Beschreibung des Vorschlags
Im Folgenden unterbreite ich einen überarbeiteten und optimierten Vorschlag zur Erschließung der Gemeinde Großbeeren durch die Berliner S-Bahn, basierend auf dem Konzept „S-Bahn nach Großbeeren Nord“ von Nutzer Krake. Der vorliegende Entwurf sieht die Einführung einer neuen Linie S27 vor, die zwischen Lichterfelde Süd und Großbeeren Stadt verkehren soll.
Krake hatte bereits zutreffend auf das hohe Verkehrsaufkommen in Großbeeren hingewiesen. Mit rund 9.100 Einwohnern und etwa 14.100 Berufspendlern besteht ein überdurchschnittlich hohes Mobilitätsbedürfnis. Der derzeitige stündliche Halt des RE3 reicht zur Deckung dieser Nachfrage nicht aus. Insbesondere leidet der RE3 unter seiner langen Laufstrecke (Stralsund – Jüterbog bzw. Schwedt – Wittenberg) und ist dadurch häufig verspätungsanfällig. Zudem ist der Bahnhof Großbeeren peripher gelegen und nur über zwei Buslinien erschlossen, die sich im Norden des Ortes kreuzen. An diesem Verknüpfungspunkt fehlt bislang jedoch ein Anschluss an das Schnellbahnnetz.
Ein Kritikpunkt am Vorschlag ist die vorgesehene Taktverschlechterung für Teltow und die weiterhin unzureichende Anbindung von Großbeeren. Beides wäre aus verkehrsplanerischer Sicht nicht vertretbar. Daher wird vorgeschlagen, nicht die bestehenden Linien S25 oder S26 umzuleiten, sondern eine neue Linie S27 zu schaffen.
Diese verkehrt von Lichterfelde Süd auf einem neu zu errichtenden dritten S-Bahn-Gleis. Die Abfahrten sind auf die Fahrpläne der Linien S25 und S26 in Richtung Innenstadt abgestimmt. Über ein Verbindungsgleis wird die neue Linie an auch an die Anhalter Bahn angebunden.
Die folgenden Haltepunkte sind vorgesehen:
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Sigridshorst (eingleisiger Haltepunkt)
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Großbeeren Nord (zweigleisiger Bahnhof mit Mittelbahnsteig)
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Großbeeren – Kleinebeeren (optional; möglicher Umstieg zur Buslinie)
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Großbeeren – Stadt (zentral gelegen im Ortskern)
Ein Anschluss an den bestehenden Bahnhof Großbeeren ist aus wirtschaftlichen Gründen als nicht sinnvoll. Die geplante Endstation Großbeeren Stadt würde hingegen erstmals eine direkte S-Bahn-Anbindung für den Ortskern schaffen und zugleich das Busnetz optimal integrieren.
Möglicher Betriebsplan:
Lichterfelde Süd – Großbeeren
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Haltestelle |
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| Ankunft S25/26 | 6:58 | 7:18 | 7:38 | 7:58 | 8:18 | 8:38 | 8:58 |
| Lichterfelde Süd | 7:00 | 7:20 | 7:40 | 8:00 | 8:20 | 8:40 | 9:00 |
| Siegridshorst | 7:01 | 7:21 | 7:41 | 8:01 | 8:21 | 8:41 | 9:01 |
| Großbeeren – Nord | 7:04 | 7:24 | 7:44 | 8:04 | 8:24 | 8:44 | 9:04 |
| Großbeeren – Kleinbeeren | 7:06 | 7:26 | 7:46 | 8:06 | 8:26 | 8:46 | 9:06 |
| Großbeeren – Stadt | 7:07 | 7:27 | 7:47 | 8:07 | 8:27 | 8:47 | 9:07 |
Lichterfelde Süd – Großbeeren
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Haltestelle |
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| Großbeeren – Stadt | 7:09 | 7:29 | 7:49 | 8:09 | 8:29 | 8:49 | 9:09 |
| Großbeeren – Kleinbeeren | 7:10 | 7:30 | 7:50 | 8:10 | 8:30 | 8:50 | 9:10 |
| Großbeeren – Nord | 7:12 | 7:32 | 7:52 | 8:12 | 8:32 | 8:52 | 9:12 |
| Siegridshorst | 7:15 | 7:35 | 7:55 | 8:15 | 8:35 | 8:55 | 9:15 |
| Lichterfelde Süd | 7:16 | 7:36 | 7:56 | 8:16 | 8:36 | 8:56 | 9:16 |
| Abfahrt S25/26 | 7:18 | 7:38 | 7:58 | 8:18 | 8:38 | 8:58 | 9:18 |
Die Linie S27 soll im 20-Minuten-Takt (T20) verkehren und damit einen zuverlässigen sowie attraktiven Anschluss an das Berliner Schnellbahnnetz ermöglichen.

