Beschreibung des Vorschlags
Update: Ich habe eine Südvariante hinzugefügt, die den Verlauf der Ilmebahn schon westlich der B3 verlässt.
Inspiriert von einem übergreifenden Konzept von Ulrich Conrad zur Wesertalbahn Minden-Kassel mit einer Reaktivierung der Relation Hameln-Holzminden und einem älteren Vorschlag zur weitestgehenden Reaktivierung der Ilmebahn von Tramfreund94 möchte ich hier einen Vorschlag machen, wie Einbeck in Richtung Westen erschlossen werden kann und in Kombination mit dem Vorschlag zur Wesertalbahn eine Relation von Löhne/Minden über Hameln nach Kreiensen und Göttingen hergestellt werden kann.
Zunächst verläuft die Trasse über die alte Ilmebahn; diese wird also in diesen Teilen reaktiviert. Mit eingeplant ist ein Haltepunkt für die SuS der Goetheschule und Pestalozzi-Schule, die beide unmittelbar an die Bahnlinie angrenzen und sinnvollerweise zu den Schulzeiten angefahren werden sollte. Ebenfalls mit inbegriffen ist der Haltepunkt PS.Speicher, der aber durch die generelle Siedlungsbebauung im Einbecker Westen auch dauerhaft betrieben werden kann. Damit ist Einbeck insgesamt hervorragend durch die Bahn erschlossen.
Östlich von Juliusmühle verlässt die Trasse den Verlauf der alten Ilmebahn, da das ehemalige Bahngrundstück in Markoldendorf schon bebaut wurde, und überbrückt die L 580. Nördlich von Markoldendorf befindet sich der erste Haltepunkt außerhalb Einbecks, er ist über die Steinbergstraße zu erreichen.
Weiter geht es über einen Schwenk nach Südwesten und über die Bewerbrücke nach Eilensen, zum Haltepunkt Ellensen. Dieser Trägt den Namen Eilensen, hat als Kürzel aber die Bezeichnung HELL. Das liegt darin begründet, dass Eilensen an der alten Trasse bereits einen Haltepunkt besaß, dieser aber über eine eigene Betriebsstellenkennung verfügte und somit eine andere nötig ist. Ein Doppelname Eilensen-Ellensen ist zwar namentlich amüsant, aber am Ende eher verwirrend als förderlich.
Nun umschwenkt die Bahn den Bierberg von Norden. Die Ilmebahn endete im alten Kopfbahnhof Dassel. Da vom alten Standort aus wegen des nordöstlich angrenzenden Bierbergs keine sinnvolle Anbindung in Richtung Holzminden/Stadtoldendorf errichtet werden kann, sieht das Projekt einen neuen Kopfhaltepunkt nordöstlich der Dasseler Altstadt vor, da der Haltepunkt ansonsten zu weit entfernt von der Ortsmitte läge. Bei Wunsch kann dieser Haltepunkt als Endpunkt verschiedener Linien entweder aus Holzminden oder Einbeck/Kreiensen genutzt werden, oder auch als Zwischenstation auf einer durchgehenden Linie.
Hinter Dassel führt die Trasse bis zum Heukenberg im Spüligbachstal entlang. Östlich von Mackensen wird der Haltepunkt Mackensen eingerichtet, der über die Kuhbrücke ins Dorf erschlossen wird.
Der klar aufwändigste Teil des Projekts wird der etwa 700 Meter lange Heukenbergtunnel südwestlich von Denkiehausen werden. Eine Führung über das Tal in Merxhausen um den Heukenberg herum ist durch die vorhandene Bebauung nur unverhältnismäßig möglich. Vor dem Ostportal muss zudem eine Brücke über die K44 [Lkr. Holzminden] geschlagen werden, um einen Bahnübergang zu vermeiden.
Weiter geht es an Heinade vorbei. Hier umkurvt die Trasse die Ortschaft von Süden und überbrückt an ihrem südlichen Scheitelpunkt die L580 mitsamt Parkplatz. Der Parkplatz wäre zwar für einen Haltepunkt grundsätzlich sinnvoll gewesen, letzten Endes liegt die Stelle aber zu peripher gelegen. Darum ist der Haltepunkt Heinade zwischen den Straßen In der Trift und An den Höfen geplant, um einen für Heinade möglichst zentralen Haltepunkt zu ermöglichen. Ein Erschließungsweg verbindet den Haltepunkt mit den beiden Straßen.
