Beschreibung des Vorschlags
Die U4 ist eine Kuriosität der berliner Geschichte. Gebaut wurde sie von der damals selbstständigen Stadt Schöneberg, ist auf den lokalen Verkehr zugeschnitten. Wohl spätestens seit dem Groß-Berlin-Gesetz fragen sich alle Verkehrsplaner, wie man sie vernünftig nutzen kann. So auch hier im Forum in mehr Vorschlägen, als ich sinvoll aufzählen kann. Der BVG „Masterplan“ sieht eine Verlängerung über den Hauptbahnhof und dann im Zuge der U11 nach Marzahn vor. Im FNP ist nur die Verlängerung über den bestehenden Tunnel zum Magdeburger Platz als Kreuzungsbahnhof zur neuen U3 festgehalten.
Mein Vorschlag ist eigentlich nur die Ausgestaltung dieses U-Bahnhofs Magdeburger Platz: Nicht als Turmbahnhof, sondern mit zwei parallelen Bahnsteigen, die Bahnsteiggleiches Umsteigen erlauben. Der große Vorteil hierbei ist, dass Weiterbauten in Richtung Potsdamer und darüber hinaus interrimsweise von der U4 genutzt werden können.
Außerdem werden sich die Umstiege, die jetzt von der U4 zur U2 gehen künftig auf die U3 verlagern, da sie schneller fährt. Bahnsteiggleiches Umsteigen ist schlicht attraktiver, vor allem für Mobilitätseingeschränkte.
U-Bahnhof Magdeburger Platz
Kurz südlich des Magdeburger Platzes biegt der Tunnel der U4 nach Osten ab. Der nördliche Rest der Vorleistung kann verfüllt werden. In der Kurve geht es ein paar Meter hinab, um unter der Trasse der U3 durchzukommen. Danach fährt die U4 nach oben, die U3 nach unten. Ich bin davon ausgegangen, dass die Bahnen mit knapp unter fünf Meter Höhenunterschied aneinander vorbeikommen und das sie diese in 120 Metern bewältigt kriegen.
Im Bahnhof hält die U4 innen, die U3 außen.
Östlich des U-Bahnhofs schwenkt die U3 unter die B1 gen Norden, die U4 bekommt eine Kehranlage. Eingezeichnet habe ich Gleise für zwei Züge, das kann aber nach Bedarf auf eine größere Abstellanlage erweitert werden.
Gleisverbindungen werden so gebaut, dass von den Gleisen der U4 nach Osten auf die Gleise der U3 gewechselt werden kann. Wenn die Strecke auf Großprofil umgestellt wird, können diese als zusätzliche Überführung vom Groß- ins Kleinprofil oder als Abstellgleis genutzt werden.
Interrimsnutzung
Bis die U3 gebaut wird, hält die U4 in beide Richtungen am südlichen Bahnsteig. Das dürfte Kosten für den Betrieb von einem zusätzlichen Aufzug, Reinigung, etc. sparen. Die Eingänge für den nördlichen Bahnsteig müssen auch noch nicht gebaut werden.
Von dort aus geht es weiter zum Bahnhof Potsdamer Platz. Hierzu braucht es bis zum Bestandstunnel etwa 800 weitere Meter, inklusive des U Kulturforum. Dieser wird im Großprofil, aber vorerst mit Stromschienen für Kleinprofil gebaut. Je nachdem, wo der Senat als erstes Buddeln möchte, könnte die U4 auch bis zum Alexanderplatz geführt werden. Alsbald die U1-Strecke vom Wittenbergplatz bis Uhlandstraße auf Großprofil umgestellt ist, halte ich jedoch den Lückenschluss (1,2 Kilometer) und damit die Umlegung der U1 nach Dahlem und die Führung der U3 (Adenauerplatz) – Uhlandstraße – Potsdamer Platz – (Alexanderplatz – Weißensee) für sinvoll. Diese kann dann nach Lust, Laune und Geldbeutel weitergebaut werden. Irgendwann Mitte des 22 Jahrhunders vermutlich.
Vorteile
Die Endstufe meines Vorschlags entspricht den offiziellen Planungen, daher möchte ich auf deren Vor- und Nachteile nicht weiter eingehen.
Der U-Magdeburger Platz hat für die U4 nur den Nutzen des Umstiegs zur U3. Schöneberg ist Bahntechnisch schon jetzt besser als jeder andere Ortsteil angebunden. Daher scheint eine Verlängerung der U4 bis zum Magdeburger Platz vor dem Bau der U3 unrealitstisch, obgleich der Tunnel schon steht. Vom Magdeburger Platz bis zum Bestandstunnel am Potsdamer Platz sind es nur 900 Meter. Dafür werden Vorleistungen von zusammen einem Kilometer Länge nutzbar gemacht, die ansonsten noch Jahrzehnte länger brach lägen.