Zwar werden hier aufgrund des eher bescheidenen Fahrgastpotentials wohl höchstwahrscheinlich nur Viertelzüge eingesetzt werden, dennoch gefällt mir diese Idee, da sich die sehr längliche Struktur Großbeerens gut für sowas eignet. Auch gibt es östlich der Trasse noch viel Stadtentwicklungspotential.
Der Bahnhof Lichterfelde Süd sollte dabei am besten nach Vorbild von Norderstedt Mitte errichtet werden um gute Umsteigemöglichkeiten zu bieten.
Ich bin nicht ortskundig, Viertelzüge bei einem T20 sollten absolut reichen und auch bei steigender Bevölkerung.
Stimme ich dir absolut zu, habs geändert.
Gefällt mir nicht so gut. Der Eingriff in den Naturraum Großbeerener Graben ist erheblich. Die Durchbindung ins Berliner Zentrum fehlt. Ins Gewerbegebiet muss man einmal zusätzlich umsteigen.
Wenn diese S27 nur ein Zubringer zu S25/S26 sein soll, warum führt man sie nicht als Straßenbahn oder Bus aus? Dann hätte man durch mehr Halte eine feinere Erschließung und geringere Baukosten.
Nun das würde ich so nicht als „Erheblich“ nennen. Es werden für neue Autobahnen, Eisenbahnstrecken und etc immer etwas Natur weichen. Wenn das Potential Großbeerens es hergibt ist es ertragbar diesen Einschnitt auszuüben.
Und jetzt? Ist Großbeeren so unbedingt wichtig dass es eine direktverbindung braucht? Ich glaube nicht – Ein Getakteter Umstieg ist mehr als Genug, 2-3 Min mehr aufwand ist völlig gerechtfertigt. Denn ein T20 nach Teltow Stadt ist unausschlagbar und eine Flügelung würde kein Sinn machen wegen noch höherer Fahrtzeiten und pot. Verspätungen. Zudem würde weniger Kapazität nach Teltow Stadt übrig bleiben.
Straßenbahn? Wieso das? Wo sollen die denn bitte nach Großbeeren kommen? Ansonsten bräuchte Großbeeren ein eigenes Tram System was sich in 100 Jahren nicht lohnen wird mit eigenen Fuhrpark. Die S-Bahn bindet die wichtigsten Orte von Großbeeren an und hat mit einem Abstand von 1km zwischen den 3 Haltestellen eine sehr gute Anbindung. Bus geht natürlich auch, da greift der Schienenbonus nicht und die Fahrtzeit ist länger.
Eine seperate S-Bahn Linie 27 wäre die beste Lösung – bahnsteiggleicher Umstieg in die S25/26 mit minimaler Umstiegszeit, deutlich mehr Potential durch Anbindung von Großbeeren – Kleinbeeren und Großbeeren – Stadt – Nur 1 – 2 weitere Kurse (S-Bahnen) werden gebraucht – deutlich weniger Verspätungsanfällig – keine weiteren Kapazitäten auf bestehenden Strecken werden gebraucht oder auch keine Taktverkürzung für Teltow Stadt
Man sieht das an der Kremmener Bahn nordwestlich von Berlin. Die Umstiegssituation RE6-S25 in Hennigsdorf ist mit Deinem Vorschlag vergleichbar. Die Orte hinter Hennigsdorf sind kaum gewachsen, weil die Direktverbindung fehlt. Immer wieder kam die Forderung auf, den RE6 über Tegel nach Gesundbrunnen zu verlängern.