Ein Haltepunkt Braak würde sich für einen 201-Einwohner-Weiler mit einem Kilometer Abstand zum Haltepunkt Deensen nicht rentieren, sodass der nächste Halt im Osten Deensens ist. Der Weg nach Braak sollte für Fußgänger ausgebaut und beschildert werden. Hier erfolgt der Anschluss über die verlängerte Torstraße. Eine hier haltende Omnibusverbindung nach Stadtoldendorf ist empfehlenswert, um den aus Dassel hierhin pendelnden Verkehr abzuwickeln, sollte der Nordostbogen nicht für andere Bahnprojekte wie einer Verbindung Einbeck-Stadtoldendorf-Hameln genutzt werden.
Die Trasse mündet schließlich östlich von Arholzen in die Trasse Holzminden-Kreiensen.
Für weitere Anregungen bin ich offen!

Erstmal ein sehr gut ausgearbeiteter Vorschlag, Kompliment dafür. Die Frage, die ich mir jedoch stelle, ist, wie du dir das Betriebskonzept vorstellst und warum du glaubst, dass sich diese Verbindung wirklich lohnt.
Der Kernort Deensen hat nach Abzug der Ortsteile nur noch etwa 750 Einwohner, in Dassel sind es 2.450, in Markoldendorf 2.100. Die anderen Zwischenhalte erschließen noch weniger Potential (600 Einwohner in Holtensen, in Summe gerade mal 500 Einwohner in Eilensen, Ellensen und Krimmensen zusammen, 400 Einwohner in Mackensen, 350 in Heinade). In Niedersachsen werden üblicherweise 200 tägliche Passagiere als kritische Schwelle für die Stilllegung bestehender Haltepunkte gesetzt, ich glaube kaum, dass in Ellensen, Holtensen, Mackensen und Heinade auch nur 100 tägliche Passagiere zu erreichen wären, dass man dafür also neue Haltepunkte bauen würde will ich mal bezweifeln. Insgesamt leben damit gerade mal 7.000 Einwohner im Einzugsgebiet der neuen Haltepunkte, ob sich dafür eine ca. 15km lange neue Strecke mit einem Tunnel lohnt? Die Verbindungsfuktion zwischen Einbeck und Holzminden sehe ich zugegebenermaßen jetzt auch nicht so wirklich, über Kreiensen geht es ja schon heute.
Ich stimme dir zu, was die Haltepunkte angeht. Außer Markoldendorf und Dassel werden die Stationen fast nicht frequentiert werden.
Zwischen Holzminden und Einbeck besteht das Problem, dass man mit dem Zug zweimal umsteigen muss und die Linien beim Bahnhof Einbeck-Salzderhelden nicht auf die Hannoversche Südbahn getaktet sind; man muss also fast eine Stunde auf diesem Bahnhof warten und ist dann trotzdem (werktags) schneller in der Innenstadt als mit dem Bus.
Das sind natürlich Dinge, die sich relativ einfach beheben lassen. Das ist aber auch nicht der Hauptgrund für meinen Vorschlag, abgesehen von einem kleinen Regionalbenefit.
Momentan sehe ich das Problem, dass im Weserbergland einige (über-)regionale Bahnrelationen sinnlos gekappt sind. Als Beispiel sehe ich die Bahn von Hameln/Emmerthal nach Vorwohle/Holzminden; ich sehe ein, dass es dort infrastrukturelle Probleme gegeben haben mag, aber für Pendler aus dem benachbarten LK Holzminden ist die Situation relativ nervig. Mit diesem Streckenvorschlag ergäbe sich eine Lösung für eine RB zwischen Hameln und Einbeck, mit Taktung in Stadtoldendorf an die RB Kreiensen-Paderborn und Durchbindung nach Löhne und Göttingen. Damit ließe sich eine sinnvolle Anbindung für den Raum OWL/Weserbergland bieten und die Trasse kann zugleich ihren Zweck erfüllen, Einbeck nach Westen anzubinden.
