Neuen Namen setzen
Beschreibung des Vorschlags
Berlin plant die Verlängerung der U-Bahnlinie 8 ins Märkische Viertel: https://www.tagesspiegel.de/berlin/2039-soll-der-betrieb-starten-bvg-treibt-plane-fur-u8-verlangerung-ins-markische-viertel-voran-12288626.html
Eine begrüßenswerte Entscheidung, man kann nur hoffen, dass das Vorhaben möglichst schnell und unkompliziert vonstatten geht.
In meinem Vorschlag geht es mir darum, eine genaue Route vorzuschlagen und auf die zwangsläufige Änderung des Busnetzes einzugehen.
Einer der größten Kritikpunkte an der U8-Verlängerung lautet, dass das lokale Busnetz zerrupft würde. Was ohnehin nur begrenzt viel Sinn ergibt, da erstens der Umsteigevorgang zwischen Bus und Schnellbahnen in vielen Fällen einfach nur verlagert werden würde (und zwar im besten Sinne) und zweitens der Umsteigezwang, um vom Märkischen Zentrum nach Mitte zu kommen (außer man gondelt mit dem 120 herum), im kompletten Gegensatz dazu scheinbar keinen interessiert.
Kommen wir nun aber erstmal zur Verlängerungsroute:
Wohl wissend, dass die Variantenuntersuchung noch aussteht, schweben scheinbar der BVG am ehesten Bahnhöfe Eichhorster Weg, Märkisches Zentrum und Senftenberger Ring Ost vor. Tramfreunds Vorschlag ist in der Hinsicht relativ ähnlich: https://linieplus.de/proposal/berlin-u8-ins-maerkische-viertel/
Daniel Nieveling schlägt eine Verlängerung bis Märkisches Zentrum, mit demselben Zwischenhalt, vor, aber mit der Option, über den zu errichtenden Heidekrautbahnhof Rosenthal bis Elisabethaue zu bauen: https://linieplus.de/proposal/b-u8-verlaengerung-ins-mv-mit-gesamtkonzept/
Diese Option kann man sich natürlich gerne offenhalten, für realistisch halte ich sie aber nicht, da wären wenn überhaupt die U2 oder U9 sinnvoller, da die U8 von Französisch Buchholz einen zu großen Umweg nach Mitte führe. Ein Bus oder eine Tram sollte als Tangentialverbindung hier ausreichen.
Aber bis Rosenthal Bahnhof würde ich auf jeden Fall bauen, da man dort erstens in die Heidekrautbahn umsteigen könnte und zweitens Busfahrgäste aus Richtung Nordend, Wilhelmsruh und Dannenwalder Weg Ost hier in die U8 umsteigen könnten (siehe vorgeschlagenes Busnetz unten). Das würde die Umsteigeströme im MV weiter entzerren, es muss nicht alles am Märkischen Zentrum oder wie heute in Wittenau umsteigen. Gerade angesichts der potentiellen Umsteiger wäre das Fahrgastpotential ohnehin nicht gering.
Im Gegensatz zu Tramfreunds Vorschlag bzw dem geäußerten Wunsch der BVG würde die Heidekrautbahn erreicht. Die Vernetzung mit dem Busnetz wäre besser, der Bau deutlich weniger umständlich und die U8 folgte der Hauptachse Wittenau (Wilhelmsruher Damm) – Märkisches Zentrum. Der Senftenberger Ring sollte lieber per Bus (oder ggf per Tram) erschlossen werden (mit Umsteigemöglichkeit zur U-Bahn in U Märkisches Zentrum). Führe die U8 in den Senftenberger Ring, wären einerseits, wie gesagt, die Baukosten höher und die Verknüpfungsperspektive in Richtung Osten schlechter. Andererseits wäre zusätzlicher Busverkehr im Senftenberger Ring, wenngleich weiterhin notwendig, nichtmehr sinnvoll durchführbar.