Die U4 zum Potsdamer Platz birgt verkehrlich keine riesigen Vorteile, dürfte aber trotzdem die U2, sowie die Busse der B1 entlasten
Abgrenzung zu anderen Vorschlägen
Zur U4 gibt es allein in diesem Forum 31 Vorschläge. Teils wird auch dieselbe Stecke vorgeschlagen. Mein Vorschlag ist ja aber eben genau nicht, dass die U4 zum Potsdamer fahren soll, sondern, dass die Führung der U4 zum Magdeburger Platz (was auch geplant und auch im Forum vorgeschlagen ist) eine sehr großzügige Bauvorleistung für die U3 enthält, die, bis sie irgendwann gebaut wird, von der U4 genutzt werden kann.

Grundsätzlich sind solche bahnsteiggleichen Umstiege aus Fahrgastsicht ideal.
Nur ist die Lützowstraße nicht besonders breit. Außerdem wird der nördliche Bahnsteig sowieso deutlich tiefer liegen müssen als der südliche, wenn du direkt westlich davon einen höhenfreien Abzweig errichten möchtest. Daher würde ich die beiden Bahnsteige einfach untereinander planen, wie zum Beispiel beim U-Bahnhof Schloßstraße.
Könnte man einen Abzweig der U4 zum Hauptbahnhof nicht zumindest mit einplanen, falls man ihn später doch bauen möchte? Ich bin zwar kein Berliner, aber diese Verlängerung hört sich langfristig schon sinnvoll an.
Man kann sich diese Möglichkeit ja offenhalten. Ich würde zumindest Stand jetzt eher, wie in dem Vorschlag, U3 und U4 gemeinsam nach Potsdamer Platz führen. Potsdamer Platz ist auch für die U4 meiner Meinung nach ein sinnvollerer Endpunkt als Hauptbahnhof. Dass sich U3/U4 die Strecke teilen, wäre unproblematisch, da beide Linien eher unwichtig sind.
Könnte die U10-Bauvorleistung am Potsdamer Platz wiederum Teil eines viergleisigen Umsteigebahnhofs in Richtungsbetrieb werden? Oder stünden andere Gebäude/Widerlager etc im Wege? Dann könnten U3/U4 am Potsdamer Platz enden und langfristig bahnsteiggleichen Umstieg zur Großprofil-U10 von Malchow nach Lichterfelde bieten.
„Dass sich U3/U4 die Strecke teilen, wäre unproblematisch, da beide Linien eher unwichtig sind.“
Die U3 ist aktuell so unwichtig, dass sie trotz mehrerer Wendemöglichkeiten auf voller Länge im 5-Minuten-Takt fährt und 12 von 18 stündlichen Zügen auf der Kreuzberger Hochbahn stellt.
Ich glaube, du verwechselst gerade die Kleinprofil U3, die es aktuell gibt, mit den Großprofil U3 Planungen. Die aktuelle U3 fährt von der Krummen Lanke in Dahlem über den Zoo und die Hochbahn zum Oberbaum. Mit der neuen Großprofilbahn teilt sie sich nur den Namen und vielleicht 500m Tunnel. Sie ist das Überbleibsel der ehemaligen gemeinsamen U10/U3 Planungen. Die Neue U3 lässt sich nicht zusammen mit der U4 zum Potsdamer führen, weil es sie 1. noch nicht gibt und sie 2. nicht miteinander kompatibel sind. Die können sich keine Gleise teilen. (Bzw. die Gleise schon, die Stromschiene aber nicht).
Die aktuelle U3 lässt sich nicht zum Potsdamer führen, weil sie 1. Wie BerlinerGummibaer richtig festgestellt hat, auf der Hochbahn dringend gebraucht wird. 2. Die U2 vom Zoo auch schon zum Potsdamer fährt. Und 3. Die U3 auf der Hochbahn verkehrt, der Tunnel in zum Magdeburger Platz aber an den Tunnel der U4 anschließt.
Das Bauwerk Potsdamer Platz steht und ist auch nicht mehr groß modifizierbar. Das ist recht komplex. Auch deshalb lege ich Wert auf einen attraktiven Umstieg zwischen U3 und U4.
„Ich glaube, du verwechselst gerade die Kleinprofil U3, die es aktuell gibt, mit den Großprofil U3 Planungen.“
Das dachte ich auch. Wenn er jedoch die neue U3 für „unwichtig“ hält: Wieso würde die dann überhaupt gebaut werden?
Ich hatte den Vorschlag in der Tat erst so verstanden, dass sich U3 und U4 die Strecke teilen sollen, und das hätte ja nur die Kleinprofil-U3 sein können. Danke für die Hinweise!