Zwischen Holzminden und Einbeck besteht das Problem, dass man mit dem Zug zweimal umsteigen muss und die Linien beim Bahnhof Einbeck-Salzderhelden nicht auf die Hannoversche Südbahn getaktet sind; man muss also fast eine Stunde auf diesem Bahnhof warten und ist dann trotzdem (werktags) schneller in der Innenstadt als mit dem Bus.
Das wird sich denke ich ändern, zumindest die im Deutschlandtakt vorgestellte Bedienungsvariante für die Hannöversche Südbahn und die Ilmebahn würde hier Abhilfe schaffen, die Fahrzeit Einbeck – Holzminden würde wie dort dargestellt bei 48 Minuten liegen. Zur besseren Anbindung von Einbeck nach Westen hin wäre es wahrscheinlich sogar günstiger zwei zusätzliche Verbindungskurven zu errichten (an der Ilmemündung von Einbeck nach Kreiensen und vor Kreiensen dann zur Strecke nach Holzminden), damit dürfte die direkte Fahrzeit Einbeck – Holzminden auf gut eine halbe Stunde sinken (gleichzeitig würde man Holzminden allerdings den Anschluss an die Südbahn nehmen, was diesen Vorschlag insgesamt natürlich völlig indiskutabel macht). Ich habe gerade noch mal nachgeguckt, die Fahrzeit Einbeck – Holzminden mit dem PKW würde bei etwa 40 Minuten liegen, da wären die 47 Minuten aus dem Deutschlandtakt doch schon sehr nahe dran. Klar sind die Umstiege nervig, aber deswegen ca. 15km neue Gleise legen? Ich bezweifle stark, dass das sinnvoll ist. Und um das ganze auch nur einigermaßen wirtschaftlich hinzukriegen müsste man wahrscheinlich Dassel immer bedienen, wodurch die Fahrzeit auch nicht viel geringer sein dürfte als mit Umstieg über Kreiensen.
Momentan sehe ich das Problem, dass im Weserbergland einige (über-)regionale Bahnrelationen sinnlos gekappt sind. Als Beispiel sehe ich die Bahn von Hameln/Emmerthal nach Vorwohle/Holzminden; ich sehe ein, dass es dort infrastrukturelle Probleme gegeben haben mag, aber für Pendler aus dem benachbarten LK Holzminden ist die Situation relativ nervig.
Zustimmung dazu, dass die Bahnstrecke Emmerthal – Vorwohle reaktiviert werden sollte. Der Abschnitt bis Bodenwerder ist ja für Güterverkehr komplett erneuert worden, schade, dass es bisher keinerlei Bestrebungen gibt, hier auch Personenverkehr einzurichten und den restlichen Abschnitt in Angriff zu nehmen. Das Hauptproblem dürfte hier aber sicherlich die Einbindung in das Gesamtnetz sein: Jenseits von Bodenwerder spaltet sich die Nachfrage, ein Teil will nach Holzminden, ein anderer nach Eschershausen bzw. weiter nach Kreiensen. Und durch den Umweg über und den Umstieg in Stadtallendorf ist man von Bodenwerder aus über die B83 mit dem Bus schneller in Holzminden. Das Grundproblem hier ist eigentlich vergleichbar zum Grundproblem deines Vorschlages – der bedeutende regionale Knoten liegt in Kreiensen, Kreiensen liegt aber abseits der Luftlinie vieler einzelner Relationen. Um für jede dieser Relationen eigene Verbindungen zu bauen reicht aber die Nachfrage nicht aus.
Mein kleines Fazit daraus wäre:
Zum einen sollte Emmerthal – Bodenwerder reaktiviert werden, mit einer Regionalbahn nach Kreiensen und dort Anschluss an den Südbahn-RE. Zum anderen sollten die Anschlüsse in der Region optimiert werden, dazu sollte vor allem auch die Knotenfunktion von Kreiensen gestärkt werden, u.a. eben auch durch bessere Anschlüsse in Salzderhelden in Richtung Kreiensen. Damit lassen sich dann ähnlich attraktive Fahrtzeiten realisieren, wie wenn man zahlreiche Direktverbindungen bauen würde.