Aktuell fahren ein Dreiviertelzug und ein Halbzug jeweils im 20′-Takt. Wenn man die S25 auf Vollzug umstellt und die S26 nach Großbeeren umlegt, sinkt die Kapazität nur um 20%. Das reicht vollkommen, selbst nach einer Verlängerung. Die Kapazität ist nicht der Grund für den 10′-Takt, man wollte die Nachfrage durch ein attraktiveres Angebot steigern. Dass das nicht funktioniert, sieht man an den unverändert kurzen Zügen.
Das LSG am Graben soll zum Erholungsraum umgestaltet werden, die S27 macht das unmöglich.
Aus dem Gewerbegebiet fährt man bisher mit dem Bus nach S Buckower Chaussee. Zukünftig müsste man vom Bus in Großbeeren Nord und Lichterfelde Süd einmal häufiger umsteigen. Das frisst den Zeitvorteil der schnelleren S-Bahn wieder auf.
In Deiner Zeichnung fehlen übrigens drei Über- bzw. Unterführungen (Hauptstr., Berliner Str., Kleinbeerener Str.), nach EBO sind niveaugleiche Kreuzungen mit dem Straßenverkehr bei Neubauten nicht zulässig. Am Bahnhof Lichterfelde Süd stehen ein Gebäude und der Südzugang im Weg, man müsste für die Aufweitung der Trasse die Gebäude Westfalenring 13 und 15 abreißen. Das wird zu teuer. Eine Verlängerung wenigstens bis Lichterfelde Ost wäre mit dem selben Fahrzeugeinsatz (2 Züge) machbar, dort gibt es ein Kehrgleis.
Deine S27 liegt randseitig, und erfordert Buszubringerverkehr, während eine Straßenbahn den Bus vollständig ersetzt, weil sie mitten durch die Siedlung führt. Auch der Bau ist günstiger, weil man niveaugleich kreuzen darf. Die oftmals geforderte Tram Potsdam – Teltow böte Anschluss an das Potsdamer Netz.
Eine Direktverbindung wäre zweifellos komfortabel, aber aus betrieblicher Sicht nicht zwingend notwendig. Ein bahnsteiggleicher, getakteter Anschluss an die S25/S26 in Lichterfelde Süd mit kurzen Umstiegszeiten (2–3 Minuten) ist für die meisten Fahrgäste akzeptabel.
Zumal eine Flügelung oder Umleitung bestehender Linien zusätzliche Verspätungsrisiken und Kapazitätsverluste nach Teltow mit sich brächte. Der Fokus liegt hier auf einer stabilen, pünktlichen Anbindung, nicht auf einer maximal direkten Relation.
Ein zusätzlicher Umstieg ist korrekt, aber er wird durch kürzere Gesamtfahrzeiten und eine verlässlichere Taktung ausgeglichen. Die bisherige Busverbindung zur Buckower Chaussee ist weder besonders schnell noch zuverlässig. Die S27 könnte hier einen Qualitätsgewinn darstellen, auch wenn ein Umstieg erhalten bleibt.
Eine Straßenbahn von Berlin nach Großbeeren ist infrastrukturell kaum realistisch: Es gibt keine bestehende Netzanbindung, der Aufbau eines isolierten Tram-Systems samt Betriebshof und Fahrzeugpark wäre extrem teuer. Zudem würde die Fahrzeit in Richtung Zentrum deutlich länger ausfallen, der „Schienenbonus“ einer S-Bahn entfiele, und für viele Pendler würde das Angebot dadurch unattraktiv.