Kommen wir nun zum interessanten Teil, dem Busnetz nach erfolgter U8-Verlängerung.
Meiner Meinung nach sind zwei Buslinien, die entlang des Wilhelmsruher Damms und damit parallel zur U8 fahren, unverzichtbar: Eine Linie nach Alt-Tegel und eine Linie nach Jungfernheide. Der Rest kann mehr oder weniger umgelegt werden, wobei zB der X33 oder 221 immer noch attraktive Linien wären.
Bedarfsgerechte Verstärkerlinien für die HVZ (zB in den Senftenberger Ring oder nach Titiseestr) wären immer noch möglich, der Vorschlag jedoch soll erstmal ein Bus-Grundnetz für Märkisches Viertel und Umgebung darstellen. Was zB den Senftenberger Ring betrifft, könnte ein 6/6/7-Min-Takt des X33 ausreichen, da die Fahrgastströme weniger als heute auf S+U Wittenau und dafür mehr auf U Märkisches Zentrum ausgerichtet wären – aus nachvollziehbaren Gründen. Jede dritte Fahrt des X33 führe dann über Quickborner Str hinaus weiter nach Alt-Lübars. Für die HVZ/im Schülerverkehr wäre auf dem Lübarser Abschnitt ein 7/13-Min-Takt prüfenswert.
120 S+U Hauptbahnhof – wie bisher – Göschenpl/S Wittenau – wie bisher 122 – Waidmannslust, Titiseestr
121 S+U Jungfernheide – wie bisher M21 – U Wittenau – wie bisher 120 – U Rosenthal Bhf
221 U Kurt-Schumacher-Pl – wie bisher – Wilhelmsruher Damm/Treuenbrietzener Str – wie bisher 122 – U Residenzstr
X21 S+U Jungfernheide – wie bisher – S+U Wittenau – wie bisher M21, inklusive aller Zwischenhalte – U Rosenthal Bhf/Uhlandstr
N21 S+U Jungfernheide – wie bisher M21 – U Rosenthal Bhf/Uhlandstr
222 Tegelort – wie bisher Alt-Lübars
225 U Kurt-Schumacher-Pl – wie heute 122 – Gotthardstr/Teichstr – wie heute 125 – U Osloer Str
X33 Alt-Lübars – wie bisher 222, inklusive aller Zwischenhalte – Gandenitzer Weg – Packereigraben – Wilhelmsruher Damm/Treuenbrietzener Str – wie bisher 122, inklusive aller Zwischenhalte – S+U Wittenau – wie bisher – S+U Rathaus Spandau
Wie bisher: N8, 220, 320, N20, 322, 124, N24, 125
Abgeschafft: M21, 122
Berücksichtigt habe ich den Wiederaufbau der Heidekrautbahn (s. U8-, X21- und N21-Endstelle), aber keine Verlängerung der M1. Eine Kreuzung von Straßen- und Heidekrautbahn scheint ja problematisch zu sein, ich habe mich also nicht mit einer Tram-Neubaustrecke befasst und ich denke, dass das Busnetz im Falle der U8-Verlängerung erstmal so in Ordnung ist. Sollte es doch möglich sein, die Tram zu verlängern, könnte die Tram über den Senftenberger Ring nach Wittenau geführt werden und auch in dem Fall wird man mit Sicherheit eine gute Lösung für die übrigen Buslinien finden. Weder wäre die M1 ein ebenbürtiger Ersatz für die U8, noch halte ich die M1 im MV für unverzichtbar (auch aufgrund des 124). Man könnte aber die M1-Endstelle zum Bahnhof Rosenthal hin umklappen, um in U8, Heidekrautbahn und 121 umsteigen zu können.
Zwischen Gotthardstr/Teichstr und U Osloer Str wird 225 auf den 125-Fahrplan ausgerichtet, somit entsteht in dem Abschnitt, im Zuge einer deutlichen und auch nachfragegerechten Angebotsverbesserung, ein glatter 10-Minuten-Takt.