Unter der Voraussetzung, dass die U3 so gebaut wird wie im FNP von 1993 verankert, ist die Idee, den Abschnitt vorübergehend durch die U4 zu bedienen, sicherlich sinnvoll und wünschenswert.
Diskussionswürdig finde ich, wo die U-Bahn aus Richtung Weißensee, Greifswalder Str, Alexanderpl westlich von Potsdamer Platz überhaupt hinfahren soll. Lieber wie im FNP von 1993 nach Charlottenburg? Oder wie früher im Zuge der U10 vorgesehen nach Steglitz und weiter nach Lichterfelde. Natürlich wäre eine schnelle U-Bahn zwischen City West und City Ost über Potsdamer Platz unschlagbar. Ich bin aber auch ein großer Befürworter der U10 (alt).
Oder man baut beide Westäste (U10 alt und U3 neu) und führt, östlich von Potsdamer Platz, die eine Linie nach Alexanderplatz -> Weißensee und die jeweils andere Linie woanders hin? Zum Beispiel Ostbahnhof -> Friedrichshain -> Lichtenberg?
Dann ist das ja geklärt.
Die U10 Planungen sind überbleibsel des S-Bahn Boykotts, daher ja auch der völlige Parallelverkehr zur S1. Jetzt könnte man auf die ausgelasteten Busse auf der B1 verweisen und (verm. nicht ganz unzutreffender Weise) anmerken, dass der Bedarf ja trotzdem da ist. Allerdings wird gem. aktuellem NVP die S1 künftig doch auf einen T5 verdichtet, dazu kommt noch die Reaktivierung der Stammbahn, wohl wenigstens im T30. Einen allzu gr0ßen Mehrwert dürfte die U10 dann nicht mehr haben. Jedenfalls einen kleineren als die Großprofil U3. Und das sage ich (schweren Herzens) als Steglitzer. Um die ganzen Bauvorleistungen ist es natürlich Schade. In das Zielnetz 2150 kann man sie ja aufnehmen.
Wenn man doch beide baut, sehen die ehemaligen Planungen die Führung beider Linien bis Weißensee und dann je eines Astes nach Falkenberg bzw. Karow. Ich hielte auch eine Führung entlang der geplanten U11, sprich über die Landsberger Allee, für denkbar.
Kritisch zu sehen ist, dass bei einer Verzweigung vor Weißensee die Kapazitäten echt knapp würden. Und einen T5 bräuchte es schon. Na ja.
Das die Lützowstraße während des Baus vollgesperrt würde, ist ja klar. Sie ist aber verkehrlich auch nicht derart bedeutsam, dass das nicht verkraftbar wäre.
Die Bahnsteige werden höhengleich errichtet. Sonst wäre ja kein bahnsteiggleicher Umstieg möglich. Das wird dadurch erreicht, dass der Bahnhof etwa drei Meter tiefer gebaut wird, als sont in Berlin üblich. Die Großprofil U3, die vom Lützowplatz kommt fährt direkt unter der Straße, die U4 kommt von Süden wesentlich tiefer. Ich habe 5 Meter von Gleisoberkante zu Gleisoberkante für machbar gehalten. Alsbald sie sich gekreuzt haben fährt die U3 bergab, die U4 bergauf. Sie haben ab dem Kreuzungspunkt 60 bzw. knapp 70 Meter zum Bahnsteig. 3,85% müssten die Fahrzeuge hinkriegen.
Ich halte dies für konstrutkiv leichter, als zwei übereinanderliegene Bahnsteige. Sollte dies nicht so sein, kann man natürlich auch umplanen.
Ich persönlich halte eine U4 verlängerung zum Hauptbahnhof für schwachsinnig.
Wenn die S21 fertig gebaut ist, kreuzt sie alle U-Bahnen, die auch die U4 kreuzt, fährt bloß wesentlich schneller.
Die U4 ist die Hauslinie der Schöneberger. Da fahren auch bloß Halbzüge, weil der Bedarf schlicht nicht da ist.
Vor allem aber dürfte sich das kaum bauen lassen. Die S21 Planungen sehen schon zwei Tunnelröhren vor, weil die nur unter bestimmten Voraussetzungen unter Bundestagsgebäuden drunter durch dürfen. Daneben ist noch der Fernbahntunnel und der Tunnel der U5. Außerdem müsste man anderthalb Kilometer Tunnel durch den Park graben, um zum Hauptbahnhof zu kommen, die nicht wirklich etwas erschließen. Auch unterm Hauptbahnhof ist da nicht wirklich Platz für. Einen so komplizierten Umbau für einen Hausanschluss für die Schöneberger halte ich für sehr schwer zu rechtfertigen.
Wenn man aber unbedingt möchte, spricht nichts dagegen, die Kehranlange unter dem westlichen U3 Tunnel durchzuführen und von dort aus zum Hauptbahnhof zu bauen.