Vorschlag darstellen soll. Erschlossen werden dabei die Quartiere Victoriastadt, Weitlingkiez und Sewanviertel mit zusammen knapp 30.000 Einwohnern.
Zuerst möchte ich meinen Vorschlag von anderen Vorschlägen abgrenzen und erläutern, warum meine Variante besser ist.
1. Von BVG_er 1 aus dem Juli 2022
Der Vorschlag sieht eine Trasse vom Endpunkt Lichtenberg über Weitlingstraße und Sewanstraße zum Betriebsbahnhof Rummelsburg vor. Bedient werden soll die Strecke von den Linien 21 und 37. Dadurch entsteht auf der Strecke ein 8/12-Miuten-Takt und außerhalb der Betriebszeiten der 37 ein 20- Minuten-Takt. Das Problem ist, dass die Trasse selbst sehr umwegig ist und zudem die Lienienführung der Linien 21 und 37 sehr ungünstig wäre. Durch die langen Umwege wäre die Straßenbahn für Ziele außerhalb Lichtenbergs kaum interessant. Weitere Nachteile sind das weder Victoriastadt noch Sewanviertel erreicht werden. Die Anbindung an die S-Bahn am Betriebsbahnhof Rummelsburg halte ich ebenfalls für suboptimal. Wenn ich die Angaben im Internet richtig gedeutet habe, fährt von dort nur alle 20 Minuten eine S-Bahn Richtung Innenstadt und Hauptbahnhof. Auch die Haltestellenlage im Weitlingkiez ist sehr ungüsntig und zu sehr an den bestehenden Bushaltestellen orientiert.
2. Von Krake aus dem August 2021
Der Vorschlag sieht ebenfalls eine Trasse vom Ostkreuz zum Tierpark vor mit nahezu identischer Streckenführung. Der Abzweig nach Lichtenberg fehlt hier, womit die Erschließung im Weitlingkiez weiterhin nicht wirklich gegeben ist. Die Strecke soll von einer neuen Linie 25 zwischen Ostkreuz und Friedrichsfelde Ost bedient werden. Dadurch ist die Anbindung räumlich begrenzt. Selbst zum beliebten Boxhagener Kiez mit seinem florierendem Nachtleben müsste man schon umsteigen. Auch Richtung Süden (Karlshorst oder Schöneweide) wäre ein weiterer Umstieg erfroderlich.
3. Von Krake aus dem Oktober 2020
Dieser Vorschlag sieht eine Trasse vom Tierpark zum Betriebsbahnhof Rummelsburg entlang des Kraatz-Tränke-Grabens vor. Dies soll als eingleisige Stichstrecke gestaltet werden und von einer Linie im 10-Minuten-Takt bedient werden. Hier werden weder Weitlingkiez noch Victoriastadt erschlossen und die Anbindung des Sewanviertels ist extrem räumlich begrenzt. Auch hier halte ich es für einen Nachteil die Strecke zum Betriebsbahnhof Rummelsburg zu führen, wo die S3 nur alle 20 Minuten in die Innenstadt fährt.
4. Von Daniel Nieveling aus dem Februar 2018
Hier wird eine Verlängerung der Linie 18 von Springfuhl über Friedrichsfelde, Ostkreuz, Alt-Treptow und Neukölln zum Südkreuz vorgeschlagen. Dabei wird das Sewanviertel großflächig erschlossen, Weitlingkiez und Victoriastadt jedoch kaum. Durch die lange Linienführung gibt es viele Direktverbindungen, allerdings auch eine erhöhte Gefahr für Verspätungen und Ausfälle. Die Führung über Volkradstraße und Rummelsburger Straße wäre sicherlich sinnvoll, verpasst aber das Subzentrum am Tierpark.
Wie bereits erwähnt hat mein Vorschlag zum Ziel die Quartiere Victoriastadt, Weitlingkiez und Sewanviertel mit der Straßenbahn zu erschließen. Dabei sollen diese sowohl an die nahegelegenen Subzentren, als auch an die Innenstadt angebunden werden.
Im Westen beginnt die Trasse an der Haltestelle Markstraße, wo an die Neubaustrecke übers Ostkreuz angeschlossen wird. Anschließend verläuft die Trasse über Türrschmidtstraße. Diese weist aktuell eine nutzbare Breite von knapp 6 Metern auf, daher müssten mindestens einseitig Parkplätze gestrichen werden, um Platz für die Straßenbahn zu schaffen. Wenn man beidseitig die Parkplätze streicht und die Straße zur Einbahnstraße macht wäre sogar ein eigener Gleiskörper möglich, welcher zwecks Lärmminderung begrünt werden könnte. Am Tuchollaplatz ensteht dann eine Haltestelle, die das Quartier Victoriastadt erschließen soll. Am Ende der Türrschmidtstraße folgt eine Unterführung unter den Bahngleisen, um zur Lückstraße zu gelangen. Direkt nach dieser Unterführung folgt die Haltestelle S Nöldnerplatz. Diese habe ich bewusst nicht in die Unterführung gesetzt. Einerseits wäre dann der Abstand zu Tuchollaplatz zu gering und andererseits müsste dann die Unterführung breiter gebaut werden und neue Zugänge errichtet werden, was zu zusätzlichen Kosten führen würde. In der Lückstraße würde die Trasse am Nöldnerplatz über den südlichen Fußweg verlaufen, welcher ohnehin überflüssig ist. Fußgänger können stattdessen den nördlichen Fußweg nutzen oder südlich um den Platz herumlaufen. Der Umweg beträgt maximal 30 Meter. Im restlichen Verlauf der Lückstraße würde die Trasse vollständig straßenbündig verlaufen. Vor dem Abzweig nach Lichtenberge entsteht noch eine weitere Haltestelle am Jugendzentrum Lücke. Der nächste Halt ist dann am Kaufland. In der Sewanstraße wäre teilweise ein eigener Bahnkörper möglich. Die Straße weist aktuell eine Überbreite von 10 bis 16 Meter auf, die problemlos reduziert werden könnte. Eventuell müssten in Teilabschnitten einzelne Parkplätze gestrichen oder Bäume gefällt werden. Grundsätzlich würde die Trasse zwischen Baikalstraße und U Tierpark in nördlicher Seitenlage auf Rasengleis verlaufen. Weitere Zwischenhalte würden an der Baikalstraße neben dem Netto, an der Dolgenseestraße, an der Mellenseestraße und am Erieseering entstehen.
Der Abzweig nach Lichtenberg würde über die Weitlingstraße verlaufen und nach einer neuen Brücke über die Bahngleise an die Bestandstrecke in der Fanninger Straße anschließen. Haltestellen würden am Münsterlandplatz, an der Sophienstraße und am S+U Lichtenberg entstehen. Auch hier stellt sich wieder die Frage, ob man komplett straßenbündig trassiert oder Parkplätze streicht, um eine eigene Trasse zu erreichen. Letzteres wäre natürlich zukunftsorientierter. Die Frage ist aber, ob es durchsetzbar ist, mindestens einseitig, möglicherweise sogar beidseitg alle Parkplätze zu streichen. Das möchte ich an dieser Stelle jedoch nicht beurteilen. Nördlich der Haltestelle am S+U Lichtenberg würde noch eine Wendeanlage entstehen. Am Monimboplatz folgt dann die Brückenrampe, welche eine Länge von etwa 60 bis 70 Metern aufweisen müsste. Auf der anderen Seite ragt die Brückenrampe in den Straßenraum hinein. Das führt dazu, dass man die Gudrunstraße eventuell etwas tiefer legen müsste. In der Fanninger Straße müsste die bestehende Strecke zweigleisig ausgebaut werden. Die Gleise in der Gudrunstraße können abgebaut werden, wenn die neue Endstelle in Lichtenberg fertig ist.
Die Idee für die Brücke über die Bahngleise in Lichtenberg stammt aus einem Kommentar von Ulrich Conrad. Siehe hier.
Das Linienkonzept ist natürlich nicht in Stein gemeißelt, aber ich habe mir trotzdem eine Variante überlegt, die mir sinnvoll erscheint.
Die Linie 21 wird ab Holteistraße über Frankfurter Allee zum Loeperplatz geführt. Dies beseitigt den erheblichen Umweg zwischen Loeperplatz und Ostkreuz. Demzufolge ist die Linie 16 dort dann obsolet und wird über Forckenbeckplatz und Frankfurter Tor zur Warschauer Straße geführt. Dadurch hat man südlich des Loeperplatz eine geringfügige Taktausdünnung, was aber unproblematisch ist. Die Linie 16 müsste dann aber auch Sonntags fahren, um das Gebiet um den Forckenbeckplatz zu erschließen. Die Linie 22 würde dann auf der gesamten Strecke im 10-Minuten-Takt fahren. Zudem würde sie nicht zum Blockdammweg fahren, sondern über Sewanviertel und Tierpark nach S Friedrichsfelde Ost. Die Linie 18 würde ich zum U Tierpark verlängern und dort mit der Linie 37 verknüpfen, welche zukünftig dort enden würde. Die Linie 37 würde weiterhin alle 20 Minuten verkehren, weshalb einige Fahrten der Linie 18 am Tierpark enden würden. Die Veränderungen der Linien 16 und 21 wären zwar nicht zwingend notwendig, erscheinen mir aber sinnvoll.
Im Busnetz wird die Linie 240 geteilt und verkehrt zukünftig von Ostbahnhof bis Ostkreuz und von Lichtenberg bis Storkower Straße. Die Linien 296 und 396 bleiben unverändert. Der 194er wird ebenfalls geteilt und verkehrt zukünftig im Süden bis Ostkreuz und im Norden bis S Friedrichsfelde Ost oder bis U Friedrichsfelde, falls das nachfragemäßig sinnvoll ist.

Die Namen Lichtenberge und Forckenbergplatz lassen mich daran zweifeln ob du die Örtlichkeiten kennst? Ich glaube nicht, denn dir sind auch die Niveauunterschiede entgangen. Der Monimboplatz liegt nur knappe 2m unter dem Fahrbahnniveau der Lichtenberger Brücke. Ich frage mich auch, wie deine Trasse durch das Fundament/Widerlager der Lichtenberger Brücke geschlagen werden soll oder soll die Brücke völlig neugebaut werden?
So, die Schreibfehler sind beseitigt. Danke, für den Hinweis.
Auch die Streckenführung am Monimboplatz war in der Form natürlich nicht umsetzbar. Ich hatte mir die örtlichen Gegebenheiten im Bereich Monimboplatz leider nicht genau genug angeschaut.
Ich habe die Trasse jetzt über die Skandinavische Straße geführt. Wenn sie direkt nach der Brücke den Straßenraum verlässt und gleichmäßig ansteigt, dürfte sie bis zum Gleisfeld eine Höhe von etwa 8 Metern überm Straßenniveau der Skandinavischen Straße erreicht haben. Das müsste ausreichen, um die Gleise zu überqueren. Allerdings müsste man dafür im Bereich Mpnimboplatz etwas umbauen.
Mit deiner Vermutung lagst du übrigens richtig. Ich komme nicht aus Berlin, sondern aus Dresden.
Ich fände einen Halt am Nordostausgang des Bahnhofs besser, da wäre der Umsteigeweg zu U5 und Bus kürzer.
Stimmt natürlich. Ich weiß gar nicht, warum ich das nicht von Anfang so gemacht habe. Vielen Dank, für den Hinweis.