Der entfallende 221-Abschnitt zwischen U Kurt-Schumacher-Pl und U Leopoldpl wird durch eine zu verlängernde Linie 327, 147 oder 247 kompensiert. Welche Linie dafür am geeignetsten ist, kann man dann sehen.
An der überlasteten Bushaltestelle S+U Wittenau entfielen die Linien M21 und 122.
Am Nachtverkehr habe ich nichts geändert, da der N8 ohnehin bereits bis Wilhelmsruher Damm (umzubenennen in Rosenthal) fährt. Wenn man etwas am Nachtverkehr ändern wollte, könnte man dies auch unabhängig von der U8-Verlängerung tun, was ich aber erstmal nicht für vordringlich hielt.
Krakes S-Bahn-Stichstrecke https://linieplus.de/proposal/berlin-s-bahn-ins-maerkische-viertel/ halte ich aus betrieblichen Gründen nicht für sinnvoll, weil die Berliner Nord-Süd-S-Bahnen heute schon deutlich mehr Nord- als Südäste haben – selbst, wenn man bedenkt, dass einige Zuggruppen über die Ulbrichtkurve abgeleitet werden (können). Nach Hennigsdorf ist ein 10-Minuten-Takt sinnvoll und naheliegend (natürlich muss die Kremmener Bahn entsprechend ausgebaut werden) und nach Frohnau ohnehin zwingend notwendig, selbst wenn die Stichstrecke käme. Es gibt sonst keine zwei Zuggruppen aus Richtung Süden, welche man sinnvoll hierhin führen könnte und die Zwischenhalte brauchen wie gesagt kein besseres Angebot. Da dürfte in betrieblicher Hinsicht effizienter sein, die U8-Züge, die ohnehin in Wittenau enden, um wenige Stationen ins Märkische Viertel zu verlängern. Die U8 wäre nun mal auch für andere Verkehrsbedürfnisse im MV brauchbar (Verbindungen von MV nach Rathaus Reinickendorf und allen Zielen der nördlichen Nordbahn). Der Takt wäre systembedingt viel dichter als der S-Bahn-Takt, damit wäre die U8 auch attraktiver.

Ein Nachtrag: Der entfallende 221-Abschnitt zwischen U Kurt-Schumacher-Pl und U Leopoldpl wird durch eine zu verlängernde Linie 327, 147 oder 247 kompensiert. Welche Linie dafür am geeignetsten ist, kann man dann sehen.
Schreibst du das noch in die eigentliche Beschreibung rein? Nicht alle Leute lesen die Kommentare durch…
Danke für den Hinweis, ist erledigt
Also diese Kurven beim X33 find ich fragwürdig. Von Spandau kommend sind regelmässige Verspätungen eigentlich vorprogrammiert. Die Linie hat in der Form in der Feinerschließung nichts verloren.
X33 könnte stattdessen auf dem Wilhelmsruher Damm bleiben und alles einsammeln, was von/nach Spandau kommt/möchte.
Der Senftenberger Ring wäre doch ein gutes Einsatzgebiet für den M21 gewesen, auch um dort Nachtverkehr zu übernehmen – mit schneller Verbindung nach Moabit statt nach Tegel.
Daraus eine normale Buslinie zu machen bedeutet ja, dass eine Taktverdünnung auf der ganzen Linie vorgesehen ist (Sonst könnte man sich das ja sparen).
Wie wird die auf dem Kurt-Schumacher-Damm kompensiert?
Dein Einwand mit den Kurven beim X33 ist nachvollziehbar. Wenn ich dich richtig verstehe, soll der M21 den ursprünglich angedachten X33-Abschnitt übernehmen, also über Finsterwalder Str, Senftenberger Ring, Treuenbrietzener Str und Quickborner Str nach Alt-Lübars fahren. Dann könnte der M21 bis Quickborner Str nachts fahren und der N24 den Wilhelmsruher Damm übernehmen.