Ein reiner Busbetrieb ist zwar günstiger, stößt aber bei der Kapazität schnell an Grenzen, ist stauanfällig und bietet nicht den gleichen Fahrgastzuwachs wie eine S-Bahn. Die S27 bietet hier das beste Verhältnis aus Kapazität, Reisezeit und langfristiger Attraktivität.
Der Vorschlag gefällt mir. Lichterfelde Süd ist allerdings kein wirklicher Knotenpunkt. Zwei Stationen weiter, Lichterfelde Ost, besteht Umstiegsmöglichkeit zum (ja, aus Großbeeren kommend etwas redundatem) Regionalverkehr und diversen Buslinien. Auch gibt es dort Kehr- und Abstellgleise, die den Betrieb deutlich vereinfachen dürften.
Vielen Dank für dein Kommentar, eine Weiterführung der S27 nach Lichterfelde Ost ist ja nicht ausgeschlossen und prinzipiell keine schlechte Idee! Hier fokussiere ich mich auf die gebaute Infrastruktur also ist es beim Betrieb frei zu schauen wo startpunkte schlau wären. Mir gefällt bei einem Ende in Lichterfelde Süd die direkte Anbindung an 25/26 im T10 und 3 Minuten nach Ankunft und dass man nur ein Kurs für die S27 brauchen würde.
Die Idee gefällt mir besser als die Ursprungsidee. Allerdings sehe ich auch hier nicht, dass das einen KNF größer 1 haben kann. Dazu werden zu wenig Menschen angeschlossen. Da ist eine verbesserte Regionalbahnanbindung oder gar eine S-Bahnanbindung von Ludwigsfelde besser geeignet. Dazu gibt es sogar auch bereits einen Vorschlag: https://linieplus.de/proposal/bb-s25-und-s26-verlaengerung-2/
Mir fehlt aber zudem ein Plan für das Ende der S27. So einfach ist das. Wo sollen die Züge enden?
Der KNF könnte tatsächlich eng werden, allerdings muss man bedenken, dass Großbeeren Nord ein zentrales Industriegebiet im Süden von Berlin wesentlich besser als bisher an den ÖPV anbinden würde und für Pender sehr interessant sein dürfte. Von einer S-Bahnanbindung von Ludwigsfelde halte ich nichts. Die Fahrzeit geht bei der Distanz irgendwann einfach ins unermessliche, die Taktung würde auch nicht enger als T20 ausfallen und damit dürfte der Regio zu allen Zentren schneller sein. Großbeeren ist dementgegen mangelhaft erschlossen und würde von einer Schienenanbindung, die man vom Ort aus tatsächlich erreicht stark profitieren.
Die Züge enden in Großbeeren am Bahnsteig. Wie auch bei der S25/S26 in Teltow. Abstellmöglichkeiten gibt es in Lichterfelde Ost ausreichend, das dürfte also kein Problem sein.
Es ging mir um das Nordende. Bis wohin sollen die fahren?
Da halte ich entgegen, dass diese S-Bahnidee aber bedeutend mehr Menschen anschließt, als das Industriegebiet und den Ort Großbeeren. Durch eine vernünftige Buslinie lässt sich beides nämlich mit der S-Bahn nach Ludwigsfelde sinnvoller verbinden, aber eben auch die Logistikbetreiber entlang der Bahn, der Industriepark in Birkengrund, Teltow selber und zu einem gewissen Grad auch Ludwigsfelde. Ludwigsfelde profitiert bei der Idee, soweit ich das sehe, sogar doppelt: 1. ein grade 20 min Takt kommt zum bestehen bleibenden Takt der Beiden RE dazu, also es gibt keine Reduktion, sondern nur Aufwuchs. 2. Der eine RE wird beschleunigt, weshalb die Fahrzeit reduziert wird und somit für alle ab Ludwigsfelde kürzere Fahrzeiten herrschen. Das klingt beides sinnvoller, als eine S-Bahn für eine Gemeinde wie Großbeeren.