Mein ursprünglicher Gedanke war, den 121 zwischen S+U Jungfernheide und Göschenpl/S Wittenau im selben Angebot wie heute M21 fahren zu lassen. Der Abschnitt zwischen Göschenpl und Wilhemsruher Damm (also wie heute 120) rechtfertigt keinen ganztätigen 10-Minuten-Takt, daher wollte ich den Metrolinien-Status aufheben. Auf das Angebot zwischen Wittenau und Jungfernheide hätte diese Änderung also keinen Einfluss gehabt.
Was hältst du also davon, wenn X33 unverändert (aber mit allen Zwischenhalten östlich von S+U Wittenau) und M21 wie oben nach Alt-Lübars fährt? Der nördliche 120er-Abschnitt könnte dann als eigenständige Linie von U Wittenau nach U Rosenthal Bhf über Bernshausener Ring fahren – eine Verlängerung dieser Linie über U Wittenau hinaus wäre natürlich möglich.
Zwei Vorteile davon, den X33 so wie heute zu belassen, wären natürlich, dass 1. der neue Siemens-Campus eine bessere Anbindung aus Richtung MV + Heidekrautbahn hätte und 2. dass man aus dem Einzugsgebiet der Heidekrautbahn nach Bahnhof Spandau nur einmal umsteigen bräuchte (es gäbe eventuell andere Reisemöglichkeiten für diese Relation, aber zumindest wäre es ein sinnvoller Bypass).
Man hätte in dem Szenario also drei Buslinien, die parallel zur U8 führen (X21, 124, X33), aber gut, zwischen Rathaus Steglitz und Friedrich-Wilhelm-Pl fahren auch viele Busse parallel, und zwischen Wittenau Bahnhof und Wittenau Kirche auch. Man sollte die U8 ohnehin als Zusatzangebot betrachten und weniger als Vorwand dafür, das gesamte Busnetz zusammenzustreichen.
„Was hältst du also davon, wenn X33 unverändert (aber mit allen Zwischenhalten östlich von S+U Wittenau) und M21 wie oben nach Alt-Lübars fährt?“
Das finde ich wesentlich besser!
„Man sollte die U8 ohnehin als Zusatzangebot betrachten und weniger als Vorwand dafür, das gesamte Busnetz zusammenzustreichen.“
Exakt! Das Angebot neu auszurichten, wie in deinem Vorschlag, ist richtig. Die Verkehre entlang des Wilhelmsruher Damms ganz einzustellen, wäre aber fatal.
Moin!
Könnte man die U-Bahn vielleicht noch bis zur Straßenbahn (Rosenthal Nord oder Hauptstr.) verlängern? So würden sich weitere Umsteigebeziehungen von U8 und Tram ergeben 😉
LG Nieglas
Lieber die Straßenbahn nach Uhlandstr/Wilhelmsruher Damm verlegen, ist billiger und es gäbe eine Umsteigemöglichkeit zwischen M1 und Heidekrautbahn + in Wilhelmsruher Damm endende Buslinien
Das Grundproblem an allen U8-Verlängerungen bleibt: Das Viertel liegt im Norden, die meisten Fahrgäste wollen daher nach Süden, die U8 fährt aber nach Westen.
Die U8 braucht laut Fahrplan von Wittenau bis Osloer Str 11, bis Gesundbrunnen 14 und bis Alexanderpl 22 Minuten. Von Wittenau bis Rosenthal wiederum würde die U8 mit Sicherheit nicht länger als 5 Minuten brauchen.
Das ist für eine Schnellbahnverbindung Richtung Süden doch völlig im Rahmen. Der Umweg über Rathaus Reinickendorf ist ja historisch bedingt, die U8 wäre trotzdem eine attraktive Linie.
Es fahren auch heute alle Busse erstmal nach Westen und keiner nach Süden. Trotzdem fährt die U8 ab Wittenau quasi auch in den Süden. Diese Kritik ist irgendwie falsch, weil sie gar keine Kritik